Du bist hier: Home > Galerie > Thomas Lutz > The Thunderbirds

The Thunderbirds

... die schnellsten Vögel der Welt

von Thomas Lutz (1:25 AMT/Ertl)

The Thunderbirds

Dachten die Anthropologen doch immer die schnellsten Vögel der Welt wären der Albatross oder die Mauersegler .....Pahhh !!! Weit gefehlt die Damen und Herren, denn die schnellsten Vögel kommen aus Michigan und tragen dieses Zeichen: es sind .... die Thunderbirds.

All diese Rennserien und ihre jeweiligen untergeordneten Divisionen wie z.B. die Busch Grand National Series bei NASCAR oder die Lincoln Welders Trucks bei ARCA, betreiben Rennsport pur für die Fans.

Alle beschriebenen Modelle stammen von AMT und sind im Maßstab 1:25.

 

 

In den Baustufen 1 + 2 wird der Zusammenbau des Motors beschrieben; die Abgasrohre 11L/12L/13R/14R werden zwar miteinander montiert, aber nicht wie beschrieben, bereits jetzt am Motor angebracht. Klebestellen von Chromteilen müßen gründlich vom Chrom befreit werden, da sonst keine ausreichende Klebewirkung gewährleistet ist. Wer bereits hier ein bißchen „Supering“ betreiben möchte, der kann die Antriebsriemen des Gießteils 15 abschleifen und durch solche aus Gummistreifen ersetzen. Die Bemalung des Motors kann je nach beiliegendem Bauplan erfolgen, die Farben wurden bei den echten Teams meistens richtig recherchiert. Detailliebhabern geben das Internet und die Homepages der Teams und Fahrer sehr hilfreichen Aufschluß zu den Farben aller Bauteile eines Stock Cars, wer keinen Internetanschluß hat kann die Angaben in diverser Fachliteratur nachschlagen. Empfehlen kann ich dazu das Buch „Stock Car Racing Refernece Fan Guide“, in dem viele Abbildungen und Details eines Rennwagens beschrieben und bebildert sind.

The Thunderbirds

Aus den Baustufen 3 + 4 werden zunächst die Feuerschutzwand (19), der Tank (37) und der Rohrrahmen, außer den Teilen 28 + 61, an das Chassis geklebt. Danach wird diese Einheit grundiert. Nach Durchtrocknung wird das Fensternetz entfernt, da es später durch ein selbst Hergestelltes ersetzt wird. Von den sogenannten Aftermarket Herstellern in USA kann man auch sehr gute window nets zu Preisen ab $2 (ohne Versandkosten) pro Netz bestellen. Jetzt werden weitere Bauteile der Baustufe 3 montiert und bemalt, jedoch nicht der Motor, der Kühler mit Schlauch und der Getriebehalter (57). Der Feuerlöscher erhält einen glänzenden Rotanstrich, die restlichen Teile bleiben matt. Der gepolstere Sitz wird zunächst mit einer haftenden Farbe vorgestrichen und danach mit Plaka-Farbe bemalt, das ergibt einen realistischeren Eindruck als mit Emaillefarben. Damit diese Farbe jedoch gut hält muß man mit Matt-Grundierung überlackieren.

Die Baustufe 5 wird übersprungen. Die Laufflächen der Goodyears werden mit Schleifpapier aufgerauht, danach die Flanken der Reifen gealtert. Der leicht seidenmatte Glanz der Bausatzreifen kommt in der Realität so nicht vor (betrachten Sie die Reifen Ihres Autos) und wird dement-sprechend geändert. Erreichen kann man dies auf verschiedenen Wegen, welche Methode der Modellbauer dabei bevorzugt, bleibt jedem überlassen. Alternativen wären beispielsweise das Lackieren mit verdünnter Mattschwarzer Farbe per Airbrush, das Anlösen der Reifenoberflächen mit Verdünnung und Auftrag von Künstlerkreidenstaub oder das Mattieren mit einer Mischung aus Matt-Dunkelgrau und Pinselreiniger. Auch hier bietet sich eine Möglichkeit zum Supering durch das Ausfräsen der Felgenlöcher in der Innenfelge. In älteren Bausätzen haben die Reifen aufgeprägte Schriftzüge, die man mit Hilfe von Lack-stiften in Weiß oder Gelb bemalen kann. Weiß wird dabei für alle Fahrzeuge der Saisons ab 1949 bis 1991 verwendet, Gelb ab dem Saisonabschlußrennen, dem Hardees 500 am 17. November 1991 in Hampton, Gerogia bis Heute.

Stock Car Motorsport ist eine der beliebtesten Sportarten in den USA. Europäische Fans sprechen oft in diesem Zusammenhang von NASCAR, was aber so nicht korrekt ist, denn die National Association of Stock Car Auto Racing ist nur eine der Stock Car Serien in Nordamerika. Daneben existieren z.B. noch die ARCA Re/Max Series, der USAR Hooters Pro Cup, die ASA AC Delco Serie, die IMCA Supernational und Hobby Stock Cars, von 1953 – 1978 noch die USAC National Stock Cars und in Kanada die CASCAR Series.

The Thunderbirds

Die Baustufen 7 +8 erfolgen nach Bauplan, außer dem Auspuff-Doppelrohr, das noch verändert wird. Gleichzeitig erfolgt auch der Einbau des Motors mit den Teilen 11/12/13/14/28/57/59/60/61. Die Justierung dieser Komponenten fällt zu diesem Zeitpunkt nämlich sehr viel leichter als vorher nach Bauplan. Als Tip sollte man die Räder noch nicht montieren sondern nur anstecken bzw. anpassen, da sich manchmal einzelne Bauteile verziehen und eine Fixierung zum jetzigen Zeitpunkt, später bei der Hochzeit von Chassis und Karosserie, einige Flüche nach sich ziehen könnte. Das Endstück der Doppelrohr-Abgas-anlage wird abgetrennt und durch zwei dünne Trinkhalm-Enden ersetzt. Diese stellen sehr viel besser echte Rohre dar und bieten den Vorteil gegenüber Poly-carbonat oder Aluröhrchen, daß sie beim Aufschieben auf die ovale Form der Doppelrohres diese ovale Rundung nachbilden.

Nach der Montage des Endrohres kehren wir zur Baustufe 5 zurück und die Teile 65 + 23 werden angebracht. Wer sein Stock Car mit einer Fahrerfigur ausstatten möchte sollte die Figur jetzt einsetzen. Den AMT-Kits liegen leider keine solchen Figuren bei, von einigen Kleinserienherstellern oder anderen Rennsport-Bausätzen gibt es jedoch verwendbare Fahrerfiguren. Oft sind diese Figuren zu groß und wer sich eine lange und aufwendige Modellierung ersparen möchte, kann einfaches und effektives die Figur ändern. Dazu wird der Körper schräg getrennt und auf dem Fahrersitz in Rennposition eingepaßt. Die zu langen Beine werden durch solche aus Papier ersetzt, indem man ein Papiertaschentuch oder ein Stück einer kaum geprägten Haushalts-rolle naß zusammenrollt, an den Knien einknickt und ebenfalls am Sitz anpaßt. Anschließend wird der Overall der Figur in den Farben des Hauptsponsors bemalt, ebenfalls wieder mit Plaka-Farben. Vorbildfotos gibt es ebenfalls wieder im Internet (auch zu vergangenen Saisons) oder von Autogrammkarten. Nachdem der Fahrer, zunächst noch ohne Arme dasitzt, werden die restlichen Bauteile der Baustufe 5 komplettiert.

Nach Montage des Lenkrades werden die Arme des Drivers angepaßt und am Lenkrad oder Schalthebel oder sonstwie befestigt. Ein sehr realistisches Fenster-netz kann man aus doppelseitig gelegten Klebeband-Streifen selbst flechten, es gibt allerdings auch von Form und Aussehen her geeignete Gardinenstoffe, die bemalt sehr gut wirken. Beide Netze bleiben flexibel und können zurück-gelegt, aus dem Fenster hängend dargestellt werden.

Die Endmontage erfolgt in Baustufe 9. Die Motorhaube des Bausatzes ist nur aufgelegt, wer also sein Fahrzeug in der Box oder in der Garage darstellen will, mit geöffneter Haube und freiem Blick auf den Motor, der sollte sich vor der Endmontage Gedanken zu einer Haubenstütze oder Haltern machen. Vor Lackierung der Karosserie kann man zum Supern die Kühleröffnungen im Frontspoiler und der stilisierten Stoßstange ausfräsen. Danach wird die gesamte Karosserie mit qualitativ hochwertiger Autogrundierung vorlackiert, innen wie außen. Durch den Schutz mit Grundierung ist es möglich verschiedene Lacke zum Einsatz zu bringen, trotz Allem sollte man immer wieder Tests durchführen sobald man Lackiermedien miteinander verwendet, die unterschiedliche Materialbasen besitzen. Auch die Wahl des Karosserie-lacks mit dem späteren Klarlacküberzug muß dabei bedacht werden um unlieb-same Überraschungen zu vermeiden. Nach dem letzten Arbeitsgang für den Hauptlack sollte man das Modell ausreichend aushärten lassen, je länger je besser. Nach dieser Trocknungsphase wird ein erster feiner Überzug mit Klarlack empfohlen, vor allem wenn man später Airbrush-Lacken oder Farben auf Wasserbasis verwenden will, denn naße Decals, Decallöser und Weichmacher könnten Schäden oder Fleckenbildung im Lack verursachen. Klarlack verhindert dieses Problem.

Die zahlreichen Decals werden einzeln und exakt von der Trägerfolie ausgeschnitten und aufgebracht. Die ersten Decal, die man aufbringen sollte, sind die Klein-sponsorendecals auf den Seiten zwischen vorderem Radlauf und der Türfläche. Damit die korrekte Platzierung der großen Zahlen auf den Seiten gelingt. Nachdem alle Decals auf dem Modell sind und alles nach einigen Tagen durchtrocknet ist, wird der eigentliche Klarlacküberzug aufgebracht, der alle Decals versiegelt und die gesamte Oberfläche des Modells schützt.

The Thunderbirds

Der Heckspoiler wird bei den meisten Stock Cars in Mattschwarz lackiert. Die Scheibenumrandungen aller Fenster-flächen werden von innen mit schwarzer Farbe lackiert. Vor der Hochzeit von Chassis und Karosserie werden die ausgefrästen Kühleröffnungen von innen mit dünnen Silber-Stoffband hinterlegt. Nachdem die Karosserie aufgesetzt ist, werden die Scheiben von Außen eingeklebt. Um ausgeblühte Klebeflecken zu vermeiden sollte man keine Flüssig- oder Sekundenkleber unter den Scheibenrändern verwenden. Am Besten hat sich dazu dünnflüssiger Klarlack auf Alkoholbasis bewährt (erhältlich in Geschäften für Grafikerzubehör). Diesen Lack trägt man mit dem Pinsel auf und läßt ihn vorsichtig in den Fugen verlaufen. Nach einigen Sekunden Antrocknungszeit wird. die Scheibe, unter leichtem Druck, eingesetzt.

Zum Ab-schluß wird noch eine Funkantenne auf das Dach montiert. In einem kleinen Loch wird ein Stückchen unisolierter Telefondraht fixiert. In den 90´ Jahren waren diese Antennen bei den meisten Teams am hinteren Rand des Daches zu sehen. Aber Vorsicht, Bitte nicht genau in Wagenmitte montieren, denn die Antennen waren immer etwas seitenversetzt, da genau in Wagenmitte die offizielle Wagenschablone bei der Farhzeugabnahme vor einem Rennen angehalten wurde.

Zu diesem Bericht wurden gebaut die Thunderbirds: #15 Motorcraft Quality Parts , 1992 gefahren von Geoff Bodine (Sieger des Rennens Goody´s 500), der 1992 Quaker State #26 von Brett Bodine, der #22 Maxwell House Coffee‚1991 gefahren von Sterling Marlin (Platz 7 der Meisterschaft) und #19 Hooters Restaurants, 1994 von Loy Allen.

Da einige Modellbaufreunde anderer Maßstäbe schon mal nachfragten „Was denn aufregend daran wäre, mehrmals das gleiche Auto zu bauen ?“. Gibt es hierzu keine pauschale Antwort, aber was ist Aufregendes daran z.B. mehrere Messerschmidt 109-Flugzeuge jeweils nur in unterschiedlichen Tarnfarben zu bauen oder warum sind alle Briefmarken in der Sammlung aus Papier ?

Fazit:

Beim Bau von Stock Cars liegt der Fokus auf den jeweiligen individuellen Detailarbeiten der Modelle. Spaß beim Modelle bauen gibt es Sowieso.

 

Autos mit Charakter ....wo auch immer Modelle gebaut werden

Thomas Lutz,
stockcarmodels.weebly.com

Publiziert am 28. September 2004

Du bist hier: Home > Galerie > Thomas Lutz > The Thunderbirds

© 2001-2024 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links