Pickup TruckJens Lohsevon Making of (1:25 Revell)
PrologIm amerikanischen Straßenbild, vor allem in den Südstaaten und dem Mittleren Westen, sind Pickup Trucks allgegenwärtig und bilden dort eine eigene Fahrzeugklasse. Auch in den Programmen einiger Hersteller von Plastikmodellbausätzen sind Pickups vertreten - ein Grund für die Vorstellung als eigene Sparte „Pickup Trucks“. DefinitionPickups sind Nutzfahrzeuge auf Pkw- oder Lkw-Basis mit einer offenen Ladefläche. Klassische Pickups bestehen aus einem Leiterrahmen mit aufgeschraubter Kabine und einer Ladefläche, meist mit starrer Hinterachse. Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben:„Lastesel“ Was ist das Besondere an der Sparte Pickups? Die Besonderheit und das, was Pickups von den anderen Sparten im Plastikmodellbau unterscheidet, beschreiben wir mit: Kultautos und Fahrzeuge mit Ladefläche. Der Galeriebeitrag zu diesem Modell ist bereits in Modellversium erschienen: https://www.modellversium.de/galerie/12-autos/19635-1997-ford-f-150-xlt-pickup-revell.html VorbereitungenAuf Wunsch der MV-Redaktion beschreibe ich heute den Bau eines Fahrzeugmodells im Detail in diesem Making of. Die Wahl fiel auf den 1997 Ford F-150 XLT Pickup von Revell No. 7045 im Maßstab 1:25. Mein erster Schritt ist immer die Reinigung und das Aufräumen des Arbeitsplatzes, ich mag es auch nicht, wenn zwei Projekte gleichzeitig auf der Arbeitsfläche sind.
Vor jedem neuen Projekt wird der Bastelplatz gereinigt und aufgeräumt. Zum Thema Vorbereitungen für den Zusammenbau gibt es Tipps im Online-Kurs für Anfänger Teil 4 „Werkplatz“. Wenn die Entscheidung gefallen ist, welches Modell als nächstes gebaut wird, beginne ich mit der Vorbildsuche im www. Meist verwende ich nicht die beigefügten Decals und suche mir ein anderes Vorbild. Eine gute Quelle für aussagekräftige Bilder sind oftmals Webseiten von Gebrauchtwagenhändlern, in denen die Fahrzeuge in vielen Bildern gezeigt werden.
BausatzvorstellungFür den Revell Bausatz No. 7045 des 1997 Ford F-150 XLT existiert bereits eine Bausatzvorstellung in der Kit-Ecke von Modellversium: www.modellversium.de/kit/artikel.php?id=12551&origin=sparte Nachdem der Bausatz auf Vollständigkeit überprüft ist (siehe auch Online-Kurs für Anfänger Teil 3 „Vorbereitung“), kann der Bau beginnen.
Prüfung auf VollständigkeitNun werden die Teile gereinigt, um eventuelle Reste wie z.B. Silikon von Auswerfern der Spritzgußmaschinen von den Teilen zu entfernen. Sie könnten später die aufgetragene Lackierung ruinieren, weil die Farbe an diesen Stellen nicht haftet und abperlt.
ZusammenbauMotor Los geht es nach Bauplan (Baustufen 1 bis 10) mit dem Motor. Zuerst klebte ich die Motorhälften und alle weiteren Teile zusammen, die später in Aluminiumfarbe lackiert werden sollen. Der Anstrich erfolgte mit dem Pinsel, mit dem Airbrush lackiere ich üblicherweise nur die Karosserie und große Segmente wie die Inneneinrichtung. Da meine Modelle mit geschlossener Motorhaube in der Vitrine stehen, wird der Motor nur aus den Bauteilen des Bausatzes gebaut.
RahmenWeiter geht es mit dem Fahrzeugrahmen. Es sollten einige Änderungen zum Bauplan beachtet werden. Das in Baustufe 14 gezeigte Lenkgetriebe sollte noch nicht verbaut werden, es behindert später den Einbau des Motors.
Weiterhin ist es erforderlich, das Teil 79 (Felge des Reserverades) in Baustufe 23 auf 5 mm aufzubohren, damit das Reserverad in die Halterung passt. Lackiert wurde wieder mit dem Pinsel in den Farbtönen lt. Bauplan.
Nach dem Versäubern der Felgenteile wurden die äußeren Seiten mit Farbe bemalt. Das Vorbild hat Alufelgen, die Verchromung bleibt nur auf der Radmutternkappe erhalten. Die hier verwendete Farbe lässt sich hervorragend mit dem Pinsel auftragen und hat eine sehr feine Pigmentierung. Damit später kein weißes Plastik durch die Felgenlöcher zu sehen ist, wird die Innenseite der Teile 49 in Mattschwarz bemalt. Zu beachten ist bei der Verklebung von Chromteilen, dass die Chromschicht an Klebepunkten entfernt werden muss oder ein Spezialkleber für Chromteile verwendet wird, damit eine stabile Verbindung entsteht.
Die Felgen beim Vorbild sind alufarben, deswegen wurde die Verchromung mit Humbrol 27002 übermalt und nur die Radmutternkappe bleibt verchromt. Die inneren Felgen wurden mit Revell 06 bemalt.
Die Laufflächen der Räder werden später noch mit Farbpigmenten behandelt. Die Räder werden erst später nach der Endmontage verbaut, so ist die Bemalung der Radkästen in Mattschwarz kein Problem. Im Bauplan geht es jetzt weiter mit der Ladefläche, doch um eine einheitliche Lackierung zu erreichen, wird sie erst später zusammen mit dem Fahrerhaus gebaut und lackiert.
Innenraum Jetzt ist die Inneneinrichtung an der Reihe.
Nach dem Zusammenkleben der Sitzhälften zeigte sich eine unschöne Naht, die verspachtelt werden musste. Hier kam wieder meine Lieblingsspachtelmasse zum Einsatz.
Es ist ein Einkomponenten-Produkt auf Nitro-Basis, haftet sehr gut auf Plastik und läßt sich nass mit Wasser schleifen, ohne dass sie sich anlöst (siehe Online-Kurs für Anfänger Teil 12 „Spachteln“). Es sollte 600er Schleifleinen aus dem Autolackiererbedarf verwendet werden. Schleifpapier aus dem Baumarkt hat oftmals trotz Beschriftung eine gröbere Körnung als angegeben und verursacht Riefen im Plastik.
Die Detailbemalung erfolgte mit den Revell-Farben 374, 378, Mischung je 50% aus 378 mit 302 und 75.
Die Türpanele sind fertig, es fehlt noch das Decal für die Tachoeinheit. Beim Ankleben der Kopfstützen für die Rückbank ist darauf zu achten, dass die Teile senkrecht stehen, sonst passt die Innenraumwanne später nicht ins Fahrerhaus.
Karosserie Es ist sinnvoll, nach Möglichkeit die Karosserie und Ladefläche vor der Lackierung schon möglichst weit zu komplettieren. So wurden die unteren Querstreben und die Heckklappe schon mit der Ladefläche verklebt.
Karosserie versäubert (verputzt) – siehe Online-Kurs für Anfänger Teil 9 „Bauteile verputzen“. Beim Fahrerhaus wurde nur das Bauteil 16 - die Firewall - vor der Lackierung eingeklebt. Keinesfalls sollte das Teil 17, die Fahrerhausrückwand, schon verbaut werden. Wird das gemacht, lässt sich die Innenraumwanne nicht mehr ins Fahrerhaus einsetzen!! Vor der Grundierung werden die Teile mit 600er Schleifleinen angeschliffen und wieder gereinigt.
Für die Grundierung der Bauteile mit dem Airbrush verwende ich grundsätzlich eine Mattfarbe, die der späteren Endlackierung im Farbton sehr nahe kommt (siehe Online-Kurs für Anfänger Teil 11 „Grundierung“). Dadurch deckt die Endlackierung sehr gut und auch an scharfen Kanten scheint nichts mehr durch.
Hinweis: Achtung! Wer mit Enamelfarben vorgrundiert, kann die Karosserie nicht mit Acrylfarben lackieren! Bis die Lackierung der Karosserie getrocknet ist, bemalte ich die Kleinteile und Scheibenränder. Für die Innenseite der Scheiben für die hinteren Türen und die Heckscheibe verwendete ich einen schwarzen Edding 140 S. Der Anstrich muss zweimal erfolgen, damit die Farbe deckt. So erreicht man die Optik von eingeklebten Scheiben. Auch die Fensterdichtungen der Türen wurden damit bemalt. Den Rahmen des Schiebefensters in der Heckscheibe bemalte ich auf der Außenseite mit Revell 302. Für die Ladeflächenauskleidung kam wieder der Airbrush und abgedunkeltes Revell 378 zum Einsatz.
Kleinteile und Ladeflächenauskleidung sowie Kühlergrill habe ich in abgedunkeltem Revell 378 lackiert, die Innenseite der Fenster wurde wieder mit einem Edding 140 S bemalt. Die Frontscheibe wurde mit Klebstoff eingeklebt, alle anderen Scheiben, Scheinwerfergläser und Rückleuchten mit Klarlack Revell 01 fixiert.
Leider hat die Frontscheibe nicht die gleiche Wölbung wie die Karosserie, so musste ich sie mit Klebstoff einsetzen und die Ränder mit Revell 302 bemalen. In der Regel klebe ich die Klarteile mit Klarlack ein, so ist das Risiko von durch Klebstoff verschmutzte Scheiben gebannt (siehe Online-Kurs für Anfänger Teil 23 „Klarsichtteile“).
Nachdem die Ladefläche und das Fahrerhaus komplettiert waren, testete ich die Passung auf den Rahmen. Es zeigte sich, dass es einen Höhenunterschied zwischen den Teilen gab. Ich unterfütterte die hinteren Klebepunkte des Fahrerhauses mit 2 mm Plastikplatte, den in der Bauanleitung gezeigten vorderen Klebepunkt vor dem Kühler berücksichtigte ich nicht.
Vor der Montage auf dem Rahmen wurde noch die Kabinenrückwand eingepasst. Sie passt sehr schlecht und es waren einige Schleifarbeiten erforderlich, bis das Teil eingeklebt werden konnte. Zwischen den beiden Karosserieteilen bleibt vorbildgerecht ein kleiner Spalt erhalten, denn ein Leiterrahmen ist nicht verwindungsfest.
Fahrerhaus und Ladefläche sind auf den Rahmen geklebt und beide Teile sind jetzt auf gleicher Höhe. Vor der Komplettierung des Motorraums musste für das Teil 104 noch ein fehlendes Befestigungsloch gebohrt werden. Bei der Bemalung des verchromten Frontteils orientierte ich mich an den Vorbildfotos. Auch hier waren wieder - wie auch bei der hinteren Stoßstange - leichte Anpassungsarbeiten nötig.
Nach dem Anbringen von Scheibenwischer und Rückspiegel war das Modell fertig. EpilogDer Bausatz ist nicht für Anfänger geeignet und der angegebene Level 4 ist berechtigt. Es sollte unbedingt auf die Baureihenfolge in der Bauanleitung geachtet werden, sonst gibt es Probleme! Mir persönlich hat der Bau viel Spaß gemacht, denn es gibt einige Klippen, die umschifft werden mussten. Ich hoffe, dass ich dem Leser mit diesem Making of einige brauchbare Tipps mitgegeben und meine personliche Vorgehensweise ausreichend erklärt habe.
Happy Modeling
Foto-Collagen: Fotos-Copyrights by Jens Lohse & Thomas F. Lutz Galerie Jens Lohse auf Modellversium siehe: https://www.modellversium.de/galerie/modellbauer.php?id=5144
MaterialRevell Farben
Making of Publiziert am 01. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |