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Junkers Ju 588 Fafnir

Schwerer Viermot einmal anders - sehr fiktiv

von Gerrit Rost (1:72 verschiedene Hersteller)

Junkers Ju 588 Fafnir

Bei diesem Modell handelt es sich um die völlig fiktive Ju 588 Fafnir, benannt nach dem feuerspeienden Drachen.

Vor zwei Monaten hat mir ein guter Freund die Überreste seiner jugendlichen Bastlerkarriere geschenkt, gebaut Ende der 80er Jahre, und ich fühlte mich verpflichtet, daraus etwas Ordentliches zu machen. In diesem Fall waren die Tragflächen einer Fw 190 die Grundlage, kombiniert mit einem 70er Jahre-Matchboxkit der Ju 188 aus meiner Sammlung.

Junkers Ju 588 Fafnir

Junkers Ju 588 Fafnir

Junkers Ju 588 Fafnir

Nach einer Woche Überlegen war entschieden, dass eine Canard-Konfiguration gebaut wird, mit großen Gondeln für die Triebwerke und sehr großen Propellern, die von einem großen Mosquito-Bausatz stammen. Schwierig war die Suche nach einem passenden Rohr zu den schönen großen Naben der Propeller, die wollte ich unbedingt weiter verwenden. 

Ich habe mich für ein sehr massives Acrylrohr entschieden, das ich aufwändig bearbeiten musste, damit die Verbindung auch wirklich stabil ist, siehe Foto. Verklebt ist diese Stelle mit einem speziellen Acrylklebstoff und UV-Licht. Die üblichen PU-Rohre aus dem Baumarkt kommen für mich aus diversen Gründen nicht in Frage...

Junkers Ju 588 Fafnir

Junkers Ju 588 Fafnir

Fast alle Verbindungen am Modell sind ohne den Einsatz von Spachtelmasse gebaut, dadurch wird die Klebefläche groß gehalten und sehr stabil. Für die großen Propeller musste ich einen Knickflügel konstruieren, auch hier ist wieder komplett ohne Spachtel geklebt.

Junkers Ju 588 Fafnir

Junkers Ju 588 Fafnir

In der Nase habe ich ein stabiles Fach für Metallkugeln vorbereitet, damit das Flugzeug korrekt steht, aus optischen Gründen ist das Fantasiefahrwerk und die Reifen etwas überdimensioniert, mir gefallen die Proportionen genau so. Das Fahrwerk ist komplett aus Gußästen und Sheet gebaut.

Junkers Ju 588 Fafnir

Junkers Ju 588 Fafnir

Die Glasteile der Kanzel sind bei dem Matchbox-Bausatz sowohl ein Highlight wegen der übertrieben groben Gitterstruktur als auch eine Schwachstelle wegen der Teilung in der Mitte. Hier wurde auch wieder der Acrylfix-Klebstoff benutzt, der extrem stabil ist und glasklar aushärtet. Das Maskieren der fast 40 Fenster ist jedesmal eine Freude, ich benutze den Bausatz ja öfter und habe noch ein paar auf Vorrat. Die Lenkwaffe sowie der große Flammenwerfer sind aus diversen Resten entstanden.

Junkers Ju 588 Fafnir

Auch ein fiktives Modell braucht eine Hintergrundstory

Zwei Dinge waren problematisch beim Einsatz der zweimotorigen Bomber, die Verwundbarkeit der Flugzeuge sowie der Besatzung durch die großen Fensterflächen im Cockpit sowie die geringe Waffenlast. Daher wurde ein Konzept erarbeitet, um die Fenster komplett aus neu entwickeltem Schott-Panzerglas zu bauen und zudem die gesamte Außenhaut des Flugzeugs aus Panzerstahl, der von Thyssen-Krupp geliefert wurde. Dadurch wurde das Gesamtgewicht der Maschine von etwa 10 auf knapp 30 Tonnen erhöht.

Junkers Ju 588 Fafnir

Die einzige Möglichkeit dieses Monster in die Luft zu bekommen, war die deutliche Vergrößerung der Tragflächen und natürlich eine Steigerung der Antriebskräfte. Hier wurden dafür große  48-Zylinder X-Motoren (Doppel-V) mit (genial!) beidseitigem Kurbelwellenabgang entwickelt, um die gigantischen Propeller in Push-Pull-Anordnung anzutreiben. Für die notwendige Bodenfreiheit wurde ein massiver Knickflügel konstruiert, der zusätzlich die Stabilität der Fluglage deutlich verbessert.

Junkers Ju 588 Fafnir

Auch das Fahrwerk musste natürlich dem hohen Gewicht angepasst werden und wurde aus Sicherheitsgründen mit massiven Stahlfedern statt einer anspruchsvollen hydraulischen Federung sehr wartungsfreundlich gestaltet.  

Junkers Ju 588 Fafnir

In den Jahren 1946-48 wurde vom RLM die Anordnung mit großen Tragflächen und kleinen Vorflügeln bevorzugt, um die Rundumsicht für die Besatzung zu verbessern. Gleichzeitig wurde am Konzept des Schnellbombers festgehalten, der gleichzeitig auch als Schlachtflugzeug eingesetzt werden konnte.

Junkers Ju 588 Fafnir

Dafür hatte die Fafnir eine von Siemens entwickelte fest eingebaute Lichtkanone an der rechten Rumpfseite (entsprechend einem Flammenwerfer), diese Waffe hatte bei einer Fluggeschwindigkeit von 500 bis 800 km/h eine Reichweite von etwa 1.500 Metern und konnte somit alliierte Flugzeuge bekämpfen, bevor sie selbst in den Bereich der gegnerischen Waffen gelangte. Der feuerspuckende Drache wurde konsequent mit großem Erfolg gegen feindliche Bomberformationen eingesetzt und hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg der deutschen Offensive von 1947.

Für den Einsatz als Bomber kamen zusätzlich zum internen Bombenschacht verschiedene Außenstationen zur Anwendung, hier bestückt mit einer Adler-Lenkwaffe und zwei Torpedos zur Bekämpfung von Schiffen. 

Junkers Ju 588 Fafnir

Gerrit Rost

Publiziert am 31. Januar 2026

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