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NATO Falcons Limited edition

(Eduard - Nr. 1172)

Eduard - NATO Falcons Limited edition

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:1172 - NATO Falcons Limited edition
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:August 2012
Preis:ca. 45,-Euro
Inhalt:
  • 14 Spritzlinge aus hellgrauem Polystyrol-Kunststoff
  • 1 Spritzling mit Klarsichtteilen
  • 12 Resinteile
  • Photoätzteile an 2 Platinen, davon eine coloriert
  • 1 Decalbogen für vier Dekorationen
  • Abdeckmasken in Tamiya-Tape Qualität
  • farbige, 16-seitige Bauanleitung

Besprechung:

Große Box mit viel Inhalt - Eduards Limited Edition hat es in sich.
Große Box mit viel Inhalt - Eduards Limited Edition hat es in sich.

Das Original:

Die F-16 wurde von General Dynamics ursprünglich als Luftüberlegenheits-Tagjäger für die US-Airforce entwickelt und ging 1976 in die Produktion. Mit ihrer Einführung in die US-Streitkräfte 1979 galt die F-16 in vielen Punkten als zukunftsweisend: digitale Flugstabiblisierung durch "fly by wire"-Konfiguration, effizientes Schub-Masse Verhältnis, umfangreiche Waffenzuladungsmöglichkeiten an elf Stationen, optimale Rundumsicht durch blasenförmiges Canopy, Steuerung durch rechts im Cockpit eingebauten Steuerknüppel, Reduzierung der G-Kräfte durch optimierten Schleudersitzeinbauwinkel und so weiter... kurzum, die Popularität dieses Flugzeugs und dessen agile Flugeigenschaften führten bald dazu, dass die "Viper", wie die F-16 von ihren Piloten genannt wird ("Fighting Falcon" ist die allgemeine Bezeichnung), zum Mehrzweck-Kampfflugzeug weiterentwickelt wurde und nunmehr auch als Jagdbomber und "Wild Weasel" (zur Bekämpfung der gegnerischen Luftverteidigung) geflogen wird.

Die F-16 wird weltweit in 25 Ländern als "Multi-Role"-Kampfflugzeug eingesetzt, unter anderen auch von NATO-Staaten wie Belgien, den Niederlanden, Griechenland, Portugal, Norwegen und Polen. Italien hatte die F-16 "A"-/ADF-Variante zeitweise bis Mai 2012 im Einsatz, der Nutzungsvertrag lief dann aus. Übrigens sind bei der ADF die Ausbeulungen an der Seitenruderwurzel markant, die von den dahinter befindlichen "flight control accumulators" (Druckbehälter für die Rudersteuerung) stammen.

Etwa 4.500 Stück dieses Flugzeugs wurden bisher insgesamt produziert.

Immer wieder schön: der ausgebreitete Inhalt der Schachtel (Foto: Eduard)(Foto: Eduard)(Foto: Eduard)Die hier erkennbaren Gussgrate sind bei dem mir vorliegenden Bausatz nicht vorhanden. Beachte die zweiteilige Verschalung der Innenseiten des Lufteinlaufes oben rechts. (Foto: Eduard)(Foto: Eduard)(Foto: Eduard)Die Waffenzuladung befindet sich an zwei identischen Gussrahmen. (Foto: Eduard)
(Foto: Eduard)Auch dabei: verschiedene Seitenleitwerk-Wurzeln. Beachte die Ausbuchtungen für die italienische ADF-Variante. (Foto: Eduard)Waffenträger für die Unterflügelstationen. (Foto: Eduard)Oben der Laser-Beleuchtungs-Pod AN/AAQ-14; unten das Sniper-XR-Pendant (Foto: Eduard)Störbehälter AN/ALQ-131 (Foto: Eduard)Beachte die separat gefertigten, verschiedenartigen Felgen/ Räder. (Foto: Eduard)Die Falkennase (Foto: Eduard)
(Foto: Eduard)Der umfangreiche Abziehbilderbogen hat etwa DIN-A-4-Größe. (Foto: Eduard)Zwei Bögen mit Fotoätzteilen liegen bei. (Foto: Eduard)Dazu gesellen sich diese schönen Resinteile. (Foto: Eduard)

Immer wieder schön: der ausgebreitete Inhalt der Schachtel (Foto: Eduard)

Immer wieder schön: der ausgebreitete Inhalt der Schachtel (Foto: Eduard) 

Der Bausatz:

Basisbausatz ist eine der modular konzipierten F-16 Varianten von Kinetic, und somit eine gute Wahl. Zwar nicht ganz so akkurat wie die Falcons von Tamiya, dürfte der Hersteller aus Hong Kong aber an zweiter Stelle und somit noch vor Hasegawas F-16er Flotte rangieren: feine Gravuren, gute Formtreue, und vor allem - eine bombastische Ausstattung an Zuladungsmöglichkeiten lassen diesen Bausatztyp für das Eduard-Rundum-Sorglospaket prädestiniert erscheinen. Folgende umfangreiche Beladung liegt dem Bausatz bei:

  • Drei Arten von Pylonen mit 2 x LAU-114 Adapter (Startschienen), 2 x LAU-129;

  • 2 x AIM-9M Luft-Luft-Raketen, , 2 x AIM-120B, 2 x AIM-120C, 2 x AIM-9X ( letztere beiden werden hier nicht benötigt);

  • 1 x 300 Gal Unterrumpf-Tank, 2 x 370 Gal Unterflügeltanks;

  • 1 x An/AAQ-14 LANTIRN Laserziel-Pod, 1 x Sniper Pod, 1x AN/ALQ-131 Störbehälter;

  • 2 x AGM-65 "Maverick" Luft-Boden-Raketen;

  • 2 x GBU-12 und 2 x GBU-24 lasergelenkte Bomben;

  • 2 x GBU 31 Joint Direct Attack Ammunition (JDAM/Mehrfach-Abwurfmunition)

  • 2 x GBU-87 (sic! gemäß Bauanleitung...), also CBU-87 Cluster/Streumunitionsbehälter

Noch Fragen? Das ist eine Menge Holz - jetzt muss man dieses umfassende Beladungspaket nur noch korrekt an die jeweilige Variante anpassen. Dabei hat Eduard in der Bauanleitung sämtliche grundsätzlich möglichen Konfigurationen für die F-16A angegeben. Zum Equipment der "europäischen" Falcons sei generell Folgendes gesagt (Recherche: Hyperscale): die F-16AM der Royal Norwegian Air Force sollte man mit dem beiliegenden Sniper Pod ausrüsten; die F-16A Block 20 der Royal Dutch Air Force mit dem LANTIRN (AAQ-14). Die F-16AM Block 10 der Royal Danish Air Force hat keine Antenne unter dem Triebwerkeinlauf, die Stationen 5 L und R (am Rumpf) bleiben ohne Zuladung. Wer es ganz genau machen möchte, muss wohl einige Referenzen wälzen, um die zum jeweiligen Nutzer passende Beladung auszusuchen (Hatten die Norweger an der F-16AM der 338igsten Staffel im Jahre 2009 eine AIM 120B und/oder JDAMs oder GBUs montiert? Ich weiß es nicht...)

Das Brassin-Konzept kommt insbesondere am Schleudersitz zum Tragen. Sehr schön gemacht: die filigranen Triebwerksnozzles. (Grafik: Eduard)
Das Brassin-Konzept kommt insbesondere am Schleudersitz zum Tragen. Sehr schön gemacht: die filigranen Triebwerksnozzles. (Grafik: Eduard)

Der Mehrwert des Gesamtpakets liegt in der umfangreichen Zusatzausstattung, die von Eduard stammt. Das Eduard Brassin-Zubehör bezieht sich auf den Pilotensitz, Triebwerk, und Räder. Farbige Ätzteile, die im Schwerpunkt für das Cockpit benutzt werden sollen, und messingfarbene Teile runden die Detaillierung des Basisbausatzes ab. 

Der Decalbogen, von Eduard kreiert und von Cartograf hergestellt, ermöglicht  die Darstellung von vier attraktiven Markierungen von F-16As, die in verschiedenen NATO-Staaten operier(t)en:

  • F-16A ADF Block 15, Italian Air Force, 5th Stormo, Cervia AB, April, June 2010
  • F-16AM, Royal Norwegian Air Force, 338th Squadron, 2009
  • F-16A Block 20, No. 323 Squadron Royal Dutch Air Force, Leeuwarden AB, July, 2001
  • F-16AM Block 10, ESK370 Squadron, Royal Danish Air Force, 2010 - 2012

Aber aufgepasst: bei diesem Bausatz handelt es sich um eine auf 1.500 Stück limitierte Ausgabe. Da heißt es: zugreifen, so lange es möglich ist...

Farbige Ätzteile, die mit Schwerpunkt im Cockpit eingesetzt werden. (Foto:Eduard)
Farbige Ätzteile, die mit Schwerpunkt im Cockpit eingesetzt werden. (Foto:Eduard)

Ätzteile für Rumpfverstärkungsbleche, Antennen(-halterungen), etc. Teile 79 stellen die Static Dischargers dar, die wegen ihrer flachen Form mit dünnem Nylongarn ersetzt werden sollten. (Foto: Eduard)
Ätzteile für Rumpfverstärkungsbleche, Antennen(-halterungen), etc. Teile 79 stellen die Static Dischargers dar, die wegen ihrer flachen Form mit dünnem Nylongarn ersetzt werden sollten. (Foto: Eduard)

Einige Basteltips

Bevor man mit dem Bau beginnt, muss man sich in jedem Fall für eine der darstellbaren Versionen des Fliegers entscheiden - später im Baufortschritt gibt es kein Zurück mehr! Beispielsweise bei den verschiedenen IFF-(Identification "Friend-Foe"/Freund-Feind-Erkennungs-) Antennen, die von Variante zu Variante unterschiedlich sind. Ebenso die Landelichter: bei den norwegischen, niederländischen und dänischen Jets sind diese in den Fahrgestellklappen des Bugs untergebracht. Was allerdings in der Bauanleitung nicht vermerkt wird: die italienische Block 15 "ADF"-Variante hatte die Landescheinwerfer am Hauptfahrgestell! Die notwendigen Bauteile befinden sich im Übrigen am Spritzling mit den Klarsichtteilen. Also Obacht. A propos Licht: Bei den italienischen/ norwegischen/dänischen Varianten wird auf der linken vorderen Rumpfseite das für die Abfangjagd vorgesehene "Spotlight" (Signalscheinwerfer für das Anstrahlen von "verdächtigen" Flugzeugen) in das entsprechende Panel eingebaut, was bei der niederländischen "Falcon" entfällt. Wichtig auch die Besonderheit der dänischen "Block 10"-Variante: diese hat nämlich kürzere Tailerons/Höhenruder-Stabilisatoren, so dass die entsprechenden Bausatzteile, wie von Eduard korrekt in der Bauanleitung dargestellt, im hinteren Viertel abgeschnitten werden müssen! 

Merkwürdig ist der Verweis von Eduard auf die Nutzung von Plastikprofilen, die dem Bausatz nicht beiliegen und selbst gefertigt werden müssen, um die geöffneten Bremsklappen, das Fahrgestell und Details im Cockpit zu verfeinern. Eduard gibt hierzu, anders als sonst, keine Maße an, so dass hier das "Pi mal Daumen" des Bastlers gefragt ist. 

Vorsicht auch bei der Montage des Seitenruders. Auf Seite 9 der Bauanleitung wird dazu nicht vermerkt, dass man die Teile E3/4 für die italienische F-16 ADF-Variante benutzen muss, um die "Beulen" der Seitenruderwurzel korrekt darzustellen!

Außerdem sollte man sich schlau machen, ob die jeweilige Variante ein "tinted canopy", also eine getönte Cockpitkanzel, hatte oder ob diese in der jeweiligen Version "glasklar" war. Auch hierauf gibt es keinen Hinweis in der Bauanleitung.

Letzte, kleine Anmerkung: auf der Bausatzverpackung sind die gelben Bremsklötze abgebildet, die normalerweise dem Eduard Brassin-Räder Set als "Bonus" beiliegen - dem Bausatz aber nicht! Egal, ich halte sie für verzichtbar!

Beachte die verschieden Graufärbung der Spritzlinge - sie stammen von unterschiedlichen Granulattypen.
Beachte die verschieden Graufärbung der Spritzlinge - sie stammen von unterschiedlichen Granulattypen.

Wie beim Kinetic-Ursprungsbausatz leider auch hier: leicht körnige Orangenhaut auf der Plastikoberfläche. Eine dezente Politur nach dem Farbauftrag dürfte helfen, dies auszugleichen...
Wie beim Kinetic-Ursprungsbausatz leider auch hier: leicht körnige Orangenhaut auf der Plastikoberfläche. Eine dezente Politur nach dem Farbauftrag dürfte helfen, dies auszugleichen...

Originalbilder von drei Vorbildern der angebotenen vier Versionen. (Collage: Eduard)F-16A ADF Block 15, Italian Air Force, 5th Stormo, Cervia AB, April, June 2010(Grafik: Eduard)F-16AM, Royal Norwegian Air Force, 338th Squadron, 2009 (Grafik: Eduard)F-16A Block 20, No. 323 Squadron Royal Dutch Air Force, Leeuwarden AB, July, 2001 (Grafik: Eduard)F-16AM Block 10, ESK370 Squadron, Royal Danish Air Force, 2010 - 2012 (Grafik: Eduard)Bereits gebaut: die italienische Variante. (Modell: Petr Zatrepalék, Foto: Eduard)Beachte die Verstärkungsbleche (Ätzteile) auf der Rumpfoberseite (Modell: Petr Zatrepalék, Collage: Eduard)
Insbesondere der Triebwerksbereich erfährt durch die Brassinteile eine deutliche Aufwertung. (Modell: Petr Zatrepalék, Collage: Eduard)

Originalbilder von drei Vorbildern der angebotenen vier Versionen. (Collage: Eduard)

Originalbilder von drei Vorbildern der angebotenen vier Versionen. (Collage: Eduard) 

Darstellbare Maschinen:
  • F-16A ADF Block 15, Italian Air Force, 5th Stormo, Cervia AB, April, June 2010
  • F-16AM, Royal Norwegian Air Force, 338th Squadron, 2009
  • F-16A Block 20, No. 323 Squadron Royal Dutch Air Force, Leeuwarden AB, July, 2001
  • F-16AM Block 10, ESK370 Squadron, Royal Danish Air Force, 2010 - 2012
Stärken:
  • sinnvolle Komposition aus Eduardteilen mit denen des Basisbausatzes
  • umfangreiche Waffenzuladung
  • attraktive Markierungsmöglichkeiten
  • hervorragender Guss und feine Details der Resinteile
  • farbige Ätzteile
  • insgesamt keine weiteren Zurüstteile notwendig
  • absehbare Wertsteigerung des Bausatzes durch "Limited Edition"-Konzept
Schwächen:
  • kein Hinweis in der Bauanleitung zur Nutzung des korrekten Bauteils für die Seitenruderwurzel der italienischen ADF-Variante, fehlende Maße für Scratchbau-Profilteile
  • keine Bremsklötze
  • leicht körnige Oberflächen der Spritzgussteile
  • absehbar mangelnde Verfügbarkeit des Bausatzes durch "Limited Edition"-Konzept
Anwendung:
  • Aufgrund der Teilevielzahl eher ein Flieger für Fortgeschrittene

Fazit:

Eine gelungene Kombination aus einem guten Basisbausatz und hochwertigen Eduard-Teilen, garniert mit vier attraktiven Dekorations-Varianten: das wird garantiert ein Hingucker! Sehr empfehlenswert!

Weitere Infos:

Referenzen:
Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Alexander Jost - 03. November 2012

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