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Hanggleiter Rennen

What if-Flugsport

von Thomas Brückelt (1:72 verschiedene Hersteller)

Hanggleiter Rennen

Als ich vor einigen Jahren das Red Bull Air Race sah, machte ich mir Gedanken, wie man ein ähnliches Rennen in der motorlosen Fraktion aufziehen könnte. Herkömmliche Segelflugzeuge würden sich dafür natürlich nicht eignen, diese wären den Belastungen nicht gewachsen. Schließlich geht es darum, mit hoher Geschwindigkeit steile Hänge hinunter zu jagen, und nicht darum, eine bestmögliche Gleitleistung zu erzielen. Selbst Kunstflugsegler wie Swift S-1 und MDM-1 Fox kämen da recht schnell an ihre Grenzen, deren höchstzulässige Geschwindigkeit bei knapp unter 300 km/h liegt. In dem Fall dürfen es gerne 150....200 km/h mehr sein, wo der rote Strich am Fahrtmesser zu finden wäre.

Demnach braucht man hier nur geringe Spannweiten, um möglichst wenig Stirnwiderstand zu erzeugen. Somit können auch deutlich höhere g-Lasten geflogen werden. Weiterhin müssen die Renngleiter effektive Luftbremsen haben, damit die Geschwindigkeit vor engeren Kurven oder Abfangbögen angepasst werden kann.

Von daher bot es sich an, als Basis für die Renngleiter Kampfseglerprojekte aus dem 2. Weltkrieg zu nehmen, bzw. den Stummelhabicht „G“, der im Original nur 6 m Spannweite hatte.

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Matthias Simon von Airmodel Products ( https://www.airmodel.de/?language=de ) hatte noch den Doppelbausatz mit dem Bv 40 und dem Stummelhabicht von Warlord in seinem Fundus, den er mir dafür dankenswerter Weise spendierte. Im ebay-Shop von Rudolf Vogel von Bird Models ( https://www.ebay.de/str/rudolfsbirdmodels?_trksid=p4429486.m3561.l161211 ) findet sich die Messerschmitt Me P.1103 / III mit V-Leitwerk im Sortiment, die sich ebenfalls den Hang hinabstürzen sollte.

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Alle drei Modelle erhielten entsprechende Modifikationen für ihren neuen, friedlichen, aber dennoch spektakulären Zweck. Außerdem bekamen sie neue Namen: Der Bv 40 wurde zu „The Brick“, was auch passt, denn Segelflugzeuge mit unterirdischer Gleitleistung werden gerne mal als „Backstein“ bezeichnet. Der Habicht erhielt den Anhang „RV“ für Renn-Version und die Me P.1103 / III wurde zur „Messerflitz 1103“.

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Alle drei Modelle erhielten Figuren, die ich aus mit Resin abgeformten Figurenteilen passend zusammenstückelte. Diese haben alle einen Steuerknüppel und einen Bremsklappenhebel in ihren Händen. Weiterhin erhielten alle drei Modelle ein Zentralrad und die Kufen entfielen.

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The Brick (ex BV 40)

Die aufwendigsten Umbauten erfuhr „The Brick“. Das Liegecockpit sollte erhalten bleiben, allerdings bot das Panzerglas beim Bv 40 nur eine eingeschränkte Sicht. Somit fertigte ich eine Tiefziehform für eine verrundete Verglasung am Bug an. Das Leitwerk wurde deutlich vergrößert. Beim Höhenleitwerk griff ich auf eines von einer Bf 109 zurück, was ich übrig hatte und gestaltete dies noch ein wenig um. Die Nasenleiste des Seitenleitwerks wurde nach vorne gezogen und geradlinig gestaltet. Die Tragfläche erhielt nach unten gezogene Randbogen, dabei wurde die Spannweite auch etwas verkürzt. Die Außenflügel erhielten im Bereich der Querruder eine Vorpfeilung. Hinzu kamen noch Störklappen, für die ich zunächst durchgehende Schlitze in die Tragfläche fräste und feilte. Im nächsten Schritt wurden diese dann von unten her verschlossen. So gelangen rechtwinklige Schächte. Die Störklappen selbst hatte ich von meinem L-23 Super Blanik von CMR ( https://www.modellversium.de/galerie/18-flugzeuge-zivil/20085-let-l-23-super-blanik-cmr.html ) übrig.

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Habicht RV (ex Stummelhabicht)

Beim Habicht RV gab es optisch nur geringfügige Änderungen. Die zu flache Nase des Warlord-Bausatzes wurde korrigiert, indem ich 1,5 mm starkes Polystyrol darüber zog, verklebte und in Form schliff. Die geschlossene Haube entstand mit Hilfe der bereits vorhandenen Tiefziehfom meines Turbo-Habichts ( https://www.modellversium.de/galerie/18-flugzeuge-zivil/19873-turbo-habicht-verschiedene-hersteller.html ). Um dem Gerät effektive Luftbremsen zu verpassen, teilte ich die Querruder und verwandelte die äußeren Querruder in Spreizklappen. Somit liegen diese dann außerhalb der Spannweite des Höhenleitwerks und verwirbeln dieses nicht.

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Messerflitz 1103 (ex Me P.1103)

Auch die Verwandlung der Me P.1103 in die „Messerflitz 1103“ machten ein paar Schritte erforderlich: In den hinteren Rumpf arbeitete ich Schächte für Luftbremsen mit kleinen Fräsern ein. Die Luftbremsen zog ich tief. Der untere Rumpf wurde verrundet, die Nase wurde etwas schlanker geschliffen und die Spannweite habe ich um einen Zentimeter vergrößert, indem ich an der Wurzelrippe Polystyrolstücke anklebte und in Form schliff. Auch hier entstand ein neues, größeres Höhenleitwerk, aus einem übrigen FW-190-Leitwerk.

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Alle drei Modelle erhielten farbenfrohe und gut sichtbare Lackierungen mit Emailfarben von Revell (Pinsel). Für den Habicht RV und die Messerflitz 1103 zeichnete ich Decals für die Verzierungen. Bei „The Brick“ wurde alles lackiert, bis auf die britischen Kennungen, die hatte ich von dem KP-Bausatz des L-33 Solo ( https://www.modellversium.de/galerie/artikel.php?id=19257&origin=mb ) übrig.

Versiegelt habe ich die drei Renngleiter mit seidenmattem Klarlack von Tamiya (Sprühlack).

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Um den Hang zu bauen, sammelte ich bei einem Mittagspausenspaziergang ein paar Steine. Die Basis bildet ein Styroporklotz, den ich mit einer Glasfasermatte auf der Oberseite überzog. An den Seiten klebte ich ABS-Platten auf und unten eine Holzplatte.

Auf der Oberseite trug ich sehr dick Polyesterspachtel auf und drückte in diesen die Steine hinein. Dabei ging ich segmentweise vor, da der Spachtel sehr schnell trocknet. Da nicht alles in Grautönen gehalten werden sollte, stellte ich noch Moosbewuchs dar, indem ich stellenweise „Ponal Fix & Fest“ auftrug und mit einem Schwamm eine passende Struktur hineindrückte, nachdem der Leim schon etwas angezogen war. Um später die Gleiter befestigen zu können, versenkte ich Bowndenzug-Rohrstücke in dem Gebilde, in die später Federstahldrähte eingeklebt werden. Damit ich mir nicht versehentlich die Löcher zum Einschieben der Drähte verschließe, steckte ich Zahnstocher oben hinein.

Die Oberseite sprühte ich dann zunächst mit einer grauen Grundierung komplett ein. Danach erfolgte ein Washing mit dunklerem Grau, mit helleren Grautönen hob ich die Strukturen des steinigen Bodens noch etwas hervor, indem ich diese mit Trockenmalen und Auftupfen auftrug. Auf die Bereiche, in denen ich mit dem Holzleim den Moosbewuchs darstellte, tupfte ich erst Nato-Oliv mit dem Schwamm auf, danach noch ein helleres Grün darüber.

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Die auffällig lackieren Leitpfosten, die die Rennstrecke markieren, entstanden aus Bowdenzugröhrchen. Oben klebte ich einen dünnen CFK-Stab ein und brachte die Fähnchen an, welche aus Alufolie entstanden.

Die seitlichen Fläche spritzte ich mit Anthrazit an. Dazu kam noch die Plakette mit der Beschriftung „Hanggleiter Rennen“ und der Seitenansicht des Renn-Habichts. Diese entstand aus einem Stück ABS-Platte, welche Silber angespritzt wurde. Ein Decal mit der Beschriftung, dem Habicht und der Schräge des Hangs druckte ich mit Schwarz auf transparente Decalfolie und brachte diese dann auf der silbern lackierten Platte an. Die Plakette verklebte ich mit dem Hang und setzte zur Zierde noch vier Schrauben in die Ecken.

Nun wurde alles mit mattem Klarlack versiegelt. Nachdem dieser trocken war, verteilte ich noch Grasbüschel von AK-Interactive auf der Oberfläche, um den Bewuchs noch etwas plastischer darzustellen.

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Da das Gebilde an der Wand montiert werden sollte, fügte ich noch einen Hintergrund hinzu. Dieser entstand aus einem Screenshot aus einem Flugsimulator. Das Motiv ließ ich mir im Copy & Printshop in Moosburg auf die Breite von 50 cm drucken und klebte dieses dann mit doppelseitigem Klebeband auf eine Holzplatte auf. Die Bodenplatte, auf der der nachgebildete Hang steht, ist eine 16 mm starke Pressspanplatte, die mit der Rückplatte verklebt und verschraubt ist. Das Hanggleiter Rennen lässt sich so entweder mit oder ohne Hintergrund von der Wand nehmen, da es auf die beiden Winkel, die ich an die Wand geschraubt habe, nur aufgesteckt ist.

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die fertige Präsentation an der Wand
die fertige Präsentation an der Wand

Das Projekt, welches schon seit einigen Jahren in meinem Kopf herumschwirrte, hat mir viel Spaß gemacht. Hier konnte ich mich mal wieder kreativ austoben und mich imaginär in einem Hanggleiter den Berg hinunter stürzen! Wäre sicher ein spaßiges Flugerlebnis!

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Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 03. Juni 2026

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