Seleukeia Pieriaein antiker Hafenvon Jean-Louis Précastelli (1:700 verschiedene Hersteller)
Die Idee kam mir vor einigen Jahren, als ich einen Reiseführer las, der an den Ruinen eines antiken Hafens endete: etwas Ähnliches zu bauen. Aber ein Hafen braucht Schiffe … 2018 brachte die Marke Artist Hobby eine Serie römischer Schiffe im Maßstab 1:700 heraus – perfekt!
Ich besorgte mir einige archäologische Fachzeitschriften über antike Schiffe und Häfen und recherchierte die Geschichte und Beschreibung dieses vorderasiatischen Hafens namens Seleukeia Pieria (Link zu Wikipedia). Für die Farben erwiesen sich die Graphic Novel „Es war in Khorsabad“ von J. Martin sowie meine Erinnerungen an Reisen im Mittelmeer vor der Küste Griechenlands als unschätzbar wertvoll.
An der türkischen Küste nahe Antiochia gelegen, trägt die Stätte heute den Namen Çevlik. Sie war ein Militär- und Handelshafen, von dem aus Waren aus dem Osten nach Rom verschifft wurden. Der Hafen war recht groß, und ich habe nur den äußeren Hafen nachgebaut, dessen Wellenbrecherreste heute noch auf dem Satellitenbild zu erkennen sind. Ein von den Römern gegrabener Kanal verband ihn mit einem viel größeren Hafenbecken.
Die Basis des Modells ist mit einem 3 mm breiten Rand versehen, um das Eingießen von klarem Epoxidharz zu ermöglichen. Für das Gelände wurden 2 mm dicke Korkplatten entlang der Neigung auf Keile geklebt und mit einer leichten, wasserfreien Balsaholzgrundierung versehen. Das Ganze wurde hellbeige gespritzt und mit Korkkies und weißem Modellbahnkies bedeckt.
Der Meeresboden ist mit Ölfarben in verschiedenen Blautönen bemalt. Die Vegetation besteht aus einer Mischung aus Flechten und Zeechium, die in einer alten Kaffeemühle gemahlen und mit einem Drahtsieb bestreut wurden. Die Architekturelemente sind aus Styrolprofilen gefertigt, und die Säulengänge bestehen aus Geländerteilen von Modelleisenbahnbrücken.
Ich habe die Papiersegel, die den Schiffen beilagen, nicht verwendet, sondern sie als Schablonen benutzt, um sie aus sehr dünnem, formbarem Metall (wie Flaschenverschlüssen) auszuschneiden. Mir wurde später klar, dass es ziemlich riskant ist, Schiffe mit vollen Segeln in den Hafen einlaufen zu lassen … Man denkt eben nicht immer an alle Details!
Der französische Originaltext wurde von der Redaktion übersetzt. Jean-Louis Précastelli Publiziert am 30. Juni 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |