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Kurze Panzerhistorie der USA

von Frank Meißner (1:72 verschiedene Hersteller)

Kurze Panzerhistorie der USA

Mit diesem Beitrag möchte ich einen kurzen Überblick ueber die Panzerentwicklung in den US Streitkräften geben. Anstatt jedes Modell einzeln vorzustellen, zeige ich hier 4 Kampfpanzer in der chronologischen Folge ihrer Einführung. Bis auf den Sherman habe ich die übrigen 3 Fahrzeuge parallel gebaut, was ein weiterer Grund fur die gemeinsame Vorstellung ist. 

Seinen Ausgang nimmt die Entstehung der US-Panzertruppe im Ersten Weltkrieg. Die US Streitkräfte wurden von den britischen Tanks inspiriert und setzten Kopien des Mark I ein. Eine weitaus grössere Anzahl stellten jedoch französische Panzer wie der Renault FT Tank. Nach dem Krieg wurde die Panzertruppe aufgelöst und mit dem “National Defense Act” von 1920 wurde festgelegt, dass Panzer lediglich zur Infanterieunterstützung eingesetzt werden sollen und damit auch in die Infanterietruppe eingegliedert wurden. Zwischen 1918 und 1934 wurden lediglich 15 Panzer produziert. Die Mechanisierung der Truppen schritt jedoch voran und in 1934 wurden dann 3 Prototypen gebaut. Nun wurden eigene Modelle wie der M1 und M2 Tank entwickelt. Um den National Defense Act zu umgehen, wurden diese "Combat Cars” genannt. Aber auch hier blieb deren Anzahl zuerst gering. Bei den Louisiana Maneuvers 1941 wurden aus Mangel an Panzern LKW zur Darstellung verwendet. Der Kriegseintritt der USA und die Kämpfe in Frankreich und Afrika haben dann die Wichtigkeit der Panzerverbände verdeutlicht. Der bis dahin vorhandene M2 war in jeder Hinsicht ungenuegend. Auch der nun eingefuehrte M3 war nur eine Zwischenlösung. Dieser war aber bereits in mancher Hinsicht, wie Panzerung und Bewaffnung, den deutschen Gegnern überlegen. Der M3 wurde in mehreren Varianten produziert und wurde im Rahmen des “Lend Lease" Programms an mehrere allierte Staaten geliefert. Anstatt auf britisches Technik zurueckzugreifen beschlossen die USA, auch um die eigene Industrie zu unterstuetzen, eine eigene Panzerentwicklung voranzutreiben. Die wichtigste Entwicklung war nun der M4 Sherman, der mit über 49.000 Einheiten der zweithäufigst produzierte Panzer des Zweiten Weltkriegs wurde. Dieser wurde von allen allierten Streitkräften in vielen Varianten eingesetzt. Ein Nachteil dieses Typs war jedoch die Lagerung der Munition. Diese war so untergebracht, dass es bei einem Treffer leicht zur Explosion kam. Zum Ersatz des M3 wurde gegen Ende des Krieges der leichte Panzer M24 Chaffee eingeführt. Später kam dann noch der M26 Pershing dazu. Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs wurden Panzer fester Bestandteil der Truppe. Nun wurden die M4 durch Neuentwicklungen wie den M46 Patton, M47 Patton und M48 Patton ersetzt. In den späten 50ger Jahren sollte dann ein Fahrzeug entwickelt werden, dass mit einer 105mm Kanone ausgestattet war und gegenüber seinen Vorgängern wiederum eine bessere Panzerung aufwies. Daraus entstand der M60. Als bisher neuester Panzer der US Streitkräfte wurde 1980 der M1 Abrams in Dienst gestellt.

Kurze Panzerhistorie der USA

M4A1 Sherman (Revell, 1/72, auf Matchbox Kleindiorama)

Die Panzer der US-Army haben Beinamen von Generälen, die die Geschichte der USA beeinflusst haben. So ist hier Gen. William Tecumseh Sherman der Namensgeber. Sherman war General der Unionsarmee im Bürgerkrieg und hat an vielen Kampagnen dieses Konfliktes in entscheidenden Positionen teilgenommen. In der zweiten Schlacht von El Alamein in Nord Afrika wurde der M4 das erste mal von den Briten eingesetzt. Der Panzerschutz war den leichen deutschen Panzern überlegen. Auch dessen 75mm Kanone und die technische Zuverlässigkeit trugen zur Überlegenheit bei. Erfahrungen aus dem Automobilbau ermöglichten eine Produktion in grossen Stückzahlen. Der M4 bildete das Rückrad der amerikanische Panzerwaffe im zweiten Weltkrieg. Erst mit der Einführung von Tiger und Panther wurde die Überlegenheit des M4 obsolet. Es wurden viele Modifikationen und Kampfwertsteigerungen durchgeführt, so dass der Sherman noch lange Zeit nach dem Krieg im Einsatz war.

M4A2 Sherman Neuvy sur Barangeon France
M4A2 Sherman Neuvy sur Barangeon France

M4 Sherman im Panzermuseum Munster
M4 Sherman im Panzermuseum Munster

M46 Patton (Trumpeter, 1/72)

General George Smith Patton Jr. (“Bandito”) kommandierte die 7. Armee in der Mittelmeerregion und später die 3. Armee bei der Invasion in Frankreich. Patton leitete den erste motorisierten Angriff in der US Geschichte gegen Pancho Villa.Der mittlere Kampfpanzer M46 ersetzte nach dem Krieg die veralteten M4 und M26. 1950 produzierte Detroit Arsenal bis zu 12 Panzer pro Tag. Der Korea Krieg war der einzige Konflikt, in dem der M46 eingesetzt wurde. Mein Bild 8 zeigt einen M47. Dieser unterscheidet sich vom M46 im Turm. Die Wanne und das Fahrwerk sind identisch.

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M48A2C Patton (Revell, 1/72)

Auf den M46/M47 folgte 1952 der M48. Dieser war mit einer 90mm Kanone ausgestattet und wurde dann in Vietnam eingesetzt. Auch den M48 gibt es in vielen Varienten, so dass dieses Fahrzeug noch heute bei einigen Armeen in Dienst steht.

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M60A1 (Mars, 1/72)

Last but not least möchte ich den M60 vorstellen. Dieser wurde aus dem M48 entwickelt. Beginnend im Dezember 1960 wurde dieser Panzer in Europa stationiert. Im Golf- und dem Irak-Krieg erwies sich der M60 dem T-72 als überlegen. Die Operation Desert Storm war der letzte Konflikt, in dem der M60 eingesetzt wurde. Auch dieser Panzer wird heute noch von vielen Armeen genutzt.

Kurze Panzerhistorie der USA

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Fuer diejenigen, die mehr ueber die Geschichte und die Technik der einzelnen Panzer erfahren möchte, kann ich diese Literatur empfehlen:

  • M4: M4 (76mm) Sherman Medium Tank 1943-65, Osprey Publishing, ISBN 1-84176-542-2
  • M46 & M48: The Patton Tank Cold War Warrior, Pen and Sword Military, ISBN 978 1 84884 761 3
  • M60: Encyclopedia of modern U.S. Military Weapons, Berkley Books, ISBN 0-425-16437-3

Frank Meißner

Publiziert am 13. Mai 2026

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