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Incom T-65B X-Wing

von Roland Sachsenhofer (1:48 Revell)

Incom T-65B X-Wing

Zum Vorbild

Neues über den Incom T-65 X-Wing schreiben zu wollen, hieße wohl, Dactillions nach Galactic City zu tragen, denn eines lässt sich mit Sicherheit sagen: der X-Wing hat sich nicht nur als einer der erfolgreichsten je erdachten Raumjägerkonzepte erwiesen, sondern gilt mit seiner Rolle im Kampf der Rebellenallianz gegen das galaktische Imperium bis heute als ein weithin bekanntes Symbol von Widerstand und hart umkämpfter Freiheit.

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Trotzdem - und vielleicht gerade deshalb - ist es interessant, ein wenig Licht auf die Wurzeln des T-65 zu werfen und sich ein paar der technischen Eigenheiten zu vergegenwärtigen, die diesen Raumjäger zu einem derart schlagkräftigen Mittel im Kampf gegen die drohende Tyrannei gemacht haben.

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So ist etwa wenig bekannt, dass der Anstoß zur Entwicklung noch auf eine Anregung der sich neu formierenden imperialen Marine zurückgeht. Incom Corporation, schon zu Zeiten der Klonkriege einer der großen Hersteller, wurde in die Ausschreibung miteinbezogen und zu Projektstudien für einen einsitzigen Raumüberlegenheitsjäger aufgefordert.

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Der hervorragende Ruf Incoms beruhte auf den in den Klonkriegen intensiv eingesetzten Entwürfen der Z-95 „Headhunter“ Serie sowie der kurz darauf entwickelten ARC-170 Baureihe. Beide Raumjäger wiesen eine mit Sensoranlagen bestückte Bugsektion sowie für den Atmosphärenflug geeignete Tragflächen auf. Diese Merkmale sollten sich im zukünftigen T-65 wiederfinden.

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War der „Headhunter“ noch ein einsitziger Kurzstrecken-Abfangjäger, punktete der schwerere ARC-170 mit Hypersprungfähigkeit und dementsprechend hoher Reichweite. Über dies hinaus war hier erstmals die Technik geteilter und im Gefecht geöffneter Einzel- Tragflächen umgesetzt. Damit wurde nicht nur die Hitzeabstrahlung der Triebwerke optimiert sondern auch ein wesentlich effizienterer und vor allem stabilerer Aufbau der Schilddeflektoren erreicht.

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Die Wurzeln des ARC-170 zeigen sich auch in der Verwendung von Astromech Droiden, die hier erstmals die Aufgabenbereiche von Astronavigation, Hyperraumsprungberechnung sowie, im Gefecht, die elektronische Kampfführung übernommen haben. War der ARC-170 noch für drei Besatzungsmitglieder ausgelegt, sollte der T-65 nur mehr einem biologischen Piloten auskommen. Die Entwicklung einer neuen Generation leistungsgesteigerter Astromechs versprach die Forderung nach der Beschränkung auf ein Besatzungsmitglied bei gleichzeitiger Fähigkeit zu komplexen Hyperraumsprüngen zu gewährleisten.

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Die imperialen Autoritäten, obwohl anfänglich durchaus am X-Wing interessiert und von den angekündigten Leistungen beeindruckt, standen unter dem Eindruck einer neuen Raumjäger-Einsatzdoktrin, die auf hoher Stückzahl, konstruktive Einfachheit sowie rasche Ersetzbarkeit Wert legte. Die Skepsis wurde durch Zweifel an der politischen Linientreue der Incom-Führung genährt; eine Vermutung, die sich später ja als durchaus berechtigt zeigen sollte. Vor dem Hintergrund des verblassenden Sterns von Incom zeichnete sich der Aufstieg von Rivalen wie Sienar oder Jaemus ab.

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Die Raumerprobung des T-65 laborierte zudem an zahlreichen Kinderkrankheiten, die wohl zumeist dem Umstand geschuldet waren, dass hier zu viel auf einmal erreicht werden sollte. Die Kombination von Atmosphären- und Raumflugtauglichkeit, neuentwickeltem Lebenserhaltungssystem sowie ein Guldenhauser Schleudersitz, der auch einen Ausschuss im Hyperraum überlebbar machen sollte, bereiteten nicht enden wollende Schwierigkeiten und zehrten die zur Verfügung stehende Zeit auf - sowie die Geduld der imperialen Marine.

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Gerade die Bewältigung des komplexen Hypersprungs bei nur einem Piloten blieb beim Entwicklungsstand der damaligen Astromechs riskant. Eine Lösung – und damit ein Durchbruch bei der Entwicklung des X-Wing - fand sich erst, als Incom mit Astromech gemeinsam die Entwicklung geeigneter künstlicher Intelligenzen aufnahm und den neuen Standard der R2D2 Einheiten entwickelte. Unter der Bezeichnung T-65B konnte Incom dem Imperium nun endlich ein Waffensystem anbieten, das in allen Klassen brillierte.

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Das imperiale Interesse war jedoch zu diesem Zeitpunkt schon erloschen: „Sienar Flottensysteme“, seit den Tagen der alten Republik Rivale und Konkurrent der Incom Corpration, hatte inzwischen einen rasch realisierbaren Entwurf vorgestellt, der mit all seinen Eigenschaften den Vorgaben der imperialen Marine entsprach: der TIE Fighter kostete nicht nur knapp die Hälfte eines X-Wing, sondern war durch fehlende Hypersprungfähigkeit und ohne Schutzschilddeflektoren einfach in Herstellung und Wartung und sollte rasch in gigantischen Stückzahlen zur Verfügung stehen.

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Zu diesem Zeitpunkt schien es, als würde die Entwicklung des T-65 der Incom Corporation teuer zu stehen kommen. Vom Rivalen überflügelt, politisch in prekärer, ja gefährlicher Lage und ohne Aufträge konnte Rettung nur mehr von unerwarteter Seite kommen. Dass der Aufstieg der Rebellion und die Neuaufstellung der bewaffneten Kräfte der Rebellenallianz mit der Verfügbarkeit dieses überragenden, nun ausgereiften Raumjägers zusammenfielen, war nicht nur für Incom Glück und eine neue Hoffnung. Der Rest steht in den Geschichtsbüchern.

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Mein Modell zeigt die Rote Fünf des „Roten Geschwaders“ zum Zeitpunkt der Kämpfe um Endor. Die Maschine war Grizz Frix zugeordnet, ein von Devaron stammender Mensch, der damals schon mit 16 bestätigten Abschüssen zu den Assen der Gruppe zählte.

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Der offene Zugang zu den Lebenserhaltungssystemen an der Steuerbordseite bei gleichzeitig schon an Bord befindlichem Astromech zeigt, dass die Berechnungen zu Navigation und Raumsprung schon laufen, die Vorflugkontrollen aber noch nicht abgeschlossen sind.

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Einen besonderen Blick wert ist die an der Backbordseite angebrachte „nose art“. Obwohl individuelle Markierungen und „Verzierungen“ in den Einheiten der Allianz untersagt waren, finden sich doch immer wieder Dokumente, die ihre weite Verbreitung belegen. Als Ausdruck ambitionierter Individualität und motivierten Widerstandsgeistes wird man sie, wenn solches schon nicht gerne gesehen wurde, doch durchgehen haben lassen.

Incom T-65B X-Wing

Zum Modell

Im Bausatz von Revell findet man Formen, die von FineMolds erstmals 2007 auf den Markt gebracht worden sind. Für den doch recht satten Preis, den Revell für diese 48-fache Verkleinerung eines T-65B vorschlägt, erhält man ein vom Modellbau her qualitativ hochwertiges Produkt.

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Die Bauteile sind mit sauber gegossenen Details und hoher Passgenauigkeit angenehm und ohne Aufwand zu verarbeiten, wobei der Charakter eines „snap kits“ durchgehalten wird. Um eine wirklich präzise und dauerhafte Passung zu erhalten, empfiehlt sich aber doch die Verwendung eines Klebers und - in kleinem Umfang - jene von Spachtelmasse und Schleifpapier.

Incom T-65B X-Wing

Das Cockpit habe ich mit zahlreichen Ätz- und Plastikteilen aus der Restekiste „vorbildgetreu“ aufgewertet, auch die Fahrwerksschächte sowie die Landebeine selbst wurde von meinen Detailversuchen nicht verschont. Zur Detailierung zählt auch das Aufbohren der Mündungen der Laserkanonen.

Incom T-65B X-Wing

Mit wenig Aufwand war auch die Ausgestaltung des Wartungsbereiches an der Steuerbordseite - nach den technischen Handbüchern der Zugang zu den Lebenserhaltungssystemen des T-65 - verbunden. Ein wohlgefüllter Vorrat an Ätz- und sonstigen Teilen aus der Restekiste ermöglicht hier augenzwinkernde Detailierung.

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Die „nose art“ stammt übrigens von mir, verwirklicht wurde sie mit zurechtgeschnittenen Decals sowie in meinen zittrigen Händen gehaltenem Pinsel.

Incom T-65B X-Wing

Bei Betrachtung der von Revell beigelegten Decals, mit denen übrigens auch der Rahmen der Kabinenhaube gestaltet werden soll, kamen mir übrigens schnell Zweifel an ihrer Verwendbarkeit. Sie erscheinen mir als zwar präzise, aber auf viel zu steifen Trägerfilm gedruckt zu sein, um sie in die zahlreichen Detailstrukturen der Oberflächen anschmiegen lassen zu können. Schlussendlich habe ich nur ein paar „stencils“ verwendet, alle anderen Markierungen wurden mit Farbe aufgetragen.

Incom T-65B X-Wing

Der thematische Ausflug in die Weiten der Galaxie wie in die der eigenen cineastischen Erinnerungen kann natürlich nicht ohne Folgen bleiben: ich freue mich schon auf die nächste Star Wars–Episode auf meinem Werktisch!

Wenn Ihr Euch selbst ein Bild vom Bausatz und dem Bauprozess machen möchtet, kommt Ihr hier zu einem ausführlichen Baubericht auf „Scalemates“.

Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at

Roland Sachsenhofer

Publiziert am 12. August 2020

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