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Einfaches Display

von Michael Brodhaecker

Warnung: Bei allen unseren Tipps & Tricks immer an die Sicherheit denken und wenn möglich erst an einem Probestück ausprobieren.


Einfaches Display

Ich brauchte für meine neueste FW 190 Beute ein schnell zu bauendes und nicht allzu großes Display. Also suchte ich in meiner "Dioramen"-Kiste erst mal eine passende Grundplatte. Ursprünglich war das ein quadratisches Vollholz-Etwas mit Cappuccino-Aufdruck, das Nicht-Modellbauer sich zur Küchen-Verschönerung an die Wand hängen mögen...wie banal! Gekauft in einem dieser Billigläden (Tedox) für 2 Euro - und natürlich gleich mehrfach. Man weiß ja nie, wann es die wieder gibt! Zunächst einmal musste ich den Aufhänger abschrauben und dann gab es eine erste Stellprobe.

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Nach der ersten Stellprobe mit dem Ergebnis: "Passt!" ging es dann daran, eine Flugfeld-Imitation zu erstellen. Es sollte schnell gehen und nicht allzu teuer sein. Sehr hilfreich hierbei: Busch Betonplatten im klassischen Eisenbahnmaßstab „HO":

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Allerdings wirken die Papp-Betonplatten, unbearbeitet auf das Holzdisplay geklebt, nicht wirklich überzeugend! Also habe ich mit ein wenig simplem Werkzeug (Bastelmesser und Stahllineal) die Platten zunächst in ihre Einzelteile zerlegt.

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Nach dem Zerschneiden werden die einzelnen Platten dann mit einem simplen Prittstift (hatte ich schon erwähnt, dass der Display-Aufbau günstig und mit Bordmitteln zu bewerkstelligen sein soll?) auf die Holzbasis geklebt.

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Der Sinn der ganzen Aktion: Es sollen zwischen den einzelnen Platten Zwischenräume entstehen, die dann mit Teer gefüllt werden. Aber wie stellt man Teer im Maßstab 1:72 dar? Einer meiner Kollegen bei den Modellbaufreunden Lingen/Emsland brachte mich auf den rechten Weg: Konturenmaler von WindowColour sind hierfür perfekt: Sie haben die richtige Farbe, sind leicht aufzubringen, trocknen unheimlich schnell und haben getrocknet ein gewisses Volumen, um die Zwischenräume auch wirklich auszufüllen:

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Die Konturenfarbe wird mittels der Spitze der Flasche direkt in die Spalten eingebracht und nach höchstens einer Minute mit dem Finger abgewischt: Das Ergebnis sind dann randscharfe Teer-/Bitumen-Füllungen zwischen den Platten. Wichtig dabei: Stück für Stück auffüllen - die Konturenfarbe trocknet so schnell, dass sie, füllt man zuviel Zwischenräume auf einmal damit auf, sich nicht mehr einfach so wegwischen lässt!

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Hier heißt es: Ausprobieren. Und da so ein Flugfeld nicht immer picobello gepflegt ist, verteilte ich noch ein wenig durchschießendes Gras in den Zwischenräumen. Hierzu gab ich zunächst ein wenig Sekundenkleber in einige Spalten und füllte das Ganze dann mit irgendeiner Flockage in irgendeinem Grün. Hier und da füllte ich die Zwischenräume auch mit winzigen Meerschaum-Ästchen.

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Dann fehlt da noch eine Randstreifenbegrenzung. In meinem Fall ein Stück einer Modellbauplatte, die ursprünglich Ackerfurchen darstellen sollte. Einmal längs eine Furche, bzw. die Erhebung davon, mit dem Messer abgetrennt, ein wenig schräg (es soll ja bloß nicht zu symmetrisch werden!) aufgeklebt (Prittstift) und schon kann der nächste Schritt in Angriff genommen werden.

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Nun geht es an's Begrünen der Restplatte. Ich nehme dazu gerne getrockneten Kaffeesatz (das, was nach dem Durchfiltern im Papierfilter übrig bleibt), den ich mit ein wenig grüner Flockage vermische. Diese Mischung wird nun durch ein Sieb auf den Holzleim aufgebracht. Allerdings muss ich sagen, dass mir nach dem Abklopfen der überschüssigen Flockage-Kaffeesatz-Mischung das Grasstück doch a) ein wenig zu löcherig und b) auch viel zu braun ausfiel.

Und nachdem ich das Ganze nochmals mit verdünntem Holzleim eingestrichen und nochmals begrünt hatte, war der "Bodenbewuchs" zwar wesentlich dichter, aber immer noch zu braun. Ich wollte ja keinen frisch gepflügten Acker darstellen! Also schnell in den Keller und mit der Evolution ein wenig kräftiges Grün (kann ruhig gaanz helles Grün sein - die Farbe wird durch den Untergrund dunkler) und Sand aufgenebelt. Wichtig hierbei: Druck um die 1 bar, Farbe (Gunze Acryl) gut verdünnen (1:1) und das Ganze nur partiell übernebeln.

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Nun ist es doch schon ganz annehmbar und geht als Schnell-Display durch. Und ganz am Anfang des Artikels sieht man das Display „bei der Arbeit".

Ich hoffe, diese kleine "Schritt-für-Schritt"-Anleitung möge dem Einen oder der Anderen hilfreich sein.

Es dauerte insgesamt knapp zwei Stunden (verteilt auf zwei Tage) und kostete eigentlich fast gar nix - und es sieht hoffentlich passabel aus. Kein Meisterwerk des Dioramenbaus, aber eine einfache Möglichkeit, mal eben schnell vor einer Ausstellung noch das eine oder andere Modell "in Szene" zu setzen.

Michael Brodhaecker

Publiziert am 17. November 2010

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