M548A1 Munitionstransportervon Peter Schweisthal (1:35 AFV Club)
Dieses Transportfahrzeug wurde auf der Basis des Schützenpanzers M113 Anfang der 1960er Jahre entwickelt und bewährte sich zunächst im Vietnam-Krieg. Es wurde auch an zahlreiche Verbündete der USA geliefert und dient noch heute in vielen Armeen. Näheres findet sich im Internet. Der Bausatz gehört zu AFV Clubs ersten Versuchen auf dem Gebiet der 1:35 Militärmodelle von Mitte der 1990er Jahre; mein Modell ist von 1996. Der Bericht ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern beschreibt das Gebaute von vorn nach hinten.
An der Fahrzeugfront habe ich die Winde detailliert und sämtliche Werkzeughalterungen samt Zurrösen leer dargestellt. Die Scheinwerfer erhielten tiefgezogene Azetat-Gläser. Die Türen der Kabine wurden ausgeschnitten und mit funktionierenden Scharnieren und Schiebefenstern versehen. Die Öffnungsketten sind aus isoliertem Draht, die Schließ-Schlaufen aus Durchschlagpapier, die Markierungen vom AFV Club "Chaparral". Der Unterbau des Fahrersitzes wurde neu gestaltet, alle Sitze erhielten Kissen aus Seidenstoff; Gurte habe ich nicht gebastelt. Vor dem Fahrer mussten die Lenkhebel fürs Drehen auf der Stelle ergänzt und die anderen Bedien-Instrumente detailliert werden. Die "Gummimatten" auf dem Boden stammen von Sektflaschen.
Neue Windschutzscheiben wurden aus Azetat geschnitten und Rillen für sie in den Rahmen gekratzt. Defroster-Düsen wurden ergänzt und die zugehörigen Schläuche entstanden aus 1 mm-Kupferdraht, auf den Feuerzeug-Federn geschoben und dann mit Weißleim verkleidet wurden. Der "Heizkörper" besteht aus Alufolie mit Nadelstichen, die Schläuche kommen aus einem Kasten rechts im Staufach, links klemmt ein Feuerlöscher. Im Fußraum rechts wurde eine Kanisterhalterung angebracht, unter der rechten Tür ein Erste-Hilfe-Kasten. In beide Türrahmen kamen Einsteige-Griffe.
Auf dem Maschinendeck erhielt der Motor-Auspuff einen Hitzeschutz aus Rasierer-Scherfolie; dem anderen (für die Heizung) wurde die horizontale Hutze ausgebohrt. Die Befestigungspunkte der MG-Lafette sind am Original nicht auf einer Höhe, und außerdem fiel mir nichts ein, um das "perforierte Wellblech" der Gräting-Abdeckungen darzustellen. Deshalb habe ich aus Seidenstoff Frostschutz-Abdeckungen sowie für die Mitte eine "Fenstertasche" und schließlich ein Verdeck geschnitten, mit Fenstern aus Cellophantüte.
In der Ladebucht wurde der Boden B6 in der unteren Position eingeklebt. Der besteht im Original aus einzelnen Blechen, die auf der jeweiligen Ebene an den Seiten auf Winkeln befestigt werden. Um das zu simulieren, habe ich Streifen sehr dünnen Sheets in der Breite der einzelnen Bleche an die Seiten geklebt und die Schraubenlöcher für die obere Montage mit Nadelstichen angedeutet. Der Zugang zum Motorraum wird durch drei Platten ermöglicht: zwei in der Mitte übereinander (zusammen 24 x 36 mm), eine kleine mit abgerundeten Ecken über dem rechten Kettenkasten. All das verschwindet bei Munitionstransporten hinter einer Sperrholz-Wand. Die habe ich aus Sheet mit Kratzern groben Schleifpapiers gefertigt, mit Löchern für die Zurrhaken der Plane aus 0,3 mm Messingdraht, wie sie auch ringsum angebracht werden mussten.
Das Ladegeschirr ist ohne die Plane nicht mit Bausatzmitteln zu verwenden – und wenn man die benutzt, ist der Doppel-T-Träger nur in der Arbeitsposition einzubauen. Im Original wird er von zwei Spriegeln getragen, an denen er seitlich versetzt werden kann, und beim Marsch wird er über das Motordeck nach vorn geschoben, damit er hinten nicht übersteht. Ein neuer Träger von 3 x 5 mm erhielt zwei Spriegel aus Regenschirm-Speichen mit 2 mm hohen Unterbauten, die je drei Bohrungen in der Mitte und an den Seiten haben. Durch die gehen die Stifte, die die Halter des Trägers arretieren. Damit kann der mittig, seitlich und schräg installiert werden. Das Hebegeschirr musste auch weiter detailliert werden. Die Ladegurte sind wieder mal aus Seide. Die 203 mm-Munition ist von AFV Club, die drei Zünder-Kisten von mir, ebenso die vier Sitze.
Die beiden Heck-Klappen wurden beweglich gemacht; dafür mussten an der großen die "Seitenpfeiler" aufgedickt werden, um ein Öffnen parallel zum Fahrzeug zu ermöglichen. Das Abschleppseil ist ausgeglühtes Gangschaltungskabel vom Fahrrad (0,8 mm). Die Verriegelungen an der unteren wurden beweglich gemacht durch Ausbohren ihrer "Scharnierstifte", Auseinandertrennen und neue Stifte. Außerdem kamen "Stoßfänger" mit Kettenpolstern an diese Klappe.
Blieben noch die Ketten. Die aus dem Bausatz hatten keine korrekten seitlichen Details, also habe ich in Friulmodellismo investiert – leider in solche der ersten Generation, der zum Zusammenbiegen. Und die haben sich im Laufe der Zeit etwas gelängt. Aber wir werden ja alle nicht jünger...
Peter Schweisthal Publiziert am 30. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |