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U-Boot Typ VII

ein nicht näher definiertes Boot

von Matthias Garbrecht (1:144 Revell)

Mit diesem Artikel möchte ich die Geschichte erzählen, wie ich zum Hobby Modellbau gekommen bin und möchte euch einen ausführlichen Baubericht euch vorenthalten. Meine erste Berührung mit Modellbau hatte ich in einem Sommerurlaub als kleines Kind, dort kaufte ich mir einen kleinen Steckbausatz eines Düsenjets von Revell; Tage später und voller Begeisterung einen kleinen Bausatz zum Zusammenkleben. Dieser Tatsache nicht bewusst, landet der Bausatz frustriert in der Ecke.

U-Boot Typ VII

Die eigentliche Geschichte fing viele, viele Jahre vor diesem kleinen Prolog an, als sich mein Großvater 1943 bei der Kriegsmarine meldete und dort die Ausbildung in der 1. U-Bootausbildungsabteilung durchlief. Nach weiteren vielen Jahren, als der Krieg schon lange vorbei und ich ein Kind war, besuchte ich ihn. Eine Erinnerung, die sich mir eingeprägt hat, war das U-Bootmodell auf dem Regal über seinem Bett. Sofort war bei mir die Faszination für dies damals unbekannte, sowie ungewöhnliche Gefährt geweckt, und mit welcher Geschichte es verbunden ist.

Nachdem mein Großvater verstorben war, wollte ich dieses Modell als Andenken an ihn haben, leider war es nicht mehr da. Mit der Erkenntnis dieses Modell nicht mehr bekommen zu können, kam in mir der Gedanke auf: „Wenn ich das U-Bootmodell nicht haben kann, dann bau ich mir es!“ Mit dieser Motivation und dem Wissen, dass mir die Erfahrung für ein solches Modell fehlt, fing ich mit Plastikmodellbau an und tauchte immer tiefer in das Hobby ab. Nach nun 10 Jahren des Modellbaus – mit einer kleinen Pause von etwa 3 Jahren – fing ich mit dem Bau des U-Bootmodells an und möchte euch heute das Resultat präsentieren.

Die Ansicht auf Steuerbord mit dem Anker und der Torpedoabschussszene.
Die Ansicht auf Steuerbord mit dem Anker und der Torpedoabschussszene.

Bausatz und Bau

Das gezeigte Modell ist ein U-Boot des Typ VII der Kriegsmarine und soll kein spezifisches Boot darstellen, sondern eher viele technische Merkmale der einzelnen Baureihen vereinen. Dies dient der Veranschaulichung der verschiedenen technologischen Entwicklungen im U-Bootsektor während der Zeit des zweiten Weltkrieges. Der Bausatz wurde von Revell anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums des Filmes “Das Boot“ auf den Markt gebracht und der Ursprungsbausatz stammt aus dem Jahr 2006.

Dieser Bausatz stellt die U 96 aus dem Film dar, was sich am deutlichsten an der Netzsäge am Bug widerspiegelt, weil eine solche Netzsäge nie bei der realen U 96 vorhanden war und nur aus dramaturgischen Gründen im Film zu sehen ist. Mit 87 Bauteilen ist der Grundbausatz übersichtlich und sollte nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber aufgrund der Bedeutung dieses Modells für mich wurde der Bau mit besonderer Sorgfalt durchgeführt und viele Verbesserungen und Ergänzungen hinzugefügt.

Eine weitere Steuerbordansicht
Eine weitere Steuerbordansicht

Die erste Verbesserung fing bei den Flutschlitzen an, welche aufbohrte und anschließend die Innenseite des Bootes schwarz lackierte wurde. Dies sollte die Sichtbarkeit des grauen Kunststoffes nach dem Zusammenbau verhindern.

Gut zu erkennen sind die offenen Flutklappen, die schwarze Lackierung des Innenraums und das selbstgebaute Torpedorohr.
Gut zu erkennen sind die offenen Flutklappen, die schwarze Lackierung des Innenraums und das selbstgebaute Torpedorohr.

Als nächstes war das Deckgeschütz dran, welches um ein Tau aus Kupferdraht, Richtbügel und eine Feuerleituhr auf dem Deck aus Kunststoffstreifen ergänzt wurde. Neben dem Deckgeschütz, welches in seiner Form erhalten blieb, tauschte ich das beiliegende Flakgeschütz gegen eine 3D-gedruckte Zwillingsrohr-Version aus. Dies war nötig, weil es keine separaten Messinggeschützrohre mehr auf dem Zubehörmarkt gab, außerdem wies die gedruckte Version ebenfalls sehr filigrane Geschützrohre auf. Es war aber Vorsicht geboten, da Resin spröde sein kann und leicht zum Brechen neigt.

Für weitere Ergänzungen am Deckgeschütz war der Maßstab zu klein.
Für weitere Ergänzungen am Deckgeschütz war der Maßstab zu klein.

Das Flakgeschütz kann mit seinen filigranen Rohren und Griffen überzeugen.
Das Flakgeschütz kann mit seinen filigranen Rohren und Griffen überzeugen.

Am Kommandoturm wurden die meisten Ergänzungen vorgenommen. Neben dem bereits erwähnten Flakgeschütz wurden die Reling und die Griffstangen auf und am Kommandoturm aus Messingrohren nachgebildet. Das Periskop gab es als gedrehtes Rohr auf dem Zubehörmarkt, dies wurde zusätzlich noch mit Kupferdrähten am Kopfende beklebt. Dies ist auf manchen historischen Fotos zu erkennen und diente der Verschleierung der Wasserspur, welche bei der Unterwasserfahrt durch das ausgefahrene Periskop verursacht wurde,

Markant ragt das Periskop hervor, die Griffstangen sind auf dem grauen Turm zu erkennen. Die Reling des Wintergartens fehlt noch.
Markant ragt das Periskop hervor, die Griffstangen sind auf dem grauen Turm zu erkennen. Die Reling des Wintergartens fehlt noch.

Die Draufsicht
Die Draufsicht

Diese Variante des Kommandoturms wies nie ein Funkmessortungsgerät (FuMO) auf, trotzdem sollte dies ergänzt werden und fand auf der beengten Plattform trotzdem seinen Platz. Für das FuMO wurde das kastenförmige Teil aus einem anderen Bausatz entnommen und ein sehr feines Messingnetz aufgeklebt. Die typischen L-förmigen Antennen ließen sich aufgrund des Maßstabes nicht mehr darstellen. Das FuMO und die Ringpeilantenne sind eingefahren dargestellt, weil sich das U-Boot auf Unterwasserfahrt befinden soll.

Vogelperspektive auf den Kommandoturm und das Deckgeschütz. Es fallen die Ausstiegsluken vor und hinter dem Turm ins Auge.
Vogelperspektive auf den Kommandoturm und das Deckgeschütz. Es fallen die Ausstiegsluken vor und hinter dem Turm ins Auge.

Der Eindruck der Unterwasserfahrt wurde auch durch den Torpedoabschuss weiter verstärkt, dafür wurde die Mündungsklappe aufgesägt und in Eigenbau die offene Klappe und das Rohr dargestellt. Der Torpedo stammt aus dem Internet und ließ sich daher passend für den Maßstab drucken. Ein Acrylstab sorgte für die Verbindung mit dem Boot und soll so die Szene des Abfeuerns darstellen.

Eine Nahaufnahme des Steuerbordbugs, ins Auge fällt der Torpedo und das Balkongerät am Kiel.
Eine Nahaufnahme des Steuerbordbugs, ins Auge fällt der Torpedo und das Balkongerät am Kiel.

Typische Sonaranlagen auf dem Typ VII waren das Gruppenhorch- und das Kristalldrehbasisgerät, welche an den Tiefenrudern am Bug oder auf dem Deck angebracht wurden. Neben diesen Geräten gab es noch das Balkongerät, welches in einer tropfenförmigen Ausbuchtung unterhalb des Kiels angebracht wurde. Dieses damals neuartige Sonargerät wurde eher in moderneren U-Boot Typen verbaut, aber hatte den Vorteil auch bei der Überwasserfahrt zu funktionieren (Link). Da weder der Zubehörmarkt noch einschlägige Plattformen für 3D-Druck ein Modell des Balkongerätes aufwiesen, musste es anhand einer Skizze modelliert werden. Problematisch blieb dabei die Anpassung an den Rumpf, welche analog am Modell geschah.

Die Skizze der Hülle des Balkongerätes, dies war für das U-Boot des Typs XXI optimiert.
Die Skizze der Hülle des Balkongerätes, dies war für das U-Boot des Typs XXI optimiert.

Die letzte Ergänzung waren die Antennenanlage, welche erst nach der Lackierung angebracht wurde. Die Kabel bestanden aus dünnem Kupferdraht, die Übergänge aus Messingrohren und die Keramikisolatoren wurden mittels Holzleim dargestellt. Die Antennenanlage erwies sich als sehr filigran und anfällig, daher war es schwierig die Drähte auf Spannung zu montieren.

Lackierung und Standfuß

Für die Lackierung wurde das Schema aus der Bauanleitung übernommen und anschließend die Details bemalt; von der Holzvertäfelung auf dem Kommandoturm über die Antennenaufnahme und das Tau am Kanonenrohr. Alle möglichen farbigen Details wurden hervorgehoben, um eine Akzentuierung des recht monotonen, grauen Bootes zu erreichen.

Abschließend wurden noch ein wenig braune Pigmente an den Stößen und Nietenreihen ergänzt um einen realistischen Eindruck zu erwecken. Als Standfuß für das Modell wurde thematisch passend ein Torpedo gewählt, welcher aufgrund seiner Größe in zwei Teilen gedruckt und montiert wurde. Um einen metallischen Look zu erzeugen, wurde einer metallic Paste, anstelle einer Farbe verwendet, welche einen glänzenderen Eindruck versprach. Der Vorteil sollte die Polierbarkeit sein, welches sich zugleich auch als ein Nachteil erwies. Die Paste wurde nie wirklich fest bzw. trocken und bei jeglicher Berührung blieb etwas an den Handschuhen haften. Auch ein homogenes Auftragen war nur bedingt möglich, weshalb in der Zukunft von dessen Verwendung absehen wird. Die Schraube und der Aufschlagszünder wurden mit Messingfarbe bemalt, die Vertiefungen anschließend mit etwas verdünnter Ölfarbe hervorgehoben.

Der Blick entlang des Standfußes, farblich etwas monoton, aber historisch akkurat.
Der Blick entlang des Standfußes, farblich etwas monoton, aber historisch akkurat.

Fazit

Zum Schluss freut es mich, die Geschichte hinter meinem Hobby mit euch teilen zu können. Weiterhin hoffe ich, dieser Baubericht liefert Inspiration und kann die technische Faszination für U-Boote etwas verbreiten. Durch dieses Projekt ist meine Faszination weiter gesteigert wurden und ich kann mir vorstellen, als Nächstes das U-Boot des Typ IX zu bauen. Ohne viele weitere Worte zu verlieren hoffe ich, dass jeder von uns Modellbauern eine Geschichte hinter seinem Hobby vorweisen kann.

Matthias Garbrecht

Publiziert am 22. Juni 2026

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