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BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

(Revell - Nr. 04284)

Revell - BAe Hawk T.1A

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04284 - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Februar 2011
Preis:ca. 25 €
Inhalt:
  • 10 Gießäste aus rotem (!) Kunststoff
  • 1 Gießast aus klarem Kunststoff
  • 1 Anleitung in Schwarz-Weiß
  • 1 Decalbogen

Besprechung:

Revell - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Die zweisitzige Bae Hawk wurde für fortgeschrittenes Pilotentraining und das taktische Waffentraining entwickelt und ersetzte die langgedienten RAF Gnats und Hunters. Man setzte in das neue Muster so großes Vertrauen, dass die Hawk T1 sozusagen vom Reißbrett weg in die Produktion ging. Die erste Maschine flog am 21. August 1974, und die ersten Serienmaschinen wurden noch in Tests erprobt und weiterentwickelt, während die Produktion bereits lief. 1976 erhielt die Flying Training School Nr. 4 des RAF-Stützpunkts Valley die erste unbewaffnete Trainingsmaschine in den typischen Farben Rot, Weiß und Hellgrau. Die Hawk ist sehr sparsam im Treibstoffverbrauch und hat mit den internen Tanks eine ebenso große Reichweite wie die frühere Hunter mit Außentanks. Die bewaffnete Version, durch ihre graugrüne Tarnung leicht zu unterscheiden, wurde später bei den beiden Tactical Weapons Units der RAF-Stützpunkte Brawdy und Chivenor in den Dienst gestellt; sie waren normalerweise mit einem 30-mm Aden-Kanonenbehälter unter dem Rumpf und mit paarweise angeordneten Pylonen unter den Tragflächen für externe Tanks oder Raketenbehälter und Übungs- oder scharfe Bomben ausgestattet. Mitte der 80er Jahre wurden viele Maschinen des Typs T1 auf den Standard des Typs T1A nachgerüstet und erhielten so unter den Tragflächen Stationen für zwei AIM-9 Sidewinder-Raketen für den Einsatz in der örtlichen Luftverteidigung. Die Hawk T1A wird von einem Rolls Royce Turbomeca Adour Mk. 151-Turbofan-Triebwerk mit 23,7 kN (2.422 kg) Schub angetrieben und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 1.040 km/h (646mph) auf Meereshöhe.

Revell - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Sie donnern mit 300 km/h in 100 Meter Höhe über die Zuschauer hinweg; die neun Piloten in ihren markanten roten Hawk Jets fliegen in enger Formation mit atemberaubender Leichtigkeit. Die Red Arrows sind berühmt als eine der weltbesten Kunstflugstaffeln; sie sind das Aushängeschild der Royal Air Force. Das Team ist in der ganzen Welt bekannt und somit Botschafter von Großbritannien. Das Red Arrows Team ist auf der RAF Basis in Scampton, Lincolnshire, beheimatet und besteht aus neun Red Arrows Display-Piloten und Red 10, dem Road Manager. Offiziell im März 1965 formiert, hat das Team nun mehr als 4200 Flugvorführungen in 53 verschiedenen Ländern absolviert. Jedes Jahr bewältigen die Red Arrows ca. 90 Kunstflugdarbietungen und mehr als 200 Überflüge. Die Red Arrows ersetzten 1980 ihre winzigen roten Gnats durch die Hawk T1 Trainingsversion und treten seit mittlerweile mehr als 30 Jahren in leuchtendem Rot überall auf der Welt mit Hawks auf. Die Red Arrows sind ohne Zweifel eines der besten Kunstflugteams, die es je gegeben hat. Die Kunstfluggruppe besteht aus zwölf Maschinen, eine Kreuzung aus T1 und T1A, von denen neun ständig für die Luftakrobatik eingesetzt werden.

