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HA 1112 Buchon

"Achtung, Hurrischmitt!"

von Christian Vidal (1:48 Academy)

HA 1112 Buchon

Während des Zweiten Weltkrieges erwarb Spanien eine Lizenz zum Bau der Messerschmitt Me-109G. Ungünstigerweise waren die Deutschen wegen akutem Eigenbedarfs nicht mehr in der Lage die dazu passenden Daimler-Benz-Motoren zu liefern, so dass man zeitweilig eine grausige Eigenentwicklung von Hispano Suiza und später von der „Konkurrenz" (der Deutschen), den Rolls-Royce Merlin installierte. Diese Maschine, welche sich noch in weiteren Details vom deutschen Original unterschied, bekam nun die Bezeichnung Hispano Aviación HA-1112, inoffiziell auch „Buchon" genannt. Alles klar soweit?

HA 1112 Buchon

Aufgrund des 1968/69 vorherrschenden Mangels an überlebenden Bf-109E nutzten die Produzenten des Kinofilms „Luftschlacht um England" (Battle of Britain) daher eine größere Anzahl, von der spanischen Luftwaffe kürzlich ausgemusterte, HA-1112. Um diese Buchons optisch so nah wie möglich an die 109E heranreichen zu lassen, wurden unter anderem die Randbögen der Tragflächen gekappt, die Grenzschichtzäune entfernt, das Höhenleitwerk verstrebt, MG-Attrappen über der Motorverkleidung installiert und neue Propellerhauben verbaut. Oh, und natürlich wurden die Maschinen mit einem Luftwaffentarnanstrich ähnlich dem von 1940 versehen. Seid ihr immer noch dabei? Gut, dann mal weiter im Text.

HA 1112 Buchon

Allerdings hatten die Produzenten noch ein weiteres Problem - den Mangel an Hawker Hurricanes. Ganze drei Stück konnten flugfähig für den Film beschafft werden. Jedoch gibt es mindestens eine Szene, in der man sechs Hurricanes im Flug sehen kann (wo die Polen auf eigene Faust deutsche Bomber angreifen, ca. bei 1:33 in der deutschen DVD). Wirklich sechs Hurricanes?

HA 1112 Buchon

Nun, nicht ganz - die vorderen Maschinen sind in der Tat Hurricanes, aber die drei im Hintergrund sind tatsächlich Hispanos. Hierfür wurden extra die drei Pseudo-Luftwaffen-Buchons G-AWHJ, -L und -O (Werknummern 171, 186 und 199) kurzfristig mit RAF-Tarnanstrich und den Kennzeichen MI-T, -V und -S versehen. Die Unterseite der Maschinen wurde im Luftwaffenblau belassen, aber immerhin hatte man anstelle der deutschen Balkenkreuze RAF-Kokarden angebracht.(Wer es noch abstruser/skurriler liebt, dem sei übrigens der Film „Stukas über London" empfohlen. Auch wenn sich die Handlung eher nur im schnellen Vorlauf ertagen lässt, bekommt man hier neben Buchons der Royal Air Force als „Sahnehäubchen" Spitfires der Luftwaffe zu sehen ...)

HA 1112 Buchon

Zum Modell:

Bei der 2004er Academy-Auflage der HA-1112 handelt es sich ursprünglich um einen Bausatz der Firma Hobbycraft. Praktischweise beinhaltet der Kit bereits, mit Ausnahme der geänderten Propellerhaube, sämtliche Teile, die auch für die Filmversion benötigt werden.

Die fehlende Propellerhaube entstand nach Fotos zuerst als CAD-Modell am Computer und wurde mittels Rapid-Prototyping-Verfahren als STL-Teil gefertigt. Ergänzt wurde außerdem fotogeätztes Gurtzeug der Firma Extratech. Ansonsten beschränkte sich der Umbau auf das Kappen der Tragflächen und das Aufbohren der Auspuffkrümmer und der Öffnungen der Maschinengewehre und -kanonen.

HA 1112 Buchon

Getreu dem Original wurde die Unterseite der „RAF-Buchons" noch im „Luftwaffen"-Hellblau lackiert, während die Balkenkreuze durch Kokarden ersetzt wurden. Die Oberseiten wurden im üblichen „RAF"-Schema lackiert und künstlich gealtert.

Die Decals sind aus allen möglichen Quellen zusammengesucht - die Tragflächenkokarden stammen von einem 1:72er Spitfire-Decalsatz von Eduard, ein 1:48er Hurricane-Decalbogen von Techmod spendierte die Fin-Flashes, die polnischen Abzeichen (leider auf der Steuerbordseite versehentlich um 90 Grad verdreht angebracht) sowie die Rumpfkokarden. Letztere mussten nach einem kleinen Betriebsunfall (das Tamiya-Tape war doch stärker als die Klarlackschutzschicht) noch einmal ausgetauscht werden. Für die Staffelkenzeichnung wurden Lackierschablonen aus Blech verwendet.

Neben der Verwendung von aufgehellter Grundfarbe habe ich das ganze Modell noch großflächig unregelmäßig mit Tamiya-Smoke etwas abgetönt.

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Weitere Bilder

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Christian Vidal

Publiziert am 05. September 2010

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