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M1A1 Abrams

von Thomas Hofmann (1:35 Trumpeter)

M1A1 Abrams

Auch schon einige Zeit her...

Nach dem X-ten Bausatz eines Militärfahrzeuges aus der Zeit des WWII wollte ich ganz einfach nur mal was Anderes bauen. Natürlich sollte es Militär sein! Angeregt durch kontroverse Diskussionen um Bausätze der chinesischen Firma Trumpeter und weil deren Produkte im Vergleich zu den GROSSEN der Branche auch noch preiswert waren, habe ich mich spontan für das Modell des M1A1 entschlossen. Über Maßgenauigkeit und Detailtreue kann ich nichts sagen. Dazu fehlt mir das Wissen um Fahrzeuge der Gegenwart. Der Gesamteindruck des fertigen Modells hat mich aber überzeugt. Allen Unken-Rufen, Spielzeugvergleichen und Abwertungen zum Trotz!

M1A1 Abrams

Der Bausatz besteht aus 10 verschieden großen Spritzrahmen, der Unterwanne, Vinylketten, etwas Draht und einer Kette für den Minenpflug. Ergänzt mit 2 Figuren und einem kleinen Decalbogen. Letzterer kam an meinem Model nicht zum Einsatz, da er so hochglänzend war, dass man sich darin hätte spiegeln können. Obwohl die Figuren nicht ganz dem gewohnten Maßstab entsprechen (4,8cm Figur = 1,68m in der Realität) habe ich sie auf Grund ihrer relativ guten Posen verwendet. Nicht verwendet wurden hingegen die Vinylketten. Dafür kam (alternativ) die dem Bausatz beiliegende aus Einzelgliedern und Segmenten bestehende Spritzgusskette zu ihrem Recht.

M1A1 Abrams

Dass sich der Kunststoff aus dem der Bausatz besteht mit "normalem" Plastkleber nicht kleben lassen soll, habe ich erst erfahren als das Modell im Rohbau fertig war! Für mich kein Problem... ich verwende zum Verkleben seit Jahren sowieso nur Essigsäureethylester. Wenn das aber so ist (mit dem Klebeproblem), dann vermisse ich auf dem Bausatz einen eindeutigen Hinweis auf diesen Umstand.

M1A1 Abrams

Grundsätzlich war die Passgenauigkeit der Teile auf einem normalen Niveau. Auch das Entgraten hielt sich im Rahmen. An verschiedenen Stellen wie zum Beispiel am Turm musste aber etwas gespachtelt werden. Die 16-seitige Bauanleitung lässt an manchen Stellen, was die Positionierung von Teilen betrifft, die eine oder andere Frage offen. Hier hilft nur Bild- und Quellenstudium, um zu einem Ergebnis zu kommen. In dem Zusammenhang möchte ich die Bildersuche von GOOGLE erwähnen. Hat mir über einige Unklarheiten hinweggeholfen.

Decals optimal angepasst...
Decals optimal angepasst...

Der Bau begann mit den Laufrollen und dem Antriebsrad. Die Schwingarme für die Räder lassen sich unmissverständlich an der Unterwanne befestigen. Das Ganze sollte man dann ausrichten und abwarten bis der Kleber abgebunden hat. Meine Unterwanne war leicht verzogen, also habe ich zum Ausrichten im Innern ein Plaststück eingeklebt. Die aus mehreren Einzelkettengliedern und Segmenten bestehende Kette wird an den Angusstellen versäubert und verschliffen. Die Auswerfermarkierungen auf der Innenseite der Kette wurden entfernt. Als Andeutung von Kettenbolzen wurden selbstgefertigte Nietköpfe zur Detaillierung verwendet.

Die immitierten Enden der Kettenbolzen
Die immitierten Enden der Kettenbolzen

Die Anfertigung selbiger ist unter Tipps & Tricks auf dieser Seite zu sehen. Die im Bausatz vorhandene Tiefenwateinrichtung habe ich weggelassen. Zur Information über den Bausatz wurden sie aber für einen Fototermin mal kurz „angetackert". Von den verwendeten Klarsichtteilen für den Sichtblock der Fahrerluke war nur das Mittlere verwendbar. Für Links und Rechts mussten die Teile neu zugeschnitten werden. Die Scheinwerfer C18 habe ich aufgebohrt und mit Alufarben ausgemalt. Anschließend ein paar Tropfen Klarlack rein. Fertig! Nun konnten die Ober- und Unterwanne miteinander verklebt werden. Anschließend bekam die Klebestelle am Wannenbug etwas Spachtel und wurde nach der Trocknung verschliffen.

Fotoshooting für die Teile der Tiefenwateinrichtung...
Fotoshooting für die Teile der Tiefenwateinrichtung...

Die Fahrwerkschürzen habe ich zusammengeklebt aber noch nicht an der Wanne befestigt, da die in mehrere Segmente unterteilte Antriebskette nach der Anpassung ans Fahrwerk für die Farbgebung wieder abgenommen wurde. Die beiden Turm-MG sind keinesfalls der Weisheit letzter Schluss. Wer es originaler möchte, sollte sich aus dem Zubehörhandel bedienen. Da ich aber nur mal sehen wollte "wie so ein modernes Fahrzeug geht" habe ich die beiden Teile doch verwendet. Dazu habe ich aber wenigstens die Laufmündungen aufgebohrt.

MG-Mündung aufgebohrt...
MG-Mündung aufgebohrt...

Nun zum Panzer-Turm...

Nach dem Zusammenbau von Ober- und Unterteil darf an den Klebestellen richtig gespachtelt und geschliffen werden. Das Hobby nennt sich ja aber auch MODELLBAU und nicht LEGOLAND. ;o) Die Lage der nun anzubauenden Turmteile ist aus der Bauanleitung nicht immer klar ersichtlich. Hier hilft nur Anpassen und „Foto-Studien". Für mich besonders unklar Bau und Montage der SMOKE DISCHARGER.

M1A1 Abrams

Fehlt nur noch der Minenpflug. Fast ein Bausatz für sich kann er sowohl in Ruhe- wie auch in Arbeitsstellung dargestellt werden. Hier stimmt auch die Bauanleitung und lässt keine Fragen aufkommen. Die dafür beiliegenden Ketten habe ich nicht mit Draht (laut Bauanleitung) sondern mit kleinen Drahtringen befestigt. Sieht irgendwie korrekter aus. Der Vinylschlauch welcher das Kabel für den Hebemechanismus imitiert, verschwindet unter dem aufgesetzten Turm und wird dort fixiert. Eine Quelle für die genaue Positionierung war mir im Moment nicht zugänglich. Die Installation der Seile für den Mechanismus zum Ausklinken des Minenpfluges (um ihn in Arbeitsstellung zu bringen) sowie des vorher erwähnten Vinylschlauchs sollten erst nach der Farbgebung erfolgen.

M1A1 Abrams

Wobei wir beim abschließenden Stichwort sind...

Das ganze Modell (bis auf den Minenpflug) wird mit Tamiya XF-59 Desert Yellow gespritzt und anschließend wolkig mit Tamiya XF-57 Buff aufgehellt. Nach dem Trocknen behandele ich das Modell mit verschiedenen Kreiden bzw. Farbpigmenten von Artitec, um einen Alterungseffekt zu erreichen. Nach dem "Versiegeln" des ganzen mit einer Schicht Klarlack-Matt kommen nun noch der Minenpflug und die Antriebsketten in die "Lackiererei". Beides wird mit Tamiya X-10 Gun Metal grundiert. Die Kette erhält anschließend mit dem Pinsel und Revell 9 ihre Gummilauffläche. Nach dem Verschmutzen sieht man zwar davon so gut wie nichts mehr, aber es ist gut zu wissen wie es „darunter" aussieht. Abschließend erfolgt die Montage der Ketten und der Kettenschürzen. Der Minenpflug erhält einen finalen Farbauftrag von Tamiya XF-59. Alterung erfolgt wie vorher beschrieben. Nun steht einem "leichten" Verschmutzen der Ketten, von Bug und Heck, sowie des Mine Plow nichts mehr im Wege.

Verschmutzung am Modell
Verschmutzung am Modell

Auch für dieses Vorhaben gibt es wieder X Varianten, um sein Ziel zu erreichen. Ich nehme dazu ein Gemisch aus Holzleim und Farbpigmenten (Farbrichtung: Schlamm). Jeder der als Kind wenigstens einmal an, oder in Pfützen gespielt und sich damit das Wohlwollen der Eltern zugezogen hat, weiß was ich meine. Das Gemisch wird mit Hilfe eines Schaumgummi-Restes (feinporig) auf die zu behandelnden Stellen gebracht. Um das Ganze nun plastisch zu machen überpudere ich die zu behandelnten Stellen unter zu Hilfenahme eines feinen Siebes mit einer Mischung aus Talkum und feinstem Elbe-Sand. Je nachdem welche Struktur erreicht werden soll, kann man den Vorgang wiederholen. Zum Schluss habe ich mit wenig Pastellkreide nachgearbeitet. Fertig!

Verschmutzung der Kette... Step by Step!
Verschmutzung der Kette... Step by Step!

Ein relativ preiswerter Bausatz mit einigen kleinen Macken. Für Leute die aus der BOX bauen oder ganz einfach mal von WWII Modellen einen Abstecher in die Gegenwart machen wollen eine preiswerte Alternative zu den DINOS der Branche. Ach ja, die Decals. Waren mir einfach zu glänzend. Auf ewiges Nachbehandeln mit Mattlack hatte ich auch keinen Bock. Also habe ich sie einfach erst mal weggelassen. Findet sich bestimmt mal was Besseres. Zum Schluss noch mal das Thema KLEBER. Seit kurzem soll es in den Bausätzen von Trumpeter einen deutlichen Hinweis auf den zu verwendenden Kleber geben, bzw. sollen neuere Bausätze mit normalen Plastkleber zu verarbeiten sein. Meine eigenen Versuche mit Spritzast-Resten des Modells bestätigen das. Von mir aus empfehlenswert und das nicht nur für den kleineren Geldbeutel. Man kann gespannt sein auf die kommenden Modelle, nicht nur wegen ihrer Auswahl, sondern auch wegen der sich abzeichnenden Qualitätssteigerung.

Heckansicht...
Heckansicht...

Die Beladung stammt... natürlich aus der Grabbelkiste!
Die Beladung stammt... natürlich aus der Grabbelkiste!

M1A1 Abrams

M1A1 Abrams

M1A1 Abrams

M1A1 Abrams

Detail der Haltevorrichtung des Minenpfluges...
Detail der Haltevorrichtung des Minenpfluges...

...hier nochmal von Vorn
...hier nochmal von Vorn

M1A1 Abrams

M1A1 und Minenpflug in der Bauphase...
M1A1 und Minenpflug in der Bauphase...

...und hier nach der Fertigstellung in Arbeits-Position...
...und hier nach der Fertigstellung in Arbeits-Position...

...genau wie auf diesem Foto
...genau wie auf diesem Foto

Einige Worte zum Original...

Der M1 Abrams war nach dem M60 die nächste Stufe der amerikanischen Panzerentwicklung. Nach Fertigstellung der Prototypen 1978 wurden die Panzer von Chrysler ab 1980 zu je 30 Exemplaren im Monat produziert. Seine fortschrittliche Chobham Panzerung macht den M1 zum bestgeschützten schweren US-Kampfpanzer. Die Avco Lycoming AGT-1500 Gasturbine für den Antrieb ist kleiner und leichter zu warten als ein Dielmotor, aber das erhöhte Treibstoffvolumen beansprucht den eingesparten Platz wieder. Wärmesichtgeräte, Laser-Rangefinder und Waffenstabilisatoren verleihen dem M1 bei Tag und Nacht eine hervorragende Kampfkraft.

Thomas Hofmann

Publiziert am 02. Februar 2007

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