Revell - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Lange musste die Fangemeinde auf einen Bausatz der Hawk im Maßstab 1:32 warten. Und wieder einmal hat ein Großserienhersteller einem kleinen die Show gestohlen. Seit einigen Jahren mittlerweile hatte nämlich der britische Zubehörhersteller Flightpath eine Hawk in diesem Maßstab angekündigt und auch schon Teile davon fertig. Nun denn, dann freuen wir uns eben auf die daraus entstehenden Detailsets. Doch nun zurück zum Revell Bausatz. Wie schon fast befürchtet sind die Teile in Rot gespritzt mit feinen versenkten Gravuren, von denen es allerdings nicht allzu viele bei der Hawk gibt. Revell hat sich die Sachen an einigen Stellen etwas zu einfach gemacht. Am auffälligsten sind die fehlenden, erhabenen Nietenreihen im Heckbereich, ein sehr markantes Detail der Hawk. Das Gleiche gilt für die Stellen an denen zwei Bleche übereinander liegen und demzufolge eines davon etwas hervorstehen müsste. Beispiele hierfür sind die Flügelwurzel, Anlenkpunkte der Höhenleitwerke und die Basis der aufgesetzten Elemente wie Antennen, Leuchten etc. Weniger gravierend sind die fehlenden (angedeuteten) Schnellverschlüsse an diversen Rumpfpanels. Zwar mag das jetzt übertriebene Kritik sein, aber gerade bei den glänzend schwarz lackierten Maschinen sind diese sehr auffällig. An Optionen beim Bau wird nicht allzuviel geboten, man hat die übliche Wahl eines eingezogenen Fahrwerkes, göffneten Cockpits, ausgeklappter Luftbremse und beweglich gehaltener Seiten- und Querrruder (allerdings mit sehr filigranen Lagerungen). Lobenswert ist die volle Ausgestaltung der Lufteinläufe bis zur ersten Verdichterschaufel. Die vertikale Teilung der Kanäle entspricht absolut dem Vorbild und man kann sich das aufwändige Verspachteln und Schleifen der Klebenähte sparen, die Trennstelle ist beim Original deutlich sichtbar und leicht erhaben. Lediglich die Bemalung mit weißer Farbe dürfte etwas Arbeit bedeuten, besonders bei dem roten Kunststoff.

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BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

 

Das Cockpit ist vergleichsweise komplex aufgebaut, alleine 16 Teile sind für die Wanne nebst den Instrumenten vorgesehen, weitere zwölf für die Sitze. Die Detaillierung der Teile ist auf das passend zum Bausatz erhältliche Fotoätzteileset abgestimmt. Das heißt im Klartext: Alle nötigen Details sind vorhanden aber nicht ganz so filigran wie heutzutage möglich. Die Instrumentenbretter sind mit erhabenen Details versehen, allerdings sind beide vom Layout her identisch, was beim Original nicht der Fall ist (bei den Ätzteilen aber umgesetzt wurde). Die Seitenkonsolen sind nicht 100% korrekt, auch hier „lösen“ die Ätzteile das Problem. Die Seitenwände sind vollkommen glatt, hier fehlen einige Strukturen und Elemente. Die Sitze sind ganz gut getroffen, und kaum besser in Spritzgusstechnik zu machen, die „Decalgurte“ hingegen erhalten von uns das Prädikat „NoGo“, mit einem erneuten Verweis auf die Ihrwisstschonwas. Wenigstens die kleinen Stencils vom Kopfteil sind mit dabei. Insgesamt ein dennoch ordentlich gemachtes Cockpit aus dem sich mit ein wenig Eigeninitiative noch einiges mehr herausholen lässt.

Revell - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Im Fahrwerksbereich sieht es im Grunde genommen ähnlich aus. Die Schächte sind auch hier aus mehreren Einzelteilen aufgebaut, was der realistischen Wirkung am Modell erheblich entgegen kommt. Die Menge an Details hält sich dagegen in Grenzen, zwar ist der Bugradschacht beim Original relativ simpel aufgebaut, die Hauptfahrwerksschächte hingegen sind ziemlich vollgestopft mit allerlei Leitungen und Aggregaten. Diese hat Revell nur andeutungsweise nachgebildet, alles nicht schlecht, aber auch kein Superlativ. Ein paar zusätzliche Leitungen aus Draht wirken hier Wunder. Zumindest an die kleinen „Uhrenläden“ im Innern der Schächte hat man gedacht. Die Fahrwerke selbst bestehen ebenfalls aus mehreren Teilen, zudem sind sie vertikal geteilt, hier wird man um etwas Nacharbeit wohl nicht herum kommen. Ein paar Bremsleitungen reichen an Eigeninitiative, die Originale sind auch eher einfach aufgebaut. Die Räder sind unbelastet, also kreisrund, und können drehbar gebaut werden. An den Klappen gibt es bis auf einige ärgerliche Auswerferspuren (Bug) nichts auszusetzen. Wer das Fahrwerk ausgefahren bauen will, muss die Klappen zuvor in mehrere Teile trennen.

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BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

 

Was die Unterschiede der Red Arrows Maschinen zu den normalen T.1A angeht, hat Revell alles berücksichtigt. Der Heckabschluss mit den drei Leitungen für den farbigen Rauch ist ebenso enthalten wie der entsprechende Behälter für den Unterrumpf. Da der Heckbereich etwas kürzer ist, gibt es auch ein dazu passendes Teil für die nun kürzere Seitenleitwerkswurzel. Der Aden-Kanonenbehälter wird hier nicht benötigt, ist aber ein Indiz für die kommenden Wiederauflagen mit anderen Decals. Die Klarsichtteile sind von sehr guter Qualität, sehr dünn und glasklar. Die Haube kann wahlweise geöffnet dargestellt werden. Die charakteristische Sprengschnur wird mittels Decals simuliert, in diesem Maßstab wohl eher ein Kompromiss, der Trägerfilm lässt sich kaum so gut eliminieren dass man später nichts mehr davon sieht. Eine Gravur auf der Innenseite wäre hier sinnvoller gewesen.

Revell - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Der Decalbogen entspricht der gewohnt guten Qualität von Revell, sehr sauber und versatzfrei im Druck. Ob die weißen Decals das Rot wirklich überdecken bleibt abzuwarten. Neben einigen Stencils gibt es auch einen Satz Decals für die Instrumente und die Sitzgurte, inklusive Geschirr. Letztere sind allerdings alles andere als realistisch. Die Bauanleitung ist wie üblich klar und verständlich aufgebaut und führt in 52 Schritten ans Ziel. Die Farbangaben sind dieses Mal sogar mit ihren British Standards Bezeichnungen/Codierungen angegeben.

Rudimentäre Andeutungen der HydraulikleitungenBAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"Jedem Teilchen sein pläsierchen ähh AuswerferspürchenBAe Hawk T.1A "Red Arrows"
Hier fehlen einige Schnellverschlüsse, wodurch die Oberfläche etwas eintönig wirktBAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"Da kann man nicht meckern, glasklar und schlierenfrei !
BAe Hawk T.1A "Red Arrows"Super Alternative für die Gurtdarstellung in 1/32 :(BAe Hawk T.1A "Red Arrows"BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Rudimentäre Andeutungen der Hydraulikleitungen

Rudimentäre Andeutungen der Hydraulikleitungen 

Revell - BAe Hawk T.1A "Red Arrows"

Darstellbare Maschinen:
Es können insgesamt 14 verschiedene Maschinen der Red Arrows dargestellt werden. Da es keine Nummerierung der einzelnen Mitglieder gibt, unterscheiden sich alle nur durch ihre Seriennummern. Welche das sind kann man auf dem Bild vom Decalbogen recht gut erkennen.
Stärken:
  • Insgesamt gute Detaillierung
  • Relativ einfacher Aufbau
  • Qualitativ hochwertige Decals
  • Angenehm günstiger Preis
Schwächen:
  • Leichte Schwächen im Detail
  • Nur die Red Arrows Version baubar 
Anwendung: Ein durchaus anfängertauglicher Bausatz. Mit knapp über 150 Teilen überschaubar kompliziert und bei einer Größe von 36 x 30 cm erfrischend klein für diesen Maßstab.

Fazit:

Der Anfang ist gemacht. Lange mussten die Fans auf eine "große" Hawk warten. Der Bausatz entspricht dem gewohnten Niveau der neueren Revellbausätze, hier allerdings mit leichten Abstrichen in der B-Note. Man sollte sich bei allem Nörgeln aber den doch recht günstigen Verkaufspreis ins Gedächtnis rufen, "anderswo" wird für weniger mehr genommen. Weitere Deklinationen dürften folgen, Auswahl an möglichen Decaloptionen gibt es reichlich, nebst einigen Untervarianten. Wir sind gespannt...

Weitere Infos:

Referenzen:
  • BAe Hawk, Aeroguide No 1, Linewrights 1986
  • BAe Hawk T1, Kagero Topshots No. 48, Kagero 2010
  • Homepage der Red Arrows
Anmerkungen: Zwischenzeitlich ist das hauseigene Fotoätzteileset erschienen (Katalognummer 00716). Die beiden Platinen enthalten neue Instrumentenbretter, Seitenkonsolen und die Sitzgurte, allerdings bei einem Preis von 30 Euro ganz oben an der Schmerzgrenze. 

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 15. Mai 2011

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