North American RA-5C VigilanteTrägergestützter Überschall-Langstreckenaufklärer der US Navyvon Max Hauswald (1:48 Trumpeter)
Vorwort„Die Wachsame“ bedeutet Vigilante im deutschen. Für mich das vermutlich schönste Trägerflugzeug jemals. Ab 1954 wurde bei North American die „A3J“ entwickelt, welche im August 1958 erstmals flog. Ein riesiger, wunderschöner Jet. Ab 1961 eingesetzt als Überschall-Bomber mit der Fähigkeit Atomwaffen zu tragen, wandelte sich der Einsatzzweck über die Jahre erheblich. Die große Besonderheit des Flugzeugs ist der zentrale Waffenschacht, der sich wie ein Tunnel zwischen den Triebwerken befindet nur nach hinten geöffnet ist. Hier sollte die Atombombe lagern, der Rest des Tunnels sollte mit ebenfalls auswerfbaren Treibstofftanks gefüllt werden. Die Annäherung an das Ziel sollte mit Überschallgeschwindigkeit erfolgen und mit dem Abwurf der Waffe wurde auch der unnötige Balast der leeren Treibstofftanks mit ausgestoßen werden, so dass die Flucht noch zügiger erfolgen kann. Der Wechsel der amerikanischen Strategie führte dazu, dass man strategische Atomwaffen nur noch von ballistischen Raketen einsetzen wollte. Die A-5A und A-5B verloren ihren Einsatzsinn, da sie eigentlich nichts anderes konnten. Erst die Umrüstung zur RA-5C führte zu einem neuen „Leben“ dieses Flugzeugtyps. Das R steht hierbei für „Reconnaissance“, also Aufklärung. Von außen gut erkennbar ist dabei das unter dem Rumpf angebrachte „Kanu“ mit den Kameras. Dabei erstreckt sich die Verkleidung fast über den gesamten Rumpf und ist etwa 11 Meter lang. Eine Besonderheit ist, dass die RA-5C sehr häufig ohne Außenlasten unter den Flügeln flog – da die interne Treibstoffmenge groß war und der Verzicht auf weitere Tanks die Geschwindigkeit deutlich begünstigten. Die RA-5C war vollkommen unbewaffnet und überlebte ausschließlich durch ihre Geschwindigkeit und geringe Flughöhen (Unsichtbarkeit).
Das Modell
Der Bausatz von Trumpeter stammt von 2005 und ist… „alternativlos“, sofern man einen „mainstream-Spritzgussbausatz“ bauen möchte. Angeblich gibt es noch etwas aus den 1990ern von Collect-Aire Models. Nein danke. Ich bin kein großer Trumpeter-Fan. Mir gefallen häufig weder Passgenauigkeit noch Oberfläche oder Konstruktion – und die Decals schon gar nicht. Man möchte sich jedoch nicht beschweren, denn insgesamt kommt man schon zu einem vernünftigen Modell. Im Cockpit habe ich ein paar farbige Ätzteile von Eduard verbaut, da ich diese recht günstig erwerben konnte. Des Weiteren wurde ein Pitotrohr von Master verbaut.
Der Bausatz ermöglich die Installation von Tanks und auch von Blitzkörper-Behältern für nächtliche Fotoshootings über dem Feindesland. Aber in meinen Augen verschandelt jede Außenlast die Formen dieser Schönheit.
Lackierung und Fertigstellung
Ich wollte sicher nicht die Trumpeter-Decals verwenden. Daher kaufte ich mir einen Bogen von HAD Models. Dargestellt werden können hier verschiedene RA-5C des „Heavy Reconnaissance Attack Squadron 9“, dem RVAH-9 der „Hoot Owls“. Schön dünne Decals, welche sich sehr schön verarbeiten lassen. Stationiert war die dargestellte Maschine auf der USS Nimitz ca. 1976-1977 während einer Mittelmeer-Einsatzfahrt. Man muss beim Bau des Modells etwas aufpassen, da es zwei Baureihen der RA-5C gibt, die mit 149er und die mit 156er Bureau Numbers. Dazu sind unterschiedliche Rüststände der ECM-Ausrüstung möglich. Das Internet sagt, dass meine 149299 keinen ECM-Stachel auf dem Heckkonus haben sollt. Ein Bild des Originals zeigt diesen jedoch eindeutig. Wie immer gilt: checkt eure Vorbilder.
Das Modell ist im Standard-Navy-Farbschema lackiert. Man sollte jedoch beachten, dass die slats an der Flügelvorderkante unlackiert (Metall) sind. Bei der Lackierung bzw. Alterung sollte man jedoch ordentlich „Charakter“ in den Lack bringen, da das Modell auf Grund seiner Größe einfach sehr große, ebene Flächen aufweist. Ein vernünftiges pre-shading ist daher für mich Pflicht.
Max Hauswald Publiziert am 08. Oktober 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |