Grumman F-14A TomcatUS-Navy, VF-1 „Wolfpack“, USS Enterprise, Operation Frequent Wind, Vietnam (April 1975)von Andy Hartung (1:144 Revell)
Revell neuste Auflage der Tomcat hat mich direkt angesprochen. Nicht nur vom Cover her, denn die Decalvariante aus dem Bausatz zeigt zu dem eine der ersten im scharfen Einsatz befindlichen Tomcats, die 1975 noch kurz vor Kriegsende in Vietnam eingesetzt werden. Und auch wenn die Maschinen während ihres Einsatzes im Frühjahr 1975 in keine Luftkämpfe mehr verwickelt waren, gehört sie dadurch dennoch zu den Vietnamkriegsveteranen, zu denen eben auch Klassiker wie die Phantom und UH-1 zählen.
zum Bausatz:Die kleinen Revell Jets haben eigentlich immer einen hervorragenden Ruf und lassen sich schnell und unkompliziert bauen. Außerdem baute ich schon in meinen Anfangstagen eine Blacktomcat, weshalb mir das Projekt nicht unbekannt war. Auf dem Aftermarket gibt es zwar einige Sets, aber ich entschloss mich dazu diesen dieses Mal nicht zu befragen und direkt mit dem Projekt zu start1en. Schließlich entsteht ooB bereits ein sehr gutes Modell.
Der Bau hat im Cockpit begonnen, welches ausreichend gut dargestellt ist. In die kleine Wanne werden zwei Sitze, die Instrumententafeln und ein kleiner Steuerknüppel eingesetzt. Das Cockpit habe ich Hellgrau lackiert und aus Maskingtape kleine Sicherheitsgurte ergänzt. Mittels Pinsel habe ich dann Teile des Cockpits schwarz lackiert und Abziehbilder aufgebracht.
Das Ganze wurde dann in das Cockpit eingesetzt, welches dann verschlossen wurde. Auch der hintere Rumpf wurde zusammengesetzt, dabei die Flügel beweglich eingebaut. Ein kleinwenig Spachtel war dann am Übergang zwischen dem vorderen und hinteren Rumpf notwendig geworden. Ansonsten war die Passung tadellos.
Weitere Kleinteile folgten im nächsten Schritt. Hier wurden die Seitenflossen angebracht, sowie die Triebwerke. Auch hier gab es keine Überraschungen. Lediglich die Pylonen, Fahrwerk und Bewaffnung blieben separat.
Nach dem ich das Cockpit abgeklebt habe, wurde das Flugzeug weiß grundiert. Die Unterseite wurde dann mit HATAKA Insignia-Weiß lackiert. Obwohl meine Erfahrung mit dem Hersteller bisher immer positiv war, war sie bei diesem Farbton nicht ganz so gut: die Farbe war sehr dick und klebte auch noch recht lange nach, was dazu führte, dass sie ständig Staub angezogen hat. Entsprechend lange hat es gedauert, bis ich weiter machen konnte.
Die Oberseite habe ich im Ammo of Mig Graugrün lackiert. Lediglich das Abkleben hat hier einiges an Zeit gekostet. Kleinere Stellen wurden dann noch lackiert: so z.B. die Fahrwerksschächte mit Weiß, die Nase mit Dunkelgelb, die oberen Enden der Seitenleitwerke mit Rot und die Raketen mit Neutral-Grey. Ich verwendete hier durchgehend die Ammo of Mig bzw. ATOM Farben.
Als zwischen Schritt brachte ich das Fahrwerk samt geöffneten Klappen an. Diese müssen, wenn man sie geöffnet darstellen will, selbst aufgeschnitten und die Ränder mit Rot bemalt werden. Auch hier gab es keine Probleme, wenn man die Räder richtig ausrichtet, steht das Flugzeug auch schnell und stabil auf seinen Beinen.
Die Decals waren nun das i-Tüpfelchen und machten die Maschine erst richtig attraktiv. Mir geht es meistens so, dass ich die Flugzeuge nach der Bemalung noch nicht so gut finde, dass kommt dann meist erst nach Anbringen der Markierungen. Trotz der kleinen Größe waren einige Bilder zu verarbeiten. Auch die Raketen kamen dabei nicht zu kurz und erhielten Markierungen. Das Ganze ging problemlos, mit einer Ausnahme. Bei einer der beiden Phoenix-Raketen zerriss ein Decal mit der Beschriftung. Um das zu kaschieren, drehte ich die Seite einfach in die Innenseite des Flugzeugs. Am Ende drückte ich die Bilder mit Weichmacher an und erwärmte sie vorsichtig mit einem Fön, um sie richtig an die Oberflächen Strukturen anzupassen.
Nachdem eine Schicht Glanzlack die Decals versiegelte, wurde gealtert, allerdings nur mit einem Pinwash, was bei der Größe mehr als ausreichend sein dürfte. Ich schloss das Projekt mit einer Schicht Mattlack und dem Abziehen der Masken.
zum Vorbild:Die Fighter Squadron 1 (VF-1) „Wolfpack“ gehörte zu den ersten Einsatzverbänden der neuen Grumman F-14A Tomcat. Die Staffel wurde 1972 aufgestellt und erhielt ab 1973 ihre ersten Maschinen. Ursprünglich war die F-14 als weitreichender Flottenverteidigungsjäger konzipiert worden, um amerikanische Trägerkampfgruppen gegen sowjetische Bomber und deren Seezielflugkörper zu schützen. Ihre erste Einsatzfahrt führte die VF-1 jedoch bereits an das Ende des Vietnamkrieges. Ab September 1974 war die Staffel an Bord der USS Enterprise im Westpazifik stationiert. Im Frühjahr 1975 verschärfte sich die Lage in Südvietnam dramatisch, und nach dem Zusammenbruch der südvietnamesischen Streitkräfte begann die amerikanische Evakuierung.
Während der Operation „Frequent Wind“ Ende April 1975 kamen die F-14A der VF-1 erstmals unter realen Einsatzbedingungen zum Einsatz. Zusammen mit der VF-2 übernahmen sie die Luftsicherung über dem Evakuierungsgebiet und schützten die zahlreichen amerikanischen und südvietnamesischen Hubschrauber, die Menschen aus Saigon zu den wartenden Schiffen evakuierten.
Die Tomcats wurden dabei nicht in Luftkämpfe mit nordvietnamesischen MiGs verwickelt und erzielten entsprechend keine Luftsiege. Trotzdem stellte „Frequent Wind“ die erste Kampfeinsatzphase der F-14 überhaupt dar. Die modernste Jagdmaschine der US Navy hatte damit ihre Feuertaufe ausgerechnet während der letzten Tage des Vietnamkrieges. Für die VF-1 war dies ein ungewöhnlicher erster Kampfeinsatz. Die F-14 war für den Kampf gegen feindliche Flugzeuge in großer Entfernung entwickelt worden, übernahm stattdessen aber die Rolle eines Schutzschildes für eine der letzten großen amerikanischen Evakuierungsoperationen. Mit dem Ende von „Frequent Wind“ endete auch die amerikanische Beteiligung am Vietnamkrieg – und gleichzeitig begann die eigentliche Einsatzgeschichte der F-14 Tomcat. Fazit:Ja die 1:144 Jets von Revell machen wirklich immer wieder Lust auf mehr, Meistens auch farbenfroh machen sie in der Vitrine eine gute Figur.
Andy Hartung Publiziert am 14. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |