´78 Chevy 4x4 Pickup with Malibu GP Virage & Trailer(Revell - Nr. 14581)
Produktinfo
Besprechung
Malibu Grand Prix war in den 1970 er und 80er Jahren ein Freizeit- und Unterhaltungskonzept, das vor allem in den USA für rasanten Spaß steht. Im Mittelpunkt stehen Go-Kart-Rennstrecken, die Besucherinnen und Besuchern das Gefühl vermitteln, selbst Teil eines Grand Prix zu sein. Ergänzt wurde das Angebot häufig durch Attraktionen wie Minigolf, Arcade-Spiele, Laser-Tag oder kleine Fahrgeschäfte, wodurch sich die Anlagen für Familien, Freundesgruppen und Firmenevents eigneten. Besonders beliebt war Malibu Grand Prix wegen der Mischung aus Wettbewerb und lockerem Freizeitvergnügen. Die Go-Kart-Bahnen waren meist so gestaltet, dass sowohl Anfänger als auch erfahrene Fahrer auf ihre Kosten kamen. Dabei stand weniger der professionelle Rennsport im Vordergrund, sondern der Spaß am Fahren, Überholen und gemeinsamen Erleben. Das Reglement auf den meist kurvigen Strecken war allerdings recht restriktiv und stand in keinem Verhältnis zur Leistung der Karts (was sicherlich viele vor üblen Verletzungen bewahrt hat!). Über die Jahre hatte sich Malibu Grand Prix zu einem festen Bestandteil der amerikanischen Freizeitkultur entwickelt. Mittlerweile sind die Parks alle geschlossen, der letzte wurde im September 2025 dicht gemacht. So ganz neu ist die Idee von Revell nicht so Set zusammenzustellen. Schaut man sich die aufgeprägten Daten an und wirft einen Blick in die entsprechenden Kataloge so findet man recht schnell ein ganz ähnliches Set. Damals war anstelle des Chevy Pick-Up´s ein Toyota Pick-Up dabei. Der kleine Grand Prix Wagen und der Trailer sind dieselben. Die drei Modelle stammen alle aus der Zeit um 1979/84.
Mit gerade einmal 77 Einzelteilen - für alle drei Modelle zusammen wohlgemerkt! - ist das Set sehr übersichtlich und einfach aufgebaut. Hinzu kommt noch, dass man alle Teile - theoretisch - auch nur zusammenstecken kann - ohne Kleber. Revell hat zwar den Zusatz ´Snap-Kit´auf der Verpackung weggelassen, jedoch waren bei der Erstauflage alle Komponenten als solche vermarktet worden. Erfahrungsgemäß funktioniert das Steckprinzip nur bedingt, vor allem dann, wenn das Ergebnis noch halbwegs gescheit aussehen soll. Trotz des hohen Alters der Bausatzformen sind die Teile von recht guter Gussqualität: überraschend scharfe Details und kaum Grat oder Fischhäute. Es gibt aber stellenweise einige unschöne Auswerferspuren. Der aus 36 Einzelteilen aufzubauende Chevy-Pickup erschien in der Vergangenheit in diversen Ausführungen, immer wieder mal mit modifizierten Bauteilen. Das Modell ist als Curbside ausgeführt, die Bodenplatte ist komplett geschlossen. Abgasanlage und die Motor-Getriebeeinheit ist als Relief angedeutet. Nichtsdestotrotz kann die Motorhaube beweglich angebaut werden. Damit man dann wenigstens etwas zu sehen bekommt, gibt es eine einfache Platte mit angedeuteten Zylinderköpfen und aufgesetztem Luftfilter. Achsen, Federung und die Differentiale sind vorne und hinten einteilig gespritzt, da dürften kaum Probleme beim Zusammenbau auftreten. Die Karosserie ist mit einigen erhabenen Details versehen, die Spalten zwischen den einzelnen Blechen sind sauber und scharf wiedergegeben. Bis auf eine kleine Sinkstelle am Dach gibt es kaum etwas nachzuarbeiten. Ähnlich simpel geht´s im Innenraum zu, auch hier reichen gerade einmal vier Bauteile. Es gibt einige Details, hier aber keine Seitenverkleidungen. Lenkrad und Armaturenbrett sind dagegen recht ordentlich gemacht. Vielleicht sollte man noch einen Innenspiegel aus der Restekiste ergänzen. Durch die großzügige Verglasung kann man den Innenraum sehr gut einsehen, ein paar Extra-Details schaden also nichts. Die Reifen gefallen mir dagegen weniger gut. Sie sind nicht, wie sonst üblich aus Weichplastik, sondern aus Polystyrol. An sich kein Problem, jedoch sind sie so aufgebaut dass die Innenseite vollkommen glatt ist. Auch die Lauffläche lässt sehr zu Wünschen übrig; da recht flach. Das hätte man besser machen können, im Revell-Sortiment gibt es genügend passende Reifen, z.B. von den Jeeps. Als kleine Entschädigung sozusagen gibt es einen vorderen Rammschutz mit Seilwinde und Scheinwerfern sowie einen Überrollbügel auf der Ladefläche, ebenfalls mit extra Scheinwerfern. Und dann wären da auch noch zwei Benzinkanister.
Rudimentäre Details im Motorraum und angespritzte Scheibenwischer Der kleine Grand Prix Kart kommt ebenfalls mit nur einer handvoll Teile aus. Auch hier gibt es ein paar einfache Details wie z.B. die erhaben geprägten Gurte oder die Motornachbildung (dürfte schon der spätere Kawasaki sein). Ein paar Teile sollte man vielleicht noch ergänzen, so fehlen etwa die Fahrwerksfedern. Man muss es hier nicht so ganz genau nehmen, schließlich wurden zumindest die privaten Karts sicherlich an der einen oder anderen Stelle etwas aufgemotzt. Die Räder sind wie beim Truck aus Plastik mit identischem Aufbau, hier jedoch geht das völlig in Ordnung. Der Grat in der Mitte und die leicht ballige Form der Lauffläche gehört sich übrigens so - bei neuen, unbenutzten Reifen! Nett sind auch die erhaben geprägten Reifenlogos. Der Trailer ist - sofern überhaupt noch möglich - noch einfacher aufgebaut als die beiden anderen Kits. Auch hier gibt es diese ungewöhnlichen Plastikreifen, allerdings ohne Rückseiten! Die beiden Auffahrrampen können beweglich angebaut werden, allerdings bleibt das eine recht wackelige Angelegenheit. Die Tränenblechoberfläche ist sehr schön gemacht. Ein paar anhänger-typische Details sollte man ergänzen, sonst sieht es echt aus wie Spielzeug (Handbremse, gescheite Leuchten, Stützrad usw.)
Der Decalbogen ist von guter Qualität und enthält im Wesentlichen die Dekore für den Kart und den Truck. Der Druck ist sauber und versatzfrei, ein Muss bei den dreifarbigen Streifen. Revell bietet uns zwei verschiedene Farben an Dekoren für den Truck und ganze vier für den Kart an. Die Bauanleitung ist noch im klassischen Schwarz-Weiß im Revell USA-Stil. Für alle drei Modelle reichen 17 Baustufen inklusive Decalanleitung.
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Einfach, dieses Set kann auch von Unerfahrenen leicht bewerkstelligt werde, theoretisch sogar ohne Kleber. FazitEine schöne Idee, so ein Set nochmal aufzulegen. Schade, dass man die alten Formen nicht durch ein paar extra Teile aufwertet. Bei den Rädern wäre dies durchweg geboten gewesen. Ansonsten ist die Qualität ganz ok. Der Truck gefällt mir am besten von den Dreien. Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 05. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |