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T-80BV Explosive reactive armour

(Revell - Nr. 03106)

Revell - T-80BV Explosive reactive armour

Produktinfo

Hersteller:Revell
Sparte:Militärfahrzeuge Modern
Katalog Nummer:03106 - T-80BV Explosive reactive armour
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1996
Preis:antiquarisch
Inhalt:
  • 4 Gußrahmen in grün
  • 1 Abziehbilderbogen
  • Anleitung

Besprechung

Revell - T-80BV Explosive reactive armour

zum Vorbild:

Der T-80BV entstand als Weiterentwicklung des sowjetischen Kampfpanzers T-80B und wurde ab 1985 eingeführt. Charakteristisch war der Einsatz einer Gasturbine als Antrieb, die dem rund 42 Tonnen schweren Panzer eine hohe Beschleunigung und Beweglichkeit verlieh. Bewaffnet war der T-80BV mit der 125-mm-Glattrohrkanone 2A46M-1, aus der neben konventioneller Munition auch 9M112-Kobra-Lenkflugkörper verschossen werden konnten.

Die wichtigste Neuerung gegenüber dem T-80B war die Ausstattung mit der Kontakt-1-Reaktivpanzerung. Die auf Turm und Wannenfront angebrachten Elemente sollten insbesondere die Wirkung von Hohlladungsgeschossen reduzieren. Damit gehörte der T-80BV zu den modernsten sowjetischen Kampfpanzern der zweiten Hälfte der 1980er Jahre.

Seinen ersten größeren Kampfeinsatz erlebte der T-80BV nach dem Zerfall der Sowjetunion im Ersten Tschetschenienkrieg. Beim Angriff auf Grosny Ende 1994 setzte die russische Armee unter anderem T-80B und T-80BV ein. Die Panzerverbände erlitten dabei teilweise schwere Verluste. Besonders in den Kämpfen innerhalb der Stadt erwiesen sich die T-80 als verwundbar gegenüber tschetschenischen Panzerabwehrtrupps, die aus vorbereiteten Stellungen und aus oberen Stockwerken heraus operierten. Die hohen Verluste waren allerdings nicht allein auf technische Schwächen des T-80 zurückzuführen, sondern auch auf die mangelhafte Vorbereitung, unzureichende Infanterieunterstützung und die problematische Führung des russischen Angriffs.

Mit dem Ende der Sowjetunion gelangten zahlreiche T-80BV in die Bestände Russlands und der Ukraine. Beide Staaten setzten den Typ später weiter ein und modernisierten beziehungsweise überholten Teile ihrer Bestände. Seit 2022 sind T-80BV sowohl auf russischer als auch auf ukrainischer Seite im Russisch-Ukrainischen Krieg eingesetzt worden.

Der T-80BV steht damit exemplarisch für die letzte Generation sowjetischer Kampfpanzentwicklung des Kalten Krieges: technisch anspruchsvoll, stark bewaffnet und hochmobil. Gleichzeitig zeigte gerade der Einsatz in Grosny, dass selbst ein moderner Kampfpanzer unter ungünstigen taktischen Bedingungen und ohne ausreichende Unterstützung erhebliche Verluste erleiden konnte.

Revell - T-80BV Explosive reactive armour

zum Bausatz:

Der T-80 zählt zu den früheren „modernen“ 1:72 Militärbausätzen von Revell. Eigentlich auch gar kein reiner Revellbausatz, denn die Erstauflage erschien 1990 damals noch bei Matchbox. Allerdings war zu jenem Zeitpunkt die Modellbausparte des Spielzeugherstellers unlängst in der Obhut von Revell. Als 1995 die letzten Matchboxbausätze vom Band liefen, wurde der Bausatz nun auch von Revell übernommen. 1996 erschien in einer neuen Box und in der Variante T-80BV, wie ich ihn heute hier vorstelle. Bisher folgten noch drei weitere Auflagen: eine 1996 bei Monogramm, sowie 2008 und zuletzt 2015 wieder bei Revell. Neben diesen, welche die älteste Bausatzform des Fahrzeugs darstellt, folgten 1994 noch vom chinesischen Hersteller Galaxy, 2015 von Modellcollect und 2018 von Trumpeter weitere Bausätze. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl von gedruckten Resinpanzern.

Im damals praktischen und noch üblichen Schubkarton befinden sich die vier dunkelgrünen Spritzlinge mit den Bauteilen, sowie ein kleiner Abziehbilderbogen und die Anleitung. Die Gussrahmen sind in einer Folienbeutel eingeschweißt. Auf dem ersten Blick ist der Bausatz sauber gespritzt. Allerdings ist die Wahl der Plastikfarbe nicht gut, aber immer noch besser als das dunkelgrüne Plastik, wie es bei späteren Modellen der Fall war. Bei Betrachtung der Teile fällt jedoch auf, dass der Bausatz bei weitem nicht so detailliert ist, wie man es heute von Revells 1:72 Panzern erwartet. Was das konkret heißt schauen wir uns jetzt im Detail an.

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T-80BV Explosive reactive armour

 

Der Bau beginnt mit der Unterwanne. Hier geht’s eigentlich auch schon los, die Strukturen an der Unterseite des Fahrzeugs sind nur sehr grob wieder gegeben und viele Details sind nicht dargestellt, wie ein direkter Vergleich mit jüngeren Bausatzformen zeigt. An der Unterwanne werden links und rechts die Seitenwände angebracht, wo auch die Schwungarme der Laufrollen direkt angegossen wurden. Dabei wurden ebenfalls viele Details wieder weggelassen, wie z.B. die Federn. Dann wird die Rückwand angebracht, mit ein paar Abstrichen ist diese sogar ganz gut dargestellt. Die Abgasöffnung, welche am, Heck platziert wird weist sogar eine ordentliche Gitterstruktur auf. Die Oberwanne zeigt eigentlich auch eine ganz vernünftige Struktur, doch auch hier kann man einiges verbessern: so fehlen z. B. die Gitterstrukturen für den Motor. Seitentanks und die Kettenabdeckung sind aber dafür immer noch gut umgesetzt. Die vordere Frontplatte ist leider komplett glatt, was nicht dem Vorbild entspricht, eigentlich müsste hier auch eine Struktur sein. Es werden dann noch Abschlepphacken und Scheinwerfer angebracht, auf die Gitterrahmen, welche um den Scheinwerfer sind, hat man verzichtet und müssen selbst angefertigt werden.  Zudem wird die Reaktivpanzerung, also die ganzen kleinen Blöckchen auf der Wanne angebracht. Hier kann es sein, dass ein wenig nachgebessert werden muss.

Die Öffnungen an der Antriebrolle sind teilweise mit Flash zugegossen und müssen mit einem Bastelmesser vorsichtig geöffnet werden. Zwar hat man das Zusammensetzen der Laufrollen mit einem Schlüssel-Schloss-Prinzip vorgesehen, doch sind die Öffnungen zu groß, so dass man einiges Spiel hat. Man muss halt auch schauen, dass man diese Teile richtig ausrichtet, um keinen Versatz zu bekommen. Die Gitter der Umlenkrolle sind auch nicht wirklich vorbildgerecht dargestellt. Die oberen Führungsrollen sind direkt an den Seitenteilen angegossen und lediglich als „Stab“ dargestellt. Die Ketten sind als Segmentketten ausgeführt, aber haben mit dem Vorbild nicht viel gemeinsam. Die Innenseite weist zudem einige Auswerfmarken auf.

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T-80BV Explosive reactive armour

 

Der Turm ist mein persönliches Highlight. Die Luke des Richtschützen kann geöffnet werden, die Kommandantenluke leider nicht und ist generell vereinfach dargestellt. Das Geschützrohr weiß richtig schöne Strukturen auf, ist aber vorne zugegossen und muss aufgebohrt werden. Die Planenstruktur an der Blende kann mich auch überzeugen. Hinten wird der Schnorchel für Wattfahrten angebracht, sowie einige Staukästen. Die Teile sind zu dem Zweiteilig und müssen versäubert werden. Außerdem findet man hier und da Sinkstellen, die man auch ausbessern sollte. Die Gitter für den Korb auf der linken Seite wirken etwas dick. Auch das Fla-MG NSVT 12,7-mm ist recht einfach dargestellt und auch nicht aufgebohrt. Am schlimmsten finde ich ja den Zusammenbau der Reaktivpanzerblöcke an der Front, hier muss jeder Block einzeln angebracht werden, mit Ausnahme der äußeren vier, die zusammenhängend sind. Das hätte man anders lösen können.

Bemalung und Abziehbilder:

Der kleine Decalbogen beinhaltet insgesamt acht Decals. Drei davon sind taktische Nummern, welche an den Seitenschürzen des Fahrzeugs angebracht werden sollen. Die letzten beiden sind Russlandflaggen, welche für die beiden Fahrzeuge der 6. Garde-Mot. Schützenbrigade „Berlinskaja“ auf zwei Blechplatten angebracht werden sollen. Diese Platten liegen dem Bausatz leider nicht bei und müssen selbst angefertigt werden. Was jedoch schwerwiegend fehlt sind hier die Gardewappen, welche an der Scheinwerferabdeckung zu finden ist.

Drei Bemalvorschläge werden von Revell angegeben.:

  1. Das Fahrzeug auf dem Cover gehörte der 6 Garde-Mot-Schützenbrigade „Berlinskaja“ an, welche in Berlin Karlshorst stationiert war, und trägt die Nummer 707. Hier zog der Verband im August 1994 ab. Das Ganze fand in Rahmen eines Festaktes inklusive einer Parade statt. Bilder davon sind im Internet zu finde, auch die dreifarbigen T-80 Panzer sind dabei zu finden, welche optimal als Vorbild dienen können. 
  2. Der zweite Panzer gehört demselben Verband an, es handelt sich aber um das Fahrzeug 703.
  3. Das dritte Fahrzeug gehörte dem 211. Rotbanner-Panzerregiment, der 79. Garde-Panzerdivision „Saporoschskaja“ der GSTD an, wo sie noch 1989 in Jena stationiert war. In diesem Verband wäre der Verband mit seinen 94 Panzern für den schnellen Durchbruch durch die sogenannte Fulda-Gap vorgesehen. Als sich ab Herbst 1989 aber die politische Großwetterlage änderte, erhielt der Verband ausdrücklich den Befehl sich nicht in innere Angelegenheiten der DDR einzumischen, und war weitgehend in seiner Kaserne isoliert. 

 

Revell - T-80BV Explosive reactive armour

Anleitung:

Da kommt Nostalgie auf, denn die Anleitung hat noch kein Bild von den Prototypen oder gar historische Einleitung. Man findet stattdessen auf der ersten Seite einige Bearbeitungshinweise, sowie die Farbangaben. Allerdings sollen vier Farben, teils aus drei Farbtönen gemischt werden. Die Bauschritte sind aber nicht wesentlich unterschiedlich zu heutigen Anleitungen. Sie sind übersichtlich, aber eben in schwarz-weiß. Kleine Fähnchen und schraffierte Flächen zeigen die Detailbemalung. Eben die scharfierten Flächen sind teils schon unübersichtlich, gerade bei der Bemalung der dreifarbigen Fahrzeuge. 

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T-80BV Explosive reactive armour

 

Darstellbare Maschinen:
  1. T-80BV, 707, 6. Garde-Mot.Schützenbrigade „Berlinskaja“, Westgruppe der Truppen, Russland, Berlin-Karlshorst (Deutschland), August 1994
  2. T-80BV, 707, 6. Garde-Mot.Schützenbrigade „Berlinskaja“, Westgruppe der Truppen, Russland, Berlin-Karlshorst (Deutschland), August 1994
  3. T-80BV, 879, 211. Rotbanner-Pz.Rgt., 79. Garde-Panzerdivision „Saporoschskaja“, Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, Jena (DDR) 1989
Stärken:
  • erste Bausatzform des T-80
  • BV-Ausstattung mit reaktiv Panzerung
  • Segmentketten 
Schwächen:
  • aus heutiger Sicht ist der Bausatz veraltet und weist klare Detailschwächen auf
  • Farbe des Plastiks 
Anwendung: Trotz des Alters ist der Bausatz aufgrund vieler Kleinteile nichts für Anfänger 

Fazit

Zusammen gefasst lässt sich aber sagen, dass das gebaute Modell optisch schon ganz vernünftig aussieht, dass zeigen diverse Beispiele hier auf Modellversium.  Es fehlen halt hier und da Details, sowie einige Scheinwerfer ect. Das PE-Set von Hauler schafft da auch nur bedingt Abhilfe. Man kann daraus trotzdem einen schönen Panzer bauen, der auch nach T-80 aussieht. Wer mehr Details haben will, dem rate dann eher zu einem moderneren Bausatz.

Weitere Infos

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 19. August 2026

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