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Ferrari 365 Daytona Spider

Giallo Fly (Originalfarbton Ferrari)

von Matthias Reinshagen (1:24 Italeri)

Ferrari 365 Daytona Spider

Ich gebe zu: Ich tue mich etwas schwer damit, über Ferrari zu schreiben. Denn was von dieser Marke kommt, ist mittlerweile bestens bekannt, weil sich bereits seit Jahrzehnten Legionen von mehr oder weniger kompetenten Bloggern, Redakteuren und Amateuren an diesen Autos abgearbeitet haben. Wirklich Neues lässt sich da ohne exklusives Insiderwissen über diese Marke kaum mehr schreiben, erst recht nicht über deren bekannten Klassiker. Darum an dieser Stelle nur ein paar Stichworte zum Vorbild des gelben Renners – das Internet bietet zu allen Strassenausführungen des 365 Informationen in Hülle und Fülle, und zu den Rennvarianten erst recht. Wer hier recherchiert, wird nicht hungrig vom Tisch gehen.

Ferrari 365 Daytona Spider

Der Ferrari 365 «Daytona» gehört heute zu den begehrtesten Frontmotor-Ferraris der Nachkriegszeit. Er wurde von Leondo Fioravanti bei Pininfarina entworfen und als Original ab Werk in zwei Versionen lanciert: Als Coupé (GTB4) und als Cabriolet/ Spider (GTS4). Der Daytona Spider wurde 1969 präsentiert. Die Serienfertigung lief zwei Jahre später an. Als weitere Open-Air-Versionen gab es – ebenfalls von Pininfarina – einen dunkelblauen Prototypen mit Überrollbügel und herausnehmbarem Dachteil (Speciale), formal auffallend inspiriert vom Porsche 911 Targa. Michelotti steuerte 1975 zudem eine weitere offene Variante bei, den vieleckigen und keilförmigen NART-Spyder.

Ferrari 365 Daytona Spider

Der 1:24-Kit des Serien-Spiders von Italeri erschien 1989 und erlebte in den folgenden Jahren einige Wiederauflagen unter anderen Labels. Das verwundert kaum, handelt es sich doch bei diesem Bausatz um einen rundum gelungenen Kit. Wie man das daraus entstandene Modell auch dreht und wendet, es sieht einfach gut aus. Die Karosserie gibt die Proportionen des Spiders korrekt wieder und zeigt auch die charakteristische Sicke, welche die Flanken des Autos teilt. Dieses Stilelement findet sich bei anderen Ferraris der folgenden Jahre ebenfalls wieder. Man könnte kritisieren, dass die Windschutzscheibe etwas zu flach steht, aber das fällt angesichts der überzeugenden Gesamterscheinung nicht wirklich störend ins Gewicht. Die Motorhaube öffnet sich an kleinen Scharnieren vorbildgerecht nach vorne und zeigt den prächtigen Zwölfzylindermotor samt Nebenaggregaten. Kabel-Akrobaten finden hier ein reiches Betätigungsfeld für Nachrüstungen. Die Unterseite kann sich ebenso sehen lassen. Fahrwerk und vierflutige Abgasanlage sind tadellos nachgebildet. Das Getriebe befindet sich beim Daytona an der Hinterachse. Diese «Transaxle»-Anordnung sorgt für eine optimale Gewichtsverteilung und wurde auch bei einigen Porsche-Modellen mit Frontmotor praktiziert (924, 928, 944, 968).

Ferrari 365 Daytona Spider

Ferrari 365 Daytona Spider

Bei einem offenen Auto wie dem Spider zieht natürlich das Cockpit die Blicke an. Hier lohnt es sich also, Arbeit zu investieren. Mit einer Portion Geduld ist es nicht schwer, das damals auch zweifarbig erhältliche, schwarz-beige Interieur frappierend echt hinzubekommen. Heute würde ich wegen des attraktiveren Kontrasts zur gelben Lackierung der Karosserie («Giallo Fly» heisst der Farbton übrigens bei Ferrari) wohl eher ein komplett schwarzes Interieur wählen. Geschmack entwickelt sich halt weiter… Leider liegt dem Kit kein Teil bei, um das Verdeck auch geschlossen darzustellen. Betrachtet man nämlich Fotos des Autos mit aufgezogener «Mütze», kommt man zum Eindruck: Auch so sieht der Daytona sehr gut aus. Aber es wäre schon fast eine Sünde, den Blick auf das feine Interieur zu verstellen. Immerhin, die Persenning zeigt einen realistischen Faltenwurf. Wem es bei offenem Cockpit zu arg zieht, der kann auf Wunsch die Seitenscheiben montieren.

Ferrari 365 Daytona Spider

Der Bau verlief problemlos. Ebenso die kürzliche, umfangreiche Restaurierung des Modells, dem die jahrzehntelange Lagerung überhaupt nicht gut bekommen war. Fujimi hatte übrigens ebenso diverse 365-Versionen im Programm (darunter den interessanten Targa-Prototypen), und da gibt es noch einmal mehr Details auf den Tisch. Allerdings zu einem höheren Preis als beim Italeri-Kit. Der ist heute nur noch antiquarisch erhältlich, aber trotz des japanischen Konkurrenten sicher nicht die schlechtere Wahl. Auch Bastler mit weniger Erfahrung sollten mit dem Bau des Italeri-Spiders zurechtkommen. Die Anleitung ist ohne Tücken, es passt alles gut zusammen. Einzig bei der Montage der Räder sind Vorsicht und Sparsamkeit beim Klebereinsatz geboten, wenn die Räder drehbar sein sollen.

Ferrari 365 Daytona Spider

Mit ein bisschen Glück sind die Italeri-Kits des 365 Daytona als Coupé und Spider ab und zu noch im Internet zu ergattern, ebenso wie die Konkurrenten von Fujimi. Nicht mehr billig, aber das war Ferrari ja noch nie… Originale des Vorbildautos werden heute zwischen 1,5 und 2,5 Millionen EUR gehandelt.

Ferrari 365 Daytona Spider

Matthias Reinshagen

Publiziert am 11. Juli 2026

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