Kleiner schwerer Panzer mit GußturmPorsche-Projekt Typ 255/3von Bernd Hauser (1:35 Das Werk)
Dieses Mal ging ich auf Porsches Bemerkung ein, man sollte doch einfach mal von den Russen lernen: einfaches Fahrwerk, schräge Panzerplatten und abgerundeter Gußturm. Da könnte man das Teil doch einfach nachbauen. Daraufhin bekam Ferdinand Porsche vom Rüstungsminister Speer die Bemerkung: Solchen billigen "Mist" von diesen "unterentwickelten" Leuten bauen wir nicht nach! Bei uns geht es, mit unseren heutigen Worten gesagt: um höchste Präzision und HighTech! Die Ergebnisse der Praxis haben gezeigt: "Denkste!" Die Panzerkampfwagen wurden komplizierter, überfeinert und zu teuer! z.B. auch in der Wartung der Schachtellaufwerke. Wechsle da mal eine innere Laufrolle... Ein Panzer hatte trotzdem kaum mehr Überlebenszeit im Gefecht als ca 22 Minuten!!!
Vielleicht hatte Porsche deshalb bei seinen Vorschlägen auch an eine solche Variante, wie hier im Modell, gedacht? Laufrollen vom T-34(von ICM), die Aufhängung hatte ich noch in der Krabbelkiste, die abgeschrägte niedrige Geschoß abweisende Wanne und einen Gußturm. Um dem Vereinfachen entgegen zu kommen, verwendete ich das Geschütz 7,5cm vom Neubaufahrzeug. Vor allem, da es Hinweise gibt, dass man über eine 7,5cm KwK nachgedacht hat. An Stelle des 2.Rohres soll der Luftvorholer liegen. Der Panzer könnte dann der Typ 255/3 geworden sein.
Betreffs HighTech: man hätte auch die Kanone des französischen Char Renault G1 mit automatischem Lademechanismus nehmen können (zugegeben mit nur kleinem Kaliber) -- aber, ob es Porsche schon mitgeteilt worden war, nach der Besetzung von Frankreich? In den "HighTech"-Panzern Tiger und Panther taucht so etwas nicht auf...
Den Gußturm habe ich aus einem Holzklotz gesägt, geschliffen und gefeilt. Er mußte dreimal grundiert werden. Die Öffnung für die KwK habe ich mit einer starken Stahlpatte als Zusatzschutz versehen. Und vorn noch eine Einstiegsluke angebracht.
Die Abdeckung der Winkelspiegel ist mir leider wieder nicht perfekt gelungen. Das versuche ich jetzt schon etliche Male gleich hinzubekommen. Leider fehlt mir da meine frühere eigene Gießwerkstatt...Da baute ich ein Modell und dann Guß für Guß wurde es jedesmal gleich.
Was beim Betrachten des Modells und der Fotos in Frontalansicht auffällt, ist eine gewisse Ähnlichkeit mit den Panzern IX und X. Diese wurden in der Zeitschrift Signal Nr.3 von 1944 in der französischen Ausgabe als mögliche Form der Panzer der Zukunft vorgeschlagen. Dabei erkennt man, dass man damals sehr bemüht war, eine Stromlinienführung zu erreichen, die nicht nur wind- sondern auch geschoßabweisend war. Siehe das bekannte Stromlinienauto Göppinger Ei oder den Schienenzeppelin.
Als Aufschrift wählte ich eine, die sich 1945 auf einem Königstiger in Berlin findet: nach dem populären Schlager von Ilse Werner: "Wir machen Musik!" von 1942. Nur ist hier sicher gemeint: da "pfeift" Euch was um die Ohren! Und, da die meisten Panzersoldaten jung waren und viele auf den Filmstar Marikka Röck standen, hier mal deren Name als Panzerspitzname.
Die Tarnfarbe entspricht wieder der letzten Variante mit: Sand, rotbraun und grün. Auf Abbildungen von 1945 finden sich dann viele verschiedene Farbvarianten. Sicher nach Geschmack und dem Vorhandensein von Farbe ausgeführt. Was ich übrigens nicht eindeutig feststellen konnte, ob die Soldaten jedes Mal vor dem Spritzen des Fahrzeuges ihr Werkzeug abgenommen haben. Bei Werksausführung ist es logisch, da der Panzer erst gespritzt wurde und dann fertig ausgerüstet. Nach deutscher Ordnung eigentlich auch. Da ich aber ettliche Fotos fand, bei denen auch das Werkzeug überspritzt ist, habe ich es zum Teil auch so gemacht. In der Wehrtechnischen Sammlung Koblenz ist am Panther der große Ersatzbehälter tarnfarben, die Werkzeuge normal gefärbt.
Wie einem Foto zu entnehmen ist, habe ich auch meine Garagentüren erneuert. Es fehlen nur noch die Scharniere. Ein weiterer Besuch der Garagen in Wünsdorf vor 14 Tagen brachte noch etwas Klarheit. Allerdings hat die besuchte Garage etwas höhere Tore. Und statt "Rauchverbot" standen innen über jedem Fenster noch Durchhalteparolen!
Bernd Hauser Publiziert am 12. Juni 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |