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Bugatti EB110

(Revell - Nr. 07353)

Revell - Bugatti EB110

Produktinfo

Hersteller:Revell
Sparte:Autos
Katalog Nummer:07353 - Bugatti EB110
Maßstab:1:24
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Dezember 2025
Preis:ca. 40 €
Inhalt:
  • 8 Rahmen aus grauem, silberfarbenem und klarem Kunststoff
  • 1 Karosserie
  • 4 Gummirefen
  • 1 Decalbogen
  • Farbige Bauanleitung

Besprechung

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Bugatti EB110

 

Der Bugatti EB110 zählt zu den bedeutendsten und zugleich unterschätzten Supersportwagen der Automobilgeschichte. Er steht für den ambitionierten Versuch, die legendäre Marke Bugatti nach Jahrzehnten der Bedeutungslosigkeit neu zu beleben. Nach dem Tod von Ettore Bugatti im Jahr 1947 verschwand die Marke weitgehend von der Bildfläche. Erst der italienische Unternehmer Romano Artioli wagte Ende der 1980er-Jahre einen Neuanfang. In Campogalliano bei Modena entstand eine hochmoderne Fabrik, in der Bugatti an seine Glanzzeiten anknüpfen sollte. 1991 wurde der EB110 präsentiert, am 110. Geburtstag Ettore Bugattis.

Der EB110 war technisch seiner Zeit weit voraus. Herzstück bildete ein 3,5-Liter-V12-Motor mit fünf Ventilen pro Zylinder und vier Turboladern. In der Version EB110 GT leistete er rund 560 PS, während der leichtere und stärkere EB110 Super Sport (SS) auf etwa 610 PS kam. Die Kraft wurde über ein permanentes Allradsystem auf die Straße gebracht – zu einer Zeit, als die meisten Supersportwagen noch auf Hinterradantrieb setzten. Das brachte dem EB110 den Titel des bis dahin sichersten Supersportwagens ein.

Besonders innovativ war das Carbonfaser-Monocoque, das für hohe Steifigkeit bei geringem Gewicht sorgte. In Kombination mit einem ausgefeilten Fahrwerk und Hochleistungsbremsen erreichte der EB110 Fahrleistungen auf Weltklasseniveau: Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in etwa 3,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von über 340 km/h.

Optisch präsentierte sich der EB110 kantig, technisch und kompromisslos. Große Lufteinlässe, eine flache Silhouette und die markanten Scherentüren verliehen ihm einen futuristischen Auftritt. Das Interieur verband luxuriöse Materialien wie Leder und Aluminium mit einem klaren Fokus auf den Fahrer – ganz im Sinne eines echten Supersportwagens.

Trotz seiner technischen Überlegenheit und prominenter Besitzer – darunter auch Michael Schumacher, der einen EB110 SS fuhr – blieb der wirtschaftliche Erfolg aus. Hohe Entwicklungskosten und ein schwieriges Marktumfeld führten 1995 zur Insolvenz von Bugatti Automobili S.p.A. Insgesamt wurden nur etwa 139 Fahrzeuge gefertigt.

Revell - Bugatti EB110

Bugatti EB110Ein paar Formtrennnähte sind an der Karosserie zu findenBugatti EB110Bugatti EB110Autsch, die Auswerfer an der Frontklappe sitzen!Auch hinten gibt es welcheBugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Auch der Unterboden wurde nicht vernachlässigtBugatti EB110Man beachte die kleinen Fischhäute in den Öffnungen der FelgeBugatti EB110Fischhaut so weit das Auge reichtBugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Super gemachte BremsanlageBugatti EB110Die Falten sind nicht übertriebenBugatti EB110

Bugatti EB110

 

Revell hat sich ganz schön lange Zeit gelassen, den Bausatz des Bugatti EB110 mal wieder neu aufzulegen. "Ups I did it again" ist hier alles andere als zutreffend. Tatsächlich gab es ihn bisher nur einmal und er blieb auch nur wenige Jahre im Programm. Da schrieb am noch eine 19 am Anfang der Jahreszahl, so lange ist das schon her. Zwischenzeitlich hatte er sich zu einem begehrten Sammlerstück gemausert, mit entsprechenden Preisen. Nun kommt er im neuen Schachteldesign daher, mit neuem Decalbogen und aktueller Bauanleitung. An den Bauteilen hat sich erwartungsgemäß nichts geändert. Warum auch, der Bausatz war für damalige Verhältnisse echt top.

Die 148 Bauteile sind in in drei Farben gespritzt, grau, blau und silber. Bei der Erstauflage war der Rahmen mit den Felgen noch verchromt, das hat man gottseidank hier bleiben lassen. Die Gussqualität ist so o-la-la, es gibt einiges an Fischhaut, Grate und auch ziemlich große Auswerferpins. Da kann der Bausatz seine 30 Jahre, die er auf dem Buckel hat, nicht ganz verleugnen. Demgegenüber kann der Bausatz mit einigen wirklich hervorragend gemachten Details aufwarten. So sind z.B. die Sitze die besten, die ich bis dato in einem 1:24er Bausatz vorgefunden habe. Man kann das edle Leder von Poltrona Frau quasi förmlich riechen beim Anblick der fein strukturierten Sitze. Auch der Rest vom Innenraum weiß zu überzeugen. Das Armaturenbrett strotzt geradezu vor Details. Das I-Tüpfelchen sind die Wurzelholz-Decals. Das kann Van der Rostens ihre Uschi auch nicht besser!

Der aus fast 50(!) Bauteilen bestehende Motorraum verschwindet leider fast vollständig unter der Karosserie. Das gleiche gilt auch für die Achsen. Revell hat sich seinerzeit sehr viel Mühe mit diesen Details gegeben. Wenigstens kann man die recht große Klappe hinten öffnen, so sieht man wenigstens etwas von all der Pracht. Getrübt wird die Freude nur von der ganzen Vorarbeit, die man zum Versäubern der Teile leisten muss. Revell hat auch wieder eine ganze Reihe von Decals beigelegt, mit denen man den Motor dem Original noch ein weiteres Stückchen näher bringen kann. Auch die vordere Klappe kann man offen anbauen, darunter kommen dann z.B. die Hydraulik der Bremsanlage und die Batterie zum Vorschein.

Die Reifen sind sehr schön gemacht. Sie haben ein originalgetreues Profil und es gibt erhabene Schriftzüge an den Flanken. Ich habe mal nachgemessen, die Originalreifen - vorne 245/40 R18, hinten 325/30 R18 - sollten umgerechnet für 1:24 einen Außendurchmesser von 27,2 mm haben. Die Bausatzreifen sind ca. 1 mm zu klein im Durchmesser. Die Breite passt in etwa. Die BBS-Felgen weisen stellenweise etwas Fischhaut in den Zwischenräumen auf. Schade, dass man durch die Felgen von der Bremsanlage am fertigen Modell kaum etwas sieht, denn diese ist ganz hervorragend wiedergegeben, einschließlich der gelochten Bremsscheiben. Die Vorderräder können beweglich (also mit Lenkeinschlag) angebaut werden. Wer sauber arbeitet, bekommt auch drehbare Räder hin.

Die Klarsichtteile sind eher mäßig. Die große Frontscheibe hat eine ungleichmäßige Materialstärke was zu einer welligen Oberfläche führt. Nicht tragisch, aber das fertige Modell wirkt dadurch etwas ´billiger´.  Die kleine, senkrechte Heckscheibe ist eher trüb, als wäre die Form nicht sauber poliert gewesen. Sieht man zwar kaum, weil sie unter der großen Heckklappe verschwindet, ärgerlich ist es aber trotzdem. 

Dem Brett ist nichts mehr hinzuzufügen!Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110Bugatti EB110

Dem Brett ist nichts mehr hinzuzufügen!

Dem Brett ist nichts mehr hinzuzufügen! 

Der 12 x 12 cm messende Decalbogen ist von der gewohnt guten Qualität printed by Cartograf. Er enthält eine ganze Reihe sehr nützlicher Decals, die das Modell weiter aufwerten. Besonders hervorzuheben sind die diversen Typenschilder und Plaketten sowie die Wurzelholz-Decals für das Armaturenbrett. Letzere sind super gelungen. Beim Angebot an Nummernschildern dürfte jeder was passendes für sich finden. Aber Obacht! Revell nimmt es mit der Authentizität von Nummernschildern nicht immer hundertprozentig genau.

Die Bauanleitung ist mit 30 Seiten und 80 Baustufen mehr als umfangreich ausgefallen. Die einzelnen Baustufen sind daher seeehr übersichtlich, selten werden mehr als drei Bauteile gleichzeitig verbaut. Drei Seiten Bemalungsanleitung für einen Pkw findet man bei Revell auch eher selten (der zeitgleich erschienene Lambo-Bausatz muss sich mit einer Seite begnügen). Bis auf eine Farbe muss bei diesem Modell nichts zusammengemischt werden. 

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Bugatti EB110

 

Darstellbare Fahrzeuge:
  • Es gibt Kennzeichen für acht europäische Nationen. Revell hat allerdings wieder ein paar Fehler eingebaut, beispielsweise bei Kennzeichen für Österreich. Da passt das Wappen nicht zu Bregenz
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • Super Decalbogen
  • ausführliche Bauanleitung
Schwächen:
  • Gussqualität lässt zu wünschen übrig
Anwendung: Der Skill Level 5 hat durchaus seine Berechtigung

Fazit

Der EB110 war schon länger nicht mehr verfügbar, daher ist er eine willkommene Wiederauflage. Der Bausatz ist zwar nicht State of the Art, aber trotzdem sehr gut gemacht. Die Detaillierung liegt auf hohem Niveau. Die Gussqualität ist aber nicht so der Hit, es gibt reichlich Fischhaut und Formtrennnähte an den Bauteilen.

Weitere Infos

Anmerkungen: Bugatti EB110

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 09. Februar 2026

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