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History - Geschichte in Miniaturen Teil 3

History - Geschichte in Miniaturen Teil 3

Festung Rosenberg 1806

Wir besichtigen nun als erstes das Großdiorama der "Festung Rosenberg", bevor wir mit dem Interview fortfahren. Wie bei den anderen Dioramen ist auch hier die Beleuchtung auf das Diorama fokussiert, wodurch das Fotografieren sehr erleichtert wird. Die Elektrik war schließlich auch der teuerste Faktor in der Kalkulation des Museums.

Desweiteren ist äußerst positiv festzustellen, dass nirgends störende Glasscheiben vorhanden sind.

Die Festung wurde wie "Möckern" in eineinhalb Jahren Bauzeit von Daniela und Patrick produziert. (Ich denke hier ist der Ausdruck "Produktion" angebracht). Das ändert aber nichts an der hervorragenden Qualität der Ausführung. Wie bei allen Objekten im Museum wurde auch hier sorgfältigst recherchiert. Bei mehreren Besuchen wurde das Original des Objektes der Begierde mit einigen hundert Bildern abgelichtet. Eine Luftaufnahme wurde erworben, um eine genaue 1:1 Darstellung zu ermöglichen. Last but not least wurde natürlich in alten Archivunterlagen gestöbert.

Wenn da eventuell der eine oder andere Baum im Laufe der Jahrhunderte dazugewachsen ist, sollte man das dem Auge des Betrachters gönnen, anstatt "Erbsen zu zählen".

Dargestellt wird der Besuch Napoleons im Jahre 1806. 

Besonders bemerkenswert sind auch hier die Figuren in ihren verschiedenen Posen aus Jörg Schmälings Werkstatt. Wenn man sich überlegt, wieviel tausend Figuren Jörg für das Museum produziert hat, dann sprengt das so manche Vorstellungskraft. Er war ja auch für die Römer in der Ausstellung "Wir sind Legion" mit einer großen Anzahl vertreten. 

History - Geschichte in Miniaturen Teil 3

Auf dem Bild sieht man gut die ausgezeichnete Beleuchtung.
Auf dem Bild sieht man gut die ausgezeichnete Beleuchtung.

Im Hintergrund die Luftaufnahme des Original-Objektes
Im Hintergrund die Luftaufnahme des Original-Objektes

Hereinspaziert!History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3
Die Verzierungen des Tores wurden von Jörg Schmäling modelliert.History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3History - Geschichte in Miniaturen Teil 3

Hereinspaziert!

Hereinspaziert! 

Und das war noch nicht alles!

Wie kam es zu der Idee eine 1:72er Ausstellung in's Leben zu rufen ? (was ich sehr begrüße, ist ja schließlich auch mein Lieblingsmaßstab)

W: Wir haben hobbymäßig mittlerweile einen sehr großen Bekanntenkreis. Wir kennen viele Dioramenbauer und Händler. Es gibt mittlerweile in unserem Maßstab 1:72 wunderbare Dioramen, reinste Kunstwerke. Dazu kommt, dass man in diesem Maßstab auch große komplexe Themen zeigen kann.

Das liegt nicht zuletzt an den vielen Kleinserienherstellern, die uns in den letzten Jahren phantastische Figurenserien quer durch alle Epochen beschert haben.

Aber all diese Kunstwerke sieht man nur temporär auf Ausstellungen oder im Internet in den einschlägigen Figuren- bzw. Modellbauforen oder -Zeitschriften. Patrick und ich, wir haben dann darüber philosophiert, wie es wäre, all diese Hobbyfreunde, Dioramenbauer, Figurenmodelleure und Händler unter einem Dach in eine Ausstellung zu bekommen. 

Für so eine Ausstellung braucht man natürlich entsprechenden Platz. Thomas Busch, unser Hotelier und Freund, hat dann zugesagt für solch eine Ausstellung sein ganzes Hotel zur Verfügung zu stellen. 

So konnten die Planungen beginnen. Nachdem wir viele bekannte Dioramenbauer angeschrieben hatten, erhielten wir eine enorme Resonanz. Obwohl wir sehr viel Platz für die Ausstellung hatten, war dieser schnell ausgebucht und vergeben. 

So haben wir die Ehre und das Vergnügen, viele internationale Künstler bei der

                                            1. Dioramica

am 19.11.2016 und 20.11.2016 bei uns im Museum begrüßen zu dürfen. So eine Sammlung von historischen Dioramen mit vollplastischen Figuren in dieser Qualität und Größe hat es meines Wissens noch nie gegeben und wird es auch in nächster Zeit nicht geben. Es wird sich ein Besuch auf jeden Fall lohnen!

Weitere Informationen über diese einmalige Ausstellung gibt es unter:

www.dioramica.de

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History - Geschichte in Miniaturen Teil 3

 

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Ideen und Auftragsarbeiten

Wie entstehen die Ideen zu euren Werken ?

W: Jeder von uns hat dazu seine eigenen Ideen. Nur zwei Beispiele: Ich wollte immer schon ein Mittelalter-Diorama bauen. Zuerst hatte ich vor, die Belagerung von Akkon durch Richard Löwenherz beim 3. Kreuzzug im Diorama zu zeigen.

Da mein Freund und Vereinsmitglied Torsten Burgdorf aber schon einiges an Gebäuden zum "Deutschen Orden" fertiggestellt hatte, habe ich dann meine Pläne dahingehend geändert. So entsteht jetzt das große Mittelater-Diorama zum Deutschen Orden im Baltikum mit dem Titel "Teutonic Order 1329".

Patrick hingegen hatte zusammen mit Daniela die Festung Rosenberg in Kronach/Oberfranken besichtigt. Er war so von der Festung beeindruckt und begeistert, dass er unmittelbar danach mit der Recherche und dem Bau begonnen hat. Dieses Diorama ist so gut wie fertig!

Das kann man also auch bei der Dioramica sehen. 

Wie kam es zu den bisher sieben Auftragsarbeiten wie z.B. dem Erfolgsmodell "Wir sind Legion" ?

W: Thomas Kurz, der das Ausstellungsprojekt "Wir sind Legion" plante, war schon seit Jahren mit mir bekannt. Ihm hatte ich schon einige römische Gebäude für sein Projekt verkauft. Thomas suchte nun Modellbauer, welche ihm seine Figuren in landschaftlich erstellten Dioramen verbauten. Patrick und Daniela erklärten sich dann bereit, diese Auftragsdioramen zu bauen. Die beiden haben wundervolle Dioramen für diese Ausstellung kreiert, der Erfolg der Ausstellung bestätigt das.

Das konnten meine Frau und ich in Regensburg "live" erleben und auch wir waren begeistert (siehe Bericht im Modellversium). Es war auch ein großes Vergnügen, Thomas kennenzulernen, was wir Deiner Vermittlung zu verdanken hatten. Der Bericht hat uns viel Spaß gemacht. 

"Teutonic Order 1329" ist ein "Netzwerkprojekt". Wenn ich es richtig verstehe, läuft dabei ein Teil auf persönlicher Basis vor Ort ab und ein nicht unbeträchtlicher Teil über das Internet. 

W: Wir treffen uns persönlich zum Dioramenbau im Museum. Das geht dann oft übers Wochenende oder sogar darüber hinaus. Dazu läuft natürlich vieles über's Internet und über die üblichen Kommunikationskanäle. 

In welchen Foren tauscht ihr euch aus ?

W: Foren sind das Kommunikationsmittel der Neuzeit. Auch wir profitieren davon. Viele Hobbybekanntschaften sind über die einzelnen Foren entstanden. Mittlerweile kennt sich auch ein Großteil der Hobbyisten.

Unregelmäßig sind wir in folgenden Foren aktiv unterwegs:

Bennos figures, Modellfiguren Online, Figurenfreund, MAD-Figuren, HZ-Forum, Napoleon online, Valdemar Forum, Modellboard, Sweetwater-Forum, Gidian-Gelände und beim Wettringer-Modellbauforum.

Norditalien 1813

Wieder unterbrechen wir das Interview, weil wir vor dem nächsten Hingucker stehen. Das "Kleindiorama" Norditalien 1813 wurde von Daniela und Patrick in drei Wochen Bauzeit geschaffen. Da kommt so richtig die italienische Atmosphäre rüber.

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Das Schönste kommt am Schluss

Die Jungs (als Modellbauer bleibt man jung) habe ich jetzt genug genervt. Der entscheidende, wesentliche und schönste Teil kommt am Schluss: Die Mädels, die da direkt oder indirekt mitgewirkt haben (auch als Ehefrau dieser Modellbau-Spinner bleibt man jung, sofern man ein entsprechendes Verständnis und viel Geduld mitbringt - das sind unwiderlegbare Erfahrungswerte).

Wir haben ja schon gehört, was da in Sachen Motivation und Seelentrost geleistet wurde. Wir haben auch die Bereitschaft, diesen "Wahnsinn" mitzumachen bewundert. Allein dafür müssen wir schon mal unseren herzlichen Dank und höchste Anerkennung aussprechen. Hätten wir ohne sie das Vergnügen mit Museum und Ausstellung? Bestimmt nicht! 

Und was müssen wir wieder erleben? Die Mädels werden trotz ihrer wichtigen Rolle vom Interviewer in den Hintergrund verdrängt, was beim Modellbau schon direkt an der  Tagesordnung ist.

Na ja, wenigstens konnten sie bei der Wanderausstellung in bequemen Betten nächtigen, während die Jungs sich zu recht mit Feldbett und Luftmatratze begnügen mussten. 

Nein, so ist es natürlich nicht in diesem Special. Hier wird nichts in den Hintergrund verdrängt ! Im Gegenteil! Ich habe mir das Beste für den Schluss aufgehoben, um die Spannung aufrecht zu erhalten!

Und weiter geht's im Gespräch...

Also Daniela, wie weit kannst Du dich mit dem Hobby Deines Mannes identifizieren?

Als Patrick exzessiv mit dem Hobby begann, stand die Überlegung an, "mitmachen" oder die kommenden Wochenenden alleine zu verbringen. Ich habe mich für das Mitmachen entschieden. Ganz schnell ist der Dioramenbau eine Leidenschaft von mir geworden und ich verbringe jetzt viel gemeinsame Zeit mit meinem Mann. Nun bereits schon viele Jahre.

Zu welchen Tätigkeiten wirst Du in dem Zusammenhang missbraucht, oder machst Du das freiwillig?

D: Natürlich freiwillig. Es gibt eigentlich keine Arbeiten, insbesondere beim Möckern Projekt, woran ich nicht beteiligt war. Sonst hätten wir unser Diorama auch nicht in 1,5 Jahren fertiggestellt.

Meine Fähigkeiten liegen in den Arbeiten wo Geduld und Ausdauer gefragt sind. Da ergänzen wir uns sehr gut. Von Morgens bis Abends ohne Pause zum Beispiel Häuser bauen, ist für mich eigentlich kein Problem, da schwächelt mein Mann schon mal.

Kann es sein, dass Du sogar die treibende Kraft beim Dioramenbau bist? (Ich habe da so etwas läuten hören ) Bitte keine falsche Bescheidenheit!

D: Ja das kann schon sein. Ich bevorzuge, eine begonnene Arbeit durchzuziehen. Wenn noch zum Beispiel 5qm Wiesenfläche zu begrünen sind und alle anderen etwas langsam zu Werke gehen, kann ich schon mal antreiben und ungehalten werden.

Habt ihr Frauen auch Ideen für Themen eingebracht oder ist das reine Männersache?

D: Das entscheiden alleine die Männer. Ich bin nur eine ausführende Kraft.

Welche Themen gefallen Dir am Besten?

D: Die Festung Rosenberg ist zur Zeit das ultimative Highlight, aber mein Herzblut hängt natürlich an Möckern. Fast 1,5 Jahre Bauzeit, da blieb nur wenig Zeit für sonstige Aktivitäten in der Freizeit. Nicht zu vergessen Cröbern. Ich durfte auch dort an fast 30qm Dioramenbau-Fläche mitbauen.

Generell sucht Patrick die Themen aus und ich arrangiere mich damit.

Wir haben gehört, dass Isa die letzten österreichischen Bataillone beim Cröbern-Diorama eingesetzt hat und so wohl maßgeblich am Ausgang der Schlacht beigetragen hat. Hattest Du ähnliche Aufgaben zu bewältigen ?

D: Ja hatte ich. Zu allererst war ich am Bau des Dioramenunterbaus aller unserer Dioramen beteiligt. Fast 60qm Geländegestaltung mit allen dazugehörigen Gips- und Malerarbeiten. Weiterhin gestaltete ich Wiesen, Felder, Wege, Vegetation aller Art, Bäume und Büsche. Über 60 Häuser habe ich mitgebaut. Die aufwendigste Arbeit lag aber im Einarbeiten von über 20.000 Zinnfiguren in unser Erde-Leimgemisch. Sehr aufwendig war es auch beim Bau unserer vielen Römerdioramen die Details auszuarbeiten. Dazu gehörte insbesondere ein 7 Meter langer Knüppeldamm, dabei habe ich tausende von kleinen Holzstäbchen verarbeitet. Über 1.000 römische Legionäre habe ich mit Speeren und Schilden ausgerüstet, da ist man manchmal schon der Verzweiflung nah! (Siehe Bericht "Wir sind Legion")

Liebe Daniela, Du hast wirklich eindrucksvoll den "Missbrauch" von Frage 2 widerlegt. Nach so einem Enthusiasmus und Durchhaltevermögen wird man im "weiblichen" Modellbau wohl lange suchen müssen.

Daniela in Action! Das rechte Bild erinnert an die Geschichte von Gullivers Reisen.
Daniela in Action! Das rechte Bild erinnert an die Geschichte von Gullivers Reisen.

History - Geschichte in Miniaturen Teil 3

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Besuch von der KLIO
Besuch von der KLIO

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Das waren zwei schöne Tage mit unseren Freunden.
Das waren zwei schöne Tage mit unseren Freunden.

Zum Schluss noch ein Schmankerl

Hier noch als Zugabe ein Werk vom Wolfgang aus der Zeit vor dem Cröbern-Projekt.

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Das war also die spannende Geschichte einer nicht ganz einfachen Museumsgründung. Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Modellbaufreunden Daniela, Patrick und Wolfgang für das umfangreiche und interessante Interview und für die Überlassung des herrlichen Bildmaterials der Dioramen Cröbern und Möckern. Die restlichen Dios wurden im Museum "geschossen". 

Dieses Special enthielt ja schon einiges an Insider-Informationen, gibt aber nur einen Bruchteil dessen wieder, was man im Cröbern-Buch lesen und sehen kann! 

Buch und Bilder auf CD sind zu beziehen bei: www.geschichte-in-miniaturen.de

Wir freuen uns ganz besonders, dass wir die "Macher" dieses Museums-Highlights persönlich kennenlernen durften. Mit Isa und Wolfgang und deren Sohn und Schwiegertochter hatten wir im Vorfeld in München schon das Vergnügen. Einige der weiteren Beteiligten werden wir voraussichtlich auf der Dioramica im November sehen!

Wer sich übrigens für die Figuren interessiert, die größtenteils alle Dioramen bevölkern, der sollte mal bei Jörg Schmäling's "Art Miniaturen" reinschauen.

www.schmaeling.de

Nebenbei haben wir an diesem Wochenende mit unseren Freunden die "Zinnfigurentage" in Eschwege besucht, die von der KLIO organisiert wurde. Darüber gibt es demnächst noch ein paar Bilder von schönen Figuren und Dioramen.

Nun noch eine kurze Erklärung zum "Special":

In dieser neuen Serie, die ich anlässlich der Sammlung von Adreas Coenen in die Welt gebracht habe (im wahrsten Sinne des Wortes im Zusammenhang mit dem www.), habe ich vor, auch in Zukunft in unregelmäßigen Abständen ganz besondere Sammlungen vorzustellen, falls ich entsprechende Partner dafür gewinnen kann.

Ich denke jeder Dioramenbauer gibt mir recht, dass es sich bei dem "Museum Geschichte in Miniaturen" um eine besondere Sammlung handelt und es deshalb im "Special" gewürdigt wurde.

Wichtig: Zu jedem Diorama sollte man sich auf jeden Fall den geschichtlichen Hintergrund zu Gemüte führen. Das kann man sehr gut und übersichtlich auf der Web-Site www.geschichte-in-miniaturen.de tun.

In diesem Sinne viel Spaß & herzliche Grüße! 

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Und nicht vergessen:

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Wolfgang Hartung

Publiziert am 30. August 2016

Die Bilder stammen von Geschichte in Miniaturen e.V. und Gertrud Hartung.

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