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M1126 Stryker ICV

Rückeroberung eines strategisch wichtigen Checkpoints

von Theo Peter (1:72 Academy)

Ein M1126 Stryker befördert U.S. Navy Seals und U.S. Army Soldaten direkt ins Kampfgebiet.
Ein M1126 Stryker befördert U.S. Navy Seals und U.S. Army Soldaten direkt ins Kampfgebiet.

Zum Original:

Der Stryker ist ein vierachsiger 8x8 Radpanzer der U.S. Armee. Grundlage des Fahrzeugs ist der in der Schweiz entwickelte Piranha III. Die Stryker bilden das Rückgrat der sieben neu gegründeten Stryker Brigade Combat Teams, die innerhalb von 96 Stunden überall auf dem Erdball einsatzbereit sein sollen. Es ist sogar möglich den Stryker via Fallschirmen im Zielgebiet abzusetzen. Die Hauptaufgabe des Strykers besteht darin, Infanterieeinheiten schnell und geschützt ins Zielgebiet zu bringen. Viele Stryker lösen dabei die deutlich schwächer gepanzerten Humvees ab. Der Stryker ist aber nicht dafür ausgelegt Panzer oder stark gepanzerte Einheiten zu bekämpfen und benötigt hierfür Panzer- oder sogar Luftunterstützung. Dargestellt wird der Stryker in der Version M1126. Dieser Typ kann neun Mann Besatzung + jeweils einen Kommandanten, Fahrer und Schützen transportieren. Durch die große Hecktüre können die Soldaten schnell aus dem Fahrzeug bzw. in das Fahrzeug gelangen.

Viele filigrane Kleinteile führen zu einer enormen Detailfülle am 1:72 Modell.
Viele filigrane Kleinteile führen zu einer enormen Detailfülle am 1:72 Modell.

Bewaffnet ist der M1126 mit einem M2-Browning Maschinengewehr oder einem MK-19-Maschinengranatwerfer. Die Waffen können, ohne den Schützen zu gefährden, aus dem Fahrzeuginneren bedient werden. Durch nur wenige Umbauten kann der Stryker auch andere Aufgaben übernehmen oder schnell durch Austausch von Baugruppen repariert werden. Beispielsweise kann der Stryker als Pionier-, Feuerleit-, Sanitätsfahrzeug oder sogar als Haubitze umgebaut werden. Der 350 PS starke Motor kann das Fahrzeug auf 100km/h beschleunigen. Durch die Erfahrungen im Irak-Krieg wurde der Stryker einer Kampfwertsteigerung unterzogen und ist nun noch besser gegen Minen und Kugeln geschützt und besitzt beispielsweise keine brennbaren Reifen mehr.

Drybrushing, Washing und der Einsatz von Pigmentpulver sorgen für die Gebrauchsspuren am Stryker.
Drybrushing, Washing und der Einsatz von Pigmentpulver sorgen für die Gebrauchsspuren am Stryker.

Doch die Reifen sind auch der größte Kritikpunkt der Radpanzergegner an diesem Fahrzeug. Viele Kritiker fordern ein Truppentransportfahrzeug mit Kettenantrieb. Aus Kostengründen wurde auf das Stabilisierungssystem verzichtet, was zielgenaues Feuern in Bewegung verhindert und das Fahrzeug während dem Feuervorgang leicht zum Ziel werden lässt. Im Irak wurden viele Stryker mit sogenannten Käfigen ausgestattet, um das Fahrzeug besser vor Beschuss zu schützen, indem Kugeln oder Explosivgeschosse nicht direkt am Fahrzeug detonieren oder einschlagen.

Resin-Zurüstteile von CMK und selbst gebastelte Drahtseile werten das Modell weiter auf.
Resin-Zurüstteile von CMK und selbst gebastelte Drahtseile werten das Modell weiter auf.

Zum Bau des M1126 Stryker von Academy:

Gebaut wurde das Fahrzeug größtenteils aus der Kiste. In der engeren Wahl lagen die 1:72 Kits der Firmen Trumpeter und Academy. Die Auswahl fiel sehr schwer, da beide Hersteller für Detailreichtum und Passgenauigkeit bekannt sind. So wurde aufgrund des Titelcovers entschieden und der Academy-Bausatz gewählt. Der Inhalt ließ keine Wünsche übrig. Hervorragende Details, saubere Bauanleitung, passgenaue Spritzlinge und keine Sink- und/oder Angussstellen. Der Kit gibt einem die Möglichkeit alle Luken und Türen geöffnet darzustellen. Ebenso können zwei amerikanische Fahrzeuge dargestellt werden. Da leider keine Inneneinrichtung enthalten war, wurde nur eine kleine Luke geöffnet. Um den Blick ins Innere zu erschweren, wurde zusätzlich ein sehr gut detaillierter Zvezda M60-Schütze (eigentlich ein in liegender Pose dargestellter Soldat, der zu einem Stehenden umgebaut wurde) in die Öffnung geklebt. Die beiden vorderen Achsen wurden eingelenkt dargestellt (aufwendiger Scratch-Umbau, da dies im Originalkit leider nicht vorgesehen war!). Ebenso wurden vier aus Gussästen gefertigte neue Haltegriffe am Modell angebracht. Mit demselben Verfahren wurden die beiden Heckantennen am Fahrzeug angebracht. Leider brach einer der Spiegel beim Heraustrennen aus dem Gussrahmen in mehrere Teile. Deshalb wurde dieses Teil in einem sehr aufwendigen Prozess aus gezogenen Gussästen nachgebaut.

Ein mit einer MP5K bewaffneter Navy Seal geht hinter dem Stryker in Deckung.
Ein mit einer MP5K bewaffneter Navy Seal geht hinter dem Stryker in Deckung.

Der Grundanstrich des Strykers erfolgte aus einer Mischung aus matten Revellfarben (NATO-Oliv, Gelb und Hellgrau) und dem Pinsel. Nach kurzer Antrocknung der Farben wurden die wenigen Decals (sehr gute Qualität) am Modell angebracht und in den noch leicht feuchten Anstrich gedrückt. Ein paar Tage später folgte die Bemalung der anderen, anders farbigen Teilen ebenfalls mit matten Revellfarben und dem Pinsel. Erst danach folgte eine Alterung mit Trockenmalverfahren, Washing und Pigmentanbringung. Zahlreiche Details am Modell (Rucksäcke, Munitionskisten, Planen, Kanister...) stammen aus einem Resin-Zurüstsatz von CMK. Das Drahtseil für die eingebaute Seilwinde wurde aus mit Weißleim stabilisiertem Nähgarn gebaut.

Während die restlichen Soldaten den von den Aufständischen besetzten Checkpoint erstürmen.
Während die restlichen Soldaten den von den Aufständischen besetzten Checkpoint erstürmen.

Der rennende Soldat stammt ebenfalls von Zvezda und wurde bereits im letzten Diorama verwendet und lediglich neu bemalt. Die restlichen 1:72 Figuren stammen aus dem Kit "Modern Special Forces - worldwide" von Caesar Miniatures. Die Figuren sind von guter Qualität, weisen aber einige Gussnähte im Gesichtsbereich auf. Dennoch besitzen die Soldaten brauchbare Posen und können ohne Umbauten im geplanten Display eingesetzt werden. Alle Figuren wurden von Hand und mit matten Revellfarben bemalt und mit Länderflaggen aus dem Drucker an den Oberarmen detailliert.

Die 1:72 Figuren stammen von Zvezda und Caesar Miniatures und sind von hervorragender Qualität.
Die 1:72 Figuren stammen von Zvezda und Caesar Miniatures und sind von hervorragender Qualität.

P.S. Mir ist bewusst, dass das dargestellte Fahrzeug nie im Nahen Osten stationiert oder im Einsatz war. Aber bei mir steht der Bastelspaß und nicht die bis ins letzte Detail recherchierte Kleinigkeit im Vordergrund :-)

Der U.S. Navy Seal wartet, bis eine Blendgranate detoniert, um anschließend das Gebäude zu stürmen!
Der U.S. Navy Seal wartet, bis eine Blendgranate detoniert, um anschließend das Gebäude zu stürmen!

Das Diorama:

Das Diorama zeigt einem Checkpoint in einem nicht näher definierten Land im Nahen Osten in den 90er Jahren, der von aufständischen Kämpfern erobert und nun verteidigt wird. Der Checkpoint wurde zuvor von der U.S. Armee und einheimischen Polizeieinheiten an einem strategisch wichtigen Standort errichtet, da alle Fahrzeuge, die aus oder in die Stadt fahren wollen, dieses Nadelöhr passieren müssen. Das Display zeigt den Zeitpunkt, an dem amerikanische Streitkräfte (Angehörige der Teilstreitkräfte U.S. Army und der U.S. Navy Seals) die Aufständischen angreifen und versuchen den Checkpoint wieder in die eigene Gewalt zu bringen. Die Soldaten der U.S. Army sind dabei mit M4 Sturmgewehren, die Angehörigen der U.S. Navy Seals auch mit MP5K (Kurzversion) Maschinenpistolen und SOPMOD M14 Sturm- und Scharfschützengewehren ausgestattet.

Zur selben Zeit verschanzt sich ein letzter Aufständischer hinter dem Gebäude.
Zur selben Zeit verschanzt sich ein letzter Aufständischer hinter dem Gebäude.

Die Grundplatte stellt ein ca. 20x15cm großer Karton dar. Das Checkpoint Gebäude besteht aus Styrodur und ist Marke Eigenbau. Das Geländer wurde aus sehr feinen Nägeln und einem dünnen Faden gebaut. Nachdem das komplette Gebäude verspachtelt war, wurden einige Mauerstücke aus Strukturpapier von Faller mit dem Cuttermesser in die Wände eingearbeitet. Ebenso wurden zahllose Einschusslöcher mit einer Nadel in das weiche Material gedrückt. Die Einschusslöcher wurden mit dunkelroter Farbe bemalt, um die Ziegelsteinfarbe zu imitieren. Anschließend wurde das ganze Gebäude in Revell Panzergrau bemalt und nach dem Trocken mit Hellgrau und dem Trockenmalverfahren bearbeitet. Zum Abschluss wurde eine Mischung aus sehr feinen Steinen und Weißleim auf dem Gebäude verteilt.

Der Rest der Rebellen hat beim Anblick des Strykers bereits die Flucht ergriffen.
Der Rest der Rebellen hat beim Anblick des Strykers bereits die Flucht ergriffen.

Die Ziegelsteine wurden ebenfalls aus Styrodur ausgeschnitten und einzeln mit dem Pinsel bemalt. Dies ist zwar extrem zeit- und arbeitsaufwendig, aber liefert sehr realistische Bilder. Als i-Tüpfelchen wurden die Fenster mit Holzbrettern (Streichhölzer, die mit verdünnter Wasserfarbe eingefärbt wurden) vernagelt. Auf dem Geländer wurde ein Suchscheinwerfer von RPM angebracht. Die Fässer stammen aus der Restekiste und die Absperrgegenstände (Water Barrier) aus einem Baustellen-Spielzeugset. Die Straße besteht wiederum aus den hervorragenden Strukturbögen der Firma Faller. Der Rest des Kartons wurde mit sehr sehr feinem Pulver aus Erde/Dreck bestreut und anschließend mit einer Pipette und einer Weißleim-Wasser-Mischung beträufelt und fixiert.

Styrodur, Weißleim und Karton bilden die Grundlage des scratch gebauten Checkpoint-Dioramas.
Styrodur, Weißleim und Karton bilden die Grundlage des scratch gebauten Checkpoint-Dioramas.

Um das komplette Display abzurunden, wurden einige Sprüche und Zeichen an die zerschossenen Wände "gesprayt", Straßenlampen aus Draht und Plastikresten sowie ein Stacheldrahtzaun (dünner Draht, der um einen Bleistift gewickelt und anschließend bemalt wurde) auf der Mauer angebracht. Alles in allem wurden beim Bau dieses Displays viele neue Methoden und Materialien verwendet, was den Bau auch für mich sehr spannend gestaltete.

Das Bild zeigt die einzelnen Stationen der Bemalung bzw. Detaillierung des Academy-Kits.
Das Bild zeigt die einzelnen Stationen der Bemalung bzw. Detaillierung des Academy-Kits.

Fazit:

Ein weiteres 1:72 Diorama mit einem modernen Fahrzeug im Mittelpunkt. Der Bau des Strykers und auch des Displays machte sehr viel Spaß und wird sicherlich nicht das letzte in dieser Sparte sein. Wenn der Kit rein aus der Kiste gebaut wird, ist der Bausatz meiner Meinung nach auch Modellbauneulingen zu empfehlen. Aber auch Modellbau-Freaks kommen mit dem Bausatz voll und ganz auf ihre Kosten. Durch Einsatz der Caesar Miniatures 1:72 Figuren und der zahlreichen Details wird die Szene lebendig und liefert realistische Fotos. Viel Spaß beim Entdecken der kleinen versteckten Details! Da ich mich immer wieder aufs Neue freue, wenn im Modellversium-Tages-Update 1:72 Dioramen veröffentlicht werden, werde ich auch in Zukunft meine Arbeiten online stellen. Ich hoffe es gefällt...

Das Academy-Titelbild des Bausatzkartons, das den Ausschlag für den Kauf gab!
Das Academy-Titelbild des Bausatzkartons, das den Ausschlag für den Kauf gab!

Die vorderen beiden Achsen wurden eingelenkt dargestellt.
Die vorderen beiden Achsen wurden eingelenkt dargestellt.

Zahlreiche Trümmer säumen die Straße, die in die Stadt führt.Blick auf die typisch blauen Panzerglasscheiben an der WaffenluckeEin weiterer umgebauter 1:72-Zvezda Soldat gibt seinen Kameraden Feuerschutz.Die beiden Antennen entstanden aus gezogenen schwarzen Gussästen.Durch den Pigmenteinsatz kann die Verschmutzung am Fahrzeug realistisch dargestellt werden.Das M2-Browning Maschinengewehr, welches aus dem Fahrzeuginneren bedient werden kann.Man beachte das Stoppschild und den Suchscheinwerfer im Hintergrund!

Zahlreiche Trümmer säumen die Straße, die in die Stadt führt.

Zahlreiche Trümmer säumen die Straße, die in die Stadt führt. 

Theo Peter

Publiziert am 19. Januar 2016

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