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Ferngesteuerte Bo-105

Modell vom Modell

von Thomas Brückelt (1:18 verschiedene Hersteller)

Ferngesteuerte Bo-105

Nachdem ich im Jahr 2018 meine ferngesteuerte Bo-105 in die Luft brachte, kam irgendwann der Gedanke auf, das RC-Modell als Plastikmodell zu verewigen. Man weiss ja nie, das Vorhandensein eines RC-Modells hat ja schon das Potential, eine endliche Geschichte zu sein... Hier und hier sieht man das Vorbild zum gezeigten Diorama in Aktion.

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Das RC-Modell hat eine Rumpflänge von einem Meter. Als Basis für mein Plastikmodellprojekt griff ich auf einen der kaum noch erhältlichen Minikits von Revell zurück. In Bezug auf mein RC-Modell ergab sich so der Maßstab 1:17,5. Eine Figur im Maßstab 1:18 musste also als RC-Pilot herhalten. Ich stieß auf die Figur „Mechanic – Darwin Pushing“ von American Diorama, die ließ sich für mein Vorhaben gut verwenden.

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Der Minikit von Revell ist gemessen daran, dass er die Zielgruppe „Kinder“ anspricht und daher als recht einfacher Steckbausatz ausgelegt ist, von seiner Grundform her recht realitätsnah. Natürlich reicht es nicht ganz fürs Prädikat „Modell“, so gab es noch Nacharbeit zu verrichten, zumal ja ein RC-Modell daraus werden sollte.

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Im Inneren landete eine nachempfundene RC-Mechanik, sowie das Cockpit, das auch bei meinem RC-Modell im Eigenbau entstand. Ich stattete den Minikit mit einer sitzenden Figur von Preiser (Spur N; 1:160) aus und modellierte mit Sekundenkleber-Gel einen Helm an. Cockpitboden, Sitze und Instrumentenpilz entstanden aus Polystyrol-Plattenmaterial. 

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Die Seitenfenster arbeitete ich mit einem kleinen Bohrer und einer Schlüsselfeile heraus. Die Frontverglasung stellte ich als Tiefziehteil her. Dafür sägte ich den entsprechenden Bereich mit einer Feinsäge vom Rumpf ab und klebte das Teil auf einen angepassten Holzklotz. Ich schliff noch ein wenig Material ab, um die Materialstärke des Klarsichtmaterials zu kompensieren.

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Der Vertical Stabilizer hat ca. 2 mm zu viel Spannweite, hier wurde entsprechend verkürzt. Verglichen mit dem Original, sitzt bei meinem RC-Modell der Heckrotor auf der falschen Seite. Die Drehrichtung des Haupt- und Heckrotors musste ebenfalls geändert werden. Dazu trennte ich die Rotorblätter ab und klebte sie um 180° gedreht an. Der Vierblatt-Hauptrotor wurde zu einem Zweiblatt-Rotor mit Paddelstange umgebaut. Die Wippe und die Taumelscheibe deutete ich ebenfalls vereinfacht an. Die beiden Antennen über der Kabine und den Heckrotorschutz entstanden aus dünnem Draht.

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Die Lackierung meines RC-Helis ist eine eigene Kreation und sollte natürlich auch auf dessen Miniaturausgabe zu sehen sein. Ich fixierte Backpapier an meinem RC-Modell und übertrug die Verzierungen. Das Papier legte ich flach auf den Boden und fotografierte dann die so erstellte Abwicklung ab.

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Das Foto wurde in einem Grafikprogramm eingefügt und die Verzierungen in den entsprechenden Farben darüber gezeichnet. Nachdem ich den winzigen Heli (Rumpflänge ca. 57 mm) in glänzendem Weiß lackierte, brachte ich die selbst gedruckten Decals in zwei Lagen an. Wider Erwarten passten diese erstaunlich gut. So musste nur sehr wenig mit dem dünnen Pinsel nachgeholfen werden. Nachdem die Rotoren angeklebt waren, erhielt der Heli einen Klarlacküberzug in Seidenmatt.

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Der ein Auto schiebenden Figur ging es dann erstmal mit der Säge an den Kragen, die musste natürlich in eine komplett andere Körperhaltung gebracht werden. So setzte ich an fast jedem Gelenk der Gliedmaßen die Säge an. Durch Abschleifen und Einsetzen angepasster Füllstücke brachte ich den Herrn in Form. Die Mütze entstand ebenfalls im Eigenbau. Ich kam dann noch auf die Idee, den Modellpiloten mit meinem kürzlich erworbenen Machine Head Longsleeve zu bekleiden. Das Kleidungsstück lichtete ich entsprechend ab und fertigte so die Bedruckung als Decal an.

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Um meinen Sender (Multiplex - Cockpit SX) nachzubilden, fotografierte ich auch diesen von oben ab und erstellte anhand des Fotos ebenfalls ein entsprechend skaliertes Nassschiebebild. Die Knüppel und die 2,4 GHz-Antenne entstanden aus gezogenen Gießästen. Die Tragebügel fertigte ich aus dünnem Draht an. Den Tragegurt imitierte ich, indem ich dünnes ABS erhitzte und um das Genick der Figur zog. Die Ösen, mit denen der Gurt an den Bügeln befestigt wird, stelle ich aus gezogenen und gebogenen Gießästen her.

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Die Bodenplatte besteht aus einem Holzbrett, auf das ich ein grobes Schleifpapier aufklebte. Zunächst pinselte ich die Oberfläche mit Olivgrün an, dann wurde mit einem Schwamm Grün aufgetupft. Nachdem ich die Figur anbrachte, versiegelte ich beide Teile mit mattem Klarlack. Zum Schluss kam noch der Draht hinein, der die kleine „Bo“ schweben lässt. Der Heli ist nur aufgesteckt und abnehmbar. Das Projekt war eine „kleine“ Herausforderung und hat jede Menge Spaß gemacht.

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Ferngesteuerte Bo-105

 

Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 24. April 2020

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