McDonnell Douglas A-4E/F Skyhawkvon Francis Schimpf (1:32 Hasegawa)
Die kleine Douglas A-4 Skyhawk gehört bis heute zu den markantesten Flugzeugen der US Navy. Ihre kompakten Linien, die enorme Wendigkeit und natürlich ihre Rolle als Aggressor- beziehungsweise Adversary-Flugzeug bei der berühmten TOPGUN-Schule machen sie für viele Modellbauer besonders interessant. Genau deshalb entstand dieses Projekt einer A-4E/F „Vipers“-Maschine im Maßstab 1:32.
Als Grundlage diente der mittlerweile etwas ältere, aber immer noch sehr schöne Bausatz von Hasegawa. Schon die Boxart versprüht echtes Fightertown-USA-Feeling und macht sofort Lust auf den Bau. Besonders gefallen haben mir die typischen TOPGUN-/Adversary-Markierungen, die perfekt zum späteren Tarnschema passen.
Begonnen wurde zunächst mit den klassischen Vorarbeiten. Nach dem Versäubern der Teile und einigen Trockenpassungen entstanden relativ schnell die ersten großen Baugruppen. Auf den frühen Baustufenfotos erkennt man sehr schön den vorbereiteten Arbeitsplatz mit den zahlreichen Farben, Werkzeugen und Airbrush-Utensilien. Gerade bei solchen Lackierungen ist ein gut organisierter Arbeitsplatz Gold wert.
Nach dem Zusammenbau von Rumpf und Tragflächen erhielt das Modell zunächst eine komplette Grundierung mit weißem Surface Primer von Vallejo. Dadurch ließen sich kleine Fehler und Unebenheiten sehr gut kontrollieren. Anschließend begann die eigentliche Lackiervorbereitung mit einem intensiven Pre-Shading. Hierbei wurden sämtliche Gravuren, Wartungsklappen und Strukturen mit schwarzer Farbe entlang der Paneellinien hervorgehoben. Besonders auf den Fotos der noch unlackierten Tragflächen und Rumpfteile ist dieses starke Vorschattieren sehr gut zu erkennen. Ziel war es, später eine möglichst lebendige Oberfläche zu erzeugen und die Tarnfarben nicht flach wirken zu lassen. Die eigentliche Tarnlackierung erfolgte anschließend komplett freihändig mit der Airbrush. Verwendet wurde ein aggressorähnliches Tarnschema aus Grün-, Braun- und Sandtönen, das hervorragend zum Charakter der „Vipers“-Maschine passt. Die Übergänge wurden bewusst weich gehalten, wodurch das Modell einen sehr realistischen Eindruck erhält.
Auf mehreren Bildern erkennt man sehr schön die einzelnen Arbeitsschritte während der Lackierung. Zunächst wurden die grünen Bereiche aufgebracht, danach folgten die braunen und sandfarbenen Tarnfelder. Die Farben wurden in mehreren dünnen Schichten lackiert, sodass das Pre-Shading weiterhin leicht sichtbar blieb und die Oberfläche deutlich mehr Tiefe bekam. Besonders gut gefällt mir persönlich die Wirkung auf der Oberseite der Tragflächen sowie im Bereich des Rumpfrückens. Durch die feinen Übergänge und die sichtbaren Schattierungen wirkt das Modell deutlich realistischer und weniger „spielzeughaft“. Auch die Unterseite erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit. Die geöffneten Bremsklappen sowie die Fahrwerksbereiche wurden separat lackiert und detailliert. Auf den Nahaufnahmen der Unterseite erkennt man sehr schön die Fahrwerkschächte, die roten Kanten der Klappen sowie die feinen Alterungsspuren. Gerade diese kleinen Details geben dem Modell später deutlich mehr Leben.
Nach der Lackierung folgten Klarlack, Decals und die weiteren Detailarbeiten. Besonders markant wirken die roten „Remove Before Flight“-Anhänger an Fahrwerk und Sicherungspunkten. Sie bringen zusätzliche Farbe ins Modell und verleihen der Skyhawk den typischen Eindruck einer abgestellten Navy-Maschine kurz vor dem Start.
Ein weiteres Highlight ist das Cockpit mit geöffneter Haube. Die Pilotenfigur, die kleinen Warnhinweise sowie die geöffnet dargestellte Kanzel sorgen für eine sehr dynamische Wirkung. Auf den Nahaufnahmen des Cockpitbereichs erkennt man außerdem die typische „CMDR. METCALF – VIPER“-Beschriftung, die natürlich eine schöne Anspielung auf die berühmte TOPGUN-Thematik darstellt. Besonders gelungen finde ich auch die Außenaufnahmen des fertigen Modells. Durch das natürliche Tageslicht wirken die Tarnfarben noch einmal deutlich realistischer als unter künstlicher Beleuchtung. Die leicht ausgebleichten Farbtöne vermitteln genau den Eindruck einer intensiv genutzten Adversary-Maschine.
Auf einigen Bildern wurde die fertige Skyhawk gemeinsam mit weiteren US-Navy-Modellen fotografiert, darunter einer grauen A-4 sowie einer F-14 Tomcat im Hintergrund. Dadurch entsteht sofort echtes Fightertown-/TOPGUN-Feeling und gleichzeitig ein interessanter Größenvergleich innerhalb der Sammlung. Das Weathering wurde insgesamt eher dezent gehalten. Ziel war keine extrem verschmutzte Maschine, sondern vielmehr eine glaubwürdige, gebrauchte Trainingsmaschine mit leichten Gebrauchsspuren, etwas ausgeblichener Tarnung und dezenten Schattierungen.
Insgesamt hat der Bau der kleinen A-4E/F sehr viel Spaß gemacht. Trotz seines Alters bietet der Hasegawa-Bausatz eine hervorragende Grundlage für ein beeindruckendes Modell. Gerade das markante „Vipers“-Schema macht die Skyhawk am Ende zu einem echten Blickfang in der Vitrine und passt perfekt in jede Sammlung moderner US-Navy-Flugzeuge.
Francis Schimpf Publiziert am 25. Juli 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |