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Grumman F-14B „Bombcat“

von Matthias Pohl (1:144 Trumpeter)

Grumman F-14B „Bombcat“

Zur Historie der „Tomcat“ etwas zu schreiben hieße „Eulen nach Athen tragen“ – sie ist sicher nahezu allen Modellbauern bekannt und vertraut. Daher schenke ich mir an dieser Stelle eine weitere Zusammenfassung ihrer Entwicklungs- und Einsatzgeschichte.

Grumman F-14B „Bombcat“

Den Bausatz der „B“ von Trumpeter (Nr. 03918) habe ich mit dem Zurüstsatz von Goffy Models, der (leider!) schon seit vielen Jahren nicht mehr erhältlich ist, ergänzt (Tragflächen mit ausgefahrenen Klappen und Vorflügeln), weil ich auf meinem kleinen Trägerdeck-Dio von Dragon mal ein wenig Abwechselung haben wollte. Bislang startete hier eine F-14A der VF-84 „Jolly Rogers“, die taktische „203“, ich habe sie bereits hier vorgestellt – lang ist’s her!

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Nachdem ich nun schon einige Male die Revell-Version der F-14 gebaut hatte, war ich auf die Trumpeter-Interpretation sehr neugierig. Auffällig ist, dass der Bausatz der „B“ identisch mit dem der „A“-Version aus demselben Hause ist. Alle notwendigen Bauteile sind bereits am Gußrahmen vorhanden. So unterscheiden sich die Trumpeter-Bausätze Nr. 03910 (A-Version) und Nr. 03918 (B-Version) lediglich durch die beigefügten Decals. Im vorliegenden Kit der „Bombcat“ sind zwei Maschinen der VF-11 „Red Rippers“ umsetzbar, die „200“ des Kommodore in der farbenprächtigeren Ausführung und der „Flügelmann“, die „201“, in einem eher schlichten Kleid.

Grumman F-14B „Bombcat“

Ich habe mich für den Bau der bunteren „Bombcat“ entschieden. Die Bauteile des Umrüstsatzes von Goffy Models lagen schon seit Jahren auf Halde und warteten nur auf eine passende Gelegenheit zur Anwendung. Im Laufe der Zeit hatten sich die extrem dünnen Vorflügel jedoch ein wenig verzogen, hier war große Vorsicht geboten. Korrekt zum Startvorgang habe ich die Mechanik des Bugfahrwerks zerlegt und den Stoßdämpfer samt Scherengelenk im eingefederten Zustand wieder zusammengefügt. Dabei musste der Schlepphaken zum Einklinken in den Katapultschuh abgesenkt dargestellt werden. Auch das Höhenleitwerk bekam die start-typische Position. Dazu habe ich es von der Rumpfschale abgetrennt und angelenkt wieder verklebt. Insgesamt war nur sehr wenig Spachtelarbeit notwendig, lediglich der Übergang der Bugsektion in den übrigen Rumpf bedurfte ein wenig Anpassungsarbeit.

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Der Cockpit-/Nasenbereich ist aus meiner Sicht das augenfälligste Unterscheidungsmerkmal des Trumpeter-Kits gegenüber dem Revell-Bausatz: Er ist deutlich breiter! Zusätzlich habe ich dem Fliegerchen ein Pitotrohr von Master aus gedrehtem Messing spendiert. Dazu muss das bereits angegossene Staurohr von der Nase abgetrennt und mit Loch mittels einem 0,3 mm-Bohrer versehen werden. Bei Revell liegt der Tomcat das Staurohr als eigenes Bauteil bei und kann 1:1 durch die Verfeinerung von Master ersetzt werden. Aber auch bei Trumpeter ist die Verwendung des Detailmessings aus Polen ohne Probleme machbar.

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Die Lackierung erfolgte wieder einmal mit Vallejo- und Tamiya-Farben. Da der Bonsai-Bomber in dieser Version fast ausschließlich grau erscheint, wollte ich mit einem Pre-Shading ein wenig Leben und die triste Farbgebung bringen. Nach dem Aufbringen des Vallejo-Primers versuchte ich die Blechstöße schwarz zu akzentuieren. Der anschließende Auftrag von leicht aufgehelltem FS36375 (Vallejo Nr. 70.990) erfolgte in mehreren lasierenden Schichten, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Die blauen Seitenleitwerke und der Cockpitbereich erhielten einen Auftrag mit Vallejo 71.005 intermediate blue. Tamiya Glanzlack, Pinwashing mit Ölfarben von Schmincke, Decals, Versiegelung durch Tamiyas Seidenmattlack.

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Grumman F-14B „Bombcat“

 

Äußerst ärgerlich, aber formtechnisch wohl nicht anders machbar ist die Cockpithaube. Sie weist über die Längsachse eine Formnaht auf, die vorsichtig verschliffen werden muss. Einem abschließenden Schleifgang mit 2000er Schleifpapier und ein Polieren mit Zahnpasta folgte ein Versiegeln mit Tamiya Glanzlack – mangels Future oder Pledge. So sind die wunderschön geformten Piloten von Heroes Models wenigstens wieder sichtbar. Diese mussten natürlich an ihre Sitze angepasst werden.

Grumman F-14B „Bombcat“

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Bei der Bewaffnung habe ich recht heftig aufgetragen und die Bombenkatze vollbeladen dargestellt. Die GBU-16 „Paveway II“ unter dem Rumpf stammen aus einem F-14-Kit von Dragon, ebenso der AN/AAQ-13 Navigations-Pod an der Außenstation an Steuerbord. Er bietet Hochgeschwindigkeits-Penetration und Präzisionsangriffe auf taktische Ziele bei Nacht und bei schlechtem Wetter. Der Navigations-Pod enthält ein Gelände-Radar und eine feste Thermografiekamera.

Grumman F-14B „Bombcat“

Auch wenn es fraglich sein dürfte, dass genau diese Maschine, die F-14B, „AG 200“, Bu.No. 163227, von der VF-11 „Red Rippers“, Carrier Air Wing Seven, an Bord der USS George Washington im Jahre 2005, (Last Tomcat Cruise) diese Zuladung getragen haben könnte, gab es in der langen Einsatzgeschichte des dicken „Turkeys“ der US Navy mit Sicherheit andere Maschinen, die derart beladen von ihrem Träger aus starteten.

Grumman F-14B „Bombcat“

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Grumman F-14B „Bombcat“

Matthias Pohl,
PMC Fritzlar-Homberg e.V.

Publiziert am 18. June 2021

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