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Kettenfahrzeuge der US Army in Deutschland

Fahrzeug Profile 77

 - Kettenfahrzeuge der US Army in Deutschland

Zusammenfassung:

Autor:Peter Blume
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2017
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 44 Seiten mit 81 Abbildungen, davon 61 in Farbe
  • 5 Piktogramme mit Gliederungen ausgewählter Einheiten
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

Das 77. Heft aus der Fahrzeug Profile Reihe widmet sich den bei der US Army in Deutschland eingesetzten Kettenfahrzeugen. Auf den ausnahmsweise mal nur 46 anstatt der üblichen 50 Seiten werden alle ab etwa Mitte der 1950er Jahre hierzulande anzutreffenden Fahrzeuge mit einem kurzen Begleittext sowie einer Reihe von Aufnahmen, viele davon in Farbe, vorgestellt. Nach einer kurzen Einleitung geht es auch schon los mit dem Kampfpanzer M60, der ab Herbst 1960 an die Truppe ausgeliefert wurde. Schon die ersten produzierten Einheiten fanden ihren Weg nach Deutschland, wo sie als Gegengewicht zum russischen T-54 bei der 3. US Panzerdivision stationiert wurden. Der M60 wurde stetig weiterentwickelt und bis zu Beginn der 1980er Jahre in großen Stückzahlen weitergebaut.

 - Kettenfahrzeuge der US Army in Deutschland

Der Nachfolger des M60 war der seit Februar 1980 ausgelieferte M1 Abrams. Es sollte noch bis 1985 dauern, bis die ersten Abrams nach Deutschland „übersiedelten“. Die erste Einheit, die mit dem M1 ausgerüstet wurde, war das 2nd Batallion, 64th Armor Regiment der 3rd Infantry Division. Auch beim Abrams gab es zahlreiche Modifikationen und Weiterentwicklungen (M1A1, M1A1 HA, M1A2, M1A2 SEP). Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes wurden die M1A1 nach und nach aus Europa abgezogen, der letzte verließ Deutschland auf dem Seeweg im Jahre 2013. Doch dies war nur von kurzer Dauer, die zunehmenden Spannungen zwischen Ost und West veranlassten die USA dazu wieder Kampfpanzer und anderes schweres Gerät nach Europa zu verlegen. Derzeit sind wieder einige Fahrzeuge beim European Activity Set EAS (siehe FAHRZEUG Profil 64) stationiert, außerdem werden wieder Fahrzeuge hierzulande eingelagert, um im Bedarfsfalle schnell verfügbar zu sein, ganz wie zu Zeiten von REFORGER.

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Ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Stationierung von Gerät im Ausland spielen die Schützenpanzer vom Typ M2 bzw. die Spähpanzer M3 Bradley. Der Bradley wurde etwa zur selben Zeit entwickelt wie der Abrams und ab 1983 den US Einheiten in Deutschland zugeführt. Auch er wurde fortlaufend modernisiert, die aktuellste Version ist der M2A3 bzw. M3A3, quasi eine voll digitalisierte Variante, die aus generalüberholten, somit quasi fabrikneuen Fahrzeugen entstanden sind. Diese Version ist ebenfalls Teil des EAS in Grafenwöhr. Ein echter Langläufer im Inventar der US Army sind die Mannschaftstransportwagen vom Typ M113. Die Serienfertigung begann bereits 1960, zunächst noch mit einem Benzinmotor. Später, mit der Einführung des M113A1, sattelte man auf Dieselmotoren um. Über 100.000 Fahrzeuge wurden gebaut und von über 50 Armeen eingesetzt, auch heute noch versieht er seinen Dienst bei der US Army in den unterschiedlichsten Versionen wie z.B. als Führungs- und Gefechtsstandfahrzeug M1068A3, einer Weiterentwicklung des M577A2. Beim EAS sind z.B. auch einige M113A3 MEDEVAC Sanitätspanzer im Einsatz.

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Auch die Panzerhaubitzen M109 und M110 sowie der Mehrfachraketenwerfer M270 gehörten in der Vergangenheit zum vertrauten Anblick in Deutschland. Während die 203mm Feldhaubitze M110A2 bereits Anfang der 1990er Jahre außer Dienst gestellt wurde gehören die M109 in der Version M109A6 Paladin nach wie vor zur Grundausstattung und sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des EAS. Bei den Systemen M163 Vulcan und M48 Chaparral handelte es sich um zwei Flugabwehrsysteme, die in den 1980er und 1990er Jahren im Dienst der US Army in Deutschland standen, mittlerweile wurden sie aber von modernen Systemen wie dem Avenger verdrängt. Pionierarbeit im wahrsten Sinne des Wortes verrichten die Pionierpanzer M768CEV, von dem ab 1968 insgesamt 243 Fahrzeuge ausgeliefert wurden. Der M9 Ace ist ein Vielzweckfahrzeug für Pionieraufgaben und quasi eine gepanzerte Planierraupe. Wenn’s um das Legen von Brücken geht kommt der Brückenlegepanzer M48/M60 ins Spiel. Das Bergen von Material übernehmen die Bergepanzer M88, die es auch schon seit 1961 gibt. Er wurde für die Bewältigung der schweren M1 Abrams nochmal modifiziert und steht auch heute noch in seiner aktuellsten Version, dem M88A2 Hercules, im Dienst der US Army.

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Damit wären wir schon am Ende der Liste der in dem Heft vorgestellten Fahrzeuge. Man bekommt einen sehr schönen Überblick, was damals und heute an Kettenfahrzeugen in Deutschland unterwegs war bzw. ist. Da es dieses Mal nur 46 Seiten sind gibt es auch ein paar Bilder weniger, 81 um genau zu sein, 61 davon sind aber in Farbe. Die meisten der Bilder sind großformatig und durchgehend von sehr guter Qualität. Man kann darauf einige hilfreiche Details erkennen. Da es sich ausnahmslos um „Einsatzfotos“ handelt kann man sich auch gut orientieren, was die einzelnen Fahrzeuge so alles mit sich führten und auch wie sie von ihren Besatzungen getarnt wurden. Als Ergänzung – und von mir ja schon oft genug vermisst – gibt es einige Piktogramme, die die Gliederung von ausgewählten Einheiten aus verschiedenen Epochen aufzeigen.

Fazit:

Das Heft gefällt mir sehr gut, es enthält eine Reihe von sehr brauchbaren Fotos. Der Schwerpunkt des Heftes liegt ganz klar auf dem Bildmaterial. Der Text ist dementsprechend knapp gehalten, was mich aber nicht besonders stört. Der zur Verfügung stehende Platz wurde optimal genutzt. Hoffentlich werden die 46 Seiten nicht zur Regel!

 - Kettenfahrzeuge der US Army in Deutschland

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 16. März 2017

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