The Lich King – World of Warcraft(Revell - Nr. 03515)Produktinfo
Besprechung
Zum OriginalWorld of Warcraft ist ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG), das seit 2004 eine der prägendsten Spielwelten der Videospielgeschichte darstellt. Das Spiel verbindet klassische Fantasy-Elemente mit einer außergewöhnlich dichten Hintergrundgeschichte, die sich über zahlreiche Erweiterungen hinweg weiterentwickelt. Besonders bekannt ist World of Warcraft für seine ikonischen Charaktere, klaren Fraktionsstrukturen und den hohen Wiedererkennungswert von Rüstungen, Waffen und Architekturen. Für den Modellbau bietet das Warcraft-Universum eine Vielzahl markanter Vorlagen, da Designs oft bewusst überzeichnet, kontrastreich und symbolisch gestaltet sind – ideal für eindrucksvolle Figurenmodelle. Der Lichkönig ist eine der zentralen Antagonistenfiguren des Warcraft-Universums. Er vereint die Seelen mehrerer Charaktere, insbesondere des ehemaligen Paladins Arthas Menethil, und herrscht über die untoten Streitkräfte der Geißel. Optisch ist der Lichkönig stark von klassischen Dark-Fantasy- und Death-Knight-Motiven geprägt: schwere, runenverzierte Rüstung, der eisblaue Helm der Herrschaft sowie das legendäre Runenschwert Frostmourne, das die Seelen seiner Opfer bindet. Seine Erscheinung symbolisiert Macht, Verderbnis und die völlige Unterwerfung des freien Willens. Innerhalb der Spielwelt steht der Lichkönig nicht nur für rohe Gewalt, sondern auch für eine tragische Figur, deren Fall durch Hybris und Manipulation geprägt ist.
Zum BausatzRevell hat in den letzten Jahren immer wieder neue Franchise-Tore aufgestoßen und Bausätze aus bislang unerschlossenen Welten auf den Basteltisch gebracht. Im Oktober 2025 erschien so der erste Bausatz aus der Welt des Online-MMOs World of Warcraft. Mit dem Lich King hält dabei eine der ikonischsten Figuren des Spiels Einzug in den heimischen Bastelbereich. Die neue Klappbox, die inzwischen in Bünde das gängige Maß der Dinge zu sein scheint, enthält neben ein paar Farben, einem Pinsel und Kleber natürlich auch die beiden Gussrahmen, den Sockel sowie das Namensschild des Bausatzes. Auffällig ist, dass der Karton offenbar verkehrt herum bedruckt wurde: Statt das Cover aufzuklappen, öffnet man zunächst die Kartonrückseite. Neben einer gelungenen Illustration und einem Foto des Prototypmodells finden sich an den Seiten zudem einige Detailansichten der Figur.
Schauen wir zunächst auf die Beigaben: Der Bausatz richtet sich offenbar vor allem an Gelegenheitsbastler, weshalb ein Pinsel, neun kleine Farbtöpfchen sowie Kleber beiliegen. Konkret sind dies Schwarz, Blau, Hellgrau, Staubgrau, Lederbraun, Eisen und Gold, dazu kommen zwei bereits fertig angemischte Farben – eine Mischung aus Eisen und Silber sowie eine aus Blau und Rostbraun im passenden Verhältnis. Das ist wirklich eine gelungene Idee. Kritik gibt es jedoch beim Pinsel: Dieser wurde ohne Schutz der Borsten in den recht kleinen Beutel gelegt und wirkt entsprechend geknickt. Für die Detailarbeit eignet er sich ohnehin kaum, da er mit Größe 2 deutlich zu groß ausgefallen ist.
Kommen wir zum Plastik: Dem Bausatz liegen zwei Gussrahmen mit insgesamt 52 sauber gespritzten Teilen bei, dazu kommen der Sockel sowie ein separates Namensschild. Letzteres empfinde ich persönlich als eher unglückliche Lösung. Zum einen findet sich in der Mitte eine Art Sinkstelle, zum anderen bleibt in der Präsentation nur die Möglichkeit, es – ähnlich einem Namensschild auf dem Schreibtisch – separat daneben zu platzieren. Eine Kombination aus Namensschild und Sockel wäre hier vermutlich die elegantere Lösung gewesen. Der Sockel selbst, beziehungsweise der Sockelrahmen, liegt ebenfalls separat bei und macht qualitativ einen deutlich besseren Eindruck. Allerdings kippelt er leicht und sollte daher plan geschliffen werden, um einen sicheren Stand zu gewährleisten. Die Teile der Figur selbst verteilen sich auf zwei Gussrahmen. Wie nicht anders von einem New Tool zu erwarten, sind die Teile von hervorragender Qualität. Auf dem ersten Gussrahmen finden sich vor allem die hochdetaillierten Teile der Rüstung. Die Ornamente an den Schultern sind makellos ausgeführt, am Brustpanzer sind sogar leichte Dellen dargestellt, und auch die Stoffstruktur am Gurt weiß zu überzeugen. Der Helm ist mehrteilig aufgebaut und verdeckt den Großteil des Gesichts. Man muss schon etwas suchen, um dieses zu entdecken; es ist nur teilweise dargestellt, aber dennoch ausreichend wiedergegeben. Was mir ebenfalls aufgefallen ist, betrifft das Schwert: Dieses ist zwar sehr gut getroffen, allerdings fehlen die Runen, wie sie auf der Verpackung zu sehen sind. Hier wären zumindest ein paar Decals eine sinnvolle Lösung gewesen. Rahmen B beherbergt die grundlegenden Bauteile für den Körper. Dieser ist mit einer Riffelstruktur überzogen, die vermutlich die Ringrüstung darstellen soll. Die Idee ist grundsätzlich sehr gelungen, erschwert jedoch das Versäubern der Klebenaht erheblich – vor allem dann, wenn man die Struktur nicht zerstören möchte. Ein vollständiges Nachgravieren wäre jedenfalls eine Herkulesaufgabe; möglicherweise fällt am Ende aber auch kaum noch etwas davon auf. Die Fellrüstung ist strukturell angedeutet, wirkt jedoch etwas zu glatt, wodurch der Plastiklook leider durchscheint. Hier könnte es helfen, die Oberfläche leicht aufzurauen oder – sofern vorhanden – echtes Fell im passenden Maßstab zu verwenden, was durchaus gut umsetzbar wäre. Der Umhang zeigt wiederum eine überzeugende Stoffstruktur, allerdings verraten die Löcher recht deutlich seine Materialstärke. Zudem wirken diese etwas zu akkurat; mit etwas ausgefransteren Kanten käme der Effekt vermutlich noch besser zur Geltung.
Bemalung und AbziehbilderDie Abziehbilder geben den Schriftzug „Lich King“ lediglich in zwei verschiedenen Ausführungen wieder. Wie bereits erwähnt, wären zusätzliche Runen für das Schwert wünschenswert gewesen. Bei der Bemalung empfiehlt sich eine genaue Recherche. Mir scheint, dass man hier in Bünde nicht allzu sorgfältig gearbeitet hat und die Vorbildrecherche etwas oberflächlich ausgefallen ist. So soll der Umhang laut Anleitung blau bemalt werden, obwohl es sich beim Vorbild eher um einen sehr dunklen, nahezu schwarzen Farbton handelt. Auch die Handschuhe sind mit Staubgrau angegeben, während meine Recherchen eher auf einen dunklen Lederton hindeuten. Gleiches gilt für die Gesichtsfarbe, die ebenfalls nicht ganz stimmig wirkt. Wer also Wert auf eine möglichst korrekte Darstellung legt, dem ist dringend zu empfehlen, die Farbgebung anhand eigener Recherchen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Die Anleitung......ist farbig gedruckt und zeigt in 23 einfachen Schritten, was zu tun ist. Die Bemalung erfolgt dabei jeweils direkt im entsprechenden Bauschritt. Genau hier liegt auch die größte Herausforderung, denn letztlich ist eine gelungene Bemalung das A und O für eine gelungene Figur.
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Figuren sind die Königsklasse im Modellbau, weil alles mit der Bemalung steht und fällt FazitIch finde, die Figur ist richtig gut gelungen. Für Fans von World of Warcraft ein absolutes Must-have. Auch der Bau sollte insgesamt gut machbar sein, lediglich die Bemalung kann sich als etwas anspruchsvoller erweisen. Weitere InfosReferenzen Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 12. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |