Hydraulikbagger der 20t KlasseEin Bagger als Ladegut aus dem 3D Druckvon Jens Lohse (1:25 Unbekannter Hersteller)
VorwortLange Zeit war ich auf der Suche nach einem paßenden Ladegut für meinen Tieflader von KFS. Leider war der gewünschte Cat- Bagger von KFS nur in sehr geringer Stückzahl gefertigt worden und wenn mal einer im bekannten Auktionshaus angeboten wurde erzielte der Bausatz Summen von etwa 500 euro. Das war mir doch etwas zuviel und so suchte ich weiter nach einem passenden Modell. So ging die Suche weiter und ich fand bei ebay USA den privaten Anbieter Dieseldadhobbies, der ein wechselndes Angebot von Baumaschinen und Zubehör aus dem 3D Druck in verschiedenen Maßstäben anbietet. Er bietet diesen Kit, bestehend aus 7 Teilen in der hier gebauten Transportposition oder auch in Arbeitsposition an. Für einen Preis von ca. 120 euro incl. Versand und Vorverzollung kam des Modell dann in meinen Besitz. Bei solchen Käufen von gedruckten Modellen sollte man keinen perfekten Kit wie aus der Großserie von den bekannten Bausatzherstellern erwarten und damit rechnen, dass die gelieferten Bauteile Nacharbeit und zusätzliche Detaillierung benötigen um ein vorzeigbares Ergebnis zu erzielen. Es ist auch sehr verwunderlich, dass sich in den letzten Jahrzehnten kein großer Hersteller dieses Themas im Maßstab 1:24 oder 1:25 angenommen hat, sonst wird ja auch im Militärbereich jede noch vorhandene Lücke gefüllt! Hier bietet nun der 3D-Druck eine Alternative. Doch kommen wir zum hier vorgestellten Modell: Der Bausatz besteht aus nur 7 Teilen, Laufwerke links und rechts, Mittelteil mit Drehkranz, Oberwagen, Fahrersitz, Fahrerhaus und den Ausleger mit Löffel. Das Vorbild für dieses Modell ist ein Bagger von JCB, die Druckdateien sind auch bei cults3D.com im Maßstab 1:87 zu finden und zu kaufen. Für dieses Modell findet man leider kein konkretes Vorbild, weder bei Caterpillar noch bei JCB stimmen alle Details mit einem Vorbild überein. Angeboten vom Verkäufer als Cat- Bagger ist dieses Modell eher als generischer Hydraulikbagger zu sehen und man hat bei der Gestaltung freie Hand. Da ich die Cat-Decals schon im Vorfeld beschafft hatte kamen diese dann auch aufs Modell.
Der Anbieter hatte schon die Stützstrukturen entfernt, nur an sehr unzugänglichen Stellen waren noch einige zu entfernen. An den jeweiligen Unterseiten der Bauteile mußten noch Unebenheiten gespachtelt und geschliffen werden, bei den beiden Laufwerken betraf es die jeweiligen Innenseiten. Der Übersicht halber beschreibe ich den Bau der einzelnen Fahrzeugteile getrennt, zuerst der Unterwagen: An den drei Bauteilen waren nur noch einige Schleifarbeiten im Bereich der Klebeverbindungen nötig, auch die Kette wurde an den Seiten geglättet, hier waren scharfe Kanten vorhanden. Nach dem Zusammenkleben der drei Teile wurden die Übergänge gespachtelt und verschliffen. Grundiert wurde der Unterwagen mit Revell 47, die Endlackierung erfolgte mit Revell 302. Jetzt ging es an die Alterung, sie sollte in diesem Fall nicht übertrieben werden. Eine Baumaschine muß für den Strassentransport in einem besenreinen Zustand sein um niemanden mit Schmutz und Steinen zu gefährden, auf der Baustelle dargestellt kann man sich hier natürlich richtig austoben mit der Alterung. Erster Schritt war das Bemalen der Ketten mit Revell 83, Rost. Danach tupfte ich mit einem kleinen Schaumstoffstück Humbrol 27003 auf die Oberseite der Ketten, es soll blankgeschliffenes Metall darstellen. Auch die Zahnräder und Laufrollen wurden damit bemalt. Diese Farbe bildet sehr gut polierten Stahl nach. Nach dem Auftragen und Trocknen wird sie mit einem Baumwolltuch oder einem Ohrenreiniger poliert und zeigt dann einen tollen metallischen Glanz. Letzter Schritt war das Auftragen von Pigmenten, die Staub darstellen sollen. Da der Bagger später auf einem australischen Tieflader stehen soll verwendete ich den Farbton Gebrannter Lichter Ocker von Schmincke, er kommt der rötlichen australischen Erde sehr nahe. Der Unterwagen
Der Unterwagen besteht aus drei Teilen Der OberwagenNeben einigen Unebenheiten waren die seitlichen Winkel an der Unterseite nicht Identisch, hier wurde mit Spachtelmasse nachgebessert. Auch die Bedienelemente wurden entfernt und scratch neu gebaut. die angedruckten Hebel und Pedale sind zu klobig und haben wenig mit dem Vorbild gemeinsam. Weiterhin erneuerte ich den Handlauf vorne rechts, er war auf dem Versandweg zerbrochen und wurde durch Kupferdraht ersetzt. Lackiert wurde mit Farben von Elita Modellbau, hier gibt es den richtigen Farbton für Cat-Modelle, 50338, grundiert wurde mit 50082. Für die Lackierung des Luftfilters und Motordecks verwendete ich Revell 302. Für das Pinlinewashing verwendete ich Vallejo 76.518, schwarz. Für die Hydraulikleitungen des Auslegers wurde aus Evergreen-Profilen ein Verteiler gebaut. Der Oberwagen
Am Oberwagen gab es einiges zu spachteln Das FahrerhausDas Fahrerhaus besteht aus zwei Teilen, dem Sitz mit anmodellierten Bedienhebeln und der äußeren Hülle. Sie weist leider einige Druckfehler auf, statt einer geraden Oberfläche ist hier wellenförmiger Versatz an den Senkrechten Flächen zu sehen. Die Spiegelhalterung wurde abgetrennt und nach der Vorlage aus Kupferdraht neu gebogen und gelötet. Für den Spiegel gab es Ersatz in der Restekiste. Die erhabenen Bereiche des Fehldrucks wurden mit einem Schwingschleifer entfernt, im Inneren des Fahrerhauses verwendete ich Schleifpapier. Letzte Unebenheiten wurden verspachtelt und verschliffen, nach der Reinigung der Teile wurde auch hier mit den Farben von Elita und Revell lackiert. Die großflächige Verglasung wurde aus Blistermaterial hergestellt und mit Sekundenkleber-Gel eingeklebt. Leider haben sich die Kleberdämpfe an einigen Stellen auf dem Klarmaterial niedergeschlagen. Die Bedienelemente wurden aus Plastikmaterial nach Vorbildfotos neu angefertigt und in verschiedenen Grautönen lackiert. Als weitere Details erhielt das Fahrerhaus noch einen Scheibenwischer an der Frontscheibe und ein Rundumlicht auf dem Dach, beides aus der Restekiste. Einige Decals mit Warnaufkebern von KFS kamen noch auf die rechte Scheibe. Das Fahrerhaus kam als letztes Teil auf den fertigen Oberwagen, um Beschädigungen zu vermeiden. Geklebt wurde mit 2 Komponenten Kleber um weitere Beschädigungen an der Klarteilen zu vermeiden. Das Fahrerhaus
Das Fahrerhaus weist Druckfehler auf, hier war viel Nacharbeit erforderlich Der Ausleger mit LöffelLos ging es mit dem Verspachteln der Unterseite, hier waren kleine Löcher vom Entfernen der Stützkonstruktion durch den Hersteller vorhanden, gefolgt von umfangreichen Schleifarbeiten an teilweise kaum zugänglichen Stellen. Die Unterseite des Löffels wurde mit Evergreen-Profilen vorbildgerecht verstärkt. Jetzt folgte die Darstellung von Hydraulikleitungen und Schläuchen. Als Verbindungsteil zwischen den Leitungen und Rohren verwendete ich Polystyrolrohre von Evergreen vom Typ 223, sie sind 2,4mm dick und eignen sich gut für die Darstellung von Schraubverbindungen. An den Zylindern verwendete ich Klingeldraht in verschiedenen Stärken. Für die Rohrleitungen auf dem Ausleger verwendete ich 1mm Aluminiumrohr, es wurde in Form gebogen und mit Winkeln am Ausleger befestigt. Nächster Schritt war nach dem erneuten reinigen die Grundierung und Endlackierung mit den Farben von Elita. Die Hydraulikzylinder wurden mit Revell 302 mit dem Pinsel bemalt, die blanken Teile der Kolben wurden mit BMF beklebt. Beim Baggerlöffel kam wieder Humbrol 27003 zur Verwendung. An den beim Vorbild beweglichen Punkten folgte noch ein Washing mit Vallejo Wash. Jetzt wurde der Ausleger an den Oberwagen geklebt und die letzten 6 Kabelstücke angeklebt. Hier kam flexible Litze zum Einsatz, die Kupferenden wurden verzinnt um einen besseren Halt zu erreichen. Den Abschluß bildete das aufkleben des Fahrerhauses, es wurde mit 2 Komponenten-Kleber befestigt um weiteren Schaden an der Verglasung zu vermeiden. Der Ausleger bekam noch zwei Arbeitsscheinwerfer aus der Restekiste. Mit dem verkleben von Unterwagen und Oberwagen war das Modell vollendet. Der Ausleger mit Löffel
Die Unterseite erforderte viel Spachtelarbeit
Fazit:Der Bau dieses Ladegutes in Form eines Hydraulikbaggers hat ca. 10 Wochen in Anspruch genommen, doch es hat mir sehr viel Spaß bereitet dieses Modell zu verfeinern. Die Basis hatte seine Schwächen, aber am Ende hat man einen 850g schweren und 38cm langen Hydraulikbagger erschaffen, der sich sehr gut für die Tieflader von KFS, Revell oder AMT als Ladegut eignet. Beim arbeiten mit Resin sollte immer auf die eigene Gesundheit geachtet werden und eine hochwertige Schutzmaske getragen werden! Jens Lohse Publiziert am 04. Juli 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |