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Bugatti Typ 35

Targa Florio 1925, #8, Siegerwagen von Meo Constantini

von Johannes Wipauer (1:20 Revival)

Bugatti Typ 35

Zum Vorbild

Der Typ 35 - ohne irgendeinen Zusatzbuchstaben - ist die Standardausführung, die im August 1924 beim Großen Preis von Frankreich vorgestellt wurde.

Der Hubraum des Reihen-Achtzylinders beträgt 1991 cm³ (Bohrung 60 mm, Hub 88 mm). Die Kurbelwelle hat fünf Kugellager plus Rollenlager. Die Motorleistung liegt bei 95 PS. Das Fahrzeug ist 145 cm breit; das Leergewicht beträgt ca. 750 kg. Als Höchstgeschwindigkeit werden 190 km/h angegeben.

Bugatti Typ 35

Bartolomeo Costantini, ein 1889 geborener Italiener, konnte als Fahrer des Bugatti-Werksteam mit Startnummer 8 die Targa Florio 1925 gewinnen, auch im Jahr darauf ging der erste Platz an ihn, allerdings fuhr er da bereits den für dieses Rennen optimierten Bugatti Typ 35T. Meo, wie er genannt wurde, starb 1941 an den Folgen einer Erkrankung.

Die Targa Florio war ein Langstreckenrennen auf öffentlichen Bergstraßen in Sizilien. Geschaffen wurde es von dem Unternehmer Vincenzo Florio, dessen Familie die Straßen dieser Rundstrecke gehörten. Targa ist das italienische Wort für Schild bzw. Plakette. Dieses Rennen wurde von 1906 bis 1977 jährlich ausgetragen, seit 1978 wird es als Rallye gefahren.

Bugatti Typ 35

Mein Modell...

...entstand bereits 1993 aus einem Bausatz von Revival, der fast ausschließlich aus Metallteilen bestand, einschließlich bereits vorlackierter Karosserieteile. Nur die Reifen waren aus einem gummiartigen Material, die Sitzbank aus dem üblichen Kunststoff, und dann waren noch feine Riemchen für Motorhaube und Reserverad dabei, aus einem lederartigen Material.

Bugatti Typ 35

Die Bausätze von Revival haben ein sehr ungünstiges Preis/Leistungsverhältnis - oder simpel gesagt, sie sind für das, was sie bieten, viel zu teuer. Manche Metallteile sollten verschraubt werden, für einige Schrauben mußten erst Löcher gebohrt werden, es passten aber mitunter Gewindedurchmesser und -längen nicht zusammen, andere Teile sollten mit Cyanacrylat-Kleber, also Loctite oder ähnlichem verklebt werden. Die Passgenauigkeit entsprach einem Short-run-kit. Auch für tragende Fahrgestellteile wurde weiches Weißmetall verwendet. Und das zu einem Preis von umgerechnet rund 100 Euro - vor über 30 Jahren.

Seite eins der Bauanleitung
Seite eins der Bauanleitung

Jetzt werden alle fragen: Warum tust du dir sowas an?

Es war ein gut gemeintes Geschenk von einem Menschen, der mir damals wie heute sehr wichtig war bzw. ist. Also tat ich damals mein Bestes, um das Ding auf die Räder stellen zu können. Nur irgendwann verschwand es in einem Kasten im Keller, zusammen mit meinen diversen anderen Modellen, die nicht so wirklich herzeigbar sind. Unser Keller ist feucht - den Plastikmodellen macht es nicht allzuviel aus. Aber dieser Bugatti litt schon sehr. Nach dem Abstauben sah er immer noch so aus:

vor der Renovierung, beachte das ReifenprofilVor der Renovierung Vor der RenovierungAm Anfang war das BohrenBugatti Typ 35Bugatti Typ 35

vor der Renovierung, beachte das Reifenprofil

vor der Renovierung, beachte das Reifenprofil 

Also habe ich alle Räder demontiert, die Laufflächen der Reifen mit groben Schleifpapier bearbeitet, so dass zumindest die markante Mittelnaht verschwunden ist, die vermutlich aufgequollenen Riemchen durch schmale, bemalte Krepppapierstreifen ersetzt, die metallischen Schließen gereinigt und an sinnvollen Positionen angebracht, alle losen Kleinteile fixiert, das Handbremsseil rechts außen durch einen gezogenen Gußast angedeutet, ein wenig Washing, und voilà, wie ein Phönix aus der Asche steht der Siegerwagen wieder da:

Bugatti Typ 35Bugatti Typ 35Bugatti Typ 35Bugatti Typ 35Bugatti Typ 35Bugatti Typ 35

Bugatti Typ 35

 

Ach ja - jetzt kommt er natürlich nicht mehr in den Keller.

Johannes Wipauer

Publiziert am 13. April 2024

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