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Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A

(Amodel - Nr. 1469-01)

Amodel - Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A

Produktinfo:

Hersteller:Amodel
Sparte:Flugzeuge Zivil
Katalog Nummer:1469-01 - Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2013
Preis:ca. 20 €
Inhalt:
  • 6 graue Spritzrahmen
  • 1 transparenter Spritzrahmen
  • Decalbogen für eine Variante
  • Bauanleitung

Besprechung:

Geschichte:

Die Tupolew Tu-104, Nato-Codename Camel, hatte am 17. Juni 1955 ihren Erstflug. Nach der de Havilland DH 106 „Comet“ war sie das zweite Düsenverkehrsflugzeug der Welt. Die Tu-104 war das modernere Flugzeug, war etwas größer und aerodynamisch besser ausgelegt. Folglich flog sie auch schneller. Der schnelle Erfolg von Tupolew lag wohl am Ausgangsmodell, dem Bomber Tu-16. Ein im Querschnitt vergrößerter und druckbelüfteter Rumpf musste neu entwickelt werden. Das Cockpit wurde für fünf Besatzungsmitglieder ausgelegt. Dabei blieb man auch bei der „Bombernase“ für den Navigator. Ab 1956 wurde die Tu-104 schon im Liniendienst eingesetzt. Erstmalig landete eine Tu-104 im "Westen" am 22. März 1956 in London-Heathrow und erregte bei Luftfahrtexperten großes Aufsehen. Die tschechoslowakische Fluggesellschaft CSA war der einzige Exportkunde mit sechs Exemplaren. Bis zum Produktionsende 1960 wurden etwas mehr als 200 Flugzeuge dieses Typs produziert. Im Jahr 1958 erhielt die Maschine bei der Luftfahrtmesse in Brüssel eine Goldmedaille.

Tu-104A im russischen Luftfahrtwaffenmuseum Monino
Tu-104A im russischen Luftfahrtwaffenmuseum Monino

Irgend etwas ist passiert. Modellbau und Politik? Geht das? Die Dinge sind oft näher beieinander als man glauben möchte. Und so sind die politischen Probleme zwischen Russland und der Ukraine auch an den kleinen Dingen auszumachen. Noch lange bevor es zu der heutigen Situation gekommen ist, muss die russische Firma Tupolew, bzw. dessen Firmengeflecht, einem kleinen ukrainischen Modellproduzenten untersagt haben, seine Bausätze mit dessen Typenbezeichnung zu versehen. Seit geraumer Zeit vermisst man bei Amodel-Bausätzen die Typenbezeichnung von Tupolew Flugzeugen. Hier stehen nur noch die NATO-Code Bezeichnungen. Das führt so weit, dass selbst bei den Decals die Schriftzüge und Firmenlogos in zwei Teile getrennt wurden. Aber kommen wir zu unserer kleinen, heilen Welt im Maßstab 1:144 zurück. Amodel hat schon fast eine Tradition in der Herstellung von Modellen im kleinen Maßstab. So ist es auch nicht verwunderlich, dass nun auch mal ein geschichtsträchtiges Verkehrsflugzeug aus den Formen fällt.

Amodel - Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A

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Der Inhalt besteht aus sechs grauen und einem transparenten Spritzrahmen. Dabei sollen 139 Teile verbaut werden. Allein bei den Kabinenfenstern sind es 52 Teile. Ob es sinnvoll ist, bei den Airlinern alle Bullaugen einzeln einzusetzen, das mag dahingestellt bleiben. Zusätzlich müssen bei dieser Variante noch sechs weitere aufgebohrt werden. Also 36 Bullaugen mit einem Durchmesser von ca.3mm, da ist der Bastelspaß vorprogrammiert. Ich denke, gute Decals erzeugen den gleichen Effekt. Die Qualität der Spritzlinge ist nicht schlecht, wenn man sich vor Augen hält, alles Short-run Technik. Die versenkten Paneellinien passen zum Maßstab, sind aber zu einem geringen Anteil nicht sehr sauber ausgeprägt. Da muss man wohl nachgravieren.

Amodel - Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A

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Zum Modell gehört ein Cockpit, das aus zwölf Teilen besteht. Ich denke, es ist eine große Portion Psychologie dabei, wenn der Modellfreund weiß, da habe ich ein Cockpit eingebaut, nur man sieht nicht viel davon. Es gibt einige Klein- und Kleinstteile am Spritzling „G“. Hier muss man schon Vorbildfotos bemühen, damit man in etwa den Sinn und die richtige Form der Teile erkennt. Man sieht, Amodel stößt da mit seiner Technologie im Zusammenhang mit dem Maßstab an seine Grenzen. Trotzdem wird es Modellfreunde geben, die solche Herausforderungen gezielt annehmen.

Achtung, ob ein Ballastgewicht im Bug verbaut werden muss, geht aus der Bauanleitung nicht hervor.

Amodel - Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A

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Die Bauanleitung, wieder typisch Amodel, ausreichend, übersichtlich, ok. Die Farbangaben nach Humbrol. Es gibt z.Z. drei Bausatzvarianten der Tu-104 von Amodel. Diese unterscheiden sich nur in der Decalvariante. Bei diesem Bausatz fällt der „Day-glo“ Anstrich ins Auge. Da gibt es auf dieser Welt ein einziges, altes Farbfoto der Novosti Presse Agentur, das überall auftaucht, auch auf unserer Kartonschachtel. Eine schicke Stewardess und im Hintergrund eine solche Tu-104A. Mehr gibt es dazu nicht, selbst in der einschlägigen Literatur. Ich will nur hoffen, die Macher bei Amodel haben richtig recherchiert und sich das Kennzeichen nicht aus den Fingern gesaugt. Fakt ist aber, diese Bemalung hat es gegeben. Vermutlich wurde sie an dieser oder anderen Maschinen angebracht, um bei Havarien auf den nördlichen Flugstrecken in der UdSSR ein Wiederauffinden zu erleichtern. Die CCCP-42362 hatte die Zelle Nr. 86601002, wurde im Juli 1958 fertig und ist schon am 10. Oktober 1958 bei Kanasch, Republik Tschuwaschien verunglückt. Da die Decals mit den Fensterstreifen die Farbe vorgeben, ist es bestimmt eine anspruchsvolle Aufgabe, den passenden Farbton für die Tragflächen, dazu zu mischen. 

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Amodel - Soviet Passenger Aircraft Tupolew Tu-104A Nato Code Camel-A

Darstellbare Maschinen:
  • Nur eine Maschine des Moskauer Lufttransport Direktorates der AEROFLOT
Stärken:
  • die Abmessungen werden im Maßstab gut eingehalten
  • schöne und qualitativ gute Decals
Schwächen:
  • leichte Abstriche bei der Spritzqualität
  • das Einsetzen der vielen Bullaugen
  • Kleinteile im Maßstab nicht mehr umsetzbar
  • die Auflage ist limitiert
Anwendung:
  • Der fortgeschrittene Modellfreund ist mit diesem Kit leicht im Vorteil

Fazit:

Luftfahrthistorisch nimmt die Tu-104 zweifellos eine Sonderstellung ein. Dass es nun einen Spritzgussbausatz im kleinen Maßstab gibt muss man begrüßen und gleichzeitig dem Hersteller danken.

Weitere Infos:

Referenzen: Red Star Volume 35 Tupolew Tu-104, Aeroflot's First Jet, Gordon&Rigmant, Midland Publishing, 2007

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 10. April 2014

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