Heading for the Gilberts...oder wie aus einer Ausmistaktion ein Diorama entstandvon Thomas Träger (1:700 verschiedene Hersteller)
Wenn die Zeit reif ist
Ich denke, jeder kennt das: irgendwann ist die Zeit reif, dass in der Wohnung allgemein und im Bastelzimmer speziell mal ausgemistet, aufgeräumt und alles neu sortiert werden muss. Diese Aktion stand bei mir im letzten Winterhalbjahr an, und dabei traten aus einigen hinteren Ecken in Regalen und Schubladen ein paar mehr oder weniger alte Bausätze und angefangene, aber nie beendete Modelle zu Tage, die ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Neben ein paar Japanern waren es Bausätze amerikanischer Schiffe, nämlich
Nach einigen Überlegungen entschied ich mich trotz der Tatsache, dass einige davon uralt und nicht mehr zeitgemäß waren, diese nicht zu verschrotten oder zu verkaufen, sondern zu bauen und zu versuchen, ob man nicht doch ein paar nette Modelle und ein interessantes Diorama daraus hinkriegt.
Als ich dann bzgl. der Lebensläufe recherchierte, fiel mir auf, dass alle diese Schiffe u.a. Teil der amerikanischen Armada waren, die Ende November 1943 die Invasion der Gilbert-Inseln durchführte (Operationen „Galvanic“ und „Kourbash“). So entschloss ich mich, ein Diorama herzustellen, dass sie gemeinsam auf dem Marsch Richtung Gilbert Islands zeigt, auch wenn sie damals zu verschiedenen Task Groups gehörten:
Für weitere Infos zum Lebenslauf der einzelnen Schiffe verweise ich auf entsprechende Einträge z.B. in Wikipedia oder auf der Seite NavSource Naval History - Photo Archive Main Index
Alle Modelle wurden von mir überwiegend aus dem Karton gebaut, wobei ich die Revell Oakland, die HP Idaho und den Samek Fletcher mit Bauteilen von Pit Road, Shapeways, Scratch-Teilen oder Photoätzteilen aus der Restekiste ordentlich modifizierte. Auch die anderen Modelle wurden zum Teil auf diese Art verfeinert, alle dann mit gezogenem Gußast getakelt. Der Anstrich erfolgte, wie immer bei mir, mit dem Pinsel und Revell Emailfarben. Die Meeresoberfläche wurde, ebenfalls wie immer, mit feingekörnter Rauhfasertapete, Pappmachée, Wasserfarbe und einigen Schichten hochglänzendem Klarlack bearbeitet. Noch eine Anmerkung: den US-Navy-Experten unter den Betrachtern fällt evtl. auf, dass die Tarnanstriche und Konfiguration einiger Schiffe (z.B. Enterprise oder Fletcher) nicht mit dem Zeitraum des Dioramas (Ende 1943) übereinstimmen. Diese Unkorrektheit möge man mir verzeihen – ich hatte einfach Lust, die Vielzahl der unterschiedlichen Tarnanstriche der US Navy darzustellen und die Bausätze zu verwerten. Ich hoffe, das Diorama mit seinen Modellen gefällt trotzdem. Es hat mir jedenfalls Spaß gemacht, und ich bin froh, dass ich die Bausätze beim Aufräumen wiedergefunden und nicht verkauft oder verschrottet, sondern gebaut habe. Zum Schluss noch ein großes „Dankeschön“ an den Modellbaukollegen Ingolf Chojnicki für das „Aufpimpen“ einiger Fotos mit Photoshop !
Thomas Träger, Publiziert am 05. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |