Jagdpanzer 38(t) HetzerPolnische Beuteversion „Chwat“ während des Warschauer Aufstands 1944von Stefan Szymanski (1:72 Vespid Models)
Zur HistorieBei dem Jagdpanzer 38(t) handelt es sich um eine mehr als erfolgreiche Panzerkonstruktion, basierend auf dem Fahrgestell des Panzerkampfwagens 38(t), die ab Mitte 1944 auf deutscher Seite zum Einsatz kam. Durch die geringe Größe, der leistungsstarken 7,5cm-L/48-Pak, kombiniert mit einer stark abgeschrägten Panzerung zeichnete sich dieser Panzer gerade in den Abwehrkämpfen an der Ostfront aus. So erfolgreich der Hetzer gerade auch durch seine niedrige Silhouette im Kampf war, so unbeliebt war dieser durch die sehr beengten Platzverhältnissen bei den Besatzungen. Typisch für diese Art Jagdpanzer war der geringe Schwenkbereich des Geschützes. Das hatte zur Folge, dass das ganze Gefährt zum Ziel ausgerichtet werden musste, was einen dauerhaft laufenden Motor benötigte. Das erhöhte enorm die frühzeitige Entdeckung. Eine 20mm dünne Seitenpanzerung machte den Jagdpanzer 38(t) dazu sehr verletzlich von der Seite. Da keins der vorhandenen Periskope auf die rechte Fahrseite ausgerichtet war, macht dies die Besatzung bei geschlossenen Kampfraum auf der rechten Seite blind, was die Nervosität und das Unwohlsein im Kampf noch weiter steigerte. Während der kurzen Bauzeit bis Kriegsende, wurden nur wenige Verbesserungen am Hetzer vorgenommen. Jedenfalls scheint es sich hier um ein sehr wartungsfreundliches und zuverlässiges Gerät gehandelt zu haben. So erhielten die Skoda-Werke nach dem Krieg von der Schweiz eine Bestellung von über 158 Fahrzeugen, die dann unter der Bezeichnung Panzerjäger G13 bei der Schweizer Armee von 1946 bis 1973 ihren Dienst versahen.
Zur Geschichte des Beutefahrzeugs „Chwat“Bei „Chwat“ (zu deutsch: „Draufgänger“) handelt es sich um einen Jagdpanzer 38(t) der Heeres-Panzerjäger-Abteilung 743, der 1944 beim Warschauer Aufstand (1. August bis 2. Oktober 1944) der polnischen Heimat-armee in die Hände fiel. Bei der Erbeutung (schon am 2. August) wurde das Fahrzeug schwer beschädigt. Trotzdem konnte das Fahrzeug noch in einer Barrikade gefahren werden, um etwaige Panzerangriffe der Deutschen abzuwehren. Hier sind auch die bekanntesten Bilder des „Chwat“ entstanden. Nach mehreren Tagen wurde dann der nun nicht mehr fahrtüchtige Hetzer in eine nahegelegene Autowerkstatt abgeschleppt, um zumindest die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen. Danach wurde der Jagdpanzer meist in Reserve gehalten, kam nur gelegentlich zum Einsatz, bevor dieser am 4. September durch einen massiven Bombenangriff der Luftwaffe unter einer Häuserwand begraben wurde. Erst 1946 wurde der „Chwat“ dann geborgen und fand seinen Platz im polnischen Armee-Museum in Warschau. Aber schon 1950 wurde der „Chwat“ ein Opfer des Stalinismus. So befahl das politische Hauptdirektorat die Verschrottung des damals einzigen übriggebliebenen „deutschen“(!) Jagdpanzers 38(t) in Polen. Nur ein Laufrad konnte dieser Verschrottung entgehen und kann heute wieder im polnischen Armee-Museum besichtigt werden.
Der BausatzEs ist mit Sicherheit keine Fehleinschätzung, wenn ich die Produkte von Vespid gerade im kleinen Maßstab als „Crème de la Crème“ bezeichne. Gerade hier bekommt der Modellbauer quasi ein Sorglos-Paket in höchster Qualität mit allen nötigen Zubehör (Messing-Geschützrohre, Ätzteile etc.), was die Nutzung eines Zubehör-marktes überflüssig macht. Das trifft natürlich auch auf den „Jagdpanzer 38(t) Hetzer/ Early Production“ zu. Viele kleine, knackige Details versprechen hier eine Menge Bastelspaß. So ist auch der Kit über jeden Zweifel erhaben. Anders sieht es bei den Versionen aus, die Vespid hier zur Gestaltung anbietet. Vespid beschränkt sich hier nur(!) auf zwei Optionen. Mögliche Informationen zu Einheit, Einsatzort und -zeit sucht man vergeblich. Zumindest kann man erkennen, dass es sich bei Option 2 um eine deutsche Variante handelt. Dabei ist der feinstrichige Dreifarbton im kleinen Maßstab dermaßen anspruchsvoll, dass dieser wohl die meisten Modellbauer vor kaum lösbare (vorzeigbare) Aufgaben stellen dürfte. Bei der Option 1 handelt es sich um die schon oben erwähnte „Chwat“-Variante. Die farblichen Vorgaben sind hier aber falsch! So ist Vespid der Fehler unterlaufen, die Farbtöne Grün und Rotbraun zu verwechseln. Tatsächlich waren die grünen Flecken auf sandfarbenem Untergrund braun umrandet. Vespid bezieht sich hier aber auf braune, grün umrandete Tarnflecken. Des weiteren verlangt die Darstellung der Chwat-Variante noch einige Änderungen, um den damaligen Original nahe zu kommen, die aber in der Bauanleitung keinerlei Erwähnung finden. So müssen folgende Punkte beim „Chwat“ unbedingt beachtet werden: - die Stahlplatte des Daches war im vorderen Bereich der Schweißnaht teilweise aufgesprengt und verbogen. Dazu zog sich noch ein vertikaler Riss durch die rechte Seitenpanzerung. - durch diesen Explosionsschaden fehlten die Zieloptik, der Schutzbügel der Zieloptik, sowie die komplette MG-Lafette. - Abschleppseile, sowie Werkzeug wie die Stockwinde und auch Unterstellblock fehlten. - auch die hinteren Ersatzkettenglieder waren nicht mehr vorhanden. Nur im hinteren rechten Heckbereich konnte man einige Ersatzglieder vorfinden. - die Läufe der 7,5cm-Pak-Geschütze verfügten ab Werk am Laufende über ein Gewinde. Bei Bedarf konnte hier eine Mündungsbremse montiert werden. Ansonsten wurde das Gewinde mit einer Art Schutzkappe verschraubt. Diese Schutzkappe fehlt bei der Chwat-Variante und sollte bei der späteren Bemalung Berücksichtigung finden. Zusammenfassend kann man die zwei darstellbaren Versionen als sehr unglücklich bezeichnen. Hier sollte man sich bei Bedarf auf dem Zubehörmarkt nach möglichen Decal-Varianten umschauen.
Der Bau
Obwohl es sich hier um einen hervorragenden Bausatz handelt, ist dieser doch auch anspruchsvoll und verlangt vom Modellbauer schon eine gewisse Erfahrung im Umgang mit Ätzteilen. So kommen hier die kleinsten Ätzteile zum Einsatz (u.a. als Schutzbügel für die Periskope), die eine gewisse Fingerfertigkeit und die nötigen Werkzeuge benötigen. Da ich mich für den Bau des „Chwat“ entschieden hatte, mussten beim Bau die schon oben erwähnten Punkte unbedingt berücksichtigt werden. Zum größten Teil bedeutete es nur, dass man eben auf gewisse Bauteile verzichtete. Des weiteren wurde das Bauteil A20 durch das eigentlich nach Bauanleitung nicht benötigte Bauteil A21 im Heckbereich ersetzt. Die größte Herausforderung stellte die aufgebrochene und deformierte Dachplatte dar. Hier griff ich auf eine feine Resin-Säge zurück und sägte den Bereich der Schweißnähte vorsichtig aus. Es wäre hier natürlich sehr vorteilhaft gewesen, wenn diese Dachplatte als Ätzteil beigelegen hätte, wenn denn Vespid überhaupt sich mit der Chwat-Variante näher beschäftigt hätte. „Hätte...Hätte...Fahrradkette“. Nach dem Aussägen wurde das Material im Bereich der Bruchstellen von innen dünner geschliffen und mit Hilfe von Wärme und einer breiten Pinzette vorsichtig nach oben gebogen, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Dabei arbeitete ich auch den Riss an der Seitenpanzerung mit Hilfe einer Graviernadel aus. Damit waren auch die aufwendigsten Arbeit der Chwat-Variante erledigt. Des weiteren versah ich den Bereich, an dem eigentlich die Stockwinde vorzufinden war, mit passenden Halterungen. Leider unterlief mir hier ein Flüchtigkeitsfehler, der mir erst zu spät auffiel, indem ich versehentlich den Unterstellblock im Bugbereich montierte (Bauteil A11) und dieser auch nur noch mit erheblichen Mehraufwand hätte korrigiert werden können. Ein Fehler, mit dem ich nun leben musste. Auf das Scherenfernrohr und damit geöffneter Luke wurde ebenfalls verzichtet. Ansonsten bereitet der Zusammenbau keine Schwierigkeiten und es sollte hier auch fairerweise angemerkt werden, dass sich dieser Mehraufwand nur auf die Darstellung des „Chwat“ bezog. Um bei der kommenden Lackierung und Alterung genug Spielraum zu haben, teilte ich den Bausatz in verschiedene Baugruppen ein. Dabei bildeten der Aufbau und die Seitenschürzen eine Einheit. Der Auspuff und Kleinteile der Ersatzkettenglieder sollten erst zum Ende der Arbeiten ihre Positionierung finden.
Die FarbgebungMehrfarbtarntöne sind im kleinen Maßstab per Airbrush immer sehr anspruchsvoll. So sollte man sich im Vorfeld immer schon klar sein, ob man hier als Airbrush-Experte Freihand arbeitet oder doch lieber diverse Abklebe-/ Maskierfolien etc. bevorzugt. Mein Plan war, auf Maskierknete zurück zu greifen. Diese Maskierarbeiten kann man erheblich erleichtern, in dem man nicht (wie ansonsten üblich) mit dem hellsten, sondern mit dem Farbton beginnt, der am wenigsten Fläche in Anspruch nimmt. In diesem Fall wären es die rotbraunen Ränder gewesen. Da ich diese aber später per Pinsel aufbringen wollte, blieb der Grünton. So wurde nach einer grauen Grundierung ein „Olivgrün“ (A.MIG-002) auf das ganze Modell aufgebracht. Um den Farbton ein wenig zu brechen, hellte ich den Farbton teilweise mit einem „Light Sand Grey“ (A.MIG-0067) auf und erzeugte so einen eher unregelmäßigen, dafür realistischeren Farbauftrag. Um das Grün weiter zu betonen erfolgte nun noch ein kräftiges Drybrushing mit einem „Light Olive Green“ (A.MIG-0608). Nach einer kurzen Abtrocknungszeit konnte nun die Maskierknete zum Einsatz kommen, die ich in kleine lange Würste rollte und an den Stellen platzierte, die später auch grün bleiben sollten. Nun lackierte ich das ganze Modell mit einem „Dunkelgelb (A.MIG-0010) und auch hier erfolgte eine unregelmäßige Aufhellung mit „Dunkelgelb High Light“ (A.MIG-0904) mit einem anschließenden kräftigen Drybrushing in Form von „Light Sand“ (A.MIG-0616). Nun konnte die Maskierknete wieder vorsichtig entfernt werden. Mit dem Pinsel und „Red Primer Light Base“ (A.MIG-0921) wurden nun noch die Ränder der Tarnflecken gestaltet. Auch alle anderen farblichen Kleinarbeiten erfolgten nun mit den Pinsel. Es war die Zeit für die Decals gekommen. Hier gibt es zum Thema Qualität und Stabilität die wildesten Gerüchte. Immer wieder ist die Rede davon, dass die Vespid-Decals zu dünn und zum reißen neigen würden. Das konnte ich bei meinem zweiten Vespid-Modell immer noch nicht bestätigen. Ich arbeite hier grundsätzlich mit lauwarmen Wasser und einem Weichmacher und hatte bis dato keinerlei Probleme. Nach dem Aufbringen der Decals wurden diese und auch ganze Modell komplett mit Acryl-Glanzklarlack (Vallejo 70.510 „Gloss Varnish“) versiegelt, um die Decals und Farben bei den kommenden Alterungsarbeiten vor Beschädigungen zu schützen.
Die AlterungBeim Weathering / Alterung stehen bei mir grundsätzlich Ölfarben im Focus. Nur mit Ölfarben lassen sich aus meiner Sicht durch die kräftige Pigmentierung und dem langsamen Abtrocknen die besten Effekte erzielen. Den Anfang machte hier ein Gun-Metall (AK461), welches deutlich dunkler und realistischer wirkt, als die herkömmlichen Steel-Farb-Produkte. Mit diesem Gun-Metall bearbeitete ich alle Flächen und Kanten, die auch beim Original besonders viel Beanspruchung ausgesetzt waren. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei der beschädigte Dachbereich und in der späteren Nacharbeit (da mir erst später die Information zukam) die Geschützmündung. Nach einer ausreichenden Trockenzeit (ca. 24 Stunden) kamen nun Rosttöne zum Einsatz („Light Rust“ und „Dark Rust“ von Abteilung 502). Auch hier konzentrierte ich mich vorwiegend auf Kanten und die Beschädigungen im Dachbereich. Dabei konnten auch direkt die ersten vertikalen Rostschlieren dezent gesetzt werden. Mit verschiedenen Grau- und Grüntönen wurden anschließend noch weitere Wetterschlieren gesetzt. Auch jetzt ließ ich das ganze Modell ca. 24 Stunden durchtrocknen, bevor ich ein dunkelbraunes punktuelles Washing setzte. Nach dem Washing, welches natürlich auch noch ausreichend durchtrocknen musste, folgte ein dezentes Drybrushing mit Revell 89 (Emaille). Man kam nun dem Ende der Arbeiten immer näher. So setzte ich noch zwei Filter („Tan for tritonal Camo“ F242 und „Sun bleach“ F430, beides von MIG), bevor ich das ganze Modell mit einem Acryl-Ultramatt-Lack (Vallejo 27.653 „Ultra Matt Varnish“) versiegelte. Bevor nun die Unter- und Oberwanne Hochzeit feiern konnten, musste nur noch der Fahrwerksbereich, hauptsächlich die Laufketten „bearbeitet“ werden. Dafür griff ich auf Pigmente zurück (AK042 „Europe Earth“ und A.MIG-3015 „Brick Dust“), die auch im späteren Diorama Verwendung finden sollten. Anstatt eines Pigment-Fixers griff ich beim Auftragen auf White Spirit zurück, da sich dieser besser zum Nacharbeiten/ Optimieren eignet. So erfolgt hier immer wieder ein Wechsel zwischen Auftragen und Abtragen mit einem Papiertuch, bis man letztendlich mit dem Ergebnis zufrieden ist. Den Abschluss bildete wieder meine klassische dezente Übernebelung mit Tamiya „Buff“, wobei hier auch der Fahrwerksbereich die meiste Aufmerksamkeit erhielt.
Die FigurenAusnahmsweise komme ich vor dem Bau des Dioramas auf die Figuren zu sprechen. So bildeten die wirklich hervorragenden und ansprechenden Figuren von White Stork Miniatures (Set F72115 „Warsaw 1944“) eigentlich den Grundstein für das ganze Projekt. Es bietet sich nahezu an, die Figuren des Warschauer Aufstands mit dem Hetzer “Chwat“ zu kombinieren. Die im 3D-Druck kreierten Figuren verfügen dabei über sehr feine Details, was sich gerade bei den Waffen bemerkbar macht. Auch die Montage der Einzelteile bereitet durch die gute Passgenauigkeit keine Probleme. Die Bemalung erfolgte hier ausschließlich mit Ölfarben. Bei der Tarnbluse, die sich bei den Originalvorgaben wohl auf ein „Rauchtarnmuster“ bezieht, welches 1944 bei den Deutschen eingeführt wurde, konnte in diesen kleinen Maßstab natürlich nur angedeutet werden. Dabei tupfte ich mit einem kleinen, eingekürzten Pinsel verschiedene Grüntöne unregelmäßig auf. Die weitere Ausarbeitung erfolgte mit einem braunen Washing mit „Umbra gebrannt“ (Ölfarbe) und Drybrushing mit Revell 89. Damit die Figuren später auf dem Diorama nicht zu aufgesetzt wirkten, wurde diese noch dezent mit Pigmenten eingestaubt.
Das DioramaDie meisten bekannten Originalbilder beziehen sich auf den „Chwat“ in der bekannten Straßenbarrikade zwischen dem Napoleon-Platz und der Krankenhausstraße im Nordosten des Warschauer Zentrums. Schnell wurde aber klar, dass sich die Figuren von White Stork Miniatures nur schlecht mit solch einer Barrikade kombinieren lassen würden. Es musste also eine andere Idee her. Als Alternative sollte hier eine Backsteinruine von MIG dienen (MP 72-094), die schon seit zig Jahren ihr Dasein in meinem üppigen Sortiment fristete. Kombiniert wurde diese mit einem Kopfsteinpflaster, bei der ich Reste einer alten Vacu-Platte ebenfalls aus meinem Sortiment nutzte. Zuerst lotete ich die genauen Abmaße des Dioramas auf einem Blatt Papier aus und übertrug diese auf eine Pressspanplatte mit passend zurecht gesägten Holzleisten. Anschließend verklebte ich das Kopfsteinpflaster und nutzte an den Rändern Spachtel, um später nach der Verschleifung einen sauberen Übergang zu den Holzleisten zu gewähren. Die Fenster der Ruinen erhielten teilweise Fensterrahmen, bei denen ich auf dünnen Plastiksheet zurück griff. Nachdem auch die Ruine auf dem Diorama ihren Platz gefunden hatte, wurde mit Zweikomponenten-Knetmasse die grobe Struktur für den Schutt geschaffen. Dabei arbeitete ich auch schon Wellblechreste und I-Träger in die Knetmasse ein. Um ein realistischeres Bild zu erzeugen, fanden Reste der I-Träger auch in der Zwischendecke der Ruine Verwendung.
Nun war die Zeit für den Schutt gekommen. Ich griff dabei auf einen Set von Juweela zurück (Set 28309 „Rubble in the box city“), welches gerade für die Schaffung solche Szenarien eine große Hilfe bietet. Dieser Schutt, der auch Ziegelsteine enthält, wurde nun an den vorgesehenen Stellen aufgebracht und anschließend mit „Sand & Gravel Glue“ (F-328 von Ammo/Mig) verklebt und damit fixiert. Dabei nahm ich eine Pipette und Pinsel zur Hilfe, so das immer wieder auch kleinere Korrekturen vorgenommen werden konnten. Um die spätere Szenerie weiter aufzulockern, fanden noch einige Holzkisten und -reste ihren Platz. Nach dem Abtrocknen des Fixers konnte nun das ganze Diorama grundiert werden. Die Grundierung diente hier zum einen zur Kontrolle, ob das bisherige Ergebnis strukturell stimmig ist, zum anderen sollte es für eine gute Basis für den kommenden Farbauftrag mit Alterung gerade auf den Kunststoff- und Resinflächen dienen.
Von der Innenfassade abgesehen, arbeitete ich nun hier vorwiegend mit dem Pinsel. Den Anfang machte ein heller Sandton, mit dem ich die ganze Ruine gerade im Fugenbereich bestrich. Anschließend erfolgte ein kräftiges Drybrushing mit verschiedenen roten Ziegeltönen. Dabei erhielten einzelne Steine noch eine separate Farbgebung. Um später noch mehr Farbkontraste zu erhalten, gestaltete ich die Bodenfliesen der Zwischendecke im Schwarz/ Weißen Schachbrettmuster. Bei dem Kopfsteinpflaster ging ich ähnlich vor, wobei hier eine dunkle Erdfarbe bei den Fugen Verwendung fand. Das Drybrushing erfolge mit einem Steingrau , wobei ich anschließend auch hier mit verschiedenen Grautönen einzelne Steine farblich betonte. Auch die I-Träger, die Wellbleche und Holzkisten erhielten nun ihre Farbgebung. Die eigentlichen Farbarbeiten waren damit schon abgeschlossen. Nun kamen die Pigmente ins Spiel. Den Anfang machte hier ein „City Dark Dust“ (A.MIG-2028), welches ich kräftig(!) mit White Spirit auf sämtliche Schuttflächen aufbrachte. Die besondere Aufmerksamkeit galt dabei sämtlichen Vertiefungen, um eben später eine kontrastreichere Oberfläche zu erhalten. Auch hier verzichtete ich auf einen Pigment-Fixer, um die Übergänge zum Kopfsteinpflaster und Fassade weicher gestalten zu können. Nach dem mehrstündigen Abtrocknen arbeitete ich mich nun mit den Pigmenten weiter vor, die auch schon beim Hetzer Verwendung fanden („Europe Earth“ und „Brick Dust“). Dabei arbeitete ich dieses Mal wie bei einem kräftigen Drybrushing, damit immer wieder ein Kontrast zum „City Dark Dust“ entstand. Dadurch wurde all dem Schutt und Geröll deutlich mehr Tiefe verliehen. Durch die Verwendung von White Spirit konnte ich hier beliebig lange und oft nacharbeiten, bis ich schlussendlich mit dem Ergebnis zufrieden war. Mit Klarsichtfolie gestaltete ich Glasreste in den Fensterrahmen, die ich auch mit hellen Pigmenten einstaubte. Blieben nur noch zwei Kabeltrommeln von FPW Model, die ich nach der Bemalung auf Position brachte, mit Geröll und Schutt versah und nach gleicher vorheriger Vorgehensweise mit Pigmenten bearbeitete. Als klassisches Finish wurde dann das fertige Diorama mit einem Tamiya „Buff“ vernebelt und eingestaubt, womit die Arbeiten dann auch abgeschlossen waren.
FazitSelten, aber manchmal kommt es vor, dass passende Figuren erst den Ansporn für solch ein Projekt geben. So war es in diesem Fall mit den „Aufständigen“ von White Stork Miniatures. So schloss sich schnell der Kreis mit dem dazu passenden Modell und Umfeld. Zu Anfang hatte ich dabei unterschätzt, welche Änderungen zur Darstellung des „Chwat“ nötig waren. Erst im Laufe des Baus kam hier immer mehr Licht ins Dunkel. Hier muss man aber auch Vespid in die Kritik nehmen, die hier einfach eine schlechte, bzw. gar keine ausreichende Recherche geleistet haben. Ich möchte dabei auch nicht den eigentlichen Bausatz schmälern, der über eine überdurchschnittliche Qualität verfügt, aber eben auch erfahrene und geübte Modellbauhände benötigt. Im Grunde war es ein Projekt mit Licht und Schatten und eben vielen Stolpersteinen, um schlussendlich doch ans Ziel zu kommen.
Stefan Szymanski Publiziert am 01. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |