Messerschmitt Bf 109 K-4von Stefan Zimmermann (1:32 Kotare)
Kurz zum historischen VorbildMit der K-Reihe erreichte die Entwicklung der Bf 109 ihren technischen Höhepunkt. Von der „Kurfürst“ wurde jedoch nur die K-4 noch in nennenswerter Zahl in Serie gebaut. Im Prinzip wurde hier die G-Reihe mit ihren vielen Unterversionen überarbeitet und auf einen Standard gebracht. Zusätzlich erfolgten Verbesserungen in der Motorisierung (DB 605 DM), der Bewaffnung (MK 108 als Motorkanone, zwei MG 131 über dem Motor) und den Tragflächen. Außerdem erhielt die Kurfürst größere Räder, Abdeckklappen für das Hauptfahrwerk und ein einziehbares Spornrad. Auch wurden mechanische Fahrwerkstandanzeiger auf den Tragflächenoberseiten integriert.
Zusammen mit der Fw 190 D-9 und der Ta 152 konnte die Luftwaffe leitungstechnisch im Bereich der Kolbenmotorflugzeuge mit der Kurfürst zu den alliierten Mustern wie Spitfire und Mustang aufschließen. Mein Modell stellt eine K-4, Stab III./JG 52 im Frühjahr 1945 dar, geflogen von Adolf Borchers.
Bastelspaß von KotareDas Modell stammt aus dem Hause Kotare und ist ein echt großer Wurf. Feine Details und eine erstklassige Passform. Bastelspaß in reinster Form. Für ungeduldige Modellbauer wie mich reines Balsam für die Seele. Allerdings ist der Preis von um die 100,– € auch kein Pappenstiel und kann so manchen geneigten Modellbauer abschrecken. Gebaut habe ich fast nur „oob“. Die bausatzeigenen Läufe der MG 131 habe ich durch Exemplare von Quickboost ersetzt. Für den Antennendraht und das Haltekabel der Kanzelhaube kam dehnbares Garn zum Einsatz. Das war es dann aber auch schon mit den Zurüstteilen.
FarbgebungLackiert wurde die Kurfürst mit Farben von Mr. Hobby (RLM 76, 74, 75, 81, 82), Tamiya (RLM 66) und Revell. Die Alterung erfolgte nach zimmotypischer Methode: etwas Trockenmalen, eine Ölfarbenwäsche fürs komplette Modell (betont die Blechstöße, mildert zu starke Kontraste in der Lackierung ab und bildet einen leichten Filter auf dem Modell) und Einsatz von Pastellkreide für z. B. die Abgasfahnen, Ölschlieren, Kordithfahnen usw.Am Ende wurde dann alles mit seidenmattem Klarlack von Humbrol versiegelt. Die Figur stammt aus einem Pilotenset von ICM und wurde mit Aquacolorfarben aus dem Hause Revell bemalt.
KreativesDas Flugfeldbild mit meinem Modell ist per Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt worden. In meinem Modellbauer-Dunstkreis ist da eine kleine Diskussion über das Für und Wider dieser Bildbearbeitung im Gange. Ich begrüße die Diskussion und kann auch die Kritik nachvollziehen. Ist es doch gut möglich, mit Hilfe der KI ein Modell virtuell so zu überarbeiten und zu „verfremden“, dass es am Ende nichts mehr mit dem real gebauten Objekt zu tun hat. Aus diesem Grunde benenne ich solche Bilder auch ganz klar als KI-generiert und sage auch, was dort gemacht wurde. Ich sehe so ein Bild im Rahmen einer Modellvorstellung als kleines, zusätzliches Highlight, das am Ende einer Präsentation stehen kann. Praktisch als (frei nach Loriot): „Das Zitronenbällchen auf dem Kosakenzipfel“. Im Fall meiner Kurfürst habe ich das Modell in eine neue Hintergrundszenerie gesetzt, die Proportionen des Fliegers etwas angepasst und die Farbgebung von Modell und Hintergrund etwas harmonisiert.
Stefan Zimmermann, Publiziert am 13. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |