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Seilzugbagger M60

von Hauke Ahrendt (1:35 Elite Models)

Seilzugbagger M60

Das Original

Vom Menck M60 wurden in unterschiedlichen Varianten 760 Maschinen gebaut und er war der meistverkaufte Menck Seilzugbagger von Menck & Hambrock. Überwiegend in der zivilen Nutzung eingesetzt, wurde der Bagger auch bei den Einheiten der Bundeswehr-Pioniere verwendet. Diese wurden Ende der 50er Jahre beschafft und in einer Stückzahl von 40 bis 60 (je nach Quelle) bei der Truppe eingeführt. Bei der Bundeswehr hat man für alle Bagger einen Gittermast sowie Hoch- und Tieflöffel beschafft. Eingesetzt wurden überwiegend Bagger mit Gittermast, der in der Regeln 3-teilig verwendet wurde. Ich habe aber auch Bilder gesehen, bei denen das Mittelstück nicht genutzt wurde und so ein sehr kurzer Mast im Einsatz war. Andersherum wurden auch lange Masten mit zwei Mittelsegmenten eingesetzt. Mit dem Gittermast kam üblicherweise der Zweischalengreifer zum Einsatz, der je nach Aufgabe auch gegen Schürfkübel gewechselt werden konnte. Auch Bagger mit Hochlöffel sollen in Verwendung gewesen sein, Fotos der BW hab ich aber hiervon nicht gesehen. Entgegen einer Ausage, die ich irgendwo im Netz gelesen habe, nach der die ebenfalls beschafften Tieflöffel bei der BW nie zum Einsatz kamen, habe ich ein entsprechendes Bild gefunden. Dieser Einsatz war aber wohl wirklich die Ausnahme. Die meisten sind mit der Ausmusterung der M60 angeblich originalverpackt in die zivile Nachnutzung abgegeben worden.

  • Einsatzgewicht: 19-22t je nach Baggereinrichtung
  • Motor: Deutz FL 4 L 514 - mechanisch gesteuert       63 PS
  • Drehzahl                                                                1.700 U/min
  • Leistung Diesel/Elektro                                            56 PS/ 52 PS
  • Volle Länge des 3-teiligen Auslegers:                        21 m
  • Schürfkübelinhalt:                                                   0,3 - 0,9 m³
  • Greiferinhalt:                                                          0,4 - 0,6 m³
  • Hochlöffelinhalt:                                                      0,7 m³
  • Tieflöffelinhalt:                                                        0,6 m³
  • Planier                                                                    0,52 m³
  • Raupenbandbreite                                                   530 mm
  • Länge (Bagger ohne Mast)                                      3.000 mm
  • Höhe (Bagger ohne Mast)                                       3.030 mm
  • Reißkraft                                                               mind. 11000 kg

Seilzugbagger M60

Bei dem Aufbau gab es verschiedene Entwicklungsstufen und Dachausführungen. Die Dachform der BW-Ausführung berücksichtigt auch das Lichtraumprofil der Bahn für Schienentransporte. Die M60 der Bundeswehr hatten alle ein Gegengewicht, und anstelle des sonst oft verwendeten Lamellengitters hinten oben links in der Dachschräge eine Klappe mit Fenster. Hieran kann man später nach dem Ausscheiden aus dem Truppeneinsatz die zivil genutzten Bundeswehrbagger am einfachsten indentifizieren. Diese Aufbauausführung ist später aber auch bei zivilen Baggern der Ausführung M60LC zu finden. Auch bei der Vorrichtung zur Greiferberuhigung, also zur Verhinderung der Verdrehung des Greifers, die  rechts neben dem Lager des Gittermastauslegers montiert ist, gab es Unterschiede. Innerhalb des Lieferloses der BW waren die Merkmale aber alle gleich. Mindestens aber ein Exemplar, vermutlich aus der Erprobung, hatte noch die ursprüngliche Aufbauform, gibt es ebenfalls ein Bild davon.

Die Langlebigkeit der Menck Maschinen zeigt sich durch eine hohe Zahl von immer noch im täglichen Betrieb stehenden Geräten aus den 1950er bis 1970er Jahren. Die von der Bundeswehr beschafften M60 wurden in den 80ern abgegeben. Da diese für Baumaschinen kaum nennenswerte Betriebsstunden geleistet hatten und somit "fast wie neu" waren, konnten sie problemlos verkauft werden.  

Seilzugbagger M60

Das Modell

Das Bausatz ist von Elite. Beim Blick in den Karton zeigte sich, dass die Teile für den Gitterausleger nicht verwendungsfähig waren, eine Reparatur aufgrund der Vielzahl an Blasen war unmöglich. Eine Rückfrage bei Elite führte zu einer problemlosen Reaktion und es wurden die Teile gleich mehrfach neu geschickt. Kein einziges dieser Ersatzteile war einwandfrei, aber ich dachte für ein System "aus 3 mach 1" wird es reichen. Aber ich habe mich dann zu einem teilweisen Neubau des Mastes aus Messingprofilen entschlossen. Ansonsten waren es die üblichen Blasen bei den anderen Bauteilen, die aber inzwischen für mich bei Elitebausätzen dazugehören. Würde es Alternativen zu den Bausätzen geben, würde ich ausweichen, denn die Elite-Bausätze sind ja nicht gerade preiswert und entsprechen nicht meinem Gefühl eines ordentlichen Preis-Leistungs-Verhältnisses. Aber, und da muss man bei aller Kritik an der Ausführung der Bausätze ja froh sein, es gibt von Elite eben einzigartige Bausätze weitab vom Mainstream, die, wenn man den Bau erst mal hinter sich hat, ein echter Knüller in der Vitrine sind.

Meine Interpretation vom Bedienplatz,......ungefähr korrekt,...aber genau weiß ich es auch nicht.Auf dem Dach erkennt man meine Ergänzungen.Darstellung des Gegengewichts, der Schiebetür und des Abgasrohres.Hinten oben muss noch die Dachklappe mit dem Fenster hin.Werkzeug hinter der offenen Schiebetür. Ob das so stimmt?
Seilzugbagger M60Hier schon mal das KettenlaufwerkSeilzugbagger M60

Meine Interpretation vom Bedienplatz,...

Meine Interpretation vom Bedienplatz,... 

Elite hat den Aufbau in korrekter Form dargestellt, aber anstelle der Fensterluke hinten im Aufbau ein Lamellengitter dargestellt. Das musste entfernt werden und wurde durch ein Fenster ersetzt. Leider war dieses Gitter perfekt gegossen. Leider, da das Gitter auf der Rückseite, das benötigt wird, nicht so schön war. Eine Behebung ist schwierig. Weiterhin war dieses Gitter beim Vorbild in eine Schiebetür integriert, dies habe ich mit einer Einfassung aus dünnem Plastiksheet versucht nachzustellen. Die Schiebetür hinter dem Führerhaus habe ich durch einen funktionstüchtigen Neubau ersetzt, weiterhin habe ich das obere vordere Fenster zum Öffnen ausgeführt. Das Gegengewicht, das beim Einsatz mit Gittermast immer verwendet wurde, musste gescratcht werden, da es dem Bausatz nicht beiliegt. Weiterhin musste eine dickere Platte als Unterbau des Bocks für die Seilumlenkung auf dem Aufbaudach und hinten vor dem Scheinwerfer eine große Klappe, am vorderen rechten Scheinwerfer ein großer Griff bzw. Geländer und L-Profile als Trittsicherung ergänzt werden. Auch die Scheinwerfer selber habe ich ausgetauscht, da diese deutlich flacher waren. Ansonsten konnte nach Bauplan gearbeitet werden. Die besten Bilder eines Ex-BW-M60 sind auf diesen beiden Seiten zu sehen: Hier und hier, leider von derselben Seite gesehen.

Seilzugbagger M60

Das hinten laut Bauplan befestigte Werkzeug konnte ich auf den Vorbildfotos nicht sehen, und bei Fotos von später zivil genutzten BW-Baggern habe ich keine Anzeichen für Halterungen gefunden. Es kann aber sein, dass die Schaufel und Hacke stattdessen oben auf dem Gegengewicht befestigt waren, auf einigen Bildern deuten sich Halterungen oder sowas an. Ist aber nicht richtig zu erkenen. Daher habe ich sie jetzt erstmal weggelassen.

Innen sind einige Hebel am Arbeitsplatz des Kranbedieners zu montieren, eine schlimme Arbeit, diese aus den Angüssen zu befreien, dabei zu versuchen diese intakt zu lassen und dann in der nicht sehr eindeutigen Anleitung korrekt zu montieren. Hier und zu vielen andere Fragen ist es besser, sich in einschlägigen Baumaschinenforen Vorbildfotos zu beschaffen (z.B. irgendwo auf den tollen Seiten hier und hier). Die skizzenmäßige Anleitung ist hier keine große Hilfe, sondern eher Orientierungshilfe. Aber hierzu kann man in diesen Foren auch viele andere Informtionen finden, sehr interessant, und die Gefahr besteht, relativ zeitintensiv zwischen den historischen Baumaschinen zu versacken. Gute alte Zeit ;-). Ist bestimmt auch aus Modellbausicht eine sehr interessante Beschäftigungsmöglichkeit. 

Überhaupt merkt man an den Anleitungen, ob es ältere oder neuere Elite-Modelle sind. Da war der Keiler in Bezug auf die Anleitung schon deutlich besser.

Seilzugbagger M60

Auf der Rückseite gibt es den erhabenen Schriftzug "MENCK". Der ist korrekt, jedoch mitten im "C" muss das Abgasror ergänzt werden. Außerdem fehlt ein erhabener Schriftzug "M 60" mit Umrandung unter dem Lamellengitter (auf der Schiebetür). Habe ich noch keine Lösung dafür. Das Fehlen fällt auf, da er auch gelb hätte sein müssen.

Anders als bei den meisten zivilen Baggern war, soweit ich feststellen konnte, auf dem Gegengewicht kein MENCK-Schriftzug vorhanden.

Seilzugbagger M60

Der Gittermast war also eine besondere aber unvermeidbare Aufgabe, aber ich denke es hat sich gelohnt und ist in Bezug auf die spätere Stabilität auch eine richtige Entscheidung. Vom Bausatz her konnte ich nur die Herstellerschilder an der Mastspitze verwenden.

Auch an der Schaufel mussten Anpassungen vorgenommen werden. Einerseits, da viele Teile nicht gut ausgeformt waren oder aber voller Blasen waren. Zum Glück waren die Teile für den oberen Teil des Greifers doppelt, so dass gut gestückelt werden konnte. Andererseits waren die Befestigungen der vier Verbindungsgestänge nicht korrekt an den Greiferhälften dargestellt, hier musste korrigiert werden. 

Seilzugbagger M60

Lackierung:

Zu Gelboliv gibt es keine Alternative. Verwendet wurde Revell 42 mit einer geringen Beimischung aus Beige und etwas Grau.

Decals:

Hier habe ich zum ersten Mal vor dem Problem gestanden, dass meine Grabbelkiste gar nichts liefern konnte, zu spezifisch sind die Decals. Auch der Markt gibt nichts her. Die Warntafeln sind, anders als sonst üblich, nicht schwarze Schrift auf gelbem Grund, sondern anders herum. Hatte ich nicht. Zuerst wollte ich den korrekten Inhalt völlig ignorierend Schilder aus meiner kurzen 1:32-Flugzeugphase verwendet. Da ich aber die großen Firmenlogos an beiden Seiten des Aufbaus selber herstellen musste, habe ich nach guten Vorlagen recherchiert und dabei auch für die Warnhinweise druckfähige Bilder bekommen. Dabei stellte sich mir nebenbei die Frage, warum überhaupt auf einem militärischen Produkt so große bunte Firmenlogos zugelassen waren? Und auch der gelbe "MENCK"-Schriftzug auf der Rückseite wird mir ein Rätsel bleiben, sieht aber gut aus. Die Decals hab ich mir dann selber gedruckt - das war das erste Mal und hat dafür ganz gut geklappt. Geht natürlich auch besser und im Nachhinein hätten sie sorgfältiger ausgeschnitten werden müssen. Aber so bin ich nun mal: Oft schlampig im Finish.

Weitere Bilder

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Seilzugbagger M60

 

Hauke Ahrendt

Publiziert am 29. Juni 2017

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