U-2 im Militärmuseum der PLA in PekingGewinnermodell für die Clubmeisterschaft 2025 des Modellbauclub Koblenzvon Christoph Adel (1:72 HobbyBoss)
Das OriginalTaiwan nutzte in den 1960er Jahren 19 U-2 für Aufklärungsflüge über China. Die Missionen waren gefährlich. Der Chinesischen Volksbefreiungsarmee gelang es, fünf dieser Maschinen abzuschießen. Im Militärmuseum der Chinesischen Volksrevolution in Peking ist ein Wrack ausgestellt, das aus Teilen vier dieser Maschinen zusammengesetzt ist. Bei einem Besuch im Museum im November 2024 bin ich praktisch über das Wrack gestolpert. Es liegt aufgebahrt in der Mitte des Kellergeschosses wie eine Reliquie. Ich kannte die Geschichte der taiwanesischen U-2s vorher nicht, so wirkt das Wrack auf mich wie ein Out-of-Place-Artefakt und ich brauchte eine ganze Weile es zweifelsfrei als U-2 zu erkennen. Zwei Monate später wird das Thema für die 2025er Clubmeisterschaft des MBC Koblenz beschlossen. Schnell war klar, was mein Beitrag im Wettbewerb sein sollte. Ich beschloss, die U-2 genauso nachzubauen, wie sie in Peking aufgebahrt liegt.
Das ModellGrundlage bildet eine Hobby-Boss 1:72 U-2C. Eine Bauoption ist eine taiwanesische U-2. Die Seriennummer auf dem Seitenleitwerk entspricht sogar der im Museum. Trotzdem stimmt die Proportion des Modells nicht mit den Proportionen des ausgestellten Wracks überein. Der vordere Rumpf muss verlängert, die Elektronik-Bay auf dem Rücken der Maschine entfernt werden. Ich habe nur etwa ein Dutzend der Teile des Bausatzes genutzt. Der Rest wurde nicht benötigt. Die verwendeten Teile wurden so lange drangsaliert, bis sie zahlreiche Löcher aufweisen. Große Teile des Rumpfes wurden großflächig mit zurechtgeschnittenen dünnen Plastik-Sheets überklebt, so dass der zusammengesetzte Look des Originals entsteht. Das fertig zusammengesetzte Modell wurde in verschiedenen Farben grundiert und danach in einem Bronzegrün lackiert. So wurde der Look aus verschiedensten zusammengesetzten Teilen verstärkt. Die Hoheitszeichen wurden mit Airbrush-Masken lackiert. An einigen Stellen erkennt man, dass die chinesischen Kuratoren etwas großzügig bei der Verwendung der Wrackteile waren. An einigen Stellen sieht man Teile von Hoheitsabzeichen-Lackierungen, die mit Sicherheit nicht an diese Stellen gehören. Auch dies wurde bis ins kleinste Detail nachgebildet.
Das Modell erhält einen Sockel aus schwarz lackiertem Birkensperrholz. Die Grube, in der es aufgestellt liegt, ist durch eine LED Lichterkette exakt so beleuchtet wie das Original. Klarsichtteile bilden die Brüstung des Museums. Wie immer war es ein großes Problem, Zivilisten als Figuren zu bekommen. Ich nutze hier ein Set 1:72 Preiser Figuren, was deutlich in die Jahre gekommen ist. Den Figuren sieht man an, dass die Gussform bestimmt schon aus den 70ern stammt. Durch etwas Schleifen und passende Bemalung werden aus 60er / 70er Jahre Fahrgästen der Deutschen Bahn moderne chinesische Museumsbesucher. Zum Schluss erhält der 6-eckige Sockel an der Front eine Beschreibung des Modells und den anderen Seiten Fotos, die ich vom Original geschossen habe. Alles wurde auf gebürstetes Alu-Dibond gedruckt. Christoph Adel Publiziert am 15. Juni 2026 Die Bilder stammen von Bernd Heller. © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |