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Darstellung von Wasser: noch 'ne Methode

von Thomas Mohr

Warnung: Bei allen unseren Tipps & Tricks immer an die Sicherheit denken und wenn möglich erst an einem Probestück ausprobieren.


Darstellung von Wasser: noch 'ne Methode

Hier ist die Wasseroberfläche mit Gips modelliert worden. Zugegebenermaßen zeigt Gips nicht grundsätzlich die Eigenschaften, die man sich für Wasser wünschen würde, insbesondere ist er ziemlich undurchsichtig. Aber er hat den Vorteil, dass sich damit sehr realistische Wellen formen lassen. Ich habe zunächst die abgeklebte Bodenplatte mit einer ganz dünnen Gips-Schicht überzogen, und das (noch unbemalte) Schiff draufgestellt. Anschließend wurden die Wellen mit einer ausgedienten Scheckkarte und einem Werkzeug mit flacher Spitze aufmodelliert.

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Nachdem die Gips-Wasseroberfläche dann getrocknet war (und das Schiff erst mal wieder entfernt), wurde sie zunächst mit einer dunklen blaugrauen Farbe von Humbrol grundiert. Diese Grundierung verschlang wider Erwarten relativ wenig Farbe, im Gegenteil, ich konnte die Farbe ziemlich stark verdünnt aufpinseln. Anschließend wurden verschiedene Blau- und Grautöne von Humbrol dazugemalt, und mit aufgehellter Farbe ge"drybrusht". Letzteres erfolgte in mehreren Stufen, wobei immer weniger Farbe aufgebracht wurde, je heller der Farbton wurde. Die Aufhellungen wurden vor allem auf den Wellenkämmen und direkt um das Schiff herum aufgepinselt.

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Danach wurde die Oberfläche mit einem klaren Glanzlack überstrichen, um den für Wasser notwendigen Glanzgrad zu erzeugen. Der erste Versuch mit Future gelang nicht besonders, weil das Future an den Vertiefungen, wo es etwas zusammenlief, einen braunen Farbstich bekomen hat. Deswegen wurde eine weitere Schicht aus mit ein wenig blauer Farbe eingefärbtem Gießharz darübergestrichen, die nun tatsächlich ziemlich den Eindruck von Wasser erwecken konnte. Dabei muss man aufpassen, dass möglichst wenig Gießharz in den Raum läuft, den das Schiff nachher wieder einnehmen soll, denn sonst passt das Schiff dann nicht mehr richtig in seinen Platz. Zum Schluss wurde noch Schaum/Gischt in Form von Tamiya glänzend Weiß mit einem breiten Pinsel aufgetupft.

Darstellung von Wasser: noch 'ne Methode

Darstellung von Wasser: noch 'ne Methode

Alles in allem wirkt diese mit Gips gestaltete Wasserfläche relativ realistisch. Die fehlende Durchsichtigkeit des Gipses fällt nicht in's Gewicht, da auf offener See nämlich nur dann etwas im Wasser sichtbar ist, wenn es sich relativ knapp unter der Wasseroberfläche befindet! Die Unterwasserbereiche des Schiffes selbst werden durch das aufgewühlte Wasser verdeckt, also wäre nur dann eine tatsächliche Durchsichtigkeit des Wassers nötig, wenn irgendwelche Gegenstände in der Nähe des Schiffes unter Wasser vorhanden wären. Sollte also jemand ein U-Boot beim Angriff auf ein Schiff darstellen wollen, oder Delfine (oder Haie) knapp unter der Wasseroberfläche, für den kommt diese Methode nicht in Frage. Für alle anderen Anwendungsfälle meine ich, dass man sie ganz gut in Betracht ziehen kann. Ich bitte übrigens darum, das Schiff nicht mit kritischen Augen zu betrachten, weil das ein alter Schrotteimer aus der Restekiste ist, der überhaupt nur auf die Schnelle mit dem Pinsel angestrichen wurde, damit das Zusammenspiel der Farben mit beobachtet werden konnte.

Thomas Mohr

Publiziert am 05. März 2006

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