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Bell-Boeing V-22 Osprey

von Marco Coldewey (1:144 F-Toys)

Bell-Boeing V-22 Osprey

Infos zum Original:

Nach dem es während „Operation Eagle Claw“ nicht gelang, Geiseln aus der besetzten US Botschaft im Iran zu retten, sollte ein neues Fluggerät entwickelt werden. Dieses sollte vor allem bei Such- und Rettungsaktionen in feindlichen Gebieten zum Einsatz kommen. Bell Helicopter entwickelte bereits im Jahr 1951 ein Kipprotorflugzeug Namens Bell XV-3, welches aber nie den Prototypenstatus verließ. Mit der XV-15  war man 1977 schon ein ganzes Stück weiter, aber auch hier folgte keine Serienproduktion.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Zusammen mit der Boeing Helikopter-Sparte erhielt man 1983 den Auftrag, eine größere Version der XV-15 zu produzieren. Für die Triebwerke wählte man Rolls Royce als Partner aus. Wie schon bei den vorherigen Versuchen war die Entwicklung von teils massiven Rückschlägen und Unfällen begleitet. So dauerte es vom Erstflug 1989 ganze 18 Jahre, bis die ersten Bell Boeing V-22 Osprey in Dienst gestellt wurden. Es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass die Anschaffung mehrfach in Frage gestellt wurde. Dabei wurde die V-22 hauptsächlich für die Anforderungen des USMC angepasst.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Das besondere der V-22 ist, dass der Start senkrecht mit nach oben gerichteten Rotoren durchgeführt wird. Während des Fluges schwenken die Motorengondeln dann nach vorne, somit werden Geschwindigkeiten von über 500 km/h ermöglicht.

Um den Platz auf Schiffen zu verringern, die Spannweite mit Rotoren beträgt fast 26 m, kann sich der Osprey zusammenfalten. Dabei werden die Rotorblätter eingeklappt und der ganze Flügel um 90° zur Seite gedreht, womit die Breite nur noch 5,6 m beträgt. Die V-22 wird zukünftig die Grumman C-2 Greyhound in ihrer Rolle für die Versorgung der Flugzeugträger ersetzen. Mit Japan konnte bisher ein Exportkunde gefunden werden.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Für den Hubschraubertransport des US Präsidenten, Vizepräsidenten, Kabinettsmitglieder und VIP ist die Marine Helicopter Squadron One (HMX-1) zuständig. Ihren Stützpunkt haben die „Nighthawks“ auf der Marine Coprs Base Quantico in Virginia. Die eingesetzten Hubschrauber sind: Sikorsky VH-3 Sea King, Sikorsky VH-60 White Hawk und Bell-Boeing V-22 Osprey.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Infos zum Bausatz:

Bausätze von F-Toys sind, einfach gesagt, vorlackierte Steckbausätze. Zwar gibt es einen kleinen Decalbogen, aber die meisten Dinge sind bereits vorab auf dem Modell gedruckt. Die Osprey erschien in der „Heliborne Collection 3“, diese Serie umfasste vier Grundmodelle (Kamov Ka-50, Sikorsky UH-60, Aérsopatiale Sa 365 und Bell-Boeing V-22) in je zwei verschiedenen Bemalungen. Die Qualität entspricht dabei den gängigen 1:144 Bausätze. Einige Details sind, bedingt durch die Größe, etwas klobig ausgefallen. Leider haben die Räder des Fahrwerks eine eckige Innenseite, die Fahrwerke sind jeweils ein Teil. Für den Spielfaktor gibt es eine zu öffnende Heckklappe, jedoch keinen detaillierten Frachtraum. Auch ist nur die Kanzel als Klarteil vorhanden, die Fenster im Rumpf sind aufgedruckt. Einen „reinen“ Bausatz der V-22 in 1:144 gibt es nicht auf dem Markt.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Infos zum Bau:

Meine ersten Erfahrungen mit F-Toys hatte ich bereits bei der Cessna 172 aus dem letzten Jahr gemacht. Da mich die Osprey schon länger interessiert, erweckte dieser Kit nun mein Interesse. Durch einen Glücksgriff bei eBay konnte ich mir das Modell für wenig Geld sichern. Zuerst habe ich alle Teile auseinander genommen und den Rumpf abgeschliffen. Es war an einigen Teilen Grat zu finden, ebenso war doch an einigen Stellen der Lack etwas dicker, auch Läufer waren vorhanden. Die Heckklappe wurde fest verschossen, alle Teile zusammenklebt, verspachtelt und geschliffen. Die Kanzel habe ich ebenfalls komplett abgeschliffen, zum einen war die Lackierung der Kanzel recht unsauber und auch an den Seiten falsch. Die transparenten grünen Dachfenster waren mir zu hell und hatten schon einen leicht türkisen Stich. Nach dem Abschleifen wurde alles poliert und versiegelt. Auch dem Cockpit habe ich etwas mehr Farbe verpasst, auf eine bauliche Aufwertung habe ich wegen der Größe dann doch verzichtet.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Einige Teile habe ich dann umgebaut, die Nachtanksonde liegt nur im ausgefahrenen Zustand bei, diese wurde gekürzt und die Position angepasst, da diese zu weit aus dem Rumpf ragt. Die Luftleitbleche am Flügelansatz sowie am Hauptfahrwerk habe ich entfernt und durch dünneres Material ersetzt. Die Grenzschichtzäune an den Flügelenden waren leider komplett falsch und wurden von mir ebenfalls ersetzt. Auf eine Detaillierung der Mechanik an den Motorgondeln verzichtete ich ebenfalls, da ich diese noch beweglich lassen wollte. An den Gondeln selber habe ich einige Öffnungen weiter aufgearbeitet.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Trotz der Seltenheit des Kits gibt es von MYK und Draw Decals entsprechende Abziehbilder, letztere für die Staffel HMX-1. Für mich war damit die Frage der Lackierung recht schnell erledigt. Hinzugefügt habe ich dann noch sämtliche Antennen, Static discarger, Pitotrohre und Scheibenwischer.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Am Ende machte der Bau doch sehr viel Spaß, ich denke, es ist ein recht ansehnliches Modell geworden.

Bell-Boeing V-22 Osprey

Marco Coldewey,
www.mc84.de

Publiziert am 18. September 2021

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