DDG-125 Jack H. Lucas(Beacon Hobby - Nr. S3001)
Produktinfo
BesprechungDer Hersteller
Mit Beacon-Hobby betritt ein neuer Hersteller aus China die Modellbau Bühne. In 2025 gegründet ist ein erster Bausatz entwickelt worden der bereits bei einigen internationalen Händlern verfügbar ist. Beacon-Hobby hat dafür den neuesten in Dienst gestellten Arleigh-Burke Class Zerstörer DDG- Jack H. Lucas gewählt. Zusätzlich zu dem Bausatz ist ein Upgrade Set für den Bausatz in Arbeit. Über weitere geplante Neuheiten schweigt sich die Firmen Webseite derzeit noch aus. Vorweggesagt, der erste durch die Firma recherchierte, entwickelte und mit komplexen Werkzeugtechnologien umgesetzte Bausatz ist hervorragend gelungen und mach Freude auf mehr. Das OriginalDDG-125 Jack H. Lucas ist der erste Flight III im Dienst der USN. Die Kiellegung fand am 08.November 2019 statt. Nach Stapellauf und Taufung in den Jahren 2021 und 2023 stellte der Zerstörer am 07. Oktober 2023 in Dienst. Heimathafen ist San Diego in Kalifornien. Der Bausatz
Beacon Hobby präsentiert den Bausatz in einem stabilen Stülpkarton der mit einem attraktiven Deckelbild versehen ist. An den Kartonseiten befinden sich Renderings einiger Baugruppen und des zusammengebauten Modells, sowie eine Seitenansicht und Text zur Historie des Originals. Bei der Betrachtung des Renderings des fertigen Modells fällt auf, dass der Wasserpass und das Unterwasserschiff in schwarz bzw. rot wiedergegeben sind. Wie dem Text an der Kartonseite zu entnehmen ist, wurde gezielt eingefärbter Kunststoff verwendet, um bereits out of Box einen fertigen Eindruck des Modells zu erwecken. Wie sich in der weiteren Rezension zeigen wird, ergibt sich dadurch eine unnötige Dreiteiligkeit der Rumpfbauteile und Montage. Nach dem Öffnen des Kartons präsentiert sich eine Abdeckung aus Karton mit farbigen Ansichten des Schiffes, inklusive Farbinformationen und Positionierung einiger Decals. Es ist ratsam die Seiten der Karton Abdeckung zu studieren. Hier befindet sich eine Draufsicht mit weiteren Angaben zur Positionierung von Decals, sowie auf der gegenüberliegenden Seite detaillierte Information zu den Farbsystemen von Tamiya color, Mr. Color und AquaQ color, sowie Seitenansichten des Bordhubschraubers. Auf der Innenseite des Kartons findet sich die Ansicht die wir schon vom Deckelbild kennen.
Der Karton ist prall gefüllt mit Spritzlingen. Diese sind in Klarsichtfolien eingeschweißt. Spritzlinge mit besonders filigranen Bauteilen sind zusätzlich in ein Gewebe eingeschlagen wie wir es u.a. von Trumpeter kennen. An den insgesamt 27 Spritzlingen befinden sich 520 Einzelteile.
Rumpf und Decks
Beginnen wir mit dem Rumpf. Wie bereits erwähnt, hat man sich für eingefärbten Kunststoff entschieden, um das Modell auch ohne Farbauftrag ins rechte Licht zu rücken – eine Möglichkeit, die sicherlich kaum ein Modellbauer in Anspruch nehmen wird. Diese Philosophie führt letztendlich dazu, dass der Rumpf horizontal dreigeteilt ist: das Überwasserschiff in Grau, der Wasserpass in Schwarz und das Unterwasserschiff in Rot. Der Hersteller hat jeweils an Bug und Heck sowie entlang der Seiten insgesamt neun Zentrierdome am Überwasserschiff angebracht, die durch Löcher im Wasserpass schließlich in Zapfen am Unterwasserschiff zentrieren. Die Idee wirkt logisch und sinnvoll; es wird sich zeigen, wie gut sie in der Praxis funktioniert. Beim Wasserpass ist darauf zu achten, dass dieser nicht verkehrt herum montiert wird. Am Unterwasserschiff zeigt sich eine feine Schiebertrennlinie, ansonsten ist der Spritzguss absolut sauber ausgeführt. Das Bugsonar weist einige Details und einen Versatz auf, den ich auf Originalfotos so nicht wiederfinden konnte. Ansonsten finden sich keine weiteren Details wie Wasseraus- und -einlässe. Außerdem fehlen die markanten Stringer des Prairie-Masker-Systems (aktives System zur Geräuschreduzierung), die sich von den drei jeweils an Back- und Steuerbord des Überwasserschiffs befindlichen vertikalen Stringern um den Rumpf herumziehen. Das Überwasserschiff ist aufwendig detailliert. Entlang der Bordwand ziehen sich viele kleine Erhebungen, die die Ösen darstellen sollen, an denen am Original Plattformen zum Pönen des Rumpfes eingehängt werden. Diese Ösen sind am Original jedoch nur aus der Nähe wahrnehmbar; der Hersteller hat es mit den prominenten Erhebungen hier leider etwas zu gut gemeint. An den Oberkanten des Rumpfes sind die Klüsen bereits mit angespritzt. Das zweiteilige Oberdeck ist gut detailliert, wobei diverse Markierungen mittels Gravuren dargestellt sind. Das erleichtert zwar das Abkleben und Lackieren, jedoch hätten die Gravuren etwas dezenter ausfallen können. Die Decks werden ebenfalls mittels Zentrierzapfen in den Rumpf eingesetzt.
Aufbauten, Brücke und Mast
Der komplexe Brückenaufbau besteht aus insgesamt sieben Hauptkomponenten. Diese sind teilweise mit anspruchsvoller Werkzeugtechnik umgesetzt. So besteht beispielsweise das Hauptbauteil der Brücke aus einem einzigen Spritzgussteil. Um dies in einem Spritzgusswerkzeug realisieren zu können, sind verfahrbare Schieber erforderlich, die nach dem Spritzgussvorgang das Entformen ermöglichen. Beim Brückenbauteil sind es mindestens sechs Schieber, die in der Horizontalachse verfahren müssen. Das erfordert eine absolut präzise Werkzeugherstellung, um sicherzustellen, dass die Schiebertrennungen mit minimalster Toleranz gefertigt sind. An dem Bauteil ist kaum Grat oder Formtrennversatz zu sehen, was darauf schließen lässt, dass der Hersteller über einen hervorragenden Werkzeugbau verfügt. Im Trennbereich der Schieber ist lediglich in einer Detailaufnahme der vorderen Brückenstruktur ein geringer Formtrennversatz zu erkennen – siehe Detailfoto. Wie bei der Brücke sind auch die weiteren komplexen Bauteile in einwandfreier Qualität hergestellt und verfügen bereits über diverse feine Details. Zur Zentrierung der Bauteile finden sich auch hier stabile Zapfen und Langlöcher. Das erinnert ein wenig an einen Steckbausatz, doch bin ich überzeugt, dass sich die Bauteile mit dieser Methode perfekt fixieren und verkleben lassen. Die Montage diverser kleiner Unterbaugruppen sowie der vielen Kleinteile erfordert insgesamt sieben Montageschritte, zuzüglich mehrerer Untermontagegruppen. Neben Schotten, Fittings, Schlauchhalterungen, Radargeräten, Rettungsinseln, Podesten und Antennen sind zusätzlich einige der enthaltenen fotogeätzten Bauteile anzubringen. Sämtliche Kleinteile sind in ebenso guter Qualität und sehr fein detailliert wiedergegeben. Als weitere Komponenten finden sich der Aufbau um den vorderen Rauchgasabzug sowie der komplexe Dreibeinmast. Der Aufbau für den Rauchgasabzug besteht wiederum aus einem Spritzgussteil und diversen anzubringenden Kleinteilen sowie einer fotogeätzten Steigleiter. Die Struktur des komplexen Mast ist aus mehreren Einzelteilen zusammen zu setzen. Die Teilung der quadratischen Hauptstrebe in zwei Hälften ist gut gelöst. Die Stützstreben bestehen aus einem einzigen Bauteil. Bei dem Zusammenbau der Maststruktur sollte unbedingt die richtige Position direkt am Brückenaufbau geprüft werden. Die Rahen sind sehr fein und fragil und daher mit Vorsicht vom Gussast zu trennen und zu montieren.
Aufbauten, HangarDie Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse verfügen ab der Flight-IIA-Konfiguration über einen zweigeteilten Hangar am achteren Ende des Aufbaus. Dieser Aufbau hat das Erscheinungsbild der Schiffe deutlich verändert. Wie bereits bei den Brückenaufbauten besteht auch der achtere Aufbau aus einem Spritzgussteil. Neben den Außenseiten befinden sich innenseitig an der Decke diverse Verstrebungen und Details. Die dreiteiligen Hangarwände sind separat zusammenzubauen und zu montieren. Die Bemalung und Alterung wird dadurch deutlich erleichtert. Die Hangartore liegen nur im geschlossenen Zustand bei. Soll der Hangar ganz oder teilweise geöffnet dargestellt werden, sind die Tore entsprechend anzupassen. Der Zusammenbau des achteren Aufbaus samt des Aufbaus für den achteren Rauchabzug erfolgt über fünf Bauschritte. Auch hier finden sich viele Kleinteile, die zu verbauen sind, wie z.?B. Dipole, Torpedorohrsätze, cal.-50-MG, Phalanx sowie zahlreiche weitere Kleinteile.
Weitere Bauteile für die EndmontageDer Hersteller hat den Bausatz in drei Hauptkomponenten aufgeteilt: Rumpf, Brückenaufbau und achterer Aufbau. Gemäß Bauanleitung sind die Baugruppen vorab zusammenzubauen und idealerweise vor dem eigentlichen Verbau zu lackieren. Es wird ratsam sein, die Passung und den Verbau vorab zu prüfen. In den Bauabschnitten 24 und 25 sind an Steuerbord die Bootslagerung und die Davits anzubringen. Diesen Bauschritt würde ich allerdings bereits beim Zusammenbau des achteren Aufbaus durchführen. In den weiteren Bauschritten sind überwiegend entlang des Hauptdecks weitere Einzelteile anzubringen. Mittschiffs ist die RAS-Anlage zu installieren. Die Detaillierung und Qualität der vielen Kleinteile stehen den größeren Bauteilen in nichts nach. Es gibt kaum ein Bauteil, das durch ein Aftermarket-Teil ersetzt werden müsste. Somit lässt sich bereits aus dem Kasten ein hervorragend detailliertes Modell des neuesten Arleigh-Burke-Zerstörers bauen.
Fotoätzteile und AnkerketteDem Bausatz liegt eine kleine Fotoätzplatine bei. Auf dieser befinden sich die Schutznetze entlang des Landedecks, Rotoren für den Bordhubschrauber, sowie diverse Kleinteile die im Zuge der Einzelnen Baugruppen zu verbauen sind, wie z.B. die Pivots für die cal. 50 MG. Die Qualität der Fotoätzteile entspricht dem heutigen Stand der Technik. Eine feine Gliederkette als Ankerkette liegt ebenfalls bei.
DecalsDer Decalbogen enthält neben der Bugnummer der Jack H. Lucas eine Vielzahl an Decksmarkierungen und Warnhinweise. Da die Konturen der Decksmarkierungen eingraviert sind, bleibt es dem Modellbauer überlassen die Decals für die Markierungen zu verwenden oder abzukleben und zu lackieren. Der Bogen ist von sehr guter Qualität und alle Markierungen sind versatzfrei und sauber gedruckt.
BauanleitungDie nicht ganz DIN A4 große Bauanleitung ist als Heft geklammert und führt in 28 Baugruppen mit einer Vielzahl an Unterbaugruppen durch den Bau des Modells. Neben einem kurzen geschichtlichen Abriss und Warnhinweisen in Mandarin und Englisch finden sich in der Bauanleitung Hinweise und Anmerkungen zu einzelnen Bauschritten, ebenfalls in zweisprachiger Ausführung. Die Piktogramme in der Bauanleitung sind etwas gewöhnungsbedürftig. Erfreulicherweise finden sich die jeweils nötigen Piktogramme mit Erklärung bei jedem Bauschritt wieder. Gut bebildert wird der Modellbauer durch den Bau geführt. Wie eingangs erwähnt, befinden sich Farbangaben und Profilansichten auf der separaten Kartonabdeckung.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Für den erfahrenen Modellbauer FazitEin neuer Hersteller mit einem ungewöhnlichen, aber hocherfreulichen Intro. Was bei dem Bausatz besonders auffällt, ist die Liebe zum Detail. Um die verwinkelten Strukturen in wenige Hauptbauteile zusammenzufassen, haben die Entwickler sehr viel Aufwand betrieben. Das erleichtert den Bau ungemein und führt zu einer besseren Qualität, wenn – wie im vorliegenden Fall – spritzgusstechnisch alles richtig umgesetzt wurde. Das an Steckbausätze erinnernde Zentrierkonzept sieht absolut sinnvoll aus und wenn es richtig funktioniert sollte es den Bau und die Positionierung und Fixierung der Baugruppen ungemein erleichtern. Beacon Hobby hat mit der Jack H. Lucas einen hervorragenden Einstand gegeben und wir freuen uns auf mehr von dem innovativen Hersteller. Weitere InfosAnmerkungen: Der Hersteller hat bereits ein Upgrade Set mit Fotoätzteilen und diversen Kleinteilen angekündigt. Diese Besprechung stammt von Christian Bruer - 16. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
Modellbauer-Profil Christian Bruer![]() Land: Beiträge: 115 Dabei seit: 2006 Neuste Artikel:![]() ![]() Alle 115 Beiträge von Christian Bruer anschauen. Mitglied bei:![]() ![]() ![]() |