M2A3 Bradleyvon Karsten Böcker (1:35 Tamiya)Erstmals im Original sah ich den Panzer in Grafenwöhr. Schön aufgereiht nach Dienstende auf der frei zugänglichen Randstraße des Truppenübungsplatzes. Ein sehr imposantes Gefährt.
Zum OriginalDer M2 war, ist eine Weiterentwicklung aus der Richtung des M113, so unglaublich es klingen mag. Nach dem M113 AVAC kam der AIFV, gefolgt vom MICV aus dem letztlich die Urform des M2 Bradley hervorging. Und aus dem M2 entwickelte sich der M3.
Gleich wie der deutsche Marder als Gegenstück braucht der M2 drei Mann Stammbesatzung. Fünf Infanteristen passen auf die Sitzplätze, die ihre Gewehre durch Seitenöffnungen stecken können und so den Panzer bei der Nahverteidigung unterstützen können.
Aus dem Heft „Squadron signal Publications Nr. 2030 Amor Number 30 M2/M3 Bradley in action“ konnte ich nicht nur zahlreiche bauliche Ergänzungen holen, sondern auch die Daten in englischer Maßangabe: Crew 3, Length 21,5 feet, width 10,5 feet, Height 9,75 feet, weight 60000 pounds, Armament M242 25mm Bushmaster cannon and 7,62 mm coaxial machine gun, TOW-Missile launcher, Engine 500hp Cummins VTA 903 Diesel, Speed 41 mph, Range 300 miles. Die Bilder sind leider in Schwarzweiß, eine Farbtafel aber in Farbe mit verschiedenen Lackierungsvarianten. Genug englisch.
Zum Modell:Der Bausatz von Tamiya lässt und ließ damals keine Wünsche offen. Nun fast keine, eine Turm-Innenöffnung mit Einrichtung wäre schon schön gewesen. Und ein Motor. Jammern auf hohem Niveau. Denn der Bausatz beinhaltet eine ansonsten komplette Innenausstattung. Mit Tow-Raketen, M-16 Gewehren für die Pforten an den Seiten, Fahrersitz mit Bedienungselementen, weitere Sitzplätze für andere Besatzungsmitglieder oder Mitfahrer.
Tamiya bietet und zeigte damals schon, wie gut ein Spritzling mit Bauteilen aussehen kann. Keinerlei Fischhäute oder nicht vollständige Bauteile. Sehr saubere Ausprägungen der Details zeigen sich auf den Bauelementen. Rein aus der Schachtel heraus, kann schon ein tolles Modell gebaut werden. Die Fahrerluke geht auf, die Turmluken gehen auf, die Mannschaftsluke hinter dem Tür kann geöffnet werden und auch die hintere Einstiegsrampe. Und sogar dort kann die Türe in der Einstiegrampe offen dargestellt werden, falls man die Rampe geschlossen haben will. Dennoch kann das Modell noch aufgepeppt werden. Mein Tipp: Moderne US-Infanterie.
Da die Motorhaube nicht offen darstellbar ist, kam von mir eine große zusammengelegte Plane mit Haltegurten drauf. Hinter das Schwallbrett auf der Motorhaube klebte ich noch von hinten ein Netz hin. Die Fahrerluke bekam von innen ihre Periskope, von oben eine Abdeckung. Die Abschleppösen an Front und Heck erhielten echte Ringe für Abschleppseile.
An den gepanzerten Seiten kamen noch Trittstufen aus Draht wie beim Original in Squadron-Signal-Heft zu sehen ist. Seile aus Kupferdraht hängen von der seitlichen Panzerung herab. Tamiya selbst liefert schon Zubehörteile wie Munitionskisten oder Ersatz-Laufrollen mit, um noch mehr Details darzustellen. Im Innenraum kamen von mir noch Kopfhörgarnituren hinzu, Packnetze und Lukengriffe. Kleinsachen wie Wasserkanister fanden ihren Platz.
Auf das Rohr des Turmgeschützes kam zwecks Manöver ein Kanonenschußdarstellungsgerät (KADAG) dran, ebenfalls von Tamiya aus dem Zubehörbereich. Aus Federstahldraht wurden die Turmantennen gestaltet. Hinten an die Kettenläufe kamen beidseitig Schmutzfänger ran. Alle zusätzlichen Details fand ich vorab im Squadron-Signal-Heft. Alles in allem ergab das ein tolles Modell.
Literatur:Squadron Signal publications Armor nr. 30, Heft 2030. Schöne detailreiche Bilder, leider in Schwarzweiß, aber mit Farbtafel.
Karsten Böcker Publiziert am 15. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |