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Short Tucano T1

Agiler Turboprop-Trainer mit Brasilianischen Wurzeln

von Thomas Brückelt (1:72 Airfix)

Short Tucano T1

Schon seit einiger Zeit lag der Airfix-Bausatz der Short Tucano T1 in meiner Bausatz-Sammlung. Ein Bausatz, der seiner Zeit etwas aus der Reihe tanzte, da sich bis dahin kein größerer Hersteller dem Thema „Turboprop-Trainer“ angenommen hatte. 1990 ist der Kit herausgekommen, mein Modell stammt aus der 2. Auflage von 2002.

Die Short Tucano entstand aus der Tucano von Embraer. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist das andere Triebwerk (Garrett TPE331-12B Turboprop, 858 kW / 1,151 Wellen-PS), zusätzlich gab es auch Änderungen am Airframe, wodurch das Flugzeug effizienter und belastbarer wurde.

Short Tucano T1

Wie man das Gerät vernünftig bewegt, wurde in diesen Videos hervorragend eingefangen:

https://youtu.be/AogLdxYlF38  und

https://youtu.be/vxzcMVJsIZU

Short Tucano T1

Erst dachte ich, dass das ein schnelles Projekt, aus der Schachtel heraus wird. Mein so ziemlich allwissender Freund, was Ungenauigkeiten in Flugzeugbausätzen angeht, Christian Hetzenauer vom Tiroler Plastikhaufn (https://www.plastikhaufn.at/), wies mich dankenswerter Weise dann darauf hin, dass u.a. die Form der Haube nicht passt, was ich dann auch korrigierte, indem ich mir eine eigene Tiefziehform aus der beiliegenden Haube machte. Diese füllte ich mit Harz und schliff die zu starke Krümmung im vorderen Bereich deutlich flacher. Auch der Steg, der die Haube teilt, saß an der falschen Stelle. Weiterhin stimmt der beiliegende Prop nicht. Hier war der Aftermarket recht schnell, von CMR kaufte ich mir einen Resin-Ersatzpropeller, kurz nachdem ich den Bausatz erhielt.

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Schön, dass dem Bausatz Pilotenfiguren beiliegen, noch schöner wäre es gewesen, wenn sie auch hinein passen würden. Deren Köpfe ragen über die Schleudersitze recht weit hinaus, die Schleudersitze wiederum sind viel zu tief und mussten unterlegt werden.

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Jede Menge Blei klebte ich in der kurzen Nase und unter dem vorderen Cockpit ein. Auch den Resinspinner bohrte ich auf, um darin ein Bleikügelchen zu verstecken. War leider alles umsonst, das Modell fällt leider trotz des ganzen Ballast auf´s Heck, wie ich nach der Lackierung feststellte. Die Hoffnung starb am Schluss, da ich erst dann den Propeller anklebte. Da ja eine Besatzung darin sitzt, ist die fliegende Darstellung glücklicherweise nicht ganz daneben, von daher baute ich noch einen Ständer aus einer transluzent/blauen Platte und einem Acrylglasstab mit 3 mm Durchmesser, und beförderte die Tucano so in ihr Element. Es wird wohl gerade eine Landung mit eingefahrenen Landeklappen praktiziert... Vielleicht hat der Fluglehrer seinen Flugschüler zu sehr gestresst, woraufhin er das Ausfahren der Landeklappen vergessen hat. Das gibt dann beim Debriefing sicher eins auf die Mütze...

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Da die Flachantennen recht dick sind, schliff ich sie etwas flacher. Die kleinsten Antennen fertigte ich neu aus einer 0,5 mm starken Polystyrolplatte an.

Lackiert habe ich mit Emailfarben von Revell und dem Pinsel.

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Als ich die Decals der Instrumentenbretter anbrachte, bekam ich einen recht guten Eindruck davon. Allerdings zerbröselte mir dann gleich das erste Decal, das ich außen nach der Lackierung anbringen wollte. Somit erhielt der Decalbogen einen Überzug mit Liquid Decalfilm, womit das Problem aus der Welt geschafft war. Die Decals haben auf dem schwarzen Untergrund eine sehr gute Deckkraft und sind auch recht exakt gestanzt. Die gelben Segmente der Kunstflugstreifen für die Hauptfahrwerksklappen sind etwas zu breit, auch der Teil dahinter ist zu groß. Der Rest passte sehr gut.

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Short Tucano T1

Die roten Kreisflächen der Kokarden liegen getrennt bei, leider sind die äußeren, weißen Umrandungen exzentrisch, was „Schielaugen“ erzeugt. Um das zu korrigieren, druckte ich die schwarze Umrandung auf weiße Decalfole und brachte diese als Basis an. Die Kokarden-Decals wurden dann darüber angebracht. Da beim ersten Versuch, bei dem ich das Problem erst bemerkte, des erste Paar der beiliegenden Kokarden geopfert wurde, musste ich für die Tragflächen dann auf übrige Decals von einer BAe Hawk zurückgreifen. Diese hatten keine weiße Umrandung, von daher wandte ich den selben Trick mit der weißen Folie als Untergrund an. Sie sind auch minimal größer, von daher beschloss ich auf den Tragflächenober- und Unterseiten die Kokarden von der Hawk zu nehmen, dass sie zueinander passen.

Auch die Vorderseiten der Luftschraubenblätter gestaltete ich mit selbst gedruckten Decals.

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Versiegelt habe ich zunächst mit glänzendem Klarlack, danach folgten noch zwei Schichten Seidenmatt (Mr.Hobby, Sprühlack).

Auch wenn ich recht viel korrigiert habe: Abgesehen von dem Einpassen der Pilotenfiguren, geht das Modell recht gut zusammen. Wenn man mit den Abweichungen zum Original leben kann (ganz so übel, dass einem die Wiedererkennung schwer fällt, ist es nun auch nicht) lässt sich auch ohne viel Erfahrung ein schönes Modell aus dem Airfix-Kit bauen. Es bietet sich definitiv an, das Modell fliegend zu präsentieren. Denn auch wenn man es schafft genug Gewicht in der Nase unterzubringen, reicht wohl der Flügelschlag eines Schmetterlings, dass es doch aufs Heck plumpst.

Short Tucano T1

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Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 30. April 2026

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