RAF Rescue Launch Type 2 HSLvon Frank Meißner (1:72 Airfix)
Das hier vorgestellte Modell ist ein weiterer Beleg für mein Interesse an Schiffsmodellen im Massstab 1/72. Nachdem ich einige davon gebaut habe, hat mich hier besonders die “farbenfrohe” Lackierung des RAF Rescue Launch begeistert.
Wegen des markanten Aufbaus, wurden diese Boote auch “Whaleback” (Walrücken) genannt. Gebaut wurden diese 19m langen Boote von der British Power Boat Company in Hythe/Hampshire. Die BPB Co. brachte das Boot PT-9 1939 in die USA. Der Grund war, dass in GB keine geeigneten Motoren zur Verfügung standen. Daher wurden dann basierend auf dem britischen Design Boote in den USA mit Packard Motoren produziert. Das hier gezeigte Whaleback ist jedoch noch mit drei jeweils 500PS starken Napier Sea Lion Motoren ausgestattet. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 36 Knoten (ca. 67km/h). Im Gegensatz zu den bei deutschen Schnellbooten verwendeten Dieselmotoren, wurden die Napier-Motoren mit Benzin betrieben. Dementsprechend lag der Verbrauch bei 270 Liter/Std. Die Reichweite lag bei ca. 800km. Inklusive Sanitäter bestand die Besatzung aus 9 Seeleuten. Bewaffnet waren die Boote mit je einem 7.7mm Vickers MG in zwei aus der Flugzeugkonstruktion stammenden Armstrong-Whitworth Kanzeln.
Die meisten Rescue Boote waren an der Süd-Ost-Küste Grossbritanniens stationiert. Wegen der hier stattfindenden verlustreichen Luftkämpfe wurde dieses Gebiet auch “Hellfire Corner” genannt. Diese Boote wurden aber auch im Mittelmeerraum und im Indischen Ozean eingesetzt. Wegen der interessanten Farbgebung habe ich mich für die HSL-130 entschieden. Dieses Schiff war von 1941-42 im Ärmelkanal stationiert. Später wurde die Lackierung geändert, um einen besseren Tarnefekt zu erhalten. Insgesamt wurden 69 Whalebacks gebaut; alle See Rescue Boats retteten in Summe 13.000 Menschen das Leben.
Das Zusammenfügen der Teile war keine große Herausforderung. Die von Airfix vormodellierten Rettungsstangen und das Netz habe ich entfernt und durch scratch gefertigte Teile ersetzt. Das Netz habe ich aus Fliegengitter gerollt. Bei der Lackierung habe ich wieder Revellfarben verwendet. Dabei habe ich die gelbe Farbe fuer das Deck mit einem Sandfarbton gemischt, um einen etwas dunkleren Effekt zu erhalten. Am Ende habe ich das ganze Boot mit Glanzlack versiegelt um dadurch den “knalligen” Effekt hervorzuheben.
Zwei Herausforderungen gab es aber doch. Die Herstellung der Takelage hat mich viele Versuche gekostet! Um die Antennen, die vom Mast abgespannt sind korrekt darzustellen, habe ich am Ende ein Gestell bauen müssen. Davor habe ich versucht, diese Antennen freihand zu bauen. Nachdem das nicht funktioniert hat, habe ich dieses Gestell hergestellt. Nach weiteren Versuchen habe ich in dieses zwei kleine Schablonen an den Seiten hinzugefügt, um einen gleichmässigen Abstand und Position der Draehte zu gewährleisten. Ich wollte kein Garn verwenden, da dieses zu dick ist. Also habe ich mit gezogenen Gussästen experimentiert. Diese sind ständig gerissen, weil der Klebstoff das Material angelöst hat. Ich hatte noch haarfeine Metallstäbe, die ich dann verwendet habe. Das hat einigermassen funktioniert. Mit dem Ergebnis bin ich aber immer noch nicht zufrieden. Nach einer Woche des Probierens, habe ich es aber bei diesem Kompromiss belassen. Zu allem Unglück ist die Takelage dann noch beim Auspacken zur Präsentation bei meine Club beschädigt worden...
Auch die Decals haben sich nicht ohne Probleme verarbeiten lassen. Deren Qualität ist dabei nicht zu bemängeln. Die “130” für das Deck (Bild oben) besteht aber aus einem großen Stück. In der Hoffnung dieses leichter verarbeiten zu können, habe ich die einzelnen Ziffern ausgeschnitten. Diese waren dann aber so grazil, dass sie mehrfach gerissen sind und ich dann mehr Fragmente hatte als mir lieb war. Aber ich denke, das Endergebnis ist doch okay.
Ja, ich bin ein Airfix-Fan! Das Modell ist detailreich und interessant. Airfix hat mehrere Schiffsmodelle im Massstab 1/72 im Angebot, so dass dies nicht mein letztes Modell sein wird. Einen Kit der Snowberry habe ich schon! Jetzt muss ich nur noch den Platz dafür finden. Frank Meißner Publiziert am 10. April 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |