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Desert Rat

von Thomas Lutz (1:24 Verschiedene Hersteller)

Desert Rat

Auskopplungen aus bekannten Serien gab es schon immer, so war z.B. „Unter der Sonne Californiens“ eine Auskopplung aus der Fernsehserie „Dallas“ oder „Atlan“ eine Auskopplung der bekannten Science Fiction Reihe „Perry Rhodan“. Ganz in dieser Tradition angesiedelt sind hier Autos aus der Zeit nach dem „Großen Doing“ ausgekoppelt aus der Legende um die Versteigerung der letzten 12 Dosen Dr.Pepper im Desert Valley bei Stovepipe Wells. Desert Rat ist also das nächste Ding dieser Serie und bei weitem nicht das Letzte!

Desert Rat

Basis dieses Wüstencruisers war ein Chevy Pickup von Monogram. Als markantestes Merkmal kann man den alternativen Kühlergrill betrachten, der aus einem einfachen Gitter besteht. Lampen und Blinkleuchten haben den harten Bedingungen der Wüste nicht lange Stand gehalten. In diesen Zeiten ist man auch Nachts sowieso nicht mehr unterwegs, die wenigen noch vorhandenen Straßen sind in einem bedauernswerten Zustand und bei Geländefahrten kann man sehr schnell einen Schaden am Fahrzeug erleiden. Für Notfälle wurde auf dem Dach ein großer Strahler montiert, der in den Zeiten vor dem Großen Doing einmal ein Gebäude angestrahlt hat.

Desert Rat

Die scratchgebaute Stoßstange verfügt über zwei Rammdorne, die das Roadcafe (eat what you get the highway is the plate) versorgen. Die Motorhaube besteht aus Riffelblech und wurde mattschwarz bemalt. Auf der Ladefläche des Pickups wurde eine Wohnhütte aus Holzbrettern und dem Heckteil eines Ford-Oldtimers zusammengebaut. Auf der Fahrerseite steht daneben ein Wassertank sowie eine Werkzeugkiste, während gegenüber zwei Zusatztanks angebracht sind, um weite Strecken überbrücken zu können. Ein Dachspoiler schützt den dahinterliegenden Gepäckträger vor dem allgegenwärtigen Wüstenstaub. Das Brennholz auf dem Träger garantiert höchste Gaumenfreuden vom Grill bei der Zubereitung von Essen aus dem Roadcafe (we brake for none). Zwei Stahlrohre bilden die ungefilterte Abgasanlage und ragen gerade aus dem Heck. Ein zusätzlicher Ansaugstutzen filtert Luft für den Schweröl-Motor, der alle Flüssigkeiten verfeuern kann, die auch nur ein bißchen Brennenergie erzeugen. Die scratchgebaute Seilwinde an der vorderen Stoßstange kann den Desert Rat ebenso aus dem Dreck holen, wie anderer Freunde Autos, die sich auch festgefahren haben.

Desert Rat

Beim realistischen Verschmutzen von Modellen verfahre ich im klassischen, sogenannten Drybrush-Verfahren (mühsam ernährt sich der Squirrel). Vor Nutzung der neudeutschen Begriffe nannte man dieses Verfahren einfach Altern oder Patinieren. Das Modell wird dabei in einen Zustand versetzt, bei dem es alt, gebraucht, schmutzig, ausgebleicht oder verdreckt aussehen soll. Dabei kann man in unterschiedlichen Abstufungen und mit sogenannten Verschmutzungsgraden arbeiten. Einige Modellbauer setzen dazu den Airbrush, der mittlerweile als Allheilmittel angesehen wird, ein. Ich selbst bevorzuge allerdings die bewährte Methode des Trockenmalens mit einem Pinsel. Farbabstufungen, Flecken, Farbspritzer, Hell-Dunkel Akzente und das Auftragen der Farben von dunkel nach hell lassen sich damit bestens dosieren und auch nachbessern.

Desert Rat

Hier nun aufgeführt noch einige Beispiele für Recycling im Modellbau, die bei diesem Modell angewendet wurden:

  • Riffelblech der Motorhaube = Einwegteller vom Grillgeschirr 

  • Rammgitter = Fliegengitter

  • Rammschutz  = Gießast

  • Dorne = Zahnstocher

  • Windenseil = Nähgarn

  • Abdeckplanen = Papiertaschentuch

  • Ketten = Modeschmuck

  • Antenne = Lichtleitfaser

  • Spannbänder = Gewebeisolierband

  • Bretter = Rührstäbchen

  • Mudflaps = Fahrradschlauch

  • Dachstrahler = vom Spielzeugauto

  • Auspuffrohre = Stahlröhrchen

  • Ansaugkrümmer = Flextrinkhalm gibt es da noch mehr...

    Wem wird der Desert Rat wohl noch begegnen in den neuen Wüstengebieten, viele werden es nicht sein aber wer weiß, vielleicht...

Fazit:

Autos verdreckt, alt und stark mitgenommen aussehen zu lassen ist fast schwerer, als Autos fabrikneu und mit glänzendem Lack darzustellen. Unrealistische Details und Fehler beim Drybrushen oder zu viel des Guten fallen sofort ins Auge und würden dem Modell erbarmungslos schlechte Kritiken bescheren.

Rats mit Charakter eben.... wo auch immer Modelle gebaut werden.

Thomas Lutz,
stockcarmodels.weebly.com

Publiziert am 22. Oktober 2006

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