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Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

von Max Lorenz (1:72 Italeri)

Das Original

Die von Savoia-Marchetti hergestellte SM.81 war ein dreimotoriges (luftgekühlte Sternmotoren) Transportflugzeug, welches auch als Bomber verwendet wurde. Der Erstflug erfolgte am 8.2.1935, schon 2 Monate später begann die Indienststellung und sie war zur damaligen Zeit ein sehr moderner Bomber mit 2 Tonnen Waffenzuladung. Bis 1938 wurden ca. 530 Flugzeuge hergestellt.

Verwendung fand es im Italienisch-Äthiopischen Krieg sowie ab 1936 als Bomber im spanischen Bürgerkrieg, wo Italien die Nationalisten unterstützte.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Obwohl mittlerweile veraltet, standen zu Beginn des 2. Weltkrieges immernoch ca. 300 Flugzeuge im italienischen Dienst. Über den Tag wurden sie als Transporter eingesetzt, vor allem beim Afrikafeldzug (gegen Ende sogar unter deutscher Flagge) aber auch als Bomber, dann vorrangig für Nachteinsätze. So etablierte sich auch endgültig ihr Spitzname Pipistrello (Fledermaus). Eine kleine Anzahl wurde zudem von den Italienern 1941 an die Ostfront zur Unterstützung des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion verlegt.

Trotz der veralteten Technik blieb die Fledermaus über den ganzen 2. Weltkrieg im Einsatz. Einige Maschinen wurden sogar noch bis ca. 1950 verwendet.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Während ihrer Einsatzzeit gab es keine großen Veränderungen an der robusten Konstruktion mit sehr guten Flugeigenschaften. Nur Motorvarianten gab es so einige, die am häufigsten verwendeten waren der Piaggio PX RC.35 mit 700 PS und der frühere Alfa Romeo 125 mit 650 PS.

Auffallend ist die vom äußeren Erscheinungsbild doch recht hohe Ähnlichkeit zur deutschen Ju 52, welche ab 1932 gebaut wurde. Die SM.81 wirkt durch ihre 5m kürzere Spannweite zwar etwas gedrungener, kann aber vor allem durch ihre Konstruktion als Spornradflugzeug mit festem Fahrwerk, der gleichen Motorenanzahl und Motorenanordnung, sowie einer ähnlichen Cockpitverglasung durchaus als italienisches Gegenstück zur „Tante Ju“ angesehen werden.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Die Pipistrello als 72er Modell

Das Thema ist schnell abgehandelt, denn viel Auswahl bleibt dem Modellbauer nicht. 1973 erschien von Supermodel aus Italien eine SM.81. Diese wurde mit leicht veränderten Kartons bis in die 80er hergestellt.

Italeri entwickelte dann 2009 einen modernen Bausatz, welcher genau 10 Jahre später nochmal aufgelegt wurde. Aus letzterem entstand mein Modell.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Interessant ist, dass beide Firmen in einer gewissen Verbindung zueinander stehen:

Giuliano Malservisi, Gian Pietro Parmeggiani und Giorgio Radicchi gründeten 1962 die Firma Italstamp, welche wir nach mehrfachen Namensänderungen heute unter Italeri kennen.

Aufgrund von einigen Differenzen untereinander, entschied sich Giorgio Radicchi dazu, 1972 auszusteigen und gründete mit Hilfe von mitgebrachten Formen sein eigenes Unternehmen: Supermodel. Die SM.81 war dabei der erste selbst entwickelte Bausatz.

Nach dem Tod von Radicchi gingen die Formen in den Besitz von Italeri über.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Der Bausatz

Dieser bietet die Möglichkeit, eine von gleich 5 verschiedenen Versionen zu bauen. Die Meisten davon sind aufgrund ihrer Tarnung aber sehr anspruchsvoll zu lackieren und eigentlich nur mit Airbrush umzusetzen, dafür optisch aber sehr reizvoll. Auch wenn über Italeri nicht immer gutes berichtet wird, so muss man auf jeden Fall ihre fast immer vorhandene große Auswahl an Bemalungsvarianten in den Bausätzen sehr positiv hervorheben.

Der Bausatz besteht aus 133 Spritzgussteilen sowie einem (nicht selbstklebenden) „Clear Sheet“ mit 18 gleichgroßen, ausgestanzten Kreisen für die Darstellung der Seitenfenster und der Scheinwerfer unter den Flügeln. Im Prinzip eine gute Idee, ob das praktisch ist wird sich dann später zeigen…

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Die Bauteile an sich haben kaum Gussgrat oder Formtrennnähte (bis auf die Sternmotoren, hier lässt sich das auch noch sehr bescheiden entfernen...) und haben schöne Oberflächenstrukturen, welche die teilweise mit Stoff bespannten Bauteile des Originals gut wiedergeben.

Schaut man aber etwas genauer an, lassen sich ein paar weniger schöne Sachen feststellen:

1. Die Reifen sind zwar belastet dargestellt, allerdings meines Erachtens viel zu stark. Die Länge der flachen Stelle beträgt ca. 8 mm, beim Original wären das ca. 60 cm Auflagefläche.

2. Die runden Rahmen der Seitenfenster sehen ebenfalls etwas zu stark ausgeprägt aus, was aber nicht weiter stören sollte.

3. Die Innenseite der Rumpfhälften haben zwar schöne Rahmenstrukturen, allerdings sind die Auswerferstempel der Form so ungünstig platziert, dass diese genau auf diese Strukturen treffen und diese damit punktuell zerstören. Auch wenn man später in der Regel nicht mehr viel davon sieht, ist das echt Schade!

4. Rumpf- und Flügelhälften haben jeweils nur zwei Passstifte! Das ist bei der Größe der Bauteile doch schon etwas sehr wenig…

5. Die 4 Klarsichtteile sind ziemlich dick geraten (teilweise deutlich über 1mm, aber es gibt immerhin keinen Lupeneffekt oder Schlieren), was besonders bei der Cockpitverglasung auffällt. Diese hat auch noch einen sehr ärgerlichen Lufteinschluss in der linken Frontscheibe!

Der beiliegende Abziehbilderbogen ist sehr sauber gedruckt und enthält wie erwähnt Markierungen für 5 Flugzeuge. 

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Eine gewisse Vorfreude auf den Bau ist auf jeden Fall da, auch wenn frühe italienische Flugzeuge eigentlich ganz und garnicht meinen Interessen entsprechen. Allerdings ist allein schon die Tarnung auf dem Deckelbild interessant und einen geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul ;). Also Grund genug mal aus seiner Modellbau-Bubble auszubrechen.

So entschied ich mich auch für die auf dem Deckelbild zu sehende SM.81. Diese flog für die 25th Gruppo „Pipistrelli“ der Königlich Italienischen Luftwaffe während dem Spanischen Bürgerkriegs und war auf Palma di Mallorca stationiert.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Der Bau

Hier beginnt man mit dem Innenleben vom Rumpf, welches recht gut dargestellt ist. Das Cockpit besitzt eine Rückwand zum Frachtraum, welche Strukturen von Taschen und Anbauteilen besitzt. Die Instrumente im Cockpit und Frachtraum werden durch Abziehbilder dargestellt.

Der Bombenschacht ist komplett ohne Beladung wiedergegeben und in der Anleitung wird zu dessen Bemalung auch kein Farbvorschlag gebracht. Beides ist um so verwunderlicher, da er im weiteren Verlauf laut Anleitung nur mit geöffneten Klappen dargestellt werden kann. Wer ihn verschlossen bauen möchte, kann das trotzdem ohne Probleme machen.

Es folgt die Montage von Rumpf und Flügeln. Durch die wenig vorhandenen Passhilfen musste man beim kleben etwas genauer arbeiten und zwischendurch mehr ausrichten. Eigentlich kein großen Problem, gerade für Anfänger aber nicht unbedingt eine einfache Aufgabe, gerade weil die Bauteile auch etwas größer sind. Die Passform selbst war aber recht gut.

Bringt man die Flügel an den Rumpf an, fällt auf, dass hier mit knapp 1mm recht große Spaltmaße entstehen. Bei einem noch recht neuen Bausatz erwartet man das nicht unbedingt.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Der nächste Schritt in der Anleitung ist der Zusammenbau der Motoren. Hier gibt es 2 unterschiedliche Varianten und man sollte spätestens jetzt wissen, für welche Bemalungsvariante man sich entscheidet, da die Motoren danach ausgewählt werden müssen. Um welchen Motortypen es sich genau handelt, geht aus der Anleitung leider nicht hervor. Der Beschreibungstext auf der ersten Seite der Anleitung gibt aber entsprechende Hinweise.

Erinnern die erwähnten, kaum vorhandenen Passhilfen schon fast an einen Short Run Bausatz, verstärkt der Anbau der Abgasrohre dieses Gefühl noch mehr. Bedingt durch die Darstellung in der Anleitung, ist deren letztendliche Ausrichtung im Bauabschnitt 6 nur erahnbar. Hier hätte eine Ansicht von vorn/hinten schon gut geholfen. Im Abschnitt 7 werden die Motoren an die Flügel montiert. Hier ist die Ausrichtung schon etwas besser erkennbar. Wenn die Motoren aber erstmal dran sind, dann sieht man sofort jeden Ausrichtungsfehler der Abgasrohre. Daher mein Tip: Diese erst anbringen, wenn die Motoren schon am Flügel angeklebt wurden. So lässt sich alles viel besser ausrichten und es sieht beim Vergleich der 3 Motoren nichts verdreht aus.

Auch die genaue Ausrichtung der Cowlings ist nur bei genauerem hinsehen erkennbar und auch hier ist keine Farbe für die Innenseite angegeben.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Nun nähern wir uns langsam den letzten Drittel des Zusammenbaus und setzten mit dem Fahrwerk fort. Die Streben für das Hauptfahrwerk sind Mehrteilig ausgeführt, was den Zusammenbau etwas verkompliziert, man aber dadurch etwas die Möglichkeit hat, alles im Nachhinein auszurichten und anzupassen. Das ist auch unbedingt nötig, denn jedes Hauptfahrwerksbein besteht aus 5 Bauteilen, Rad und Radverkleidung nicht mit eingerechnet. Die Einzelnen Bauteile haben zwar meist Passhilfen, die Aussparungen sind aber viel zu groß, so dass sie quasi sinnlos sind. Die Montage ist also etwas knifflig und das Fahrwerk kann letztendlich erst komplett ausgerichtet werden, wenn der Kleber noch nicht ganz ausgehärtet ist.

Im weiteren Verlauf folgen jetzt die Anbauteile der Flügel bzw. die Ruder und Klappen. Die Gelenke letzterer sollen Flügelseitig und klappenseitig in eine kleine Vertiefung geklebt werden. Eigentlich eine gute Idee, nur sind die Gelenke dann viel zu kurz bzw. müssen die Flügelklappen bis zum vorderen Anschlag an den Flügel herangeschoben werden, was dann zur Folge hätte, dass diese nicht mehr Bündig mit der Flügelhinterkante abschließen. Da hat der Formenbauer wohl etwas geträumt…

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Auch die Streben für das Höhenruder erfordern vom Erbauer Aufmerksamkeit. Positionsmarkierungen für deren Anbringung gibt es zwar am Rumpf, aber nicht am Leitwerk. Das ist jetzt auch kein großes Problem, gerades Ausrichten sollte man ja trotzdem hinbekommen… Wenn die Markierungen da nicht sowieso überflüssig sind, die Streben liegen im Vergleich zum Original viel zu Nahe beieinander. Die jeweilige vordere Strebe sollte um ca. 1cm(!) nach vorn korrigiert werden. Auch in der Anleitung sieht man diesen fehlerhaften Abstand, auf allen anderen Zeichnungen für die Bemalung ist hingegen der korrekte Abstand dargestellt.

Gleich ist es geschafft. Die Rumpftüren und MG-Fenster (von mir geschlossen dargestellt) sind zu 100% passgenau. Da letztere aber keine Scharniere besitzen, welche bei den Türen das Hineinrutschen in den Rumpf verhindern, ist beim Einkleben Vorsicht geboten.

Vor dem Lackieren setzte ich als letztes die Cockpitverglasung auf. Hier mussten nur kleine Spalten mit Weisleim verschlossen werden. Die Angussstelle vom Bauteil liegt allerdings so ungünstig, dass diese weit in das linke Seitenfenster hineingeht und eine unschöne Stelle hinterlässt. Hier hätte man die Angussstelle besser planen können.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Die weiteren Bauschritte erfolgten erst nach den Decals:

Für die Rumpffenster habe ich mich gegen das beigelegte Sheet entschieden, da meiner Meinung nach die Fenster sonst zu tief im Rumpf verschwinden würden und da sie von innen eingeklebt werden sollen, war mir nicht klar wie ich die vernünftig hätte maskieren sollen. Verwendet habe ich wie üblich Crystal Clear von Microscale. Für die Scheinwerfer unterhalb der Flügel habe ich allerdings die kleinen Kreise vom Sheet verwendet.

Die MG Rohre folgten logischer Weise auch erst am Ende, deren Halterungen mussten aber schon in die Kuppeln eingebaut werden.

Vom Formenbauer ebenfalls komplett vergessen wurden die Positionslichter an den Flügeln. Hier gibt es wirklich keinerlei Strukturen dafür. Da ich es nicht hätte vernünftig bauen können, hab ich sie weggelassen. Nicht verschmerzen konnte ich jedoch das auch vergessene Staurohr. Sowas kann ich nun überhaupt garnicht nachvollziehen! Ich habe mir immerhin eine einfache Version aus gezogenen Gussrahmen nachgebaut. Beide vergessenen Anbauteile sind jedoch in den Bemalungsansichten deutlich sichtbar.

Das Original hat auch einige Drahtverspannungen, in der Bauanleitung findet aber nur die Verspannung am Höhenruder schriftliche Erwähnung. In den Bauteilen findet man hierfür sogar kleine Löcher als Positionierungshilfe! Alle anderen sind immerhin in den folgenden Abbildungen der Bemalungsoptionen eingezeichnet.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Lackierung und Decals

Lackiert habe ich wie üblich mit Revellfarben. Diesmal verlief das aber nicht ohne Probleme, was ich dann trotzdem für meinen Vorteil nutzte, denn obwohl ich nicht so der Freund von Alterungseffekten bin, inspirierte mich das Flugzeug auf Deckelbild mit seinen etwas ausgeblichenen Farben. So war für mich schon von Anfang an klar, dass gewisse Alterungseffekte angewendet werden.

Für die richtigen Farben musste teilweise etwas herumprobiert werden, entschied mich dann aber für folgendes:

Oberseite: - Sand 16

                - dunkelgrün 39 und weiß 301 im Verhältnis 10:3                - Rost 83 und weiß 301 im Verhältnis 10:2

Unterseite: - grau 374

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Flügelspitzen und Seitenruder wurden mit weiß lackiert. Für letzteres gab es auch ein Decal, habe das aber irgendwie nicht auf dem Schirm gehabt.

Sand 16 war schon beim Lackieren etwas speziell, da es dazu neigte sehr fein zu zerstäuben und dieser trockene Staub setzte sich dann am Rand des Sprühnebels auf die Fläche ab und hinterließ eine raue Oberfläche. Das bekam ich aber noch in den Griff. Um das lackierte Modell für die Abziehbilder vorzubereiten, versiegelte ich es wie immer mit Bodenglänzer, der mit dem Pinsel aufgetragen wird. Mit der Airbrush kommt hier oft zu viel drauf bzw. hat er ein merkwürdiges Sprühbild. Die sandfarbenen Flächen verfärbten sich jetzt aber unterschiedlich, mal heller mal dunkler, je nach dem wo der Pinsel zuerst hinkam, wie viel Druck ich ausübte und wie schnell ich pinselte. Eine Erklärung hatte ich dafür nicht, vermute aber, dass die Farbe allgemein eine sehr raue Oberfläche hat und dadurch der Bodenglänzer irgendwie unterschiedlich aufgenommen wird. Auf jeden Fall hieß es dann nochmal, die anderen lackierten Flächen abkleben und Sand nochmal lackieren. Um den ungewollten Effekt weitestgehend zu kaschieren, waren auch mehrere dünne Schichten „Sand“ nötig. Versiegelt wurde das frisch lackierte jetzt aber mit glänzenden Klarlack.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Für das Washing besorgte ich mir extra verschiedene Oilbrusher von Ammo. Da ich persönlich eine Abneigung von zu sehr betonten bzw. zu dunklen Panellinien an Bausätzen habe, so wie man sie leider recht häufig sieht, sollte alles dezent ausfallen. Daher entschied ich mich auch nicht für schwarz, sondern für „Starship Bay Sludge“, welches stark verdünnt wurde. Die Motoren wurden mit dem „fresh engine oil“ Brusher überpinselt.

Für den Effekt der ausgeblichenen Lackierung gibt es verschiedene Möglichkeiten. So versiert bin ich in dem Gebiet wie gesagt nicht, aber Pre-Shading hatte ich schon mal probiert und überdeckte damals einfach die Vorschattierung. Mit jeweils verschiedenen Farbtönen für die 3 verwendeten Grundfarben zu arbeiten erschien mir auch zu aufwendig. Ich überlegte auch mit milchigen Klarlack (also Klarlack und etwas weiß) zu arbeiten, um einen milchig weißen Überzug zu bekommen, hatte aber die Befürchtung, dass der Effekt letztendlich zu regelmäßig wird. Also nutzte ich den weißen Oilbrush mit Verdünnung, um eine unterschiedlich starke milchige Oberfläche zu bekommen. Ab und zu musste noch mit einem Wattestäbchen und Verdünnung etwas nachgebessert werden. Das funktionierte alles ohne Probleme, da die Bodenversiegelung gegenüber der Verdünnung weitestgehend resistent ist. Nur bei der nachträglich nochmal lackierten sandfarbenen Fläche mit dem Klarlack wäre es besser gewesen, diese auch nochmal mit Bodenglänzer zu versiegeln. Ergebnis: Die weiße verdünnte Farbe löste den Klarlack etwas an, das Weiß haftete teilweise besser an der Oberfläche und ist nun an manchen Stellen etwas zu prominent wie ich finde. Für mich ist das trotzdem noch im erträglichen Rahmen und nicht sofort sichtbar, weshalb ich es dabei beließ.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Die Decals sind sehr oft falsch nummeriert, haben sich dafür wirklich gut verarbeiten lassen. Die Abziehbilder von Italeri hatte ich als eher weniger empfindlich gegenüber Weichmacher in Erinnerung. Der von Microscale erledigte am Besten seinen Job, Mark Fit Super Strong war hingegen zu stark und ich nutzte diesen allenfalls nochmal ein paar Sekunden für den letzten „Feinschliff“.

Da das Seitenleitwerk bereits lackiert war, habe ich das Kreuz auf dem Decal vorsichtig mit einem Skalpell herausgeschnitten. Das war letztendlich auch gut so, da das Abziehbild nicht ganz passgenau war und das Kreuz selbst, im herausgeschnittenen Zustand, zu weit in Richtung Rumpf geschoben werden möchte, was aber falsch wäre.

Savoia-Marchetti SM.81 "Pipistrello"

Fazit:

Die Pipistrello ist ein moderner, gut detaillierter Bausatz eines Flugzeugtyps, der wohl nur von Italeri Beachtung findet. Trotz der relativ jungen Entwicklung aus dem Jahr 2009 und der zum Großteil guten Passgenauigkeit gibt es einige Sachen, die bei der Herstellung nicht richtig zu Ende gedacht wurden. So entsteht ein Bausatz, der irgendwas zwischen Großserien-Metallform und Short Run Technologie angesiedelt ist. Gerade die fehlenden Positionslichter und das fehlende Staurohr sind für mich ein besonderes Unding… Da die Bauanleitung auch noch einige Fragen aufwirft, sollte man schon etwas Modellbauerfahrung mitbringen, wenn man die „italienische Fledermaus“ bauen möchte.

Die etwas problembehaftete Lackierung hat nicht nur einiges an Nerven gekostet, sondern auch etwas Zeit. So waren für die SM. 81 insgesamt 36h nötig, bis sie fertig in der Vitrine steht.

Max Lorenz

Publiziert am 16. Juni 2026

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