Jagdpanzer IV L/70 (V)116. Pz.Div.228, Pz.-Jäger Abt., Aachen, September 1944von Michael Wittmann (1:35 Tamiya)
Zum Vorbild:Der Jagdpanzer IV war ein im Zweiten Weltkrieg entwickelter und von der Wehrmacht eingesetzter Jagdpanzer, der auf dem Fahrgestell des Panzerkampfwagens IV basierte. Hauptaufgabe des Jagdpanzers IV war die Abwehr angreifender gegnerischer Kampffahrzeuge, wie Panzer und Sturmgeschütze.
Die erste Serie des Jagdpanzers IV besaß als Hauptwaffe die 7,5-cm-Pak 39. Die Kanone war mit 48 Kaliberlängen und einer Rohrlänge von 3,60 m genau so lang wie die Kanone des Sturmgeschützes IV, jedoch besaß letzteres die StuK 40 L/48. Im Unterschied zum herkömmlichen Panzer-IV-Fahrgestell war die Panzerung abgeschrägt, wodurch sich der Panzerschutz vor allem beim spitzwinklig ausgebildeten Bug stark erhöhte. Beim Panzer IV war ein von einem DKW-Motor angetriebenes Stromerzeugungsaggregat eingebaut, das die elektrische Energie für die Turmdrehmechanik lieferte. Beim turmlosen Jagdpanzer IV konnte infolge des Wegfalls dieses Generators ein zusätzlicher Kraftstoffbehälter eingebaut werden. Des Weiteren wurde die Anordnung der Bremsenentlüftung, der Innenraumheizung und der Einbau der Funkgeräte geändert. Bei den Führungsfahrzeugen wurde die ursprüngliche Besatzung von vier Mann um ein Besatzungsmitglied erhöht, welches als Funker das in einer Kugelblende befindliche Bug-MG bediente, dessen Öffnung sonst mit einer kegelförmigen Panzerplatte abgedeckt war. Von dieser Serie wurden im Jahre 1944 insgesamt 769 Stück hergestellt. Die Panzerung wurde von der Witkowitzer Bergbau- und Hüttengewerkschaft geliefert; die Hersteller der Hauptwaffe waren Rheinmetall-Borsig und die Seitz-Werke in Kreuznach.
Im Januar 1944 wurde angeordnet, unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten, die überlange 7,5-cm L/70-Kanone in den Jagdpanzer IV einzubauen. Im April wurden Hitler die ersten Lichtbilder des Panzerjägers mit dieser Kanone gezeigt. Im Rahmen einer Vorführung zu seinem Geburtstag am 20. April legte er den Schwerpunkt der Panzerjägerproduktion auf das „Panzer IV/70 (V)“ genannte Fahrzeug, von dem monatlich bis zu 1000 Stück gebaut werden sollten. Dazu sollte die gesamte Panzer-IV-Produktion auf die Herstellung des Sturmgeschützes IV und des neuen Jagdpanzers IV umgestellt werden.
Im August 1944 begann die Produktion des nun Panzer IV/70 (V) genannten Fahrzeugs bei VOMAG. Die 7,5-cm-Pak 42 L/70 stellte eine Variante der auch im Panther eingebauten Waffe dar. Diese wurde von den Gustloff-Werken in Weimar-Buchenwald und von Škoda in Pilsen in dieser Ausführung ohne Mündungsbremse geliefert. Die mit einer Saukopfblende geschützte und 10° nach beiden Seiten schwenkbare Waffe war von der Fahrzeugmitte aus leicht nach rechts versetzt. Wie auch im Jagdpanzer IV bestand die Besatzung eines Befehlsfahrzeugs aus fünf Mann statt regulär vier Mann. Wegen des langen Überhangs der Kanone musste diese während des Marsches zwingend in einer Rohrstütze gelagert werden. Mit fast 26 Tonnen Gefechtsgewicht war das Panzer-IV-Fahrgestell sehr stark belastet. Die lange Waffe und die starke Bugpanzerung von 80 mm machten das Fahrzeug stark kopflastig, wodurch es im Gelände nur schlecht zu lenken war. Als Gegenmaßnahme für die aus der Kopflastigkeit resultierenden häufigen Schäden an den Gummibandagen der vorderen Laufrollen, wurden spezielle Stahllaufräder mit innenliegender Gummipufferung verwendet. Vomag stellte von diesem Typ insgesamt 930 Stück her. Überliefert ist der Spitzname „Guderian-Ente“. Das Konzept des Jagdpanzers IV wurde später in der Bundeswehr mit dem Kanonenjagdpanzer fortgesetzt.
Zum Originalteil:Das ist der Deckel einer Nahverteidigungswaffe. Die Deckel der Tiger und Panther waren gleich, nur mit dickerer Materialstärke. Die Nahverteidigungswaffe erlaubte es, Rauchgranaten unter Panzerschutz aus dem Inneren des Fahrzeugs abzufeuern. Bei den bis dahin verwendeten, extern angebrachten Nebeltöpfen bestand die Gefahr, dass diese unter feindlichem Beschuss explodierten und der Rauch die eigene Besatzung kampfunfähig machte.
Die Nahverteidigungswaffe bestand aus einem drehbaren Wurfbecher mit 92 mm Durchmesser, der im Innenraum des Panzerfahrzeugs, an einer Öffnung der Oberseite der Wanne oder des Turms, schräg angebracht wurde. Die Hinterseite des Wurfbechers konnte mittels eines Scharniers zum Laden der Granate aufgeklappt werden. Nach dem Laden wurde der Wurfbecher verschlossen und die Zündschraube in einer Aussparung an der Hinterseite des Wurfbechers eingeschraubt. Das Abfeuern erfolgte durch Betätigen des Abzugshahnes am hinteren Ende des Wurfbechers. Als Rauchgranate wurde die Schnellnebelkerze 39 eingesetzt.
Durch die aufgeklappte Nahverteidigungswaffe konnten aus dem Innenraum des Panzers auch Sprenggranaten oder Leuchtkugeln mit der Kampfpistole abgefeuert werden.Die Nahverteidigungswaffe kam erstmals im März 1944 auf dem Tiger I zum Einsatz. Sie wurde danach auch in anderen Panzerfahrzeugen wie dem Panther, Jagdpanther, Tiger II, Sturmgeschütz III, Jagdpanzer und Panzer IV eingesetzt.
Zum Modell:Tamiya brachte 2014 den Jagdpanzer IV/70(V) Lang auf den Markt. Ein Tamiya typischer Bausatz. Einfach gehalten, aber mit guten Details. Die Gummiketten habe ich aber gegen Plastikketten getauscht die ich vom Nashorn noch übrig hatte. Außerdem wurde Zubehör von Darius Miniatures. Der Bau ging gut voran da bei Tamiya die Passgenauigkeit immer top ist. Als Vorbild nahm ich ein Fahrzeug der 228. Panzerjägerabteilung der 11.Pz.Div. Auf Bildern der Einheit ist zu sehen das die Keile der Hinterhalttarnung mit dem Pinsel einfach aufgemalt wurden. So habe ich auch versucht es darzustellen. Die Farben nahm ich wie immer von Tamiya.
Bilder vom Bau und weitere Modelle findet ihr auf meinem Instagram Account unter blue_patriot_mustang_
Michael Wittmann Publiziert am 07. November 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |