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DGzRS Hermann Marwede

Seenotrettungskreuzer

von Frank Meißner (1:72 Revell)

Nach langer Zeit der Modellbauabstinenz habe ich mir zur Abwechslung mal wieder einen Bausatz vorgenommen. Schon vor einigen Jahren habe ich den Kit der Hermann Marwede mit der Absicht erstanden, mal etwas nicht-militärisches zu bauen. Was ich damals nicht wusste war, dass es mehrere Ausführungen des Marwede-Bausatzes gibt. Ich bitte bereits jetzt zu entschuldigen, dass mir die seemännisch korrekten Fachbegriffe fehlen. Ich versuche die Beschreibung des Baus so gut wie möglich laienhaft zu schildern.

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Zum Original

Bei diesem Modell handelt es sich um einen Seenotrettungskreuzer der DGzRS. Mit einer Länge von 46 Metern ist es das größte Schiff dieser Organisation mit Sitz in Bremen, wo auch der Heimathafen ihrer Schiffe ist. Der Einsatzort der Hermann Marwede ist Deutsche Bucht/Helgoland. Bemerkenswert ist, dass die DGzRS ausschließlich über Spenden finanziert wird. Benannt ist der Kreuzer nach dem Spender, einem Miteigentümer der Bremer Becks-Brauerei. Das Tochterboot tragt den Namen von Marwedes Tochter Verena. Eine sehr gute Webseite, um weitere Informationen zu erhalten, ist die Seite der Seenotretter.

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Der Bausatz

Beim Kauf des Bausatzes war mir, wie bereits angemerkt, nicht bewusst, dass es verschiedene Ausführungen gibt. Mein Kit ist von 2005. Später wurde ein „verbesserter” Bausatz von Revell auf den Markt gebracht, bei dem die multiplen Fehler des Anfangsbausatzes teilweise korrigiert wurden. Dann gab es danach noch einen Bausatz, der PE-Parts enthält.

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Also, meiner ist der Erste aus 2005! Um es gleich vorweg zu nehmen: hier stimmt fast kein Detail und fast alle Teile mussten nachbearbeitet werden. Viele Details fehlen, weshalb ich in die beiden PE-Sets von Eduard investiert habe. Die haben den Bausatz mehr als dreimal so teuer werden lassen. Das Hauptproblem des Revell-Bausatzes ist das so genannte „Hubschrauberdeck”, das total falsch dargestellt ist. Dieses ist eine Versorgungsplattform, auf der gar kein Hubschrauber landen kann.

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Der Bau beginnt

Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass die beidseitigen Prallpuffer (bzw. Fender) am Rumpf falsch dargestellt sind. Diese habe ich aber so belassen. Im Heckbereich habe ich die Prallwülste scratch ergänzt. Kurioserweise fehlen diese Teile beim Bausatz. Sie sind aber auf der Bemalungsanleitung dargestellt. Die vier Öffnungen für die Lenzpumpen(?) habe ich ergänzt. Die Heckklappe wies überhaupt keine Details auf! Diese habe ich scratch ergänzt und die zu kurzen Rollenpakete rechts und links verlängert.

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Die Aufbauten habe ich separat gebaut und das Modell am Ende mit diesen, nachdem sie bemalt waren, komplettiert. Begonnen habe ich mit dem Deckshaus und stellte fest, dass die Anordnung der Bullaugen auf der Backbordseite falsch dargestellt ist. Da war es aber schon zu spät und ich habe das so gelassen. Die fehlenden Rettungsstangen habe ich scratch ergänzt und die fehlenden Nischen für die Positionslichter eingearbeitet. Die Lichter mussten ergänzt werden. Die Außenbrücke, die beim Kit fast nicht nachgebildet ist, wurde mit PE-Teilen ergänzt. Beim Turm (bzw. Mast) sind dem Hersteller ebenfalls viele Fehler unterlaufen, die dann mal wieder scratch gebaut werden mussten. Die Leiter zur Plattform fehlt. Die beide Peitschenantennen des Bausatzes waren wegen der falschen Formgebung und Befestigung nicht zu gebrauchen: also scratch gebaut. Die Turm- bzw. Mastplattform habe ich abnehmbar gestaltet, um die Höhe zu reduzieren und das Schiff in einer Vitrine unterbringen zu können.

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Diese Vorgehensweise setzt sich für den gesamten restlichen Bau fort. Die völlig inkorrekte Darstellung des „Hubschrauberdecks” machte den Einsatz von PE-Teilen sinnvoll. Bisher hatte ich immer vermieden, diese einzusetzen, nun kam ich aber nicht umhin: das gesamte Deck besteht aus PE! Das hat mich in jeder Hinsicht beim Bau an meine Grenzen geführt!

Das Schlauchboot habe ich mit einem Bügel und einem Außenbordmotor ergänzt.

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Die Ladebucht

Die Ladebucht ist, wie der Rest des Schiffes, mal wieder völlig frei von Details. Also tief einatmen und scratch bauen. Dabei wurden die Laufrollen, der Windenmotor am Fuß des Kranes, diverse Griffe, die Kästen für die Taue und vieles mehr ergänzt.

Apropos Kran: bei diesem fehlt der Leitstand zur Bedienung! Da war dann PE die Lösung. Die Verkabelung war nicht existent, der Haken falsch dargestellt… also wieder das bekannte Spiel! Über der Winde wurde ein Sonnensegel angebracht. Die obere Löschkanone wurde ebenfalls korrigiert.

DGzRS Hermann MarwedeDGzRS Hermann MarwedeKabelbaum für Kran im EigenbauDGzRS Hermann MarwedeDGzRS Hermann MarwedeDGzRS Hermann MarwedeDGzRS Hermann Marwede

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Das Tochterboot

Wie im Großen begonnen setzte sich die Entäuschung beim Tochterboot „Verena” fort. Hier ist natürlich die ursprüngliche Bauform, wie sie bis 2012 verwendet wurde, dargestellt. Die Rettungstür steuerbords fehlt. Details im Arbeitsbereich wurden ergänzt, der Mast wurde korrigiert.

Nach ca. drei Monaten Bauzeit wollte ich das Tochterboot nicht einfach im Rumpf der Marwede verschwinden lassen und die mühsam ergänzten Details damit verdecken. Mein Gedanke war es daher, das Boot bei der Wiederaufnahme darzustellen. Dazu habe ich dann einen Standfuß gebaut, der es ermöglicht, die Verena beim Zug auf die Rampe zu zeigen.

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Fazit

Mir ist unverständlich wie die Konstrukteure des Bausatzes viele offensichtliche Details entweder falsch wiedergegeben oder schlicht vergessen haben. Die Anschaffung der PE-Teile, besonders für das Hubschrauberdeck, sollte beim Kauf auch des späteren Modells fest eingeplant werden.

DGzRS Hermann Marwede

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Frank Meißner

Publiziert am 01. September 2023

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