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Resin-models

Enrico Friedel-Treptow

von Making of (1:72 A+V Models)

Resin-models

Prolog

In fast allen Sparten gibt es, neben den klassischen Bausätzen im Spritzgussverfahren, auch Bausätze aus Resin (Epoxidharze). Meistens von Kleinserienherstellern werden dabei oft Modelle seltener oder fiktiver Vorbilder angeboten, die es als Spritzgussbausätze nicht gibt. Modelle aus Resin ergänzen diese Lücken und bedienen Nischen im Angebot.

Definition

Bausätze aus Resin (Epoxidharz) werden im Fließgussverfahren gefertigt, in dem das flüssige, mit Härter gemischte Harz in eine zweiteilige Form aus Silikonkautschuk gegossen wird. 

Hinweis

In diesem Making-of Beitag stellen wir die Sparte Resin-Modelle beispielhaft mit dem Bau eines Flugzeuges vor. Die beschriebenen Arbeiten und Tips gelten aber auch genau so für andere Resinmodelle von Schiffen, Fahrzeugen und Figuren. Das kleine Flugzeugmodell ist dabei ein Vollguß. Je größer der Maßstab desto eher sind Resinmodelle auch im Hohlguß wie z.B. Truck- und Automodelle im Maßstab 1:24 hergestellt ganz ähnlich wie die Einzelteile bei Modellen im Spritzgussverfahren aus Polystyrol.    

Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben:

„herzig-harzig“

Was ist das Besondere an der Sparte Resin Models?

Die Besonderheit und das was Resin Modelle von den anderen Sparten im Plastikmodellbau unterscheidet beschreiben wir mit: Exoten, Underdogs und Nischenmodelle, die es von den großen Herstellern von Spritzgussbausätzen nicht gibt. 

Das Thema Resin-Modelle ist auch Inhalt des Online-Kurses Plastikmodellbau für Anfänger Teil 31:  https://www.modellversium.de/tipps/3-nuetzliches-aus-dem-Alltag/8148-.html

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Bausatz:

Auch beim Online-Kurs Special wollte ich meinem Hauptthema „Junkers“ im Modellbau treu bleiben: Junkers Resinmodelle habe ich auch schnell gefunden. Das Lager offenbarte mir Kits von der Junkers J2 über A 50, W 33, K 43, Ju 46, Ju 88, Ju 488 bis hin zur EF 131 sowie EF 137. Alle genannten Bausätze habe ich auch hier auf Modellversium vorgestellt, einfach mal in der Kit-Ecke nachschauen.

Etwas haben all die Bausätze gemeinsam: sie sind sehr umfangreich, besitzen viele Teile und sind nicht ganz einfach zu bauen. Da wir aber hier auch Beginner und im Modellbau noch nicht so Erfahrene ansprechen möchten, fand ich die Kits für diesen Beitrag nicht so geeignet. 

Da fiel mir der Bausatz der Junkers EF 127 von A+V in die Hände. Er hat alles, was einen (guten) Resinbausatz ausmacht. Sauber gegossene Resinteile, eine geringe Zahl an Bauteilen, Ätzmetallteile zur weiteren Detaillierung, tiefgezogene Kanzel, rudimentäre Bauanleitung und wenige Decals.

Das Gegenteil davon kann man hier betrachten: https://www.modellversium.de/kit/artikel.php?id=9506 

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In der Schachtel befinden sich 13 Resinteile. Außerdem findet man den Pilotensitz und Steuerknüppel aus Metall. Ebenfalls aus Metall zwei Stifte, deren Verwendung mir noch unklar ist. 

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Für die Innenausstattung des Cockpits gibt es eine Ätzmetallplatine. Falls man sich nicht an die Verarbeitung diese Teile traut, ist das auch nicht so tragisch, denn nach dem Zusammenbau wird davon sicher nichts mehr zu sehen sein.

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Die Decals beschränken sich auf die Hoheitszeichen in Schwarz und zwei Ziffern „5“ in Weiß. Da es ohnehin keine Einsatzflugzeuge des Typs gab, kann man sich bei der Bemalung und Kennzeichnung austoben und sicher Decals aus anderen Bausätzen verwenden.

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Für das Instrumentenbrett gibt es einen kleinen Fotofilm, mit dem die Anzeigen der Instrumente dargestellt werden können. 

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Für die Kanzel gibt es ein tiefgezogenes Teil. Bei vielen Bausätzen werden zwei Hauben beigelegt, falls beim Ausschneiden und Bearbeiten etwas schief geht. Leider hat A+V darauf verzichtet.

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Die Bauanleitung kann man nicht wirklich als solche bezeichnen. Ein A4-Blatt enthält einen Dreiseitenriss, eine Zeichnung zur Anwendung der Ätzteile sowie wenige technische Daten. 

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Da sich die Anbringung der wenigen Rumpf- und Leitwerkteile größtenteils von selbst erschließt, ist sicher auch nicht mehr notwendig. 

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Einen Bemalungsplan gibt es nicht, aber wie bereits erwähnt, gab es keine Flugzeuge im Einsatz. Also sind den verschiedensten Bemalungsvarianten Tür und Tor geöffnet.

Baubeschreibung

Wie bei zahlreichen Resinbausätzen sind die Teile in kleine Foliekammern eingeschweißt. Diese Art der Verpackung verhindert, dass die Teile beim Transport in der Verpackung hin und her fliegen und vermindert somit die Bruchgefahr. Manche Resinvarianten sind ziemlich spröde und so könnten Stücke abbrechen. Außerdem verschwinden Kleinteile nicht im Nirgendwo, da sie sich ja nicht an Gussrahmen befinden

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Bevor man mit dem Bau beginnt, müssen die Teile aus ihrer Verpackung befreit werden. 

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Damit sie im Anschluss nicht verloren gehen, sollten sie in wieder verschließbare Verpackungen umsiedeln.

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Bei diesem Kit handelt es sich um ein klassisch gegossenes Resinmodell. Der Guss erfolgt in der Regel in Silikonformen. Damit Resin und Silikon keine innige Verbindung eingehen, werden auch Trennmittel eingesetzt. Genau diese Reste von Silikon und Trennmittel sollten vor dem Bau entfernt werden. Ein Bad in handwarmer Spülmittellösung ist dafür bestens geeignet (bei früheren Spritzgussbausätzen war das ebenfalls zu empfehlen). 

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Aber Achtung, das Wasser sollte nicht zu warm sein, da sich Resin in der Wärme verformt. Diesen Effekt nutzt man, um verbogene Resinteile wieder zu richten.

Bevor nun endlich der Bau beginnt, sollten die Teile auf Grat, Sinkstellen und noch vorhandene Angüsse untersucht und anschließend von ihnen befreit werden. Aber Achtung, wenn möglich nicht so viel feilen. Unter Umständen legt man durch das Feilen und Schleifen versteckte Lufteinschlüsse frei, die dann wieder aufwändig verschlossen werden müssen.

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Am Rumpf meines Modells befand sich ein Grat (siehe Abb.1), der durch die Trennnaht der Gussform entstanden ist. Ich habe ihn vorsichtig entfernt. Dafür benutzte ich allerdings keine Feile, sondern schabte mit einem spitzen Skalpell das überschüssige Resin ab (siehe Abb.2). Das hatte den Vorteil, dass ich ziemlich präzise nur die betreffende Stelle bearbeiten konnte, keine Schleifspuren entstanden und zum Glück keine Einschlüsse geöffnet wurden. Aber bitte beim Schleifen und Feilen beachten: Resinstaub ist nicht besonders gesund, also Einatmen vermeiden und Mundschutz tragen.

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Bei fast allen Resinmodellen gibt es keine Klebelaschen oder Positionierungsstifte und –löcher, die den Zusammenbau erleichtern und dem Modell auch nötige Festigkeit verleihen. 

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Vielmehr sollen in der Regel die Teile, z.B. die Tragflächen und das Leitwerk, stumpf aufeinander geklebt werden. Das birgt natürlich die Gefahr, dass bei etwas mehr Belastung die Klebefläche aufbricht. Denn bei Resinmodellen verwendet man keinen Plastikkleber, der das Material anlöst und beim Aushärten beide Teile quasi miteinander verschmelzen lässt. Hier wird mit Sekundenkleber (Cyanacrylat) gearbeitet. Dadurch halten die Teile dann durch die Adhäsion des Klebers mit dem Resin zusammen. Eine Verbindung, die unter Umständen auch wieder gelöst werden kann. 

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Um dem Modell mehr Festigkeit zu verleihen, kann und sollte man zumindest größere Teile miteinander verstiften. Dazu werden kleine Löcher gebohrt und Metallstifte eingesetzt.

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Eventuell nach dem Zusammenbau noch vorhandene Spalte werden verschlossen. Hier schwört jeder Modellbauer auf sein “Mittelchen“. Entweder Spachtelmasse (Putty), dickflüssiger Sekundenkleber, Sekundenkleber in der Mischung mit Talkum oder Weißleim bis hin zum Modellwachs. Hier muss man etwas probieren, was einem selbst am besten gefällt. Zum Schutz der angrenzenden Modellflächen sollte man diese mit Tape abkleben. 

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Wenn man schon beim Aufbringen des Füllmaterials auf eine glatte Oberfläche achtet, erspart man sich nach dem Trocknen viel Schleifarbeit. 

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Nachdem der „Rohbau“ abgeschlossen ist, wird das Modell grundiert. Ich verwende den schwarzen Primer auf Acrylbasis von Vallejo. Das Grundieren soll mehrere Vorteile bieten. Zum einen kann man nun gut sehen, ob die gesamte Oberfläche die Farbe annimmt oder noch irgendwo fettige Stellen die Farbe abstoßen. Außerdem werden Bereiche sichtbar, an die man noch mal mit Schleifpapier oder Feile ran sollte. Und nicht zuletzt soll auf der Grundierung die eigentliche Farbe besser haften. 

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Zufrieden mit der Grundierung geht es an den weiteren Zusammenbau. Ich habe den Metallsitz durch einen Sitz aus der Restekiste ersetzt. Letzterer gefällt mir einfach besser. 

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Nachdem dann auch das restliche Cockpitinventar eingebaut ist, wird der Pilotenbereich verschlossen. Anschließend ist noch etwas Anpassungsarbeit nötig. Aber das ist kein großes Problem. Anschließend noch mal Primer über alles.

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Der aufmerksame Leser wird schon bemerkt haben, dass diesem Flugzeug das Fahrwerk fehlt. Tatsächlich hatte dieser Flugzeugtyp kein Fahrwerk. Der Start sollte mit einem Startwagen erfolgen, der nach dem Start auf dem Flugfeld zurückblieb

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Die Landung sollte dann auf (ausfahrbaren) Kufen stattfinden. Für eine Präsentation in der Vitrine und auf Ausstellungen gibt es für das Modell mehrere Möglichkeiten: auf einem Transportgestell, auf dem Startwagen, fliegend in der Luft oder nach der Landung auf den Kufen.

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Ich habe mich für die erste Variante entschieden und einen kleinen Transportwagen zusammengebaut, wie er vielleicht in der Produktionshalle verwendet werden könnte.

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So langsam nähert sich der Zusammenbau dem Ende. Nun fehlt noch die Kanzelhaube. Bei Spritzgussbausätzen trennt man sie vom Rahmen, entfernt noch die Angüsse und dann sollte es im Idealfall passen. Bei tiefgezogenen Hauben muss man schon etwas mehr Arbeit investieren. Einige Modellbauer machen an dieser Stelle noch einen Abguss der Kanzel, um im Bedarfsfall weitere Kanzelhauben selbst tiefzuziehen. Günstig ist es nun, den Umriss mit einem wasserfesten Stift nachzuziehen.

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Dadurch kann man besser erkennen, wo man lang schneiden muss. Beim anschließenden Ausschneiden vorsichtig zu Werke gehen, dass die Haube nicht einreißt oder splittert. 

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Ist das geschafft, wird der Rand mit Sandpapier oder Feile in Form gebracht. Ich verwende dafür sehr gern Fingernagelfeilen aus dem Drogeriemarkt. Bei dieser Arbeit sollte man sich Zeit lassen und mit Feingefühl vorgehen.

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Lieber einige Minuten länger arbeiten, als eine zerstörte Haube zu besitzen. Das Material ist meist sehr dünn und entsprechend anfällig. Zwischen den Schleifgängen immer wieder schauen, ob und wie die Haube passt. Ist alles stimmig, wird sie angeklebt. Aber bitte nicht mit dem gewöhnlichen Sekundenkleber, den wir für das Modell bisher benutzt haben. Die beim Trocknen freiwerdenden Gase lassen Klarsichtteile anlaufen und undurchsichtig werden. Ich verwende an dieser Stelle Weißleim.

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Nun geht es an die Bemalung. Entweder sucht man sich eine Vorlage bei einem anderen Vorbild oder „erfindet“ ein eigenes Outfit für sein Modell. Wenn man mit dem Pinsel arbeiten möchte, sollte man mehrere Schichten stark verdünnter Farbe verwenden. Somit entstehen weniger diese unschönen Pinselstreifen. Greift man zur Airbrush, müssen die Klarsichtteile vorher entsprechend abgeklebt werden. 

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Bei dem Maskiermaterial bitte darauf achten, dass es nicht zu stark haftet. Schließlich will man nicht Haube und Farbe vom Modell mit dem Maskierband wieder entfernen.Nachdem guten Durchtrocknen des Farbanstriches werden noch die Decals aufgebracht. Sind diese ebenfalls trocken, sollte eine Schicht farbloser Lack den Bau abschließen. Zum Thema Bemalung, Alterung, Akzentuierung, Shading, Trockenmalen usw. möchte ich hier nicht eingehen. Da gibt es andere Anleitungen.

Ansichten des fertigen Modells: 

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Fazit:

Resinbausätze bilden oft eine gute Ergänzung oder Alternative zu den herkömmlichen Spritzgussbausätzen. In der Regel entstehen daraus Modelle von seltenen oder ausgefallenen Vorbildern. Aber beim Kauf sollte man schon genau hinsehen, welchen Bausatz man sich zulegt oder ob man leidensfähig genug ist, sich mit „Resinklumpen“ intensiv zu beschäftigen. Ein Blick in die Kitvorstellungen auf Modellversium ist da ganz sicher sehr hilfreich. Und mit etwas Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten, mit Geduld und Fingerspitzengefühl entstehen auch aus Resinkits sehr schöne Modelle.

Happy Modeling

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Photo-CollagenPhotos-Copyrights by Enrico Friedel-Treptow

Galerie Enrico Friedel-Treptow auf Modellversium siehe:https://www.modellversium.de/galerie/modellbauer.php?id=5102

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Bausatz: 

  • A&V Models Junkers E.F. 127 Maßstab 1 :72

Material:

 

  • Vallejo Primer Black
  • Vallejo Aluminium
  • Vallejo RLM02
  • Vallejo Satin Varnish
  • Citadel Shade NulnOil
  • AK Modelling Grey Putty
  • Cyanacrylat-Kleber 
  • Weißleim  

PS: Für die Sparte „Resin Models“ gibt es ein großes Angebot an Bausätzen in unterschiedlichen Skill Levels bzw. Maßstäben und Schwierigkeitsstufen. Wir empfehlen Anfängern im Plastikmodellbau sich zu Anfang eher einfachere Bausätze auszusuchen, die viel Spaß beim Zusammenbau garantieren, für einen Wow-Effekt sorgen und Lust auf weitere Bauprojekte und Modelle machen. Für Anfänger geeignet können wir z.B. folgende Kits empfehlen: 

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Weitergehende Informationen und Bausatzvorstellungen zu diesen, aber auch weiteren Bausätzen finden sich u.a. in der Kit-Ecke von Modellversium. 

Coming soon ...

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Making of

Publiziert am 15. März 2026

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