Focke-Wulf Fw 190 D-13„gelbe 10“, Werk-Nr. 836017von Michael Eilers (1:48 Eduard Bausätze)
Das Original...... ist schon ein besonderes Exemplar der Dora Baureihe – optimiert in Geschwindigkeit und Leistungsfähigkeit und unter dem Druck immer weniger von den wichtigen Rohstoffen zur Verfügung zu haben – die Landeklappen bestehen aus Holz (!) – ist es neben der D-11 noch die letzte, in den letzten Kriegsmonaten konzipierte, bzw. letzten Kriegswochen gebaute und im Einsatz befindliche Version gewesen.
Recherchiert man heutzutage im www, kann man unter anderem davon erfahren, dass in einem „Dokument Nr. 2766/45 des Generalquartiermeisters der Luftwaffe vom April 1945“ die Rede davon ist, dass 17 Stück (Quelle: Wikipedia; Eduard berichtet sogar nur von 15 Stück in seiner Bauanleitung) der D-13 gebaut worden sind. Über den Verbleib ist bis auf zwei Maschinen nichts bekannt; die Werk-Nr. 836016 „schwarzer Doppelwinkel“ wurde ohne Motor im Mai 1945 bei Pilsen gefunden. Die Werk-Nr. 836017 „gelbe 10“ Ende des Krieges und vollständig erhalten, bei Flensburg.
Über die technischen Finessen der D-13 möchte ich nicht tiefer einsteigen. Viel mehr möchte ich auf die sehr außergewöhnliche Lackierung hinweisen, die meines Erachtens einmalig bei den Doras ist – selbst die bei Pilsen gefundene D-13 hatte kein derartiges Tarnschema. Schaut man sich die Lackierung in der Bauanleitung von Eduard an, verliert man bei längerer Betrachtung erst einmal die Orientierung und zumindest bei mir kam recht bald die Frage auf, wie man das gezeigte völlig wirre Muster halbwegs im Modell abbilden kann? Ein erster Versuch, das bei einem ausgemusterten Modell nachzubilden, ist direkt kläglich gescheitert: Das Muster wurde viel zu regelmäßig, viel zu grob und hatte schon eher etwas von einem Puma Muster.
Weitere Recherchen bei Scalemates nach Bauanleitungen der „gelben 10“ von anderen Herstellern brachte eine von R.V. Resin hervor, die mir als Hilfestellung brauchbar erschien. Ein Hervorheben einer Farbe (hier: RLM 82) mittels pinkfarbenen Textmarker hat enorm geholfen, den Überblick nicht zu verlieren.
Weitere wertvolle Hinweise zum Aufbau der Lackierung brachte die Rückseite des Buches „Yellow 10 – the story of the ultra-rare Fw 190 D-13“ von Jerry Crandall: Hier wurde der Aufbau der Lackierung schrittweise, Farbton für Farbton, aufgezeigt.
Die Lackierung am Modell...... ist dann in diesem Falle „nur noch“ eine Geduldsfrage. Ich kann schon gar nicht mehr nachvollziehen, wie viele Stunden es gebraucht hat aber es waren mehrere, mehrstündige Sitzungen, zum Schluss mit leichten Krämpfen in der Airbrushhand, um das Muster aus RLM 82 und 83 entsprechend der Vorlage zu lackieren. Verwendet wurden Gunzes Mr. Hobby Farben, die leider immer wieder zum „Drytip“ neigten, egal wie stark und womit verdünnt wurde. Mit Tamiya Farben hätte ich mich persönlich leichter getan; diese hätten aber auch selber angemischt werden müssen, was ich mir ersparen wollte.
Der Dual-Combo Bausatz...... bestehend aus einer D-11 und einer D-13 aus dem Hause Eduard wurde laut Scalemates in 2010 in den Handel gebracht. Seitdem wurde diese Dual-Combo nicht mehr neu aufgelegt. Wer die D-13 von Eduard dennoch bauen möchte, kann auf den Bausatz #8185 aus 2021 zurückgreifen – beide sind allerdings derzeit regulär leider nicht mehr im Handel und somit nur noch gebraucht zu finden.
Möglicherweise wird Miniart seine neue Langnasen-Bausatzserie in Richtung D-13 erweitern – die D-11 ist ja schon vorhanden, es bedarf nur noch eine neue Form für den Flügel… Der Eduard Bausatz hat seine Schwächen, speziell bei der Passgenauigkeit der Flügelkanonen-Abdeckungen und einige Details im Bereich Flügelunterseite zum Motorraum sind nicht ganz korrekt wieder gegeben. Andererseits zeigt er sehr schön, den nicht verkleideten Motor-Bereich im Bereich des Hauptfahrwerkes. Das letztgenannte Detail hat Tamiya zum Beispiel nicht umgesetzt.
Im Allgemeinen konnte ich feststellen, dass er sich gut bauen lässt; ein Anfängerbausatz ist es allerdings nicht. Der hohe Lackieraufwand und die damit verbundenen Mühen haben sich meines Erachtens gelohnt – so entstand ein einmaliges Modell, dass immer wieder im Vorbeigehen meinen Blick erhascht.
Ich wünsche viel Freude beim Betrachten der Bilder! Michael Eilers Publiziert am 08. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |