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Lockheed L-749 Constellation

Pan American Airlines

von Chris Schmid (1:72 Heller)

Lockheed L-749 Constellation

Der Bausatz

Eine Constellation in 1:72 zu finden ist leider gar nicht so einfach. Die meisten heute erhältlichen Modelle sind im Massstab 1:144 gehalten und stellen eine Super-Connie dar. Der altehrwürdige Typ 749 ist da schon sehr selten anzutreffen. So blieb mir nichts anderes übrig, als auf den momentan einzigen in 1:72 erhältlichen Bausatz von Heller zurückzugreifen.

Der Bausatz ist in alter Manier zweifarbig gehalten; Der Rumpf und Teile des Flügels bestehen aus einem weissen, etwas weichen Plastik während die restlichen Teile in grau gehalten sind.

Lockheed L-749 Constellation

Lockheed L-749 Constellation

Die Qualität der Spritzlinge entspricht definitiv nicht mehr den heutigen Anforderungen. Dass teilweise unreiner / alter Plastik verwendet wurde, sieht man an den verschiedenen Graustufen der Teile.

Der beigelegte Decalbogen erlaubt es, die "Clipper Monarch of the Skies" zu decalieren. Leider sind auch diese Decals von minderer Qualität. Ich habe zum Beispiel die Streifen der Seitendecals alle einzeln (ohne die Bullaugen-Löcher) und von der "Nose-Art" ebenfalls nur die blauen Streifen ausgeschnitten und aufgebracht. Dies ist eine Mehrarbeit, die sich aber meiner Meinung nach lohnt.

Lockheed L-749 Constellation

ExtraTech Ätzteile

Die als Paket zum Modell erhältlichen beiden Ätzteilebögen von ExtraTech setzen Massstäbe bezüglich Detaillierungsgrad und Feinheit der Teile. Die beiden Bögen bestehen aus insgesamt über 120 (!) Teilen. Mit ihnen kann das Cockpit originalgetreu nachgebaut, bzw. die Fahrwerkschächte bis in kleinste detailliert werden. Der einzige Wermutstropfen an diesem tollen Ergänzungsset ist, dass sein Preis mit rund dem doppelten des Basisbausatzes zu Buche schlägt.

Lockheed L-749 Constellation

Ein Beispiel...

...hierfür ist das Detaillieren der Räder. Für jedes Rad sind nicht weniger als vier, respektive fünf Ätzteile beigelegt.

Lockheed L-749 Constellation

Hier das Cockpit im Rohbau.

Lockheed L-749 Constellation

Sägewerk

Die legendäre Ungenauigkeit der Heller-Bausätze lässt mich immer wieder zur Säge greifen. Damit die Motoren exakt parallel zur Mittelachse des Rumpfes liegen, müssen die Aufhängepunkte zuerst mit der Rasierklingensäge neu "zurechtgestutzt" werden.

Lockheed L-749 Constellation

Gletscherspalten

Manchmal tun sich auch für Modellbauer regelrechte Abgünde auf. So wie zum Beispiel hier, wo ein 10-Rappenstück problemlos in die Fuge zwischen Rumpf und Flügel passt.

Lockheed L-749 Constellation

Einblicke ins Cockpit

Das Originalmodell von Heller sieht diese Möglichkeit in einem begrenzen Rahmen vor: die Cockpitverglasung ist abnehmbar. Natürlich geht bei einem so kleinen Einblick viel auf die Pracht der Innendetaillierung verloren. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, einen grösseren Teil des Cockpits abnehmbar zu gestalten.

Lockheed L-749 Constellation

Die Abgasspuren sind mit "Alclad Jet Exhaust" gebrusht worden. Die verschiedenen Schattierungen auf den Tragflächen wurden ebenfalls mit Alclad II Farben gebrusht. Sie simulieren die verschiedenen Aluminium / Stahlplatten, die im Verlaufe des Lebens der Connie ausgetauscht wurden.

Lockheed L-749 Constellation

Finale

Das Modell hat mich während 88 Stunden ziemlich in Anspruch genommen. Für den Eingangs erwähnten Kunden baute ich noch eine Gangway from Scratch aus Styren und legte noch eine Bodenplatte bei.

Typischer Connie-Look
Typischer Connie-Look

Lockheed L-749 Constellation

Unterboden
Unterboden

Historische Details

Die mit diesem Kit gebaute Maschine wurde als Nummer 2528 immatrikuliert und am 24.8.1947 bei der Pan Am unter dem Rufzeichen NC86530 in Dienst gestellt. Ihr zweites Rufzeichen NC76981 erhielt sie wenig später ebenfalls unter der Pan Am.

Am 30. Januar 1949 war diese Maschine in einen Zusammenstoss mit einer Cessna 140 am Boden auf dem Flughafen von Port Washington, New York verwickelt. Die beiden Passagiere der Cessna wurden dabei getötet; an Bord der Connie wurde niemand verletzt.

Ihr Leben beendete sie als Flugzeug der SGAC (Secrétariat Général ? l'Aviation Civile) in Frankreich, wo sie nach 1971 leider verschrottet wurde.

Fazit

Ein interessanter Bausatz, der mir so manche Improvisation abverlangt hat. Das Ätzteileset von ExtraTech wertet das Kit ziemlich auf, es bleibt jedoch eine nervenaufrebende Sache, hochpräzises Buntblech mit altem, ungenau passendem Plastik zu verheiraten.

Dieses Modell zusammen mit dem ExtraTech-Upgrade ist sicherlich nur für fortgeschrittene ModellbauerInnen zu empfehlen. An die Out-of-the-Box Version kann sich aber durchaus Jedermann/frau wagen.

Aufwände

Ich mache dies nicht verbissen, aber trotzdem führe ich ein wenig Buch über meine Stunden, die ich für ein Modell aufwende. Bei dieser Maschine sieht die Bilanz folgendermassen aus:

 

  • 8 Stunden Research und Dokumentation
  • 30 Stunden Montage und Zusammenbau (inkl. Photoätzteile)
  • 33 Stunden Bemalung
  • 6 Stunden Decalierung
  • 11 Stunden Finishing
  • Den detaillierten Baubericht...

    Wer am gesamten Baubericht Interesse hat, der kann ihn sich hier ansehen oder mir gleich seine Meinung via Mail an szhsbo@gmx.net kundtun...

    Chris Schmid

    Publiziert am 14. Juli 2004

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