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2000 Chevrolet Monte Carlo

#24 „DuPont / NASCAR 2000”, Jeff Gordon

von Thomas Lutz (1:24 Revell)

2000 Chevrolet Monte Carlo

Zu den Bausätzen aus der Revell ProFinish Reihe (blaue Serie / Skill Level 2) und der ProFinish Snap-Tite Reihe (rote Serie / Skill Level 1) wurde bereits alles Wissenswerte in den - ebenfalls in Modellversium erschienen -Bauberichten des 1998 Ford Taurus #50 „Boy Scouts of America“ und des 2001 Ford Taurus #66 „Blue Light Special“, geschrieben.

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Modelle im Skill Level 1 ProFinish Snap-Tite bestehen aus nur 25 Teilen. Die Skill Level 2 ProFinish Autos haben mit 60 Bauteilen fast annähernd die Detaillierung von Skill Level 3 Glue Kits, die bis zu 100 Einzelteile aufweisen.

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Das Modell entstand out-of-box aus dem Revell ProFinish Bausatz No. 85-1641. Da es aber vom Zusammenbau des Modells wenig Neues zu sagen gibt, ausser dass die silbern eingefärbte Polystyrol-Karosserie als Ersatz für eine „echte“ silberne Lackierung nicht wirklich überzeugen mag, gibt’s nun wieder etwas aus dem Bereich zum unnützen NASCAR Wissen. 

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Im Vergleich zu anderen weltweiten Tourenwagen Rennserien sind die Stock Cars im NASCAR Circus seit Anfang der 90´er Jahre schon recht bunt, farbenfroh und mit vielen Aufklebern und Sponsoren versehen. Die großen Wagen- bzw. Startnummern auf dem Dach und den Seitenteilen sind ziemlich auffällig und bei den Stock Cars üblich. Wer aber nun denkt, dass die Teams bei den Layouts der Rennwagen völlig freie Hand hätten, der kennt die konservativen Überzeugungen des dicken NASCAR Regelwerkbuches noch nicht. Gut 95% aller technischen Daten und Werte sind von der NASCAR Official Technical Commission vorgegeben und alle Autos werden vor jedem Rennen von der NASCAR Official Pre-race Inspection akribisch überprüft. Es gibt Schablonen für die Karosserie, Prüfstände für die Motoren, Messdaten, Sichtprüfungen, Messprotokolle und sogar Messungen per Laserlicht.

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NASCAR hat aber nicht nur ein dickes Regelbuch für die Technik der Fahrzeuge, sondern auch Vorgaben für jeden einzelnen Aufkleber, die Größe der Startnummern, Abmessungen für Aufdrucke der Hauptsponsoren auf Motorhaube, Heck und hinteren Seitenteilen sowie ganz genaue Layouts für die Kleinsponsoren-Decals. Diese sogenannten Contigency Fender Decals befinden sich auf den vorderen Kotflügeln, vor und hinter dem Radhaus, an bestimmten Plätzen unterhalb der B-Säule und / oder am unteren hinteren Seitenteil. In jeder neuen Saison werden diese Contigency Sponsor Decals speziell zusammengestellt und die Teams können bis zu 30 dieser Kleinsponsoren aufbringen. Beim Bau von Modellen ist also streng darauf zu achten, dass bei einem Auto der Saison des Jahres 2000 entsprechend eben auch die 2000´er Contigency Fender Decals zu verwenden und nicht vielleicht das Sheet aus einer Saison der 90´er Jahre. Wehe Demjenigen, der sowas ins Internet einstellt, denn dafür gibt’s dann große Schelte von den Rifflecountern.

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Dem Einheitsreifenhersteller Goodyear ist der Platz über dem vorderen Radausschnitt reserviert. Individuelle Nebensponsoren dürfen die Teams an den hinteren Seitenteilen aufkleben und unterhalb der B-Säule. Die Startnummern sind vorgeschrieben auf dem Dach, in Fahrtrichtung von Links nach Rechts verlaufend (Ausnahmen gab es in den vorangegangenen Jahrzehnten auf den Straßenrennkursen in Riverside, Sonoma oder Watkins Glen) auf den (nicht vorhandenen) Türen sowie in kleinen Lettern vorne und hinten rechts (in den 70´er Jahren z.T. auch noch zusätzlich auf der linken Seite). Mittlerweile dürfen die Startnummern vorne nicht mehr im Scheinwerferdecal sein und ein Hauptsponsor ist jetzt auch am hinteren Dachrand zulässig. Der Heckspoiler darf nicht mit Decals beklebt werden und die Fahrernamen sind nicht mehr, wie viele Jahre auf den Seitenrändern auf dem Dach, sondern ähnlich wie bei europäischen Rennserien oben auf der Windschutzscheibe.

2000 Chevrolet Monte Carlo

Zwei weitere Decals oder auch Sticker genannt hatten ebenfalls ihren festgelegten Platz auf den Autos. Das jeweilige Cup-Emblem (Winston 1949 bis 2003, Nextel 2004 bis 2007, Sprint 2008 bis 2016, Monster Energy seit 2017) hatte seinen Platz unterhalb der A-Säule, rechts neben den Contigency Sponsordecals. Direkt unten beidseitig an der A-Säule war die festgelegte Fläche für den „NASCAR Race Car“ Sticker, der nicht von den Teams aufgeklebt wurde, sondern nach bestandener technischer Inspektion von den NASCAR Officials vergeben wurde und als sichtbares Zeichen zur Teilnahmeberechtigung an Qualifikation und Rennen diente. Dieser Sticker prangt inzwischen an der C-Säule im Anschluß an das Seitenfenster. Den vorgegebenen Platz des Cup-Emblems übernahmen auch andere Stock Car Rennserien wie die Busch Busch Series (vormals Busch Grand National), ARCA ReMax, USAR Hooters Cup und USAC National.

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Zu besonderen Gelegenheiten gab es Sonderdecals, die auf jedem Fahrzeug an der gleichen Stelle aufgeklebt waren. In der NASCAR Winston Cup Saison 1998 war dies der Sticker „NASCAR 50 Years Anniversary“ und im Millenium Jahr der Sticker „NASCAR 2000“, der den NASCAR Race Car Aufkleber von der A-Säule ein Stück nach weiter hinten verbannte.

Ab der Saison 2010 durften keine Sponsoren mehr für Tabakprodukte werben und beim Daytona 500 im Jahr 2018 fuhren erstmals seit 30 Jahren keine Rennwagen mit Sponsoren aus der Bier-Branche.

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Seit dem Monster Energy Cup dürfen Rennsieger sich eine kleine schwarz-weiß Flagge am Dachrand ab der B-Säule aufkleben, für jedes gewonnene Rennen und die Fahrer, die am Ende der Saison in den Chase kommen, haben auch dafür extra Aufkleber auf dem Auto. American Ethanol ist als Rundum-Aufkleber um den Tankstutzen herum.

2000 Chevrolet Monte Carlo

Den Official Sticker „NASCAR 2000“ hatte Jeff Gordon beim Rennen „Daytona 500“ in großer Ausführung auf der Motorhaube seines Chevrolet Monte Carlo #24 „DuPont“.

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Fazit: In der NASCAR Rennserie ist so ziemlich alles streng geregelt, vorgegeben und reglementiert, von den Einheits Goodyear Reifen über die weiß lackierte Kardanwelle bis zur Position von Kleinsponsoren-Aufklebern auf den Kotflügeln. Soll nochmal einer was erzählen von wegen Land der unbegrenzten Möglichkeiten!  

2000 Chevrolet Monte Carlo

Thomas Lutz,
stockcarmodels.weebly.com

Publiziert am 21. Oktober 2019

